Das Aufforsten in Afrika ist sicher gut und hilft dem Klima, glaubt das Entwicklungsministerium und spendiert 83 Millionen Euro. Dafür gibts „Wiederaufforstung", wo nie Wald war, Monokulturen und oft mehr Schaden als Nutzen.
Es gibt zahlreiche Aufforstungskonzepte der Industriestaaten in Afrika. Wenig überraschend ist es, dass Deutschland bei Klimaschutzprojekten sich mit grünem Eifer zu den wichtigsten Financiers und Hauptverantwortlichen für die Umsetzung zählt. AFR 100 (African Forest Landscape Restoration Initiative) wurde 2015 auf dem Pariser Klimagipfel ins Leben gerufen. Im Rahmen der AFR100-Initiative finanziert das Entwicklungsministerium (BMZ) nach eigenen Angaben das Programm z.B. in sechs afrikanischen Ländern bis 2027 mit 83 Millionen Euro.
Aber wieder einmal werden die Projekte nicht so geprüft, dass nur solche Programme unterstützt werden, die sinnvoll für Klima und Natur sind. Bislang gibt es nur wenig Fortschritte. Dieser Mangel an Transparenz und Rechenschaftspflicht erschwert eine realistische Einschätzung der Umsetzung.
Nun berichtete das renommierte Wissenschaftsfachjournal Science am 15. Februar 2024 über eine Studie der University of Liverpool („Conflation of reforestation with restoration is widespread – Acros Africa, vast areas of non forest are threatened by inappropriate restoration in the form of tree planting“), dass sich die Geldgeber in Afrika durch diese angeblichen Klimaschutzprojekte dem Verdacht des Greenwashings ausgesetzt haben.
Die Studienleiterin Kate Parr schreibt: „Statt Klima und Natur zu schützen, werden in großem Maßstab wertvolle Ökosysteme zerstört“, und: „Die Milliardenprogramme müssten sachkundiger umgesetzt werden.“
Meist gebietsfremde Holzarten
Vielfach würde – auf Wunsch der Teilnehmerländer um in den Genuss der Gelder zu kommen – dort „Wieder“-Aufforstung gemacht, wo es überhaupt keinen Wald gab. Folge: Bäume würden in ungeeigneten Savannen und Grassteppen gepflanzt, wodurch wertvolle Lebensräume für den artenreichen Wildtierbestand zerstört werden. Auch die Lebensgrundlage der Menschen sei durch die falsche Wiederaufforstung bedroht. Die Fläche der wenig fachgerechten Aufforstung sei inzwischen annähernd so groß wie Frankreich.
„Die Wiederherstellung von Ökosystemen ist notwendig und wichtig, aber sie muss auf eine Weise erfolgen, die für jedes System angemessen ist“, schreibt die Forscherin Kate Parr. Derzeit seien die Projekte aber mit riesigen Summen ausgestattet, die für Entwicklungsländer große Anreize schaffen, an Programmen auch dann teilzunehmen, wenn passende Flächen gar nicht vorhanden seien. Unter den Unterzeichnerländern des AFR 100 Projekts sind acht Staaten, die über keine Waldflächen verfügen und nicht zum Waldökosystem gehören.
Trotz der bekannten ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen werden unter dem Deckmantel der „Aufforstung“ oder „Wiederaufforstung“ auch im Rahmen der AFR100 Initiative umweltschädliche Monokulturplantagen angelegt. Dabei handelt es sich meist um gebietsfremde Holzarten wie Kiefer, Flechtwerk und Eukalyptus. Es sei ein Problem, dass oft keine einheimischen Baumarten verwendet würden, schreibt die Studienautorin Parr.
Die Bonner Professorin Lisa Biber-Freudenberger sagte dem österreichischen Standard: „Gerade die Idee, ‚einfach‘ Bäume zu pflanzen, um den Klimawandel zu bekämpfen, ist eben nicht so einfach wie häufig in der Öffentlichkeit angenommen. Politische Initiativen wie die AFR 100 sind manchmal gut gemeint und sehr symbolträchtig, bringen aber wieder Probleme mit sich.“
Volker Seitz, ist Botschafter a.D. und Autor des Bestsellers „Afrika wird armregiert“ dtv, 11. Auflage 2021
Beitragsbild: Pixabay

Da müssen doch auch sicher Brunnen gebaut werden, oder? Wann immer irgendwo auf der Welt in den sog. Entwicklungsländern Brunnen gebaut werden müssen (vermeintlich), finden sich junge, sendungsbewußte deutsche Entwicklungshelferinnen, die dann voller Eifer und gerne auch leicht bekleidet herumrennen und Allahs Söhnen erklären, wie man Brunnen baut.
Aufforstungen haben immer weniger mit „Entwicklungshilfe“ oder gar Umweltschutz zu tun.. Holzplantagen sind (auf mittlere bis lange Sicht) einfach ein gutes Geschäft und die Betreiber sind oft genug Agrarmultis wie z.. B Cargill
Herr Seitz, ich kann Ihnen leider nicht zustimmen, weil das alles zu pauschal ist, ohne konkrete Beispiele. Es gab einmal ein Projekt, die „Grande Muraille Verte“. Das war ein Projekt, südlich der Sahara das weitere Vordringen der Wüste zu bremsen. Es war eine geplante Aufforstung quer über den Kontinent. Nur im Senegal wurde das Projekt einigermaßen umgesetzt, aber schon in Mali war Schluss, weil dort die islamistischen Putschisten andere Schwerpunkte hatten. Die Präsenz des französischen Militärs hat nichts daran geändert, dass dieses Projekt in Mali gestorben ist. Die hatten vermutlich auch andere Schwerpunkte. Und ja, dort wäre Wald in der Sahelzone gepflanzt worden und man hätte den wenigstens die ersten 20 Jahre künstlich bewässern müssen, weil dort, wegen des fehlenden Wassers niemals Wald gewachsen ist, wenigstens nicht in den letzten 1000 Jahren. So gesehen gibt es dort keine einheimischen Baumarten und es ist lächerlich, darauf hinzuweisen. Aber das Projekt war durchdacht, von Sachverständigen, die nicht blindlings Baumarten ausgewählt haben, sondern genau jene, die dort längst heimisch wären, wenn es nicht das Problem der Versandung und des Wassermangels gäbe. Ich finde es peinlich, wenn wir aus Europa jetzt die Voreingenommenheit der Tuareq oder der Taliban oder den Hass von Boko Haram unterstützen, indem wir nun den selben Blödsinn daher reden. Sorry, aber hier treffen Sie nicht meinen guten Willen. Es ist zu viel zerstört, aus unlogischem und ungebildeten Hochmut der Unbelehrbaren. Und mit Verlaub, von einer deutschen Professorin Lisa erwarte ich genau genommen überhaupt nichts, genauso nicht, wie von dem Pariser Klimagipfel. Es hat keinen Sinn europäischen ungebildeten Hochmut gegen islamistischen ungebildeten Hochmut zu setzen. Die Zerstörung muss aufhören, Keine Macht den DUMMEN!
Das ist typisch für Entwicklngshilfe, wobei es meist um das Einwerben der Gelder für Projekte geht, die dann unter den Beteiligten verteilt werden. Die Sinnhaftigekeit und der langfristige Nutzen ist weniger entscheidend. Da es kaum eine Rechenschaftspflicht (alles „Rassismus“ und „Kolonialismus“) gibt, sind die Kosten oft um das Mehrfache überhöht. Positiv wirken sich die Maßnahmen auf jeden Fall für die Konten und die Provisionen der Privatbanken in Genf und sonstwo auf der Welt aus.
Seit wann wird Entwicklungshilfe sinnvoll ausgegeben? Radwege in Peru, Dorftoiletten in Nigeria in Dorfmitte (dann hat der Häuptling es auch nicht so weit zur Damenwelt), etc. Dazu noch das Geld für 460 SUVs für den Herrn Präsidenten Bola, der sich damit die Abgeordneten kauft. Dann noch die indirekte Form der E-hilfe: Kindergeld für angebliche Kinder in Osteuropa, Bürgergeld für 200.000 Kriegsdienstverweigerer aus der UA bei NULL Gegenleistung, so etwas wie Arbeit vielleicht? Und dann noch die Gelder für den Krieg selber, weil die tapfere UA ja Deutschland gegen den Gottseibeiuns Putin verteidigt (MASZ meint den Unsinn mit entschlossenem Gesicht und gebügelter Frisur ernst).
@Charlene Riske, „Bäume beschatten den Boden und tragen zur Humusentstehung bei. Sie sind das wichtigste Element der Renaturierung verödeter Flächen. Von daher gibt es am grundlegenden Konzept nichts zu meckern. Allerdings müssen natürlich passende Baumarten ausgewählt werden.“ – Ihr Engagement in Ehren. Die obige Studie bzw. der Artikel beziehen sich nicht auf verödete Flächen, also vor paar Jahren oder Jahrzehnten noch „fruchtbare“ Flächen. Renaturierung kann zum Totschlagargument werden. Da aber Natur divers ist (vielfältig), ist für viele Tier- und Pflanzenarten eine trockenere Gegend Natur und somit Lebensraum. Zitat aus dem obigen Artikel:„Unter den Unterzeichnerländern des AFR 100 Projekts sind acht Staaten, die über keine Waldflächen verfügen und nicht zum Waldökosystem gehören.“
In Deutschland roden die Grünen gnadenlos uralte Wälder für sinnlose Windräder und in Afrika lassen sie Bäume pflanzen, wo bisher noch nie welche waren. Die sind doch alle komplett ein Fall für die Couch. Aber ich vermute auch, dass diese Aktion nur der Vorwand ist und die Gelder in irgendwelchen Taschen verschwinden werden. So wie bei den Fahrradwegen in Peru, die dort weder gebraucht noch gebaut werden dürften.