Für wehrfähige ukrainische Männer im Ausland schlägt das ein CSU-Politiker vor. Früher hätte man das als reinen Unsinn abgetan, aber heutzutage schafft es vielerlei Unsinn, zum Gesetz zu werden. Vielleicht lässt sich bei der kommenden Wehrpflicht so die Wehrbereitschaft erhöhen.
Am Dienstag meldeten verschiedene Medien, dass Stephan Mayer – vorgestellt wird er als CSU-Außenexperte – fordert, ukrainische Männer im wehrfähigen Alter dürften künftig kein Bürgergeld mehr erhalten. Diese Gruppe hätte keinen Anspruch auf Sozialleistungen, erklärte Mayer gegenüber „Bild“. Mehr als 300.000 ukrainische Männer im wehrfähigen Alter sollen laut welt.de seit Kriegsbeginn nach Deutschland gekommen sein. Knapp die Hälfte von ihnen würde Bürgergeld beziehen, was den CSU-Mann jetzt stört. Da sich Union und SPD im Koalitionsvertrag auf die Einführung strengerer Regeln beim Bürgergeld verständigt hätten, könnte man auch ukrainische Männer im wehrfähigen Alter vom Bürgergeld ausschließen. Es ist wahrscheinlich leichter, Sanktionen bei nicht arbeitenden Kriegsunwilligen durchzusetzen als bei grundsätzlich kampfbereiten Clan-Mitgliedern. Denn die wollen sicher nicht auf ihre kleine Bürgergeld-Grundversorgung verzichten. Und viele Sanktionen beim Bürgergeld werden sich mit der SPD ohnehin nicht durchsetzen lassen.
Im Ernst: Früher hätte man die folgenden Zeilen mit leichtem Kopfschütteln als typische Politiker-Sommerloch-Idee mit mäßigem Unterhaltungswert abgetan. Aber in Zeiten, in denen ein Selbstbestimmungsgesetz zum freien Geschlechtswechsel schon in Kraft getreten und keine satirische Überhöhung mehr ist, kann man dies vielleicht nicht mehr so leichtfertig tun.
„'Es muss endlich Schluss sein mit dem Bürgergeld-Bezug für männliche Ukrainer im wehrfähigen Alter', sagte Mayer der 'Bild'. Und weiter: 'Wenn fast 151.000 Ukrainer zwischen 18 und 63 Jahren bei uns Stütze kassieren, dann stimmt etwas nicht. Diese Personengruppe hat keinen Anspruch auf diese Sozialleistung und muss entweder hier bei uns in Deutschland arbeiten gehen oder in der Ukraine Wehrdienst leisten.'“
Nach offiziellen Angaben gibt es 150.660 männliche erwerbsfähige Leistungsbezieher ukrainischer Staatsangehörigkeit im Alter zwischen 18 und 63 Jahren mit „einer Summe der Zahlungsansprüche“ in Höhe von 1,328 Milliarden Euro pro Jahr. Aber warum gelten im geschlechtergerechtesten Deutschland aller Zeiten eigentlich nur Männer als "wehrfähig"? Diese Frage stellt sich nicht nur angesichts der ukrainischen Männer, die CSU-Mayer lieber an der Ostfront als in den Reihen der Bürgergeldempfänger sähe.
Denn auch die Wehrpflichtträume deutscher Politiker beziehen sich nur auf Männer, hier mit der Begründung, weil die Wehrpflicht nach dem Grundgesetz eben nur für Männer gelten kann und es keine Zweidrittelmehrheit für eine entsprechende Grundgesetzänderung gibt.
Ist "toxische Männlichkeit" noch schädlich?
Was soll die Politik machen, wenn sich zu viele Männer der neuen Wehrpflicht, vielleicht sogar schon den Registrierungsvorstufen vor einer künftigen Musterung entziehen wollen? Möglicherweise werden die jungen Männer angestachelt von der Versuchung, diese nur ihnen auferlegte Pflicht inklusive potenziell lebensgefährlicher Risiken zu verweigern, weil sie sich wegen ihres Geschlechts diskriminiert fühlen. Gerade die jetzt in die Wehrfähigkeit einrückenden Jahrgänge haben schließlich in den deutschen Bildungseinrichtungen tagein, tagaus gehört, wie wichtig Geschlechtergerechtigkeit und wie schädlich "toxische Männlichkeit" ist. Droht den Planern einer ganz großen Bundeswehr vielleicht trotz Wehrpflicht ein Personal-Fiasko, weil die meisten der jungen Männer verweigern?
Es ist vielleicht viel zu hypersensibel, nun zu argwöhnen, der Abgeordnete Mayer würde davon träumen, künftig auch arbeitslosen jungen deutschen Kriegsdienstverweigerern damit drohen zu können, das Bürgergeld zu entziehen. Irgendwie muss man die ungeliebte kommende Wehrpflicht ja durchsetzen.
Aber ungeachtet solcher dystopischen Albträume dürften sich wehrfähige Ukrainer, die vor dem Krieg geflohen sind, als Testballon nicht eignen, wenn das selbst die ukrainische Botschaft für keine gute Idee hält. „Es wäre falsch, allen ukrainischen Männern im Ausland pauschal Gesetzesverstöße oder eine Umgehung der Mobilmachung zu unterstellen“, hatte sie auf eine Bild-Anfrage mitgeteilt. Ein erheblicher Teil der jüngeren Männer in Deutschland hielte sich rechtmäßig dort auf und sei im System zur militärischen Erfassung registriert. Und wenn die Männer, die nicht an die Front müssen und nach Deutschland reisen durften, nun vom deutschen Steuerzahler alimentiert werden, ist das der ukrainischen Führung verständlicherweise nur recht.
Außerdem fragte sich sicher manch ein Medienkonsument, der die Meldung von Mayers Forderung gelesen hat, ob der Mann seiner eigenen Regierungskoalition nicht glaubt. Die hat doch versprochen, das Bürgergeld für ukrainische Kriegsflüchtlinge ohnehin abzuschaffen und die Ukrainer künftig genau so wie andere Flüchtlinge und Asylantragsteller zu behandeln. Wenn es alle bald nicht mehr bekommen sollen, wäre Mayers Vorschlag vollkommen überflüssig. Aber das lässt sich auch positiv interpretieren: Der CSU-Abgeordnete hält uns Bürger immerhin für nicht so naiv, diesen Versprechen seiner Koalition zu glauben. Damit wäre er schon ein Schrittchen weiter als viele seiner Fraktionskollegen.
Peter Grimm ist Journalist, Autor von Texten, TV-Dokumentationen und Dokumentarfilmen und Redakteur bei Achgut.com.
Beitragsbild: Bundesarchiv CC BY-SA 3.0 de via Wikimedia

Krieg kann nicht verweigert werden, nur die Waffe. Auch die Zivildienstenden sind militärisch verplant. In D wurde lediglich die vorbereitende Wehrpflicht ausgesetzt. Im Spannungsfall kann die zivile Dienstpflicht nicht verweigert werden.
Das ist ziemlich billig. Diese Männer verstoßen gegen ukrainische Gesetze und werden für diesen Gesetzesverstoß auch noch von uns belohnt, während der deutsche Staat die Ukraine mit Milliarden unterstützt. All diese Männer, (auch die, die arbeiten), sollten zurückgeschickt werden und sich wie alle anderen um die Verteidigung ihres Landes kümmern. Wenn alle Ukrainer so denken würden, hätte Putin sein Ziel schon erreicht. Und warum sollen diese Deserteure sich hier ein schönes Leben machen, während die anderen unter Einsatz ihres Lebens das Land verteidigen. Ab in die Ukraine zur Musterung und basta.
Das Gleiche gilt für einen Verteidigungsfall in Deutschland, sollte er jemals eintreten.
Man kann in der Ukraine übrigens als Mann nicht nur als Soldat mit der Waffe in der Hand kämpfen. Man kann auch im Gesundheitswesen arbeiten, Kriegsverletzte verarzten oder verpflegen. Man kann Raketen- oder Drohnenschäden an Gebäuden reparieren. Man kann in Munitions- und Waffenfabriken arbeiten. Und man kann auch in unzähligen anderen Bereichen in jenem Großteil der Ukraine ganz normalen Tätigkeiten nachgehen, in denen es keine Kriegshandlungen gibt. Die Frage, warum hier in Arbeit nicht vermittelbare Ukrainer trotzdem in Deutschland tätigkeitslos herumsitzen sollen, müsste sich eigentlich jedem vernünftigen Menschen stellen. In der Ukraine gibt es genug zu tun, um die Verhältnisse dort verbessern zu helfen.
Ich bin ja selber männlich gelesen, wenn auch nicht toxisch, sondern der Parteilinie entsprechend polyqueeroschwaflusozi. Trotzdem ist mir der diskutierte Vorschlag sympathisch. Eigentlich sollte sämtlichen (also 100%; übersetzt für schwarz-rot-grün: das ist mehr als die Hälfte) Nicht-Bürgern ein Anspruch auf Bürgergeld mangels Bürgereigenschaft verwehrt werden. Eine spezifische „Hier-Abhänge-Kohle“ für Personen, welche nicht Bürger „unserer Demokratie“ sind, aber trotzdem gerade hier abhängen, sollte an dessen Stelle treten. Wie bislang sollte die Höhe der Kohle niedriger sein für diejenigen, welche so blöd sind, selber für Unterkunft und Verpflegung aufzukommen. Hier kommt höchstens eine pauschale Rassismus-Erduldungs-Kompensation in Frage, insbesondere für Bee-Pocken mit Hautfarben im Spektrum von Infrarot bis Ultraviolett. Wer hingegen keine Lust hat, seine Ausgaben selber zu tragen, bekommt das Doppelte der „Hier-Abhänger“, plus Wohngeld. Besondere Prämien können ausgezahlt werden für registrierte Schiiten, Sunniten und Stalagmiten. Anspruch auf Verleihung ohne Rückgabeanspruch von Bundesverdienstkreuz und Benin-Bronzen allerdings nur bei nachgewiesener Tätigkeit für UNRWA und/oder HAMAS. Um eine gerechte, insbesondere geschlechter*Innengerechte, und nachhaltige Auszahlungskultur zu gewährleisten sind zwei oder mehr neue Bundesbehörden einzurichten.
Ich verstehe nicht ganz, was an dem Vorschlag falsch sein soll?! Wieso werden die Wehrpflichtigen nicht ohnehin zurückgeschickt? Niemand in meinem Bekanntenkreis sieht ein, dass wir den Kampf der Ukraine mitfinanzieren müssen, aber die dazu nötigen Männer in großer Zahl hier alimentieren. Und irgendwo müssen ja mal die Einschnitte in dieses völlig ausgeuferte Bürgergeld beginnen. Warum dann nicht in einer Gruppe die es doppelt zu Unrecht erhält?
@Gerd Maar … „Schickt die Rechnung an Putin.“ … Was machen Sie denn, wenn Putin nicht zahlen will, & die „Russisch-Inkasso“-Marschflugkörper das Kohlekraftwerk zersägen, mit dessen Energie Sie Ihre Kommentare an die Achse-Redaktion schicken. Warten, bis wieder mal Wind weht? Was meinen Sie, warum das Lügenkanzler-Großmaul Waffen & Geld nach Kiew schickt? 1. Weil die anderen Europäer noch mehr pleite sind, als wir. Und 2. weil Europa nicht mal eine Woche gegen die Armee der Russischen Föderation durchhält. Und 3. Unsere Kuhtreiber-Freunde in Übersee werden einen Teufel tun, gegen die Russen in Europa Krieg zu führen.
Jetzt arbeiten sich unsere Führer ausgerechnet an den Urkainern ab. Irgendwie hat die Führung die Tendenz, sich überall unbeliebt zu machen. Für Messermörder, Clankriminelle, Totschläger und Kriegsverbrecher veranstalten die Omas gegen Rechts Solidaritätsdemos und echte Kriegsflüchlinge werden in den Feuerofen geworfen. Schande über Söder, der sich mit dem Grundgesetz den Hintern abwischt.