Thomas Schmid in der WELT über die Partei der institutionalisierten Selbstgerechtigkeit.
“…Die Partei täte gut daran, sich zügig und rückhaltlos mit diesem Kapitel ihrer Frühgeschichte auseinanderzusetzen. Es geht ja nicht einfach nur um eine Dummheit, sondern darum, dass die Partei mit den Nachrichten über ihren Umgang mit dem Thema Pädophilie durchaus Pädophile ermuntert haben kann. Diese Selbstkritik wird den Grünen schwerfallen, denn der kritische Umgang mit sich selbst ist in den Genen der Partei nicht enthalten. Weil sie – Rettung von Natur und Schöpfung – gleich mit gattungsgeschichtlichem Aplomb die politische Bühne betreten hat, imprägnierte sie sich relativ früh als eine Partei, die moralisch in einer kategorial anderen Liga zu spielen glaubte als alle anderen, denen der Verschrottungsbegriff “Altparteien” reserviert war. Von dieser Haltung können sie sich nur schwer lösen, sie ist ihnen – wie man jedem Augenaufschlag von Cem Özdemir anmerken kann – geradezu habituell geworden. Dass sie im Geistesgericht einmal auf dem Anklagebänkchen sitzen könnten, dagegen sträubt sich alles bei ihnen…”