Wer erwartet, dass ein autoritärer Staat ausruft: „Ich bin wieder da, verhindert mich“, ist auf das romantisch-westdeutsche Wunschdenken einer zutiefst feigen und naiven Spätgeborenen-Generation hereingefallen.
Man hat uns hingehalten und belogen. Das Versprechen, es werde keine Impfpflicht geben, wurde als ein verfassungsrechtliches formuliert. Nun streicht die Bundesregierung dieses Versprechen stiekum von ihren Veröffentlichungen im Netz, möchte es nach Orwell’scher Manier ungeschehen machen. Das Wahrheitsministerium existiert und schreibt sich seine Geschichte neu. Die Vertrauenswürdigkeit der Politik ist massiv beschädigt, weil sie ein Verfassungsgut betrifft und weil klandestines Handeln immer mehr zum Prinzip dieser Politik geworden ist. Auf Versprechen der Regierung ist ohnehin kein Verlass mehr, es wird gelogen, manipuliert, revidiert und hintertrieben. Ein furchtbares Zeugnis, das man ausstellen muss: So geht Politik, die sich im Herrschaftsgestus verloren hat.
Grundgesetz, Artikel 20 (1): „Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat. (4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist. ...“
Wie viele Menschen braucht es dazu – doch nicht alle? Reicht ein Drittel oder ein Viertel, oder muss das Volk zuerst behördlich um Erlaubnis fragen, damit das oben genannte Recht eingefordert werden darf? Wenn zwei Drittel der Bevölkerung dem Unrecht zustimmen, darf dann ein Drittel die Macht anzweifeln oder nicht? Wer gebietet dem Unrecht Einhalt, wenn nur ein Teil der Menschen die „Beseitigung der Ordnung“ erkennt, während die Verfassungsorgane ausgehebelt und stummgeschaltet wurden? Was tun, wenn die Masse zu bequem zum Aufbegehren ist?
Nach der Impfpflicht andere Pflichten und zusätzliche Zwänge
Kann es sein, dass der oben genannte Passus eine Fehlzündung ist, weil der Deutsche sich immer erst nach oben zurückversichern muss? Wenn es einer Mehrheit und Legitimation bedarf, um das Unrecht als solches zu bekämpfen, können wir das Ganze vergessen. Es gäbe kein Fanal, das den Totalitarismus verhindern kann. So scheint es heute, als sei „geschichtliche Verantwortung“ unmöglich.
Deutschland wird das Entstehen eines autoritären Staats nie verhindern können, wenn er erneut mehrheitsfähig ist. Wer erwartet, dass so ein Staat ausruft: „Ich bin wieder da, verhindert mich“, ist auf das romantisch-westdeutsche Wunschdenken einer zutiefst feigen und naiven Spätgeborenen-Generation hereingefallen, die ihre demokratische Herkunft für unbesiegbar hält. Der oben genannte Passus fragt nicht nach Erlaubnis, sondern nach Erkenntnis. Und da kann man nur schwarz sehen. Der neue, deutsche, autoritäre Staat kommt in der Mimikry seiner postmodernen Zwangsläufigkeiten (Corona! Klima!) und schert sich einen Dreck um seine demokratische Herkunft – wie damals '33, als man den „Reichskanzler" noch frei wählte, ganz ohne Putsch.
Wer jetzt schweigt, stimmt zu und bereitet das Feld für eine postdemokratische Unmündigkeit, eine Abkehr von der Aufklärung und eine bewusst betriebene In-Ketten-Legung der Gesellschaft. Nach der Impfpflicht wird es andere Pflichten und zusätzliche Zwänge geben. Nach den Zwängen wird es Entmündigungen geben, lückenlose Überwachung, tägliches Misstrauen, Bespitzelung, Denunziation, Zensur, noch mehr staatliche Lügen, Unfreiheit.
Die Bürger müssen sich wehren. Bürgerlicher, ziviler Ungehorsam. Verweigerung, friedlicher Protest. Streik, Widerrede und Zurechtweisung unserer Staatsbediensteten. Wiederherstellung der demokratischen Ordnung: Das Volk als Herr, die Politik sein Diener. Der Staat als Eigentum der Bürger. Nicht umgekehrt, wie es sich die Politiker so gern erträumen.
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Der Auschwitz-Überlebende, Marian Tursk, sagte in seiner Rede, anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung von Auschwitz (sinngemäß), dass man, in der gegenwärtigen Situation, einen möglichen Ausgangspunkt für einen weltweiten Faschismus sehen könnte, indem erneut, die Ausgrenzung von Minderheiten und die Missachtung und Aufhebung der bürgerlichen Rechte, durch eine untätige Mehrheit möglich wird. – Sein Freund, Roman Kent, Präsident des internationalen Auschwitz-Komitees (er starb am 21. Mai diesen Jahres), habe als 11. Gebot formuliert: Du sollst nicht gleichgültig sein. – Wer im Angesicht von Lüge und Unterdrückung schweigt, dem könne auch ein neues Auschwitz auf die Füße fallen. (Unter den Anwesenden applaudierten u.a. Frank-Walter Steinmeier und Wolodymyr Selenskyj.)
„ …Bürgerlicher, ziviler Ungehorsam …“ ? Wo sie noch nicht einmal den Mut haben, ihre Zahlungen
an die öffentlich rechtsbrechenden Propagandaanstalten einzustellen?
Was wollen die denn dagegen machen, wenn Millionen „Sozialschädlinge“, gegen die gerade Pogromstimmung geschürt wird, ihren Dauerauftrag kündigen?
Henryk M. Broder hat es ja auch getan und ich glaube nicht, daß der nochmal Post von denen bekommt. Ich habe den Beitrag noch nie bezahlt – auf meinen Widerspruch habe ich auch keine Antwort bekommen. Olaf Kretschmann von rundfunkbeitragswiderstand.de zahlt auch nicht mehr, sein Härtefallantrag liegt seit Jahren unbearbeitet beim BVG.
Ziviler Ungehorsam? Ein Witz.
Die Demokratie hat sich heute auch von der Schweiz verabschiedet.