News-Redaktion / 07.11.2019 / 06:25 / Foto: DFAT/Australia / 0 / Seite ausdrucken

Klimawandel: Tierfilm-Legende Attenborough gibt implizit Täuschung zu

Der britische Dokumentarfilmer Sir David Attenborough ist für seine lautstarken Mahnungen vor dem Klimawandel bekannt. Auch in seiner Serie „Our Planet“ (Netflix, April 2019) geht es um dieses Thema. In einer Szene sehen wir, wie sich hunderte Walrosse von einer Klippe in Sibirien in den Tod stürzen. „Sie sind erschöpft, weil sie hundert Meilen schwimmen müssen, um Nahrung zu finden, und dann hierher zurückkehren, weil es der einzige Ort ist, an dem sie schlafen können“, erklärt ein sichtlich verstörter männlicher Interviewpartner. „Früher schliefen sie auf dem Eis, tauchten, fraßen.“ „Das ist die traurige Realität des Klimawandels“, erklärt eine weinende junge Frau.

Nun hat Attenborough offenbar Filmmaterial von derselben Situation in der Doku-Serie „Seven Worlds, One Planet“ (BBC, Oktober 2019) verwendet, jedoch ohne auf den Klimawandel als Ursache zu verweisen. Stattdessen werden nach Angaben der britischen Denkfabrik „Global Warming Policy Foundation“ (GWPF) Eisbären für das ungewöhnliche Verhalten der Walrosse verantwortlich gemacht.

Der Filmemacher geht damit implizit auf die Kritik an „Our Planet“ ein, etwa von der Zoologin Susan J. Crockford. Die Eisbär-Expertin und Bloggerin hatte bereits kurz nach dem Erscheinen der Doku Attenboroughs Klimawandel-Erzählung als „Unsinn“ bezeichnet und auf die Verbindung mit Eisbären hingewiesen. Auch der britische Buchautor und Blogger Andrew Montford hatte die Doku kritisiert und darauf hingewiesen, dass die Präsenz eines Kamerateams am Strand und von Drohnen in der Luft möglicherweise zur Verunsicherung der Walrosse beigetragen hat. Montfort wies zudem darauf hin, dass in einem „Hinter-den-Kulissen“-Video von den Dreharbeiten zu „Our Planet“ Eisbären in der Nähe der Filmcrew zu sehen sind. Diese Eisbären werden in der Doku allerdings nicht erwähnt.

Andere Autoren wie der Biologe Jim Steele und der Blogger Paul Homewood hatten darauf hingewiesen, dass sogenannte „Haul-Outs“ (also kollektive Landgänge) vollkommen normales Verhalten bei Walrossen sind und nichts mit dem Klimawandel zu tun haben, und dass die Wahlrossbestände in der Arktis florieren. Pikant: Die Produzenten von „Our Planet“ hatten zunächst jegliche Kritik an der Walross-Szene empört zurückgewiesen.

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