Rainer Klute, Gastautor / 30.06.2014 / 21:57 / 3 / Seite ausdrucken

Kernenergie-Freunde starten Petition für Atomstrom-Tarif

Rainer Klute

Eine Petition an den Erlanger Oberbürgermeister fordert die Einführung eines hunderprozentigen Kernenergietarifs durch die Stadtwerke.

Initiator Frank Heinze hatte mit den Stadtwerken gewettet, dass der Verlust durch ihr Windkraftinvestment auch im zweiten Jahr in Folge im Millionenbereich liege. Diese Wette nahmen die Stadtwerke an. Heinze ist Mitglied der Gruppe »Wir gegen das Erneuerbare-Energien-Gesetz – WE(E)G Erlangen« und des deutschlandweit vertretenen Kernkraftvereins Nuklearia e.V.

Jetzt zog Heinze nach und legte eine Online-Petition auf, um tausend Interessenten für einen Kernenergietarif zu gewinnen.

Frank Heinze: »Es wäre ein Durchbruch für den Klimaschutz und ein Zeichen gegen die Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen. Unsere Stadt könnte damit Vorreiter in Deutschland werden, getreu ihrem Motto: Erlangen ist offen aus Tradition. Gerade einkommensschwache Bürgerinnen und Bürger könnten endlich wieder von sinkenden Strompreisen profitieren, statt das Solardach des Eigenheimbesitzers zu subventionieren.«

Gelänge dieses Vorhaben, wäre es wohl der erste Kernenergietarif in Deutschland.

Rainer Klute, Vorsitzender des Nuklearia e.V.: »Wer wirklich etwas für die Umwelt tun will, setzt auf Kernenergie. Denn anders als Wind- und Solaranlagen benötigt Kernenergie keine großen Landflächen und greift kaum in die Umwelt ein. Die Abfallmengen sind sehr gering, werden nicht in die Luft geblasen, sondern abgeschlossen aufbewahrt. Moderne Reaktoren können sogar fast alles davon als Brennstoff nutzen.« Klute hofft nun auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs in der nächsten Woche, das nationale Regelungen und Begrenzungen zur Förderung erneuerbarer Energien als nicht mit dem Grundsatz des freien Warenverkehrs in der EU vereinbar erklären würde. Das wäre das Aus für die Ökostromabgabe und würde Atomstrom aus dem Ausland auch finanziell attraktiv machen.

Dr.-Ing. Diethelm Schroeder-Richter, Gründer der Gruppe »Wir gegen das Erneuerbare-Energien-Gesetz – WE(E)G Erlangen« meint dazu: »Das EEG ist eine Ausgeburt der Planwirtschaft wie zu DDR-Zeiten und hat mit freiem Wettbewerb nichts zu tun. Die Subventionsabzocker des EEG dürfen damit per Gesetz dem kleinen Mann und Hartz-IV-Empfänger das Geld aus der Tasche ziehen. Der Umwelt nützt das nichts. Windräder töten Vögel und Fledermäuse und bewirken Gesundheitsschäden bei Menschen durch Infraschall. Sonnenpaneele enthalten Gifte wie Kadmiumtellurid und Dotierungsstoffe, für die es kein Endlager gibt. Geothermieanlagen gefährden wertvollen Ackerboden durch Versalzung im Falle einer Leckage des Thermalsolewassers.»

Über die Nuklearia

Der Nuklearia e.V. ist ein gemeinnütziger und parteiunabhängiger Verein zur Förderung der Kernenergie. Wir sehen in der Kernenergie eine wesentliche Säule der Energieversorgung. Fortschrittliche Reaktoren arbeiten sicher, sauber und nachhaltig. Atommüll lässt sich in Schnellen Reaktoren als Brennstoff nutzen.

Anders als erneuerbare Energien steht Kernenergie jederzeit in ausreichender Menge zur Verfügung und verbraucht keine großen Landflächen. Im Unterschied zu Kohle oder Gas ist Kernenergie CO2-arm und vermeidet Luftverschmutzung.

Kenntnisse über Kernenergie sind in Deutschland rar geworden. Das wollen wir ändern.

http://nuklearia.de/
Kontakt: Rainer Klute, E-Mail: rainer.klute@nuklearia.de, Telefon: 0172 / 2324824, Twitter: @Rainer_Klute, Facebook: Rainer Klute
Dieser Beitrag wurde auf der Nuklearia-Website in der Kategorie Pressemitteilung veröffentlicht.

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Leserpost

netiquette:

Andreas Mertens / 02.07.2014

Diese Idee hatten meine Partnerin und ich auch schon. Als wir dann bei den Stadtwerken vorstellig wurden um dort ausschließlich Atomstrom zu bestellen (so ganz ohne den Heileweltkleister und dem ihm anhaftenden EEG-Ablass) wurden wir angestarrt als hätten wir versucht die Salafisten im benachbarten Ortsteil zum Grillabend mit Schweinebauch und Freibier einzuladen. PS: Eher wird Alice Schwarzer Vorsitzende im Verein für Männerrechte als dass ich reinen Atomstrom kaufen kann.

Michael Lorenz / 01.07.2014

Ich warte mal in Ruhe auf den Aufschrei, der hier eigentlich so sicher kommen müsste wie das Amen in der Kirche. Denn zu keinem Thema sind ziemlich genau 100% der Bevölkerung so konditioniert worden wie zum Thema der “friedlichen” Nutzung der Kernenergie. Manche bekämen schon ein Zittern, wenn die Anführungsstriche im letzten Satz fehlen würden. Vor einiger Zeit erschien im FOCUS (nur gedruckt) einmal eine Tabelle der verursachten Toten pro Terawattstunde Stromproduktion. Es ist immer interessant zu sehen, wie die Leute auf die Botschaft reagieren, dass die Kernenergie dabei am besten (!) abschnitt, mit anderen Worten: keine Energiegewinnungsform verursacht so wenig menschliches Leid wie die Kernenergie! Die Reaktionen sind sich recht ähnlich: das ist entweder ein Druckfehler, oder eine absichtliche Irreführung, oder man kann das gar nicht berechnen von wegen Spätschäden, oder man glaubt sowieso nur der Statistik, die man selbst gefälscht hat. In einem sind die Reaktionen aber identisch:  Wahr kann das auf keinen Fall sein!

Martin Wehlan / 01.07.2014

FÜR KERNKRAFT OHNE DIE KLIMALÜGE ! Das wäre richtig. Der Aufruf von Herrn Heinze beginnt mit einer dicken Lüge, wenn er schreibt: “Es wäre ein Durchbruch für den Klimaschutz…” Denn noch hat niemand bewiesen, dass CO2 die Temperaturen dieser Erde steuert. Nur umgekehrt ist es beweisbar, also dass die Temperatur den CO2-Gehalt der Atmosphäre steuert. Denn das beweisen die Daten aus den Eisbohrkernen und es steht in Übereinstimmung mit den seit 150 Jahren bekannten thermodynamischen Gesetzen. Un die besagen, dass kaltes Wasser mehr CO2 aufnehmen kann als warmes Wasser. Folglich wird in einer Kaltzeit CO2 von den Meeren aufgenommen und in einer Warmzeit abgegeben. Durch öffnen einer kalten und einer warmen Flasche Bier kann man leicht die ganze unsinnige Anti-CO2-Propaganda durchschauen. Denn Naturgesetze müssen immer gelten, nicht nur heute, sondern auch in der Vergangenheit und Zukunft.

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