Der Sprecher der Klimakonferenz in Marrakesch, Nick Knatterton, pardon Nick Nuttall, hat ein eindrucksvolles Musikvideo (oben im Bild anklicken) produziert, das mich schwer ins Grübeln brachte. Soll ich den Weltuntergang abwarten oder mich gleich vom nächsten Fernsehturm stürzen? Ich habe dann beschlossen, dass ich noch eine Weile in diesem irdischen Irrenhaus verweilen möchte, die Show ist einfach zu gut.
Die erste Frage, die ich mir heute morgen stellte: Warum finden Klimakonferenzen eigentlich immer an so schönen Orten wie Marrakesch, Bali oder Cancún statt? Ginge es nicht auch mal in Bielefeld oder Novosibirsk? Wäre es den Teilnehmern dort womöglich zu kalt? Vielleicht ist es aber auch eine Platzfrage: Die Klimakonferenzen haben sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu Großveranstaltungen mit mehr als 10.000 Teilnehmern entwickelt, wo sollen die hin in Bielefeld? Außerdem gibt’s da keine Landebahn.
Im übrigen liegen bereits langjährige Erfahrungen vor, welchen Komfort der Climate-Change Jet-Set erwartet. Das diesjährigen Festival in Marrakesch ist bereits die 22. Aufführung des immer gleichen Programms: Ein bisschen Show, ein bisschen Drama, die finale Nachtsitzung und dann ein Ergebnis, das aufatmen lässt: Wir bleiben im Gespräch und sehen uns bald wieder zu der 23. Klimakonferenz. Zwischendurch trifft man sich dann noch zu Unterkonferenzen, ein geselliges Beisammensein, das bisher 45 mal stattfand.
Irgendwann werden sie das Ganze vielleicht ein bisschen rationalisieren und ein Joint-Venture mit Bayreuther Festspielen eingehen, unsere Klimakanzlerin kennt sich ja mit beiden Theatertruppen aus. Zumal sich hier ein alter Ausspruch von Richard Wagner als Leitmotiv anbietet: „Deutsch sein, heißt eine Sache um ihrer selbst willen tun.“ Als Parsifal empfiehlt sich der eingangs erwähnte Sprecher der Umweltorganisation der Vereinten Nationen (UNEP), Nick Nuttall, der sich mit seinem Musikclip eindrucksvoll für ganz hohe Tonlagen empfohlen hat.
Kaum jemand ahnt wie viele Einzelschicksale und Familien samt künftiger Generationen an dieser aufstrebenden neuen Industrie hängen. Mitsamt den Zulieferern dürften es hunderttausende Jobs sein, die dieses Perpetuum Mobile mit selbst erzeugter heißer Luft antreiben. Technisch ist diese Konstruktion am ehesten einer Weihnachtspyramide vergleichbar, die sich aufgrund der heißen Kerzenflamme dreht bis das Christkind kommt. Und das kommt ja auch alle Jahre wieder, so ähnlich wie Barbara Hendricks. Die reitet in diesem Jahr sogar auf einem toten Pferd nach Marrakesch.

Wie viele Bäume hätten die doch während der Videoproduktion Pflanzen können ;D
Ich habe so gelacht über Ihren wunderbaren Beitrag, daß ich mich entschlossen habe auch noch eine Weile in diesem "irdischen Irrenhaus" (herrlich) zu bleiben. Deutschland als Narrenschiff, als Irrenhaus, mal sehen wie es weitergeht, die Skala nach oben ist offen.
Wir wissen alle, dass Bielefeld nur eine Verschwörung ist. Aber dennoch - es gibt dort tatsächlich einen kleinen Flughafen mit Landebahn.
Wenn es denn Bielfeld überhaupt gibt! So manch' honoriger Weltverschwörer vermutet Bielefeld nirgendwo oder dort, wo die Amis angeblich nicht gelandet sind.
Die Frage, die sich mir ganz brennend stellt, wo hat Nick Knatterton nur seine Engelsflügelchen gelassen?? Ansonsten verbringen die 10 000 Umweltengelchen in Marrakesch sicher eine wunderschöne Zeit. Ach ja und alles gratis! Einfach herzig das Ganze!