Gestern habe ich mich in einem Beitrag über die „klugen Köpfe“ der FAZ lustig gemacht, die in ihrem Klima-Übereifer die Klimawattstunden erfunden haben. Nun muss ich doch ein klein bisschen Abbitte leisten. Sie waren nämlich nicht die einzigen Blindflieger, die dem Freudschen Verschreiber „Klimawattstunde“ in einer Meldung von DPA aufgesessen sind. Copy & Paste sind gefährliche Freunde, das wusste schon Ex-Dr. Franziska Giffey. Fast alle großen Zeitungen im besten Deutschland aller Zeiten sind auf den selben Unfug hereingefallen und haben die Meldung wörtlich mit dem Fehler „Klimawattstunde“ und den unsinnigen Zielstellungen des Ausbaus der Windenergie kritiklos übernommen.
Jubelmeldungen über den Endsieg der Energiewende bedürfen offenbar keiner journalistischen Prüfung, zumal, wenn so schön getitelt werden kann: Habeck: „Tal der Tränen“ bei Ökostrom-Ausbau durchschritten“. Illustriert wird der inhaltliche Unfug von romantisierenden Fotografien des Ministers, die womöglich geschossen und bearbeitet wurden von Bewerbern für das Stellenangebot „Fotografische Begleitung des Ministers/der Ministerin und Auftragsfotograf für das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz“ (so heißt das wirklich), dotiert mit 350.000 Euro in den nächsten vier Jahren.
Mit von der Partie der Jubelperser sind neben der FAZ „Die Wirtschaftswoche“, „Spiegel“, „Die Zeit“, „MSN“, „Die Welt“, „Stern“, „Handelsblatt“, „Süddeutsche“, „Die Rheinpfalz“, “Berliner Morgenpost“ und viele andere mehr, auch mehrere Rundfunkstationen sind dabei.
Staatliches Komitee für Rundfunk und Fernsehen nicht mehr benötigt
Betrachten wir die Sache mal aus der Sicht der Leser und Hörer. Es kommt mir als ehemaliger DDR-Insasse so vor, als hätte sich 1990 die Bundesrepublik medial an die DDR angeschlossen. In der DDR war es egal, welche DDR-Zeitung man aufschlug, welchen DDR-Sender man einschaltete, überall tönten die gleichen Jubelmeldungen. Nur wusste fast jeder DDR-Bürger, dass er kein einziges Wort davon glauben konnte.
Das Zentralkomitee der SED bestimmte über die Presse sowie das Staatliche Komitee für Rundfunk und Fernsehen beim Ministerrat. Dem Zentralkomitee unterstanden die Abteilung Agitation – für die Tagespolitik – sowie die Abteilung Propaganda – für die längerfristige Öffentlichkeitsarbeit. Beide Abteilungen erteilten Anweisungen an Chefredakteure von Fernsehen, Rundfunk und Presse. Offiziell wurden diese Anweisungen als „Informationen“ deklariert, in Wahrheit waren sie jedoch verbindlich – es wurden sogar die Formulierungen oder die Platzierung bestimmter Themen vorgeschrieben. Selbst angebliche „Leserbriefe“ wurden oft von den Redakteuren in Auftrag gegeben oder gleich selbst verfasst.
Im besten Deutschland aller Zeiten wird das Staatliche Komitee für Rundfunk und Fernsehen nicht mehr benötigt. Solche Journalisten sind Überzeugungstäter. Es gibt zwar eine Vielfalt von Printmedien und Radio- oder Fernsehsendern, aber erst anhand der Recherche eines simplen Fehlers wie den „Klimawattstunden“ merkt man, wie sehr sich die Medien inzwischen selbst gleichgeschaltet haben. Nun müssen die gutgläubigen Bundesbürger nur noch lernen, dass sie nicht mehr alles kritiklos glauben können, was so gedruckt und gesendet wird.
Beitragsbild: Kirk GFDL via Wikimedia Commons

Machen wir doch einfach eine Physik-Reform und erklären die „Klimawattstunde“ für richtig. Bei der Rechtschreibreform hat’s doch auch funktioniert.
„ Der Motorsägenunternehmer Nikolas Stihl hat die Umsetzung der Energiewende in Deutschland heftig kritisiert. “Bei der Art und Weise, wie da vorgegangen wird, ist Dilettantismus schon ein relativ schwaches Wort„, sagte er der Nachrichtenagentur dpa.
Vor zehn Jahren habe er in einem Interview gesagt, dass er nicht glaube, dass die Stromnetze binnen einer Dekade genug ausgebaut sind, um den Strom der Windparks aus dem Norden in den Süden zu bringen, so Stihl. “Und wenn man sich anschaut, dass von 12.000 Kilometer Leitungen, die wir benötigen, erst etwa 2000 Kilometer fertiggestellt wurden, dann habe ich leider recht behalten mit meiner Voraussage.„ “ Quelle : Der Spiegel
Na ja, die Verblödung geht schon lange „viral“ – bis zum coronaren Herzinfarkt. Von der Phimose über die Stenose zur Nekrose – das geht seinen sozialist’schen Gang.
Was ist der Unterschied zwischen deutschen Printmedien und Toilettenpapier? Die Zeitungen werden schon mit Sch….e verkauft.
Um wirklich informiert zu sein ist es besser alternative Medien zu lesen. Derer gibt es immer mehr und sie werden immer besser.
Der verunglückte Begriff ist sicherlich etlichen Schreibern aufgefallen, aber das tragischste ist doch, daß es keiner mehr wagt, so etwas zu verbessern, in der berechtigten Annahme, selbst dafür gescholten zu werden. Auch wird die Gelegenheit genutzt, die Urheber im Fettnapf stehen und dabei die ungeliebte eigene Führung dumm aussehen zu lassen, weil das das kleinere Übel ist. Es gibt viel mehr Leute mit Ehrgefühl, als es scheint, die sehr darunter leiden, daß ihnen aus Opportunismus der Mut fehlt.
Habecks Buntesministerium für Wortschaft, Klimalug und Trockenwasserbevorratung. Welcome to Germoney!