Kirche zeigt Gesicht. Wieder einmal. Und zwar ihr wahres. Diese ganze Bigotterie schreit zum Himmel. Der „Fall“ Woelki ist ein erneutes Beispiel für das gnadenlose Pharisäertum eines Klerus, der sich gern gegenseitig als „Brüder“ anspricht. Was für eine Mogelpackung! Der Kölner Erzbischof stand wie kein anderer im (öffentlichen!) Feuer seiner „Mitbrüder im Bischofsamt“. Und das war kein „Glutofen voller Liebe“ (Martin Luther), das war Fegefeuer auf Erden. Ein beispielloses klerikales Kesseltreiben. Ranghöchste Zeitgeistliche, ganze OrdiNARRiate übertrafen sich unverhohlen in verbaler Steinigung. Woelki habe die Aufklärung der Kölner Missbrauchsskandale vertuscht und verschleppt, habe der Gesamtkirche schwer geschadet und sei der Hauptverursacher der Massenaustritte – übrigens auch aus der EKD gleich mit.
Zusammen mit willfährigen Journalisten wurde gegen den Kardinal gehetzt und getrommelt, was das Zeug hält. Es wird jetzt gern von den bösen Kampagnen-Journalisten gesprochen, die zusammen mit Woelki gleich die ganze katholische Kirche „entsorgen“ wollen (was bekanntlich die SPD im letzten Wahlkampf wortwörtlich mit Merkel machen wollte). Das mag zutreffen, doch die Stichwortgeber der medialen Hatz und Hetze kamen vom Klerus selbst. Ja, so sind sie, die ach so lieben „Mitbrüder“. Und nun? Kein einziger der Fegefeuer-Hirten hat so gründlich aufgeklärt und Maßnahmen ergriffen wie Woelki. Nicht wie die Mea-Culpa-Kanzlerin, die den großen Verzeihungsbitten nicht die kleinste Tat folgen lässt. Im Gegenteil.
Diese ganzen „Greta ist wie Jesus“-Phantasten, angefangen vom Berliner Oberhirten Koch, sind schnell in Deckung gegangen. Wo waren denn die Bätzings und Marxens bei der Aufklärung?! Jetzt können sie ja gar nicht schnell genug die Regenbogenfahnen von ihren Kirchtürmen flattern lassen, um bloß nicht den Wind des Zeitgeistes zu verpassen. Das haben sie von Politikern gelernt (manche Bischöfe sind ja auch nichts anderes als das): schnell eine neue „Sau“ durchs Dorf, und das Alte ist vergessen. Doch jetzt müssen sie sich knallharter Fragen erwehren: „Was habt Ihr denn getan, was nur annähernd Woelkis Konsequenzen erreicht, der gleich drei seiner höchsten Amtsträger in die Wüste geschickt hat?“
Die letzten Barrieren auf dem suizidalen synodalen Weg
Ja, und wo sind sie jetzt?! Nach diesem „Freispruch erster Klasse,“ wie der Deutschlandfunk ihn nennt. Wo ist das öffentliche Schuldbekenntnis, die zerknirschte Bitte an Woelki um Verzeihung?! Das fordert doch Kirche dauernd. Von anderen natürlich: von der ach so klimafeindlichen Wirtschaft, von den rassistischen AfD-Wählern, von den vorgestrigen Anti-Gender-Hardcore-Katholiken und zuletzt erst von den bösen Querdenkern in Kassel, die es doch tatsächlich gewagt haben, gegen das Merkel/Söder-Corona-Regime zu opponieren. Vielleicht gibts in manchem Bischofspalais ja noch eine Folterkammer, in die man all die Frevler wider den Zeitgeist sperren könnte. Auf allerhöchsten Befehl aus dem Berliner Muttikan. Überall werden die Splitter gesehen, nur im eigenen Auge sieht der Klerus den Balken nicht.
Klar, es geht ja auch um etwas ganz anderes: Die wollten im Sog des Missbrauchsskandals gleich die Theologie von Kardinal Woelki entsorgen. Weg! Auf den Müll wie Müller, den „Fundamentalisten der Glaubenskongregation“ oder im weitesten Sinne sogar Ratzinger. Die passen doch nicht mehr in eine Zeit, die die Bibel, die Grundurkunde des Glaubens, nur noch als Steinbruch für Polit-Floskeln und nicht mehr als Fundament betrachtet. Ein Münsteraner Kirchenrechtler (!) nennt im offiziellen Bistumsblatt unverhohlen die Motivation: „Woelki vertritt stockkonservative Positionen.“ Die letzten Barrieren auf dem suizidalen Synodalen Weg zur finalen Protestantisierung (und damit Marginalisierung und Bagatellisierung) gilt es auszuräumen. Ohne Rücksicht auf Verluste. Von der Kirche kann die Welt in Sachen Intrige und Falschspielerei noch lernen.
Den Limburger ach so lieben Mitbruder war man auf die gleiche Art und Weise ja erfolgreich losgeworden. Dasselbe Spiel bei Tebartz-van Elst: Man schlug auf den „Protzbischof“, meinte jedoch seine Theologie. Ich schrieb damals in Europas größter Sonntagszeitung „Bild am Sonntag“: „Die 30 Millionen für ein riesiges denkmalgeschütztes Ensemble in Limburg sind doch Peanuts – wenn man bedenkt, dass der Münchner Marx sein Palais für schlappe 8,7 Millionen mal kurz hat renovieren lassen.“ Aber was macht das schon, wenn’s ein Kreuzverleugner tut?! Der obendrein (das alttestamentliche Sündenbock-Spiel) noch behauptete, man sei beim Jerusalem-Besuch von Juden und Moslems „gebeten worden, das Kreuz abzulegen.“ Der jüdische Historiker Michael Wolffsohn entlarvte das als schlichte Lüge.
Der Klerus entfernt sich immer weiter vom Kirchenvolk mit seiner privaten (Doppel-)Moral. Da steht sie der Politik in nichts nach. Übrigens: die billige Anbiederei in Sachen Flüchtlingspolitik und „Licht aus am Dom“ bei Querdenker-Demos hat Woelki nichts genutzt. Seine begeisterten rot-grün-klerikalen Bündnisgenossen von damals gehörten nun zu den Haupthetzern. Man kann also aus einem „Fall“ auch etwas fürs Leben lernen. Selbst ein Kardinal.
Dieser Beitrag erschien zuerst in Die Tagespost.
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Eines habe ich aus der Affäre Benedikt XVI. gelernt. Ich nenne die ganzen Umstände seines Abgangs eine Affäre, weil es eine derart widerwärtige Hetze gegen ihn gab, die letztlich zu seiner Demission führte. Ich habe gelernt, dass die Kirche sich mit ihrer Auslieferung an den Zeitgeist in der Tat selbst zerstört. Die Kirche hat sowohl nach innen als auch nach außen den Pfad Gottes verlassen und marschiert fast im Gleichschritt mit der profanen Obrigkeit auf dem Weg in die Beliebigkeit und Relativität. Die Kirche hat sich ohne Zweifel mit den schlimmen Missbräuchen schuldig gemacht. Wenn das jetzt von ihren Feinden instrumentalisiert wird, hat sie das selbst zu vertreten. Wenn die Kirche den ihr von innen und außen gemachte Vorwurf einer mangelnden Aufklärung, quasi als Wiedergutmachung, zum Anlass nimmt, sich in die Politik der selbsternannten Weltveränderer einspannen zu lassen, die ihr nicht zukommt, wird sie untergehen. Merkt der jetzige Papst, dessen Berater Peter Sutherland, einer der rabiatesten Umvolker war, nicht, dass die Kirche selbst hier für etwas missbraucht wird, um bei Erreichen des Ziels ausradiert zu werden? Sie sollte auf Robert Kardinal Sarah und Erzbischof Vigano hören, statt auf die Sirenenklänge der Globalisten, die auf dem Herd der Corona-„Pandemie“ ihre giftige Suppe kochen.
Kirche – wenn ich das Wort schon höre, bekomme ich einen dicken Hals (es sei denn, es geht um die Bauwerke), weil ich schon ahne, was dann folgt – Verrat am Christentum, schleimende Unterwürfigkeit unter die jeweils machthabende politische Kaste. Und wieder ist es so z.B. in meinem Großen Dorf (Um-die-Ecke-Denker aus der Region wissen, welches ich meine) mit seiner sehr großen Kirche und dem dito Kirchenvorplatz in Schleswig- Holstein, Ostern betreffend. Durfte man sich gnädig zu Weihnachten noch zum Gottesdienst unter freiem Himmel versammeln – unter Namenshinterlassung, mit Maulkorbpflicht, Abstandsgebot und Singverbot (Ich hatte mehrfach empört darüber berichtet), soll nun gar kein sogenannter „Präsenzgottesdienst“ mehr stattfinden. Die Landesregierung empfiehlt – und die örtliche Kirche folgt gehorsamst – die Leute meinen es ja nur gut mit uns. Leider vergesse ich dieses edle Anliegen immer wieder. Die Einzigen, die überhaupt noch Gottesdienste besuchen – Ostern allerdingswohl ein paar mehr – sind Alte, denen ein digitales Angebot unterbreitet wird. Toll! Nun gehe ich allerdings davon aus, dass die Pastor:_*Innen die durch gestrichene Gottesdienste gewonnenen Stunden in die Pflegeheime gehen oder vereinsamte Alte besuchen. Hmmm. Ach nein – aus lauter Fürsorge und Nächstenliebe wollen sie ja Alten und Kranken sicher nicht nahekommen. – Ich rege mich deswegen immer wieder so auf, weil ich als Christin unzählige Male erlebt habe, wie „Gottes Diener auf Erden“(= Beamte mit sicherer Pension – Pension – nicht kümmerlicher Rente!) Menschen im Stich gelassen und das Christentum verraten haben. – Frage an Sie, die Leser: Gibt es noch Gemeinden, in denen Ostergottesdienste stattfinden? Oder knicken inzwischen alle Diener:*Innen Gottes vor den gutmeinenden Worten ihrer Landesfürsten und vor allem der Heiligkeit aus Berlin ein?
Sie haben recht! Von Marx u. Bätzing, den Hauptkritikern Woelkis, kein Wort der Entschuldigung! Christliche Nächstenliebe kennen diese Herren nur gegen (muslim.) „Geflüchtete“ – selbst wenn diese sich als kriminell gezeigt haben! So meinte der Direktor der deutschen Caritas, ein Prälat, „dass auch diese Leute eine Menschenwürde haben“ – als afghanische Frauen-u. Kinderschänder einmal direkt aus dem Gefängnis abgeschoben wurden – unter dem Protest- Geschrei von Asylgruppen. Dass vielleicht auch deren Opfer eine Menschenwürde haben – davon hat er nicht gesprochen!! Zum Fall Limburg: JEDEN Monat hat der Steuerzahler 32 Millionen Euro für den Pfusch beim Berliner Großflughafen bezahlt – u. das mindestens 9 Jahre lang – wie man lesen konnte! Hat das jemanden gestört? Gab es lautstarke Proteste? Konsequenzen???
insbesonders seit die Jesuiten den Papst stellen, geht so einiges schief, dabei ist Franziskus ja ein besonders konservativer unter den Jesuiten. Die Kirche wird von einem Kulturkampf heimgesucht, den Benedikt nicht führen wollte. Wenn ihn die Jesuiten gewinnen, spaltet sich die Kirche. Wenn sie ihn verlieren, werden sie wieder verboten und die Kirche kann zu sich selbst und Gott zurückkehren. Meine Priester- und Mönchfreunde sagen alle, dass wir für den Papst beten müssen – der ist auf dem Holzweg.
@Cornelia Buchta: Sie sprechen von der Aufgabe des kirchlichen Markenkerns, insbesondere von Ihrer evangelischen Kirche. Für mich ist es keine Option, „als Kirchensteuerzahler“ meine Kirche wegen der Bätzings, Kohlgrafs, Overbecks und der anderen synodalen Wegegeister zu verlassen. Im Gegenteil: Je mehr von diesen Zeitgeistlichen sich zeigen, um so wertvoller werden die Woelkis, Vorderholzers, Osters und Handkes. Diese Glaubensverkünder sind für mich ein wichtiger Grund, dabei zu bleiben. Wenn ich Kreuzabhänger und Zeitgeistliche will, gibt es ein breites politisches Angebot und Parteibücher von rot, grün und Möchtegern-christliches- Menschenbilder. Mich hat Kardinal Woelki mit seiner präzisen Aufarbeitung der Missbrauchsaffäre in seinem Erzbistum, wie ich es von ihm lange vor der Vorlage des 2. Gutachtens erwartet hatte, positiv beeindruckt. Auch dass er seine Fehlerhaftigkeit in diesem Zusammenhang klar zum Ausdruck brachte, ohne zu eiern. Aber wo sind sie denn geblieben, die „Treibjagdgenossen“ um die Bätzings & Co.? Herr Hahne bemerkt zurecht die merkwürdige Stille dieser Hetzer des synodalen Weges. Keiner hat sich erklärt und um Verzeihung gebeten. Kein Bätzing und kein Sternberg. Es wird Zeit, dass diese beiden Vertreter einer Protestantisierung der katholischen Kirche von ihren Ämtern zurücktreten. Und wirklichen Vertretern der römisch-katholischen Kirche Platz machen. Wie gesagt: Für solche Funktionäre einer deutsch-katholischen Kirche gibt es genug Spielwiesen in der Parteienlandschaft oder den ev. Kirchen. Meinetwegen auch bei den Altkatholiken. Bei uns braucht die niemand.
Die Finanzierung von Kirche, Gezmedien und Kulturbetrieb bewegen sich in ähnlicher
astronomischer Größenordnung. Das Theater, die Kirche und das Fernsehen werden zusammen mit etwa 22 Mrd subventioniert. Ihre Intendanten, Kardinäle und Direktoren sind unkündbar. Nie kann eine Staatsanwaltschaft sie belangen, nie werden sie wirklich abgesetzt; auch nach Jahrhunderten nicht. Es hieß, der Bürger interessiere sich nicht für dieses Problem.
Woran denkt man heute, wenn man „Kirche“ beschreiben soll? Schlepperboote, Vulvenmalerei, sexueller Missbrauch, Protz, Feigheit, Lüge, Manipulation. Gut gemacht. Weiter so.