Der Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), auch Zwischenstaatliches Gremium für Klimawandel oder „Weltklimarat“ genannt, hat uns allen schon viel Freude bereitet.
Denken wir nur an die berühmte „Hockeyschläger-Kurve“, die im dritten IPCC-Sachstandsbericht (AR3) aus dem Jahr 2001 prominent vorgestellt wurde. Die Kurve basierte auf den Arbeiten von Michael E. Mann, Raymond S. Bradley und Malcolm K. Hughes und zeigte relativ stabile Temperaturen über etwa 900 Jahre und einen starken Anstieg im 20. Jahrhundert ( ). Besonders auffällig platziert war sie in der damaligen „Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger“ (Summary for Policymakers), und im Gesamtbericht zu finden im Kapitel 2 von Working Group I. Der Hockeyschläger erwies sich als fehlerhaft, und es handelte sich nicht etwa um simple Rechenfehler, sondern um methodische Schwächen, wie ungeeignete statistische Methoden für Paläoklimadaten, die Auswahl und Gewichtung von Geländemessdaten (Proxydaten) und Probleme bei der Reproduzierbarkeit. In späteren IPCC-Berichten wurde dies nach und nach korrigiert.
Im vierten IPCC-Sachstandsbericht (AR4) aus dem Jahr 2007 fand sich im Kapitel 10.6.2 (Asien) der Working Group II folgende Prognose: „Die Gletscher im Himalaya schmelzen schneller als in jedem anderen Teil der Welt, und wenn sich das derzeitige Tempo fortsetzt, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sie bis zum Jahr 2035 – vielleicht sogar schon früher – verschwunden sein werden.“ Der IPCC hat diesen Fehler im Jahr 2010 öffentlich eingeräumt und dessen Entstehung damit begründet, diese Aussage sei „schlecht belegt“ gewesen. Und tatsächlich: Nach wie vor müssen Hunderte von Trekkern und Bergsteigern jährlich mit dem Helikopter aus den Gletscherzonen des Himalaya gerettet werden.
Und jetzt, mitten in der Arbeit für IPCC-Sachstandsbericht sieben (AR7), der für 2028/2029 geplant ist, soll das Katastrophen-Szenario RCP 8.5 / SSP 5-8.5 plötzlich nicht mehr wahr sein. Spätestens seit dem Jahr 2014, dem Erscheinen der „Summary for Policymakers“ des AR5, haben etliche Regierungen ihre umweltpolitischen Entscheidungen darauf aufgebaut. Nun erklärt das internationale Komitee unter Detlef van Vuuren nonchalant, die dort angenommenen hohen Emissionsniveaus für das 21. Jahrhundert seien unterdessen unplausibel geworden – als wären sie das nicht von Beginn an gewesen: In den IPCC-Berichten aus dem Jahr 2013 bis 2014 (AR5) wurde das Szenario RCP 8.5 der Welt als „Business as Usual“-Variante vorgestellt. Das heißt: Wenn wir so weitermachen wie bisher, wird es so kommen. Im folgenden Berichten aus den Jahren 2021 bis 2023 (AR6) hieß es dann SSP 5-8.5 und wurde zum High-End-Szenario umgemünzt, das lediglich dazu hatte dienen sollen, die größtmöglichen Risiken zu kalkulieren, und dass es nicht als „Business-as-Usual“-Variante dargestellt werden sollte. Diese Empfehlung kam allerdings nicht bei den Mainstream-Medien an, die weiterhin die höchste Klima-Alarmstufe ausriefen.

Welche politischen Entscheidungen und kostenintensive Maßnahmen hat das Szenario RCP 8.5 inzwischen verursacht?
Zusammengefasst: Im IPCC AR5 von 2013/2014 wurde das Szenario RCP 8.5 als „Business as Usual“-Variante vorgestellt, im AR6 von 2022/23 hieß es SSP 5-8.5 und wurde als „High-End-Szenario“ mit eher geringer Wahrscheinlichkeit vorgestellt. Im nächsten Bericht AR7 soll es nun komplett gestrichen werden. Welche politischen Entscheidungen und kostenintensive Maßnahmen hat das Szenario 8.5 inzwischen verursacht? Und welche Beträge wurden unterdessen in möglicherweise sinnlose Maßnahmen verschwendet?
Das IPCC-Szenario RCP 8.5 hat in schier unvergleichlicher Weise zu „ambitionierter“ Klimapolitik geführt, um die angekündigte starke Erwärmung, den Meeresspiegelanstieg und die Extremwetter zu verhindern. Der EU Green Deal und die gesamte deutsche Energiewende wurde dadurch begründbar, nationale Anpassungsstrategien und Risikoanalysen wirkten sich in sämtlichen Ländern aus, veränderte Banken-Stresstests und Aufsichtsregeln sowie eine an das Katastrophen-Szenario angepasste Versicherungs- und Infrastrukturplanung verursachten immense Kosten.
Die deutsche Energiewende hat bisher zwischen 500 und 700 Milliarden Euro gekostet, die Schätzungen für die gesamte Transformation bis 2050 liegen bei 1 bis 2 Billionen Euro, eine Studie aus dem Jahr 2026 von Frontier Economics beziffert die Gesamtkosten bis 2050 sogar auf bis zu 5,4 Billionen Euro, wenn der derzeitige Kurs beibehalten wird. Ein Teil davon wäre vielleicht auch ohne das extreme Szenario gekommen, aber Geschwindigkeit und Radikalität der Maßnahmen wurden dadurch verstärkt. EU-weit erfordert der Green Deal zusätzliche Investitionen von über 500 Milliarden Euro pro Jahr.
In der Summe haben wir es EU-weit bis zum Jahr 2050 mit Gesamtkosten von über 20 Billionen Euro zu tun. Global werden zusätzlich Billionen von US-Dollar in die Milderung der Auswirkungen des Klimawandels gesteckt, basierend auf den hoch-emissionsseitigen Risikoannahmen.
Warum machen viele Wissenschaftler so bereitwillig beim IPCC mit?
Die Hauptmotivation für Wissenschaftler, sich an der Arbeit des IPCC zu beteiligen, ist zum einen ideell, also getrieben von der Überzeugung, für die „gute Sache“ unterwegs zu sein, und zum anderen karrierebezogen, es wird also als Möglichkeit genutzt, um die eigene Karriere zu fördern. So arbeiten sie als Autoren und Reviewer ehrenamtlich für den IPCC, ausgehend von ihrer regulären Arbeit an Universitäten, Forschungsinstituten und Behörden. Der IPCC Trust Fund finanziert vorrangig den Teilnehmern aus Entwicklungs- und Schwellenländern Reisen, Unterkunft und Tagegelder. Wissenschaftler aus Industrieländern müssen Reisen entweder selbst oder über die Institution finanzieren, die auch ihr Gehalt zahlt.
Es geht dabei um wissenschaftlichen Einfluss und Prestige: Die Mitarbeit an einem IPCC-Bericht gilt als hohes Renommee. Es stärkt die wissenschaftliche Reputation, hilft bei Publikationen, Beförderungen und Drittmitteln. Denn: Darf man als Wissenschaftler beim IPCC mitarbeiten, gehört man unzweifelhaft zu den Guten und steht auf der richtigen Seite.
Die IPCC-Autoren haben so die Gelegenheit, direkten Einfluss auf die internationale und nationale Klimapolitk zu nehmen, wie zum Beispiel das Paris-Abkommen.
Sie handeln aus persönlicher Überzeugung, und sehen ihre Arbeit für den IPCC als wertvollen Beitrag zur Gesellschaft und zur Lösung globaler Probleme. Und: Sie bekommen Zugang zu einem exklusiven Netzwerk von führenden Experten und internationaler Zusammenarbeit, was einen erheblichen Karrierevorteil bringt.
Finanzieller Hintergrund des IPCC
Der Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), der Weltklimarat, umfasst 195 Mitglieds-Länder, also praktisch die gesamte internationale Staatengemeinschaft – einschließlich Vatikanstaat und dem „Staat Palästina“ als Beobachterstaaten. Die Mitgliedschaft ist freiwillig: Jedes Land, das Mitglied der Vereinten Nationen (VN, UN oder UNO) oder der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) ist, kann Mitglied des IPCC werden und sich an der Arbeit des IPCC beteiligen, wie Plenarsitzungen und Review-Prozesse der Berichte.
Der IPCC ist eine Institution der UN mit Sitz in Genf mit der Aufgabe, die Erkenntnisse der Klimawissenschaft aus der ganzen Welt zusammenzufassen. Die Mitgliedsstaaten entsenden Regierungsvertreter zu den Sitzungen und stellen die Wissenschaftler für die Erstellung der Klimaberichte.
Theoretisch tragen alle Mitgliedsstaaten durch freiwillige Zahlungen in einen Treuhandfonds (IPCC Trust Fund) zur Finanzierung der Arbeit des IPCC bei. Jedoch wird die Finanzierung nur von einer kleinen Gruppe von Ländern getragen: 80 Prozent der Mitgliedsstaaten haben noch nie finanzielle Beiträge geleistet. Der offizielle Jahresetat liegt zwischen sechs und zehn Millionen Schweizer Franken. Historisch war immer die USA der größte Beitragszahler: Unter der Regierung Biden flossen bis zu 1,7 Millionen Dollar jährlich in den Fonds. Weitere große Geldgeber sind Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Japan, Australien, Kanada, die Niederlande, Norwegen, Schweden, die Schweiz, Südkorea, Italien und die Europäische Union (EU).
Unter der Trump-Regierung zogen sich die USA aus der Finanzierung zurück. Der Trust-Fund schrumpft also, und ohne höhere Beiträge der anderen Mitgliedsstaaten wird das Geld bis 2028/2029 knapp: Da soll eigentlich der Siebte Sachstandsbericht herauskommen, und der Finanzengpass kann zu Sparmaßnahmen führen, beispielsweise weniger Präsenztreffen und weniger Übersetzungen des ursprünglichen Reportes. Wird der Rückzug der USA aus der offiziellen Finanzierung die Arbeit des IPCC ernsthaft gefährden? Könnte dies sozusagen ein Kippelement für den IPCC darstellen?
Deutschland übernimmt den IPCC-Finanzierungsanteil der USA
Die Antwort ist: nein. Denn das Bundesumweltministerium hat nach dem Ausstieg der USA postwendend für die Haushaltsjahre 2025/2026 die freiwilligen deutschen Zahlungen an den IPCC Trust Fund auf rund 2,5 Millionen Euro pro Jahr angehoben. Und: Natürlich ist das Budget des IPCC eigentlich viel höher, denn viele Länder unterstützen den Weltklimarat mit hohen Sachleistungen: Sie finanzieren Geschäftsstellen mit den Technical Support Units, von wo aus die gesamte Arbeit der IPCC-Arbeitsgruppen organisiert wird, das weltweite IPCC-Datenverteilungszentrum – ein internationales Verbundsystem mit Schwerpunkt in Deutschland, USA, Spanien und Großbritannien – oder richten die mehrtägigen IPCC-Plenarsitzungen aus.
Der IPCC hat also offiziell nur ein jährliches Budget von sechs bis zehn Millionen Schweizer Franken. Da die Zahlungen der Mitgliederländer freiwillig sind, kommt es zu Schwankungen in diesem Budget. Als einer der verlässlichsten Geber gleicht Deutschland diese Schwankungen in der Regel aus und stellt darüber hinaus weitere Millionenbeträge zur Verfügung.
Die komplette deutsche Unterstützung des IPCC und seiner Strukturen teilt sich in drei Bereiche auf:
A: Der direkte deutsche Beitrag in den IPCC Trust Fund – ein sechsstelliger Betrag jedes Jahr, er lag in den letzten Jahren bis 2025 zwischen 300 000 und 350 000 Schweizer Franken, der für das Jahr 2026 erheblich aufgestockt wurde. Mit den Mitteln des IPCC Trust Fund werden Reisen von Experten aus Entwicklungsländern, Übersetzungen und Publikationen finanzier
B: Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) finanzieren die deutsche IPCC-Koordinierungsstelle . Sie dient als Schnittstelle zwischen internationaler Forschung und deutscher Politik und hat ihren Sitz im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR) in Bonn. Genaue Zahlen werden nicht öffentlich bekanntgemacht, die Koordinierungsstelle kostet aber schätzungsweise einen Betrag im mittleren bis oberen sechsstelligen Bereich.
C. Der größte Teil des deutschen Geldes fließt direkt in die IPCC-Infrastruktur, also in Sach- und Dienstleistungen, die Technical Support Units, die Deutschland dem IPCC kostenlos zur Verfügung stellt, anstatt Geld in den Trust Fund zu überweisen. Gehälter für Wissenschaftsmanager, Server und Rechenzentren, Büros und Betriebskosten, Gestaltung der Berichte und Reisekosten werden vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) bezahlt. Das Forschungsministerium finanziert den deutschen koordinierenden IPCC-Leitautoren auch wissenschaftliche Assistenten, um deren Arbeitslast bei der Erstellung der Berichte zu senken. Das Geld kommt neuerdings auch aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF). Auch hier gibt es keine exakten offiziellen Zahlen: Die geschätzten Kosten liegen – abhängig vom IPCC Berichts-Zyklus (also höher bei der AR7-Vorbereitung) – zwischen 2,5 und 5 Millionen Euro pro Jahr.
Weitere versteckte Kosten und das Verhältnis von Forschung und IPCC
Der IPCC selbst vergibt keine Gelder für Forschungsaufträge, sondere bewertet bereits veröffentlichte, peer-reviewte Literatur. Auf welche Weise gewinnt er dennoch großen Einfluss auf die Forschungsthemen?
Forschungsprogramme orientieren sich an den Wissenslücken und Themen, die in den Berichten des IPCC genannt werden. Die Regierungen fördern gezielt Themen, die für zukünftige IPCC-Berichte relevant sind, wie regionale Klimaprojektionen, Kippelemente, Reduktion des CO2-Ausstoßes und CO2-Entnahme, Städte als Wärmeinseln. Das Forschungsministerium (BMFTR) gab im Rahmen der „Strategie Forschung und Nachhaltigkeit“ von 2015 bis 2025 rund 600 Millionen Euro für Klimaforschungsprogramme aus. Rechnet man die Finanzmittel für die Dekarbonisierung, wie zum Beispiel für Wasserstofftechnologien und grüne Mobilität hinzu, liegt das Budget im Milliardenbereich.
Eine genaue Zahl, wieviele Themen ausschließlich für den IPCC generiert werden, gibt es nicht, aber schätzungsweise handelt es sich um mehrere hundert Einzelprojekte in den letzten zehn Jahren. Dazu gehört die direkte Unterstützung des IPCC-Prozesses, wie beispielsweise Projekt CAP7 (German Contribution to Climate Projections for CIMP7) mit vier Millionen Euro von 2024 bis 2027, mit der Aufgabe, die Klimamodelle weltweit vergleichbar zu machen, Kontrollläufe mit den verschiedenen Szenarien laufen zu lassen und die Grundlage für den nächsten IPCC-Bericht zu liefern.
Die Grundlagenforschung zur Klimaentwicklung, z. B. an Universitäten und Helmholtz-/Leibniz-Instituten wird breit gefördert und später in den IPCC-Berichten zitiert (AR6, WG1 allein hatte über 14 000 Zitationen). Die Forschung dient wissenschaftlichen und politischen Zwecken, wobei der IPCC mit seinen Berichten und Empfehlungen die Forschungsschwerpunkte setzt. Die Projekte werden augenscheinlich bewusst so ausgeschrieben, dass ihre Ergebnisse gut in zukünftige IPCC-Berichte einfließen können. Dass thematische Förderrichtlinien stark an den vom IPCC identifizierten Wissenslücken und Schwerpunkte ausgerichtet sind, erzeugt eine Rückkopplungsschleife in der Klimaforschung, bzw. der Forschung generell.
Welche Forschungsergebnisse und Empfehlungen landen im IPCC-Bericht?
Der IPCC-Hauptbericht ist eher wissenschaftlich dominiert mit relativ geringer direkter politischer Einflussnahme – sieht man einmal davon ab, dass augenscheinlich bereits die Gelder für Forschungsthemen politisch motiviert vergeben werden und die Auswahl an Wissenschaftlern, die an den IPCC-Berichten mitarbeiten dürfen, von der jeweiligen Regierungspolitik beeinflusst ist.
Die „Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger“ (Summary for Policymakers, SPM) jedoch wird zeilenweise von Regierungsvertretern genehmigt. Die Genehmigung erfolgt in mehrtägigen offiziellen IPCC-Plenarsitzungen. Und: Die Deligierten – meist hochrangige Beamte aus Umwelt-, Forschungs- oder Außenministerien – erhalten dafür klare Anweisungen aus ihrer Hauptstadt, vertreten also die Position der jeweiligen Regierung. Wegen ihrer ambitionierten Klimapolitik drängen besonders Deutschland, Frankreich und die Niederlande regelmäßig auf verschärfte Formulierungen. Großbritannien, die skandinavischen Länder und die Schweiz bevorzugen ebenfalls alarmistischere Töne. Besonders die Allianz der kleinen Inselstaaten (AOSIS) hat ein existentielles Interesse an der Festschreibung eines schnellen Meeresspiegelanstiegs: Tuvalu, Vanuata, die Malediven, Antigua und Barbuda sind hier besonders aktiv. So drangen die AOSIS im AR6 Synthesis Report von 2023 auf die Formulierung, dass die Klimaerwärmung von 1,5 Grad Celsius bereits in den 2030er Jahren überschritten werden könnte, erreichten deutlichere Warnungen vor irreversiblen Schäden an Korallenriffen, Gletschern und Küstenregionen und verlangten eine stärkere Betonung der Notwendigkeit sofortiger und drastischer Emissionsreduktion.
Für den Bericht der Working Group I im AR6 aus dem Jahr 2021 schlug Luxemburg die drastische Formulierung „It is unequivocal that human influence has warmed the atmosphere, ocean and land“ als Hauptaussage vor, stark unterstützt von den EU-Staaten und AOSIS. Saudi-Arabien, China und Indien lehnten zunächst ab, aber schließlich setzte sich die Formulierung unequivocal – unmissverständlich, eindeutig – durch und sie landete im IPCC-Bericht. Für Kanada, Australien und USA sind die Korrekturwünsche abhängig von der wechselnden jeweiligen Regierung. Abschwächenden Einfluss nehmen die erdölproduzierenden Länder sowie China, Russland und Indien.
Der IPCC tarnt sich als rein wissenschaftliches Gremium, die verschiedenen IPCC-Berichte sind aber durch die Einflussnahme auf Formulierungen durch Regierungsvertreter bestenfalls ein Kompromissprodukt zwischen Wissenschaft und Politik.
Eine verstärkende Rückkopplungsschleife in der Forschung
Die Ausschreibungen von Forschungsthemen konzentrieren sich in Deutschland stark auf die Themen anthropogener Klimawandel, Nachhaltigkeit, Anpassung an klimatische Veränderungen, die aktive Verringerung von Treibhausgasemissionen und die tiefgreifende Veränderung ganzer gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Systeme. Damit Forscher Geld für neue Projekte bekommen – und somit ihren Job behalten – müssen sie ihre Projekte an die vorgegebenen Themen anpassen, um überhaupt Chancen auf Förderung zu haben. Das führt zu einer strukturellen Verzerrung hin zu Themen rund um den menschengemachten Klimawandel.
Der IPCC wirkt hier als Katalysator: Er benennt Wissenslücken, Geldgeber richten ihre Ausschreibungen daran aus, dadurch entstehen mehr Publikationen zu diesen Themen mit einer höheren Sichtbarkeit im nächsten IPCC-Bericht. Es entsteht eine klare thematische Verzerrung in der Klimaforschung hin zu alarmierenden oder – bestenfalls – lösungsorientierten Fragestellungen. Studien, die eine geringere Klimasensitivität, starke natürliche Variabilität oder die positiven Effekte der Klimaentwicklung betonen, sind selten und werden für die Berichte niedrig gewichtet. Quantitative Aussagen sind nicht zuverlässig zu machen, auch weil die Forschungsförderung über viele verschiedene Geldtöpfe erfolgt. Der Effekt ist aber spürbar: Der IPCC verstärkt bestehende Trends in der Förderlandschaft, anstatt sie neutral abzubilden.
Mit welcher Motivation wurde der IPCC ursprünglich gegründet?
Der IPCC war ursprünglich nicht als Alarmgremium gedacht. In den 1970er und 1980er Jahren kamen wissenschaftliche Erkenntnisse dahingehend auf, dass ein menschengemachter Klimawandel ausgelöst durch Treibhausgase existieren könnte. Der IPCC entstand, um die wissenschaftliche Grundlage zu schaffen und eine neutrale Beurteilung des globalen Klimawandels zu ermöglichen. Es sollte der wachsende Forschungsstand zusammengefasst und für Entscheidungsträger nutzbar gemacht werden. So wurde 1988 von der World Meteorological Organization (WMO) und dem United Nations Environmental Programme (UNEP) der IPCC gegründet, von der UN-Generalversammlung unterstützt und hatte seine erste Sitzung (IPCC-1) vom 9. bis 11. November 1988 in Genf.
Inzwischen ist der IPCC von einem neutralen Berichterstatter zu einem politischen Akteur geworden, der sowohl die Forschungsthemen als auch die Richtung der Weltwirtschaft mitbestimmt. Der IPCC hat also nicht nur eine große wissenschaftliche, sondern auch eine enorme volkswirtschaftliche Verantwortung, denn der IPCC kann als Instrument zur Durchsetzung bestimmter klimapolitischer Ziele eingesetzt werden. Umso wichtiger wäre es, dass die beteiligten Wissenschaftler sich dieser großen Verantwortung und der Gefahr einer Instrumentalisierung und der damit einhergehenden Risiken stets bewusst sind.
Aufmacher Foto: Bild-Schlagzeile vom 23 Februar 2007

Herr Schleif, uneingeschränkte Zustimmung. Der gelernte Ossi ist für so etwas zu schlau, weil schon erlebt, aber leider in der Minderheit.
@Ostrowsky, für nichtlineare Systeme gibt es Stabilitätskarten. Herr Nyquist ist eher für lineare geeignet. Das ist alles kein Hexenwerk. Als Kenner einer althergebrachten Wissenschaft fragt man sich, warum Klima-Wissenschaftlende, offenbar auch Sie,, nicht die klassischen Verfahren nutzen. Aber was weiß ich als Sachse schon.
Vielen Dank! Warum, Frau Böttcher, erwähnen Sie das „Climategate“ von 2009 nicht? Da wurde doch beim IPCC per Email darum gebeten, doch bitteschön die Warmzeit bis 1940 wegzubügeln. Sowie die mittelalterliche auch. Nein? Im Übrigen sollten es der Pflanzen, Tiere und Menschen wegen unbedingt 1000ppm CO2 in der Atmosphäre geben. Alles andere ist gottlos und folgt einem Todeskult.
Doch, wir sollten uns den IPCC noch für eine Weile leisten, zumindestens hier in Deutschland. Allerdings mit der Verpflichtung, ein tägliches Kommuniqué in allen deutschen Medien zu veröffentlichen mit der Verlautbarung: <<Hey Leute, wir haben uns ein bisschen verrechnet. die Klima-Apokalypse kommt später, irgendwann.>> Und diese Meldung muss so lange erscheinen, bis auch der letzte grüne Klima-Apostel es begriffen hat. Und das PIK in Potsdam seine „Datenbasierte Modellierung sektorübergreifender Klimafolgen“ eingestellt hat. Und der Quatsch mit den „Klimaleugnern“ (welcher vernunftbegabte Mensch wird leugnen, dass es Klima gibt) nie wieder irgendwo breitgetreten wird. Dann können wir den IPCC auflösen!
„Der sogenannte “Weltklimarat„ (IPCC) sollte ursprünglich eine unabhängige Einschätzung zum Stand der Klimaforschung liefern.“
Ich habe Stunden gebraucht um nach diesem Satz mein Zwerchfell wieder unter Kontrolle zu bringen. Aber dann jagt ein Brüller den Nächsten:
„Umso wichtiger wäre es, dass die beteiligten Wissenschaftler sich dieser großen Verantwortung und der Gefahr einer Instrumentalisierung und der damit einhergehenden Risiken stets bewusst sind.“
Das war nie eine „Gefahr“, sondern immer Zweck. Es könnte natürlich ein paar nützliche Idioten gegeben haben die das nicht geschnallt haben. Obwohl ich Zweifel daran habe das ein derartiger Grad von Naivität überhaupt möglich ist.
Ich bitte darum beim nächsten Mal Satire asl solche zu kennzeichnen. Hätte ich nämlich beim Lesen einen Kaffee getrunken hätte das lebensbedrohliche Folgen auslösen können.
„Die Infrarot-Spektren von CO2, H2O-Dampf und anderen Gasen haben sich seit mehreren Millionen Jahren nicht verändert.“
Der zeitreisende Physiker mal wieder. Optische Dichte, Druckverbreiterung und effektive Emissionshöhe wohl im Eozän vergessen?! Kurzum: alles falsch oder irrelevant. Nichts neues unter der Sonne.
@Andreas Donath.
Nanana. Für sowas gab’s früher brennendes Stroh und Teer unter die Füße. Sie sollten besser widerrufen! Die heiligen Experten sprachen und es geht um alles: die WELT.
Wer da aufbegehrt, richtet sich nicht nur gegen UNSER Sein, sonder gegen das universale Heil.