Gastautor / 20.11.2019 / 13:00 / 52 / Seite ausdrucken

„Kleine Germanen“, großer Unsinn

Von Dirk Alt.

Am gestrigen Dienstag lief auf Arte der vorgebliche Doku-Film „Kleine Germanen“. Er ist auch in den nächsten Tagen noch in der mediathek abrufbar. Es gibt Filme, die nicht zum Anschauen produziert werden: Filme, deren Inhalt und Aussagen bereits aufgrund eines kurzen Trailers, aufgrund der Bekenntnisse ihrer Macher, aufgrund von Lobpreisungen der Presse und aufgrund des mitgelieferten didaktischen Materials für die Schulen präzise eingeschätzt werden können. Filme, die man loben und denen man zustimmen kann, ohne sie gesehen zu haben. Ohne sich durch die anderthalbstündige Ausbreitung dessen zu quälen, was man ohnehin weiß. Der im Mai dieses Jahres uraufgeführte Film „Kleine Germanen“ von Frank Geiger und Mohammad Farokhmanesh ist so ein Film. Er dient ausschließlich der Affirmation von Mythen, die die gesellschaftliche Polarisierung auf ihre vermeintlichen Urheber, auf den Feind im Inneren, auf einen schwelenden Neonazismus zurückführen soll.

Die Grundthese des vorgeblichen Dokumentarfilms ist die, dass in bestimmten deutschen und österreichischen Familien völkisch-nationalsozialistische Weltanschauungen von Generation zu Generation tradiert wurden und sektenartige Milieustrukturen hervorgebracht haben. Anstatt sich nun auf diesen lohnenswerten und klar abgrenzbaren Untersuchungsgegenstand zu beschränken, spannen die Macher des Films jedoch einen Bogen, der möglichst alles umfassen soll, was heutzutage unter „rechts“ subsumiert wird. Als Oberbegriff muss ironischerweise der des „Germanentums“ herhalten. Darunter wollen die Filmemacher nicht nur den Nationalsozialismus vor 1945, sondern auch den Neonazismus, das Neuheidentum, die Neue Rechte, das patriotische Protestmilieu und darüber hinaus auch sämtliche Eltern verstanden wissen, die nicht einem antiautoritären Erziehungsideal folgen.

Um ein dieser unscharfen Ausgangslage geschuldetes inhaltliches Zerfasern zu vermeiden, hätte es nun, wenn schon nicht einer überzeugenden Theoriebildung, wenigstens einer straffen Dramaturgie und einer wirksamen filmischen Verklammerung bedurft. Das Gegenteil ist jedoch der Fall. Von einem organischen Ganzen weit entfernt, setzt sich der Film aus drei nur bedingt miteinander korrespondierenden Erzählsträngen zusammen:

1. Aus Interviewsequenzen mit – sage und schreibe – fünf Akteuren aus dem gegenwärtigen rechten Spektrum sowie einem (ziemlich blassen) Aussteiger und einem weiteren, der nur einmalig auf der Tonebene zu Wort kommt.

2. Aus überwiegend völlig beliebigen Zeitlupenaufnahmen spielender Kinder, während O-Töne von „Rechtsextremismus-Experten“ eingespielt werden, die das Publikum zum korrekten Verständnis des Gezeigten und Gesagten anleiten sollen.

3. Der Geschichte von „Elsa“, einer vom Wehrmacht-Opa indoktrinierten jungen Frau, die sich dem Neonazismus zuwendet und schließlich, als ihr Neonazi-Ehemann ihr Leben und das ihrer Kinder bedroht, mit staatlicher Hilfe den Ausstieg schafft. Dieser Teil des Films, der etwa die Hälfte der Spielzeit ausmacht, wird – und das ist der Clou – in animierter Form erzählt.

Keine Rückkopplung mit der Realität nötig

Lassen Sie uns zunächst auf diesen dritten Strang, die Haupterzählung des Films, eingehen. Dass sich animierte Filme heute als Dokumentarfilme ausgeben dürfen, ist für sich genommen schon ein Unding, und „Kleine Germanen“ liefert sehr eindrückliches Anschauungsmaterial dafür, dass Animation und Dokumentarismus disjunkte Welten sind. Die Filmbewertungsstelle (FBW), die dem Film das Prädikat „Besonders wertvoll“ verlieh, sah dies freilich anders. Was die FBW als „liebevoll gestaltete Animationssequenzen“ bezeichnet, dürfte an Grobheit, Kitsch und farblicher Penetranz auch dann schwerlich zu überbieten sein, wenn man die süßliche Musikvertonung und die Betroffenheit heuchelnden Sprecherstimmen ausblendet. Vor allem aber wird der Blick auf den Rechtsextremismus in diesen Animationssequenzen endgültig zur Phantasie, zur Projektionsfläche, die keine Rückkopplung mit der Realität mehr nötig hat und sich im Unterschied zur ähnlich verwerflichen Praxis des „Reenactment“ sogar noch „künstlerische“ Absichten zugutehalten kann (indem sie etwa einen Geburtsvorgang aus der Perspektive des Säuglings darstellt). Von weiteren geschmacklichen Wagnissen wird noch zu sprechen sein.

Der Animationsteil des Films basiert auf einer realen Vorlage. „Elsa“ gehörte wirklich der neonazistischen Szene an und musste, um sich und ihre Kinder daraus zu befreien, eine neue Identität annehmen. Die reale „Elsa“ tritt heute unter dem Namen Tanja Privenau auf. Ich lernte Privenau im Rahmen eines Seminars kennen, das ich im Sommer 2016 in der Politischen Bildungsstätte Helmstedt gab. Darin ging es um Frauen im Nationalsozialismus und im heutigen Rechtsextremismus. Tanja Privenau war uns als Gastreferentin vom Aussteigernetzwerk EXIT-Deutschland vermittelt worden. Sie gab im Rahmen meines Seminars einen Bericht über ihre rechtsextreme Laufbahn ab, der sich durch die Differenziertheit des persönlichen Erlebens wohltuend von den üblichen Außenbetrachtungen abhob, und vermittelte Einblicke, unter anderem in die damals von Jürgen Rieger geleitete „Artgemeinschaft“, der sie angehört hatte.

Im Gedächtnis blieben mir auch einige bestürzende Episoden ihrer Biographie. Als ich diese Episoden im Trailer des Films „Kleine Germanen“ wiederentdeckte, war mir sofort klar, wer als reales Vorbild für „Elsa“ gedient hatte. Ich fand meine Vermutung bestätigt, als ich mit Tanja Privenau über EXIT erneut in Kontakt trat und nutzte die Gelegenheit, sie ausführlich über ihre Mitarbeit am Film zu befragen. Sie berichtete mir, dass Frank Geiger und Mohammad Farokhmanesh ein Interview mit ihr geführt hatten, stellte aber klar:

Dass daraus ein Film werden sollte (und dann auch noch so einer ...), wurde nicht mit mir abgesprochen. Von diesem Film erfuhr ich erst später zufällig durch einen EXIT-Mitarbeiter, der annahm, dass ich darüber informiert sei. Da war der Film allerdings schon fertig und wurde in Berlin uraufgeführt. Dazu bekam ich nicht einmal eine Einladung.

Authentizität suggerierender Off-Kommentar

Dies wäre möglicherweise noch nachvollziehbar, wenn sich die Erzählung um „Elsa“ wirklich, wie die Filmbewertungsstelle schreibt, „aus vielen Geschichten“ speisen würde. Sie folgt aber eindeutig und über weite Strecken detailgetreu dem Lebensweg Privenaus von der Schlüsselfigur des Großvaters über die Aufnahme in die im Film als „Gefährtschaft“ bezeichnete „Artgemeinschaft“ bis hin zum Zerfall der Familie, der Flucht vor dem Ehemann und dem Tod der Tochter. Dies hat auch Co-Regisseur Farokhmanesh in einem Interview bestätigt, in dem er von der „wahre(n) Geschichte von Elsa“ sprach, die „nicht aus unterschiedlichen Figuren zusammengesetzt“ sei.

Umso interessanter sind nun die Hinzudichtungen, derer sich Geiger und er nicht enthalten konnten. Davon gibt es einige. Im Gegensatz zum Film spielte die junge Privenau nie mit ihrem Großvater Kämpfe zwischen Waffen-SS und „Bolschewiken“ nach. Auch wurde sie vom Großvater nicht antisemitisch indoktriniert. Mittels eines Authentizität suggerierenden Off-Kommentars berichtet die „Elsa“ des Films: „Ich wurde von meinem Opa abgerichtet wie ein Hund. Alles Fremde musste ich hassen. Und das Buch ‚Mein Kampf‘ auswendig lernen.“ Das wäre in der Tat eine rekordverdächtige Gedächtnisleistung gewesen, ist aber frei erfunden. Der reale Großvater brachte dem Mädchen Tricks und Kniffe bei, wie sie sich, als sie in der Schule gemobbt wurde, gegen gleichaltrige Jungen verteidigen konnte. Dagegen kämpft das Film-Mädchen in einer Alptraum-Sequenz von beinahe schmerzhafter Lächerlichkeit gegen eine mannshohe Ratte mit Hut und Schläfenlocken. Entsprechende Vorlieben vorausgesetzt, kann man das kultverdächtig finden.

In einer späteren Sequenz zeigt der Film einen tätlichen Angriff, den Elsa und ihr Freund auf ein türkisches Ehepaar verüben. Zudem erwähnt der Off-Monolog der Heldin an zwei Stellen Anschläge auf Asylantenheime, die quasi en passant verübt werden („Wir wurden immer aggressiver. Ein Asylantenheim nach dem anderen wurde angezündet.“). Tanja Privenau legt Wert auf die Feststellung, dass weder ihr damaliger Mann, der inzwischen Selbstmord begangen hat, noch sie selbst in tätliche Angriffe auf Ausländer oder Anschläge auf Asylantenunterkünfte verwickelt gewesen waren. Ihr Mann habe allerdings einen Brandanschlag auf eine Dönerbude verübt.

„Meine Biographie dient nur als Gruselfaktor“

Aus meiner Sicht“, so Privenau, „wäre es wünschenswert gewesen, wenn die Filmemacher einen tiefergehenden, vorurteilsfreien und analytischen Blick auf das rechtsextreme Milieu geworfen hätten. Sie hätten sich der ehemaligen ‚Heimattreuen Deutschen Jugend‘ oder der ‚Artgemeinschaft‘ annähern können, um an authentischen Beispielen darzustellen, wie diese ‚kleinen Germanen‘ in der Szene aufgewachsen sind und was aus ihnen geworden ist. Diese Arbeit haben sie sich aber anscheinend nicht machen wollen.

Privenaus Vermutung dürfte zutreffen, da die nicht-animierten Teile des Films lediglich ein paar ebenso kurze wie unscharfe Archivbilder völkischer Zeltlager zu bieten haben.

Diese zahlenmäßig winzigen, in NS-Tradition stehenden Grüppchen mit dem großen Rest der „Rechten“ zusammenzurühren, ist das eigentliche Ziel Geigers und Farokhmaneshs. Insofern ist der Film, wie Privenau feststellte,

nichts anderes als ein Propagandamittel ‚gegen rechts‘, und dabei sehr oberflächlich gehalten. Meine Biographie dient nur als Gruselfaktor und soll die im Film interviewten Akteure aus dem rechtskonservativen Lager, AfD, Neue Rechte und so weiter mit dem militanten Rechtsextremismus/Neonazismus in Verbindung bringen.“ Auch machte sie ihren Standpunkt deutlich, „dass jeder der Mitwirkenden, die in ‚Kleine Germanen‘ zu Wort kommen, es verdient hätte, ohne Vorverurteilung und ohne ‚Grusel-Kabinett‘ gehört zu werden.“

Interviewpartner über Zweck des Films getäuscht

Schauen wir uns diese Mitwirkenden nun einmal an. Es treten auf:

Diese Personenauswahl ist zumindest mit Blick auf die Haupterzählung des Films („Elsa“) erklärungsbedürftig. Der einzige, der schildert, dass in seiner Familie eine Tradierung von NS-Weltanschauung erfolgte, ist der Aussteiger Alexander Lingner, der daraus seine zeitweilige Fremdenfeindlichkeit erklärt. (Es genügte übrigens nach eigener Aussage ein Studienjahr in Kanada, um ihn davon zu kurieren.) Keiner der Interviewten äußert sich zum Thema völkisch-neonazistischer Sekten und Organisationen wie der „Artgemeinschaft“ oder der „Heimattreuen deutschen Jugend“. Da auch keine Einordnung der jeweiligen politischen Projekte und Tätigkeiten erfolgt, bleibt für den nichtvorgebildeten Zuschauer völlig offen, in welchem Verhältnis die Interviewten zu den erwähnten Neonazi-Organisationen, aber auch zueinander stehen.

Stattdessen drehen sich ihre Aussagen in erster Linie um Erinnerungen an die eigene Kindheit und – bis auf Sellner und Lingner sind alle Befragten Eltern – um Erziehungsziele und -maßstäbe. Dies erklärt sich aus dem journalistischen Vorgehen der Filmemacher, die, wie Ellen Kositza auf dem Blog der Zeitschrift Sezession berichtet, den Gesprächspartnern nämlich suggerierten, es ginge in ihrem – nicht näher benannten – Dokumentarfilm um die Fragen:

Welche Kinder braucht das Land? Was sollen Kinder lernen, auch in der Schule, welche Werte soll man ihnen vermitteln? Wie sehen Sie dabei die Rolle der Familie im Allgemeinen und Ihrer eigenen im Besonderen? Welche Erlebnisse und Erfahrungen haben Sie selbst als Kind geprägt? Wie sehen Sie die Zukunft, kulturell und gesellschaftlich? Was sind daraus resultierend Ihre Kritikpunkte an der deutschen Kinder- und Familienpolit(i)k der letz(t)en Jahrzehnte?

Nicht neo-nazistisch, sondern nicht-antiautoritär

Die auf diese Fragen erteilten Antworten haben Co-Regisseur Farokhmanesh nach eigener Darstellung „richtig fertig gemacht“, er habe kaum hinhören können. Das allerdings weckt Erwartungen, die die im Film verwendeten Ausschnitte leider nicht einlösen können. Im Gegenteil äußern Geigers und Farokhmaneshs Gesprächspartner zur Erziehungsfrage durchweg kultivierte, bürgerliche, in jedem Fall diskutable Standpunkte, deren Skandalisierung auch dem Profi schwerfallen dürfte. Dass keinem der Interviewten menschenfeindliche Äußerungen über die Lippen kamen, ist übrigens auch der Filmbewertungsstelle unangenehm aufgefallen.

An ihren eigenen Maßstäben gemessen, wird das Versagen der Filmemacher hier besonders deutlich: Die Behauptungen, die „Elsas“ Off-Kommentar vorbringt („Die anderen sind immer die Bösen. Das lernen und verinnerlichen wir. Das ist das erste Gefühl, das oberste Gebot.“), finden nicht die leiseste Entsprechung in den Interviewpassagen. Statt von Einengung und Indoktrination ist von harmonischen und unbeschwerten Kindheiten die Rede, von „Angeboten“, die die eigenen Eltern einem gemacht hätten, davon, „Hintergründe anzuschauen, zu beleuchten, andere Sichtweisen zu sehen und vielleicht auch zwei, drei Schritte weiterzudenken als nur an der Oberfläche zu bleiben“ (Sigrid Schüßler), oder von der „Freiheit“, sich in eine selbstbestimmte Richtung zu entwickeln (Ricarda Riefling).

Demgegenüber operieren die auf der Tonspur eingespielten Expertenmeinungen quasi im luftleeren Raum: Michaela Köttig, „Rechtsextremismus-Expertin der Frankfurt University of Applied Sciences“, moniert eine „seelische und körperliche enge Bindung“ von Enkeln an NS-belastete Großväter, was dazu führe, dass „Ideologie mit Emotionen verknüpft“ würde. Bernd Wagner von EXIT-Deutschland bringt das Aufwachsen auf einem Bauernhof mit „sozialdarwinistischen Züchtungsgedanken“ in Verbindung.

Judith Götz, „Politikwissenschaftlerin aus Wien“, weist darauf hin, dass „Geschlecht [sic] eine ganz wichtige Ordnungsinstanz im Rechtsextremismus“ sei, die „diese imaginierte Volksgemeinschaft sowohl nach innen als auch nach außen“ stabilisiere. (Dazu sieht man einen kleinen Jungen, der mit Pfeil und Bogen auf ein eine Babypuppe wiegendes Mädchen zielt!) Und Andreas Peham, „Rechtsextremismus-Forscher, Wien“, bringt in Erinnerung, dass die Erziehung zur Härte eine „viel längere Tradition“ habe, die weiter zurückreiche als nur bis zum Nationalsozialismus. Das scheint dann auch der kleinste gemeinsame (linke) Nenner zu sein, auf den sich die Filmemacher am Schluss ihres Streifens zu retten versuchen. „Meine Erziehung war noch sehr vom NS-Gedanken geprägt“, räumt „Elsa“ in ihrem Schlusswort ein – doch aufgepasst: „Heute funktioniert es subtiler, unauffälliger. Viele von uns sind noch immer in diesen Gedanken gefangen, ohne es zu merken. Der Käfig, in dem die Kinder eingesperrt werden, ist der gleiche geblieben. Die Frage ist: Wie befreien wir uns daraus?“ – Ergo: Wie befreien wir uns aus dem Käfig einer (neo)nazistisch-völkischen Erziehung, die in Wahrheit weder (neo)nazistisch noch völkisch ist, sondern einfach nur nicht-antiautoritär?

Wer also in Heimatverbundenheit, in Volksliedern und bürgerlichen Umgangsformen schon immer die Wurzel allen Übels gesehen hat, wird sich angenehm bestätigt fühlen. Alle anderen, sofern sie sich der Anstrengung unterziehen, dem hier Gebotenen auch geistig zu folgen, werden – anstelle von Dämonen – ein Paradebeispiel der gescheiterten Dämonisierung entdecken. So ist es zugleich bedauerlich und nachvollziehbar, dass Filme wie „Kleine Germanen“ nicht zum Anschauen produziert werden. Sobald man sie nämlich wirklich anschaut, funktionieren sie nicht mehr.

Vielleicht sollte sich Mohammad Farokhmanesh, der in dem zitierten Interview Parallelen zwischen dem Aufwachsen in einer rechtsradikalen und einer IS-Familie zog („die gleichen Methoden“), in seinem nächsten Projekt einmal jenen zahlenmäßig tatsächlich ins Gewicht fallenden Familienbünden mit demokratiefeindlicher Tradition widmen – jenem sich immer weiter verzweigenden Milieu, in dem der Hass auf Deutsche, der Hass auf Andersgläubige und Atheisten, der Hass auf Frauen und auf die westliche Zivilisation ebenso emsig wie entschlossen gepflegt werden. Doch dafür, so steht zu fürchten, gibt es dann vermutlich keine Filmförderung – und auch kein Gütesiegel „Besonders wertvoll“.

 

Dirk Alt ist Historiker, Dokumentarfilmmacher und Vorstand des filmwissenschaftlichen Vereins CineGraph Babelsberg e.V. Als Referent in der politischen Erwachsenenbildung gibt er Seminare zu Themen der Zeitgeschichte sowie zu Rechtspopulismus, -extremismus und verwandten Themen.

Foto: Little Dream Pictures

Sie lesen gern Achgut.com?
Zeigen Sie Ihre Wertschätzung!

via Direktüberweisung
Leserpost

netiquette:

Lutz Gütter / 21.11.2019

Lieber Herr Alt, ist ja alles schön und gut, gutgemeint und mit viel Liebe zum Detail beschrieben. Ja, Sie haben sich wirklich sehr bemüht. “Wer also in Heimatverbundenheit, in Volksliedern und bürgerlichen Umgangsformen schon immer die Wurzel allen Übels gesehen hat, wird sich angenehm bestätigt fühlen. Alle anderen, sofern sie sich der Anstrengung unterziehen, dem hier Gebotenen auch geistig zu folgen, werden – anstelle von Dämonen – ein Paradebeispiel der gescheiterten Dämonisierung entdecken. So ist es zugleich bedauerlich und nachvollziehbar, dass Filme wie „Kleine Germanen“ nicht zum Anschauen produziert werden. Sobald man sie nämlich wirklich anschaut, funktionieren sie nicht mehr.” Glauben Sie wirklich, daß dieser Film für kritisch denkende Intellektuelle produziert wurde oder eher doch für die “nützlichen Idioten”? Eine andere Sache ist, daß Sie sich von Begriffen wie “Nazistisch” oder “Nazismus” befreien sollten. Nennen Sie das Kind doch einfach beim Namen: nationalsozialistisch und Nationalsozialismus, nicht mal so und mal so, die ganze Sache vermischend. Das sind nur ein paar Tastenanschläge mehr, das kriegen sie hin, überwinden Sie Ihren inneren Schweinehund. Desweiteren ist es nicht hilfreich, Nationalsozialismus und “Rechts” in einen Topf zu werfen. Der “Rechte” ist national-konservativ, während der Nationalsozialist, auch Neo-Nationalsozialist, in erster Linie ein Sozialist, also ein Linker ist.

Oliver Wilkening / 20.11.2019

Zum letzten Abschnitt: Keiner, der Mohammed heisst, tritt seiner eigenen Religion vors Bein.

Martin Rühle / 20.11.2019

Vielen Dank Herr Alt für diese hervorragende Analyse und die erklärenden biographischen Erläuterungen zur realen „Elsa“ , die den „kreativen Realitätsverdrehern“ als verlogene Folie für ihr filmisches Machwerk herhalten mußte. Auf welch‘ unsäglich niedrigem Niveau sich dieser Film bewegt, zeigen die Einspieler der vermeintlichen „Nazi“ Protagonisten, deren Lebens- und Erziehungserfahrung den Platitüden der pseudoakademischen „Rechtsextremismus Experten“ nicht nur um Längen voraus sind, sondern die abgegriffene Standard -Keule des allumfassenden „Neonazismus“ in Gestalt der „harmlosen Eltern“ überzeugend bloßstellt. Solange aber dreistellige Millionen an Steuergeldern für diesen propagandistischen Antifa und Kampf gegen Irgendwas Unfug ausgegeben werden, solange läuft die Gesinnungsindustrie wie geschmiert ...!

Werner Arning / 20.11.2019

Wahrscheinlich soll mit derartigen Berichten eine Gemeinsamkeit von Rechtsextremismus und etwa der AfD suggeriert werden. Die Bevölkerung soll vermutlich glauben, dass wenn diese der AfD Gehör und Aufmerksamkeit schenkt, sie diese beschriebenen rechtsextremen Bewegungen mit verabreicht bekommt. So als sei das Eine nicht vom Anderen zu trennen. So als gehöre Beides zusammen, so als sei das Eine Teil des Anderen, die Kehrseite der Medaille. Der Wähler soll wahrscheinlich verschreckt werden. Diese Leute wollt ihr doch wohl nicht wählen. Diese Leute wollt ihr doch wohl nicht gut finden. Diese Leute sind doch wohl keine Alternative. Ein Suggerieren, dass die AfD rechtsextrem sei und damit als nicht wählbar erscheinen zu lassen und moralisch zu verurteilen, mag dabei das eigentliche Ziel sein. Es geht vermutlich nicht wirklich um Rechtsextremismus, es geht wohl eher um die AfD. Diese nicht stärker werden zu lassen, ist wahrscheinlich das alleinige Anliegen. Die Gleichung soll lauten : AfD ist rechts und rechts ist rechtsextrem und rechtsextrem ist Nazi.

Eugen Richter / 20.11.2019

Nazis sind nicht rechts. Ausser für Linke, weil ihnen diese Sozialisten peinlich sind und daher schuppdiwupp dem bürgerlichen Lager (=rechts) zugeschoben wurden. Daher: alle Linken, auch braune, kämpften stets gegen rechts, wie es Marx und Lenin stets forderten.

Karl-Heinz Vonderstein / 20.11.2019

Der Kampf gegen Rechts ist nichts anderes als Pauschalisierung, Stigmatisierung, Diffarmierung, Denunziantentum, Vorverurteilung, Unterstellung, Menschenverachtung und übelste Intoleranz und üble Nachrede.

Lars Schweitzer / 20.11.2019

Die Sendung “Logo” des Kinderkanals arbeitet auch gerne mit Animationen. Und noch lieber mit grob verzerrenden Vereinfachungen. Jeden Abend, mit Kindern als Publikum. Daran musste ich beim Lesen dieses Textes gleich denken. Dieser Film ist vermutlich für diejenigen gemacht worden, die als Kind “Logo” geschaut haben.

Karl Mallinger / 20.11.2019

@Sebastian Weber Beim Islam gelten natürlich ganz andere Maßstäbe als beim Rechtsextremismus. Wer würde sagen: “Gewalt und Unterdrückung haben mit dem wahren Rechtsextremismus nichts zu tun.”-? Aber beim Islam hat das natürlich immer “mit dem wahren Islam nichts zu tun.”

Peter Petronius / 20.11.2019

Es sei auf die Dokumentation “Of Fathers and Sons - Die Kinder des Kalifats” (95 Min., D 2018), des syrischen Filmemachers Talal Derki, der zwei Jahre lang eine radikal-islamistische Familie im Norden Syriens begleitete, hingewiesen, die sich ebenfalls in der Mediathek von ARTE findet. Nach einer dreiviertel Stunde mußte ich erst einmal anhalten ..., zu grausam! Mit den Kindern “deutscher” IS-lerInnen holen wir uns “Islamic State - The Next Beheader Generation” ins Haus, selbst Vögel sind vor solchen Kindern (siehe Film) nicht sicher.

Ralf Pöhling / 20.11.2019

Iraner haben zu weiten Teilen indogermanische Wurzeln und sind deshalb wohl genauso empfänglich für marxistischen Unfug, wie die europäischen Germanen. Wohin das letztlich führt, wenn marxistischer Unfug zu viel Einfluss auf germanische Volksgruppen nimmt, haben wir nicht nur in der Weimarer Republik und folgend, sondern ganz besonders auch zwischen 1971 und 1979 im Iran gesehen. In beiden Fällen war der Marxismus der entscheidende Steigbügelhalter für ultraradikalen antisemitischen Totalitarismus. Aus Fehlern sollte man lernen.

Weitere anzeigen Leserbrief schreiben:

Leserbrief schreiben

Leserbriefe können nur am Erscheinungstag des Artikel eingereicht werden. Die Zahl der veröffentlichten Leserzuschriften ist auf 50 pro Artikel begrenzt. An Wochenenden kann es zu Verzögerungen beim Erscheinen von Leserbriefen kommen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Verwandte Themen

Es wurden keine verwandten Themen gefunden.

Meine Favoriten.

Wenn Ihnen ein Artikel gefällt, können Sie ihn als Favoriten speichern.
Ihre persönliche Auswahl finden Sie Hier
Favoriten

Unsere Liste der Guten

Ob als Klimaleugner, Klugscheißer oder Betonköpfe tituliert, die Autoren der Achse des Guten lassen sich nicht darin beirren, mit unabhängigem Denken dem Mainstream der Angepassten etwas entgegenzusetzen. Wer macht mit? Hier
Autoren

Unerhört!

Warum senken so viele Menschen die Stimme, wenn sie ihre Meinung sagen? Wo darf in unserer bunten Republik noch bunt gedacht werden? Hier
Achgut.com