Umspannwerke werden sabotiert, Stromleitungen angegriffen, Spreng- und Brandvorrichtungen gefunden. Aktuell fahndet die Polizei nach einem Mann, der als Motiv den „Kampf gegen fossile Brennstoffe“ nennt. Was heute von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt als „Klimaextremismus“ bezeichnet wird, haben Autoren auf Achgut.com vor Jahren als mögliche Entwicklung beschrieben. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur: Wer sind die Täter? Sondern auch: In welchem geistigen Klima gedeiht die Vorstellung, Sabotage sei legitimer Widerstand?
An mehreren Stellen im deutschen Stromnetz wurden in den vergangenen Tagen Manipulationen und verdächtige Vorrichtungen entdeckt. In Nordrhein-Westfalen fahndete die Polizei nach einem 48-jährigen Mann aus Gevelsberg, der laut Bild-Zeitung heute am 8. September festgenommen wurde. Nach Angaben von NRW-Innenminister Herbert Reul liegen zwei Bekennerschreiben vor, deren Verfasser als Motiv den „Kampf gegen fossile Brennstoffe“ nennt. Reul zitierte daraus den Satz: „Ich greife nicht das Land, sondern die fossile Rohstoffindustrie an.“ Die Schreiben enthielten detailliertes Täterwissen. Ob der Mann die Taten tatsächlich begangen hat und ob er allein handelte, ist allerdings noch offen. Bundesinnenminister Dobrindt spricht von „Klimaextremismus“.
Besonders folgenreich war ein Kurzschluss im nordrhein-westfälischen Bergheim. Mehrere Braunkohlekraftwerksblöcke mit zusammen rund 4.200 Megawatt Leistung gingen zeitweise vom Netz; die Netzstabilität blieb erhalten. Ermittler fanden Vorrichtungen, mit denen offenbar leitfähiges Material auf Hochspannungsleitungen gebracht werden sollte. Fast gleichzeitig wurden in Brandenburg am Umspannwerk Turnow-Preilack nahe dem Kraftwerk Jänschwalde selbstgebaute Vorrichtungen entdeckt, die Kurzschlüsse an Höchstspannungsleitungen auslösen sollten. Die Polizei ermittelt unter anderem wegen Störung öffentlicher Betriebe, Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und wegen des Verdachts nach Paragraph 129a StGB. Auch in Sachsen wurden anschließend an zwei Orten insgesamt vier verdächtige Vorrichtungen gefunden. Ob sämtliche Fälle zusammengehören, ist bislang nicht geklärt.
Das Muster ist älter
Neu ist der Angriff auf die Energieversorgung nicht. Am 9. September 2025 wurden in Berlin zwei Strommasten in Brand gesetzt. Rund 50.000 Privathaushalte und 2.000 Gewerbebetriebe waren zeitweise betroffen. Im März 2026 durchsuchten etwa 500 Polizeibeamte Objekte in mehreren Bundesländern; gegen vier Beschuldigte wird wegen verfassungsfeindlicher Sabotage und weiterer Straftaten ermittelt.
Noch schwerer traf es Berlin am 3. Januar 2026. Nach einem Brand an einer Kabelbrücke waren zunächst 45.400 Haushalte und 2.200 Gewerbekunden ohne Strom. Fernwärme, Mobilfunk und Internet waren teilweise ebenfalls betroffen. Insgesamt waren nach Angaben des Regierenden Bürgermeisters rund 100.000 Menschen betroffen.
Eine „Vulkangruppe“ bekannte sich zur Tat. Ihr Text war überschrieben: „Fossile Kraftwerke abschalten ist Handarbeit. Nur Mut.“ Die Sabotage des Gaskraftwerks sei eine „notwendige Maßnahme“ gegen den Ausbau fossiler Gaskraftwerke, hieß es darin. Die Bundeszentrale für politische Bildung ordnet das ideologische Umfeld als möglichen „Öko-Anarchismus“ ein und weist darauf hin, dass Sabotage an Stromversorgungsanlagen unbeabsichtigt auch Menschenleben gefährden kann.
Der Berliner Verfassungsschutz schrieb inzwischen selbst, die Ideologie des „Öko-Anarchismus“ habe „spürbar zur Radikalisierung“ des gewaltorientierten Linksextremismus beigetragen. Auch das Bundesamt für Verfassungsschutz formulierte bereits im Bericht für 2024, gewaltorientierte Linksextremisten versuchten, Brandstiftungen und Sachbeschädigungen als militanten Teil der Klimaprotestbewegung zu etablieren. Klandestine Gruppen verursachten hohe Schäden auch an kritischer Infrastruktur und begründeten dies mit ihrem „Kampf für das Klima“.
Ulli Kulke: Der „Notstand in den Köpfen“
Auf Achgut.com wurde genau vor dieser Entwicklung früh gewarnt. Am 8. Februar 2022 schrieb Ulli Kulke unter der Überschrift „Die Geister, die ich rief: Gewalt fürs Klima“ über Straßenblockaden, Industriesabotage und zerstochene Reifen. Sein zentraler Gedanke lautete: Wenn Medien und Politik selbst ständig den „Klimanotstand“ beschwören, entsteht irgendwann ein „Notstand in den Köpfen“.
Kulke schrieb damals: „Wenn die Zeitungen von den politisch Verantwortlichen selbst einfordern, den ‚Klimanotstand‘ auszurufen, dann haben wir den Notstand in den Köpfen, mit allen Konsequenzen.“ Die entscheidende Frage lautete schon zu dieser Zeit: Was geschieht, wenn Menschen wirklich davon überzeugt werden, dass unmittelbar die Existenzgrundlagen der Menschheit bedroht sind und der demokratische Staat nicht schnell genug handelt?
Neun Monate später nahm Kulke das Thema wieder auf. In „Die Straßenblockade und der Tod“ vom 8. November 2022 diskutierte er ausdrücklich die mögliche Entwicklung „in Richtung Öko-RAF“. Und am 26. Mai 2023 schrieb er unter der Überschrift „Wir müssen auf alles gefasst sein“, es werde einen immer härteren Kern geben, der sich irgendwann zu gewaltigeren Maßnahmen legitimiert sehen könne. Sein Schluss: „Ein zweiter deutscher Herbst ist nicht ausgeschlossen.“
Wolfgang Röhl: „Von der RAF zu Greenwar“
Nur drei Tage nach Kulkes erstem Beitrag, am 11. Februar 2022, veröffentlichte Wolfgang Röhl auf Achgut.com „Wann knallt’s im Klimazirkus?“ Der Vorspann endete mit einem Satz, der sich heute bemerkenswert liest: „Von der RAF zu Greenwar, das ist nur eine Frage der Zeit.“
Röhls Argument war weniger eine Prognose bestimmter Täter als eine Beschreibung des bekannten Mechanismus politischer Radikalisierung: Zunächst wird eine existenzielle Gefahr festgestellt. Dann gelten demokratische Institutionen als zu langsam oder unfähig. Schließlich wird aus Protest „Widerstand“ – und aus dem selbst erklärten Widerstand eine moralische Rechtfertigung für Gewalt.
Röhl hatte das Thema sogar schon Jahre zuvor unter der Überschrift „Der Spaß hat aufgehört. Keimt eine Grüne Armee Fraktion?“ behandelt. Wolfgang Meins verwies Ende 2022 ausdrücklich auf diesen älteren Röhl-Text.
„Wie man eine Klima-RAF züchtet“
Am 29. Dezember 2022 folgte Wolfgang Meins mit der Überschrift „Wie man eine Klima-RAF züchtet“. Meins hielt eine solche Entwicklung für zumindest nicht unwahrscheinlich und warnte ausdrücklich vor künftigen Angriffen auf Energie-Infrastruktur. Sein Text nennt als mögliche Eskalationsstufe Sabotage und Brandanschläge auf Einrichtungen der Energieversorgung. Als im März 2024 der Strommast für die Tesla-Fabrik Grünheide angegriffen wurde, musste Manfred Haferburg nicht mehr ausschließlich hypothetisch argumentieren. Sein Beitrag hieß nun „Droht ein Blackout durch linksextremen Terror?“.
Und nach dem Berliner Stromanschlag vom Januar 2026 stellte Peter Grimm die alten Warnungen noch einmal zusammen. Seine Überschrift: „Strom-Terror: Sie wollten es nicht wissen“.
Wer den Notstand verkündet, muss mit Notstandsdenken rechnen. Natürlich hat keine Bundesregierung Terroranschläge gefordert oder legitimiert. Aber das entbindet die Politik nicht von der Frage, welche geistigen Konsequenzen eine jahrelange Sprache des existenziellen Notstands haben kann. Die Bundesregierung bezeichnete die Folgen der Klimakrise in ihrer Nationalen Sicherheitsstrategie ausdrücklich als „fundamentale Bedrohung – insbesondere für die kommenden Generationen“.
Das Klimaschutzprogramm 2026 hält am Ziel der Treibhausgasneutralität bis 2045 fest und will den Verbrauch von Erdgas und Kohle weiter deutlich verringern. Das alles ist demokratisch legitimierte Politik. Aber politische Sprache besitzt Folgen. Wer jungen Menschen jahrelang vermittelt, ihre Zukunft und möglicherweise die menschliche Zivilisation stünden auf dem Spiel, darf sich nicht völlig überrascht zeigen, wenn ein winziger radikaler Rand daraus sein persönliches Widerstandsrecht ableitet.
Die extremistische Schlussfolgerung lautet dann: Wenn fossile Energie eine existenzielle Bedrohung ist und die Regierung sie nicht schnell genug beseitigt – warum soll man nicht selbst nachhelfen?
Der Staat als großer Sprengmeister
Und damit erreicht die Geschichte ihre vielleicht bizarrste Pointe. Deutschland hat seine letzten drei Kernkraftwerke Emsland, Isar 2 und Neckarwestheim 2 am 15. April 2023 endgültig abgeschaltet. Der Rückbau ist politisch und gesetzlich gewollt. Am 16. August 2024 wurden die beiden 143 Meter hohen Kühltürme des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld gesprengt und als Volks-Happening inszeniert. Am 25. Oktober 2025 folgten die beiden 160 Meter hohen Kühltürme des Kernkraftwerks Gundremmingen. RWE erklärte dazu ausdrücklich, der Abbruch sei sichtbarer Beleg dafür, dass man den „politisch beschlossenen Kernenergieausstieg konsequent“ umsetze. Und am 26. Februar 2026 wurde der 117 Meter hohe Kühlturm des stillgelegten Braunkohleblocks Q in Frimmersdorf gesprengt – nach Angaben von RWE „im Zuge des Kohleausstiegs“.
Die politische Ironie lässt sich nicht übersehen: Der Staat schützt heute mit Polizei und Verfassungsschutz jene Energie-Infrastruktur vor Saboteuren, von der er einen beträchtlichen Teil selbst planmäßig stilllegt, zurückbaut und nachhaltig zerstört. Die Größenordnung ist ohnehin eindeutig. Kein Klima-Saboteur hat bislang auch nur annähernd so viel gesicherte Erzeugungsleistung dauerhaft beseitigt wie die deutsche Energiepolitik durch Atom- und Kohleausstieg.
Und nun treten Menschen auf, die offenbar meinen, der politisch gewollte Abschied von fossiler Energie gehe ihnen nicht schnell genug. Vielleicht ist das tatsächlich der Endpunkt des von Kulke beschriebenen „Notstands in den Köpfen“.
Redaktionelle Anmerkung: Dieser Text wurde heute um 13 Uhr aktualisiert
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„Atomenergie – jetzt aber richtig – Wie die ‚dümmste Energiepolitik der Welt‘ abgewendet werden kann“ von Klaus-Dieter Humpich und Manfred Haferburg, Achgut Edition 2024, hier bestellbar.

Ohne zu recherchieren, einfach aufgrund des Psychoprofils, wette um 500 €, dass diese Leute auch fanatische Antisemiten sind.
@Wilfried Düring: Ihre Kommentare von gestern habe ich erst jetzt gelesen. Danke!
Immer seltener gucke ich am nächsten Tag nach, ob noch interessante Kommentare nachgeliefert worden sind. In der Früh ist in der Regel nämlich nichts Neues da, und am Mittag interessiert mich der Vortag nicht mehr.
Über die EKD und ihre Heuchler hätte ich auch noch eine Menge zu sagen, lasse es aber bleiben, weil das meiste eh schon gesagt ist.
Das Gericht beginnt in der Kirche, sagt uns die Bibel.
Davon wissen die Herrschaften aber nichts. Und wenn man es ihnen sagt, bekommt man „unfreundliche“ Antworten.
Vor Jahren – ehe ich aus der Kirche ausgetreten bin – habe ich einen Schriftwechsel mit dem damaligen EKD Ratsvorsitzenden Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm geführt, der mir durch seinen Chefideologen Thies Gundlach (Seenot-Retter-Schlepper und LG von KGE) hat antworten lassen. Die jeweiligen Antworten sind denkwürdig!
Mein Lieblingspastor, Olaf Latzel von St. Martini Bremen, könnte Bücher füllen mit dem, was seine Dienstherrschaft ihm und seiner Gemeinde schon alles angetan hat. Alles hoffnungslos linksgrünrotbuntpride versifft.
Kleiner „Trost“: In den USA ist es nicht anders, sondern wird auch dort täglich schlimmer.
Wie lange wird Gottes Geduldsfaden noch stabil bleiben??
„Stochastischer Terrorismus“ ist der Fachbegriff für das beschriebene Phänomen. D.i., wenn Autoritäten und Medien nur oft und intensiv genug beklagen, wie schrecklich, gefährlich und unhaltbar eine Situation/Sache sei und man doch unbedingt etwas tun müsse, dann findet sich früher oder später immer jemand, der das als moralische Rechtfertigung dafür ansieht, in Eigeninitiative eine radikale Lösung zu versuchen, oder zumindest „ein Zeichen zu setzen“.
Die Methodik, durch das Schaffen „falscher“ Werte (Lügen) die Verantwortung auf die zu delegieren, die diese dann konkret umsetzen, ist heute weit verbreitet:
Siehe auch der Umgang mit der AFD. In praktisch jeder Diskussion fällt mehrfach das Narrativ von der „gesichert rechtsextremistischen Partei“. Mehr noch, die AFD wird immer öfters mit den damaligen Nazis gleichgesetzt. Man wendet damit die gleiche METHODIK an wie die Nazis bei den Juden. Durch die in die Welt gesetzte Lüge, die AFD wären Dritte-Reich-Nazis etabliert man ein Werte-Schema, das dem Volk das Recht gibt, die AFD wie Dritte-Welt-Nazis zu behandeln. Ca. 2000 Nazis wurden nach WKII zum Tode verurteilt, etliche mehr als Verbrecher ins Gefängnis gesteckt. Man gibt mit dieser AFD-Nazi-Lüge anderen quasi das Recht, ohne moralische oder ethische Bedenken AFDler wie Abschaum, Verbrecher und das Böse schlechthin behandeln zu dürfen. Die Verantwortlichen für diese „Verbrechen“ sind diejenigen, die offensiv und aggressiv diese Lüge in die Welt setzen. Wäre die AFD wirklich nazi-affin und nahe am Nationalsozialismus, wäre längst ein Verbotsverfahren gegen diese Partei eröffnet worden…
Das gleiche gilt aber auch beim Thema Russland-Ukraine. Das Ukraine-Bashing beruht auf einer Reihe von unablässig wiederholten Ukraine-Lügen. Es sind entweder eindeutig nachweisbare Falschbehauptungen oder aus dem Kontext gerissene Sach-Verzerrungen. Davon gibt es Dutzende. Mit Hilfe von Verbreitung dieser Lügen versucht man im Volk eine künstlich erzeugte anti-ukrainische Stimmung zu erzeugen, um damit das verbrecherische und grausame Vorgehen der Russen zu vertuschen und zu rechtfertigen. Ziel ist es, im Volk menschliche Empathie, Solidarität und das Gerechtigkeitsempfinden abzustumpfen. Auch hier laden die Verbreiter dieser Lügen eine große und REALE SCHULD auf sich. Fakten und Gegenargumente werden von diesen Leuten GRUNDSÄTZLICH ignoriert. Die LÜGE ist ja nur Mittel zum Zweck. Und das wissen die auch ganz genau!
@Ilona Grimm: Sehr gut. Vielen Dank!
(ich habe Ihnen gestern noch mit mehreren Beiträgen zum Thema ev. Kirche geantwortet, da Sie Frau Bischöfin Fehrs erwähnt hatten).
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Ich hatte in der Abitur-Stufe eine wirklich großartige Biologie-Lehrerin. Photosynthese war ihr Steckenpferd. Das mußten wir pauken – bis es auch der Letzte begriffen hatte. Und am Ende hatte das jeder verstanden! Und WER das begriffen hatte und konnte – konnte bei ihr dann nicht mehr durchfallen. Nach dem Motto: Wer das Prinzip der Photosynthese wirklich verstanden hat, kann kein schlechter Mensch sein – wenigstens kein ganz schlechter. Was sie heute wohl zu den ganzen Klima-Baal-Anbetern sagen würde!? Diese tolle Bio- und Chemielehrerin war im Nebenberuf die Partei-Sekretärin der Schule. Mit guten – direkten – Kontakten, denn ihr Ehemann saß in der Kreisleitung der Partei. Das machte den Umgang mit ihr dann zuweilen doch schwierig und manchmal unangenehm. Die Frau hatte eine gewisse Macht. Sie wußte das – und die meisten von uns auch. Aber ihre Leistung als Fachlehrerin schmälert das nicht. Für mein Leben blieb wichtig, daß und was ich bei dieser Frau lernen durfte und was sie mir „beigebracht“ hat! RIP.
@A. Ostrovsky: Schreiben Sie doch eine Mail an den Kontra-Funk. Wenn ich Ihnen einen Rat geben darf: Ich würde die Kritik – auch falls sie berechtigt ist – höflicher und sachlicher formulieren. Also falls Sie möchten, daß Ihr Beitrag gelesen und ggf. sogar beantwortet wird. (fast) Alle sind müde, von dem ewigen Genörgel und Geschimpfe von allen Seiten. Ihre hier verwendete Wortwahl wir vermutlich nur zweierlei auslösen und bewirken: Wegclicken und Achselzucken. Das sollte aber – zumindestens im Regelfall – nicht Ziel und Sinn sachlich/fachlicher Beiträge sein. Mit solchen Mahnungen macht man sich beim destruktiven Teil des nörgelnden AfD-Vorfeldes nicht beliebt. Das weiss ich – aber man soll die Hoffnung ja nie aufgeben.
„Zunächst wird eine existenzielle Gefahr festgestellt. Dann gelten demokratische Institutionen als zu langsam oder unfähig. Schließlich wird aus Protest “Widerstand„ – und aus dem selbst erklärten Widerstand eine moralische Rechtfertigung für Gewalt.“
Der Artikel trifft den Nagel auf den Kopf, versäumt es aber, die dahinterliegende Methodik besser zu veranschaulichen.
Jede Gesellschaft, ja jede soziale Gruppe, legt die „Werte“ für sich fest, nach denen sie sich richtet und zu leben gedenkt. Daran ist nicht zu rütteln. Die eigentliche Frage ist immer die der Verantwortlichkeit. Das heißt, wer trägt die Schuld dafür, dass Verbrechen und Missstände entstehen. Primär verantwortlich sind immer diejenigen, die diese „Werte“ und Sichtweisen in die Welt gesetzt haben. In zweiter Linie sind diejenigen verantwortlich, die die auf Lügen und Übertreibungen aufgebauten „Werte“ und Sichtweisen ausführen, bzw. übergeordnete „Werte“ unseres gesellschaftlichen Zusammenseins einfach ignorieren. Deswegen verklären Sätze wie „Schließlich wird aus Protest ‚Widerstand’„ das Problem. “Irgendetwas wird…„ benennt weder die Ursachen noch die Verantwortlichkeiten und die Verantwortlichen. Menschen treffen Entscheidungen, und hieraus entstehen Konsequenzen. Anders gesagt, wer aktiv Klima-Panik verbreitet ist letztendlich PRIMÄR für die damit verursachten Verbrechen der Klima-Aktivisten verantwortlich. Nach dem Dritten Reich wurde das genauso gesehen. Als Hauptverantwortliche galten diejenigen, die die Lüge verbreiteten, Juden wären Untermenschen, Ungeziefer und eine Gefahr für Europa. Diejenigen, die diese “Werte„ dann konkret umsetzten, nämlich diese Gefahr und das Ungeziefer zu beseitigen, wurden, wenn überhaupt, nur in untergeordneter Weise, bestraft. In einem separaten Kommentar einige aktuellere Beispiele für diese Methodik. Die Methodik, durch das Schaffen “falscher„ Werte (Lügen) die Verantwortung auf die zu delegieren, die diese dann konkret umsetzen, ist heute weit verbreitet.