Peter Grimm / 19.08.2016 / 10:00 / 6 / Seite ausdrucken

„Kauft nicht bei Starbucks“

Selbstverständlich weiß jeder in Deutschland siedelnde Antisemit, egal welcher Herkunft oder ideologischen Neigung er auch sein mag, dass der Aufruf „Kauft nicht beim Juden“ nicht mehr funktioniert. Auch Zuwanderer mit entsprechendem Weltbild lernen schnell, dass sie hierzulande fast all ihren Hass in aller Öffentlichkeit ausleben können, solange sie nur das Wort „Jude“ ersetzen, beispielsweise durch „Zionist“. So gelingt es auch Antisemiten, gesellschaftliche Akzeptanz zu gewinnen. Integration kann manchmal so einfach sein.

Um diese Art der Integration kümmern sich auch die Brüder Yavuz und Gürhan Özoguz seit vielen Jahren sehr engagiert. Auf ihrer Seite Muslim-Markt erklären sie beispielsweise, dass „nicht der Begriff ‘Antisemitismus’ sondern Antizionismus für die berechtigte Verurteilung der Unterdrückung und des zionistischen Rassenwahns angebracht“ sei.

Und auch die Boykottaufrufe auf dem Muslim-Markt sind zeitgemäß formuliert. Es werden Unternehmen an den Pranger gestellt, die Geschäfte mit Israel machen. Zu deren Boykott ruft der Muslim-Markt seit Jahren auf und aktualisiert die Liste der zu boykottierenden Unternehmen ständig. Es sind namhafte Firmen, denen die Kunden nach Ansicht der Brüder Özoguz ihr Geld verweigern sollen: Die Telekom, Nestlé, der Springer-Verlag, Ratiopharm, Sixt. Starbucks, Motorola oder Galeria Kaufhof, um nur einige zu nennen.

Die Brüder Özoguz sind allerdings bereit, reuige Sünder auch wieder von ihrer Liste der „Unternehmen in Deutschland mit eindeutiger und erheblicher Unterstützung des Zionismus“ zu streichen, „sobald uns eine schriftliche Distanzierung von der terroristischen und völkerrechtsverbrecherischen Politik Israels zur Veröffentlichung vorliegt“. (Die Boykottliste und Links zu allen Begründungen finden Sie hier).  Es reicht aber auch, wenn das Unternehmen erwiesenermaßen keine Geschäfte mehr mit Israel macht.

Falls Sie die Muslim-Markt-Gründer nicht kennen, sie sind beide promoviert, also mitnichten bildungsfern, so dass man ihnen unterstellen kann, dass sie wissen was sie tun und das wirklich ernst meinen. Sie begründen auch ganz genau, warum welches Unternehmen zu boykottieren sei.

Das Vergehen der Telekom ist beispielsweise: „Betreibt ein Forschungsinstitut in Israel“. Ratiopharm ist noch schlimmer: „Wurde aufgekauft von Teva (“israelischer” Weltmarktführer Generika, weltweit größter Hersteller von Nachahmungen)“. Bei Starbucks könnte es ja fast schon reichen, dass es ein US-Unternehmen ist, aber erschwerend kommt hinzu: „Der Miteigentümer Howard Shultz erhielt 1998 “The Israel 50th Anniversary Tribute Award” vom “Jerusalem Fund of Aish Ha-Torah” für seine Schlüsselrolle für die Vertiefung der Beziehungen zwischen den USA und Israel.“

Im Unterschied zu anderen ähnlichen Boykottlisten muss bei den Gebrüdern Özoguz keinerlei Bezug zwischen dem Geschäft des Unternehmens und der israelischen Besetzung palästinensischer Gebiete bestehen. Das Vergehen der ebenfalls auf der Liste geführten tro:net GmbH ist es beispielsweise, „der Provider der Internetseiten der israelischen Botschaft in Deutschland“ zu sein.

Und das folgende Vergehen führte in diesem Jahr zur Neuaufnahme auf die Muslim-Markt-Boykottliste: „Der Telekommunikationsriese Motorola hat die Eröffnung eines neuen Innovationszentrums in Israel angekündigt, dessen Schwerpunkt auf den Bereichen Kybernetik, Analytik und Mobiltelefonie liegen wird.“ Das ist natürlich ein Skandal, oder?

Die Brüder Özoguz haben bekanntlich eine prominente Schwester: Aydan Özoguz (SPD), ist die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung. Sie hat sich von ihren islamistischen Brüdern schon vor und bei Amtsantritt deutlich distanziert. Für das, was die Verwandtschaft tut, ist grundsätzlich auch niemand verantwortlich. Aber gehört es nicht zu ihrem Amt sich zu solchen Boykott-Aufrufen zu äußern, auch wenn sie von ihren älteren Brüdern kommen?

Wenn es nicht um Juden bzw. Zionisten geht bezieht sie ja auch klar Stellung. Aktuell beispielsweise gegen ein von manchen CDU-Politikern gefordertes Vollverschleierungsverbot oder gegen eine Abkehr von der doppelten Staatsbürgerschaft. Und wenn es um den Schutz von „Flüchtlingen“ geht, dann wendet sie sich engagiert gegen die Behauptung, diese seien nur gekommen, weil Kanzlerin Merkel sie dazu eingeladen hätte. „Das war ein ganz bestimmter Moment“, so die SPD-Politikerin. Die Grenzöffnung sei ein Schritt gewesen, der auch durch die deutsche Geschichte geleitet worden sei.

Boykottaufrufe gegen Firmen, die mit Israel Geschäfte machen, haben mit deutscher Geschichte natürlich nicht so viel zu tun.

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Leserpost

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JF Lupus / 20.08.2016

Die Integrationsbeauftragte lügt, wenn Sie den Mund auf macht. Und sie darf das: man nennt das im Islam Taqiyya, die erlaubte Lüge Ungläubigen gegenüber. Sie darf ohne Zweifel als Gefahr für den deutschen Kulturkreis und für uns Deutsche angehen werden, denn sie bereitet dem fundamentalen Islam mit dem scheinbar demokratischen und guten Mittel der Integration den Weg. Sie will den Kontakt zu den Brüdern abgebrochen haben? Auch das ist eine glatte Lüge. Die Brüder der Ministerin zählen zu den fundamental-radikalen Moslems, die sich bereits dreist und ungestört hier breit machen und ihre menschenverachtende Ideologie ungestraft verbreiten dürfen. Während Leute wie Maas und Kahane sich geifernd auf alles stürzen, was auch nur ein wenig von ihrer linksdummen Gutmenschenmeinung abweicht, lachen sich die fundamentalen Moslems ins Fäustchen und bauen ganz offen, ja, sogar mit staatlicher Duldung und Unterstützung das Fundament für den Gottesstaat in Deutschland. Und das deutsche Volk? Schweigt, u.a. auch verängstigt durch Maas & Co beklommen. Schweigt wieder, bis es zu spät ist?

Wolfgang Richter / 19.08.2016

Es liegt im Beurteilen und Handeln eines jeden, der die beschriebenen Zusammenhänge, die ja schön länger “unsere” Welt bereichern kennt, den Boykottaufruf anzunehmen und gegen den Sinn der selben umzukehren, ggf. oder vor allem auch im Hinblick auf eine mindestens einäugig blinde Partei.

Prof. Dr. Hans-Jörg Jacobsen / 19.08.2016

Man kann die Liste ja auch als eine Poditivliste von Firmen sehen, die man aus guten Gründen bevorzugt, dafür Dank den Muslimbrüdern!

Cornelius Angermann / 19.08.2016

Die Bigotterie der SPD wird auch dadurch wieder dokumentiert. Ich möchte das Geschrei von denen nicht hören, wenn ein Vertreter der AfD Brüder und Schwestern gehabt hätte, die so offen antisemitisch aufgetreten wären. Bei Frau Özuguz reicht da aber natürlich die einfache verbale Behauptung, sie teile die Ansichten ihrer Brüder nicht!

Ellen Widmaier / 19.08.2016

Islamistischer “Muslim-Markt”? Danke für die Information und die Hintergründe. Höre ich zum ersten Mal. Hält wohl keine/r für nötig, darüber mal die breite Öffentlichkeit zu informieren.

Ludwig Mertel / 19.08.2016

Vielen Dank für den Hinweis auf die Boykottliste der Gebrüder Brüder Özoguz: Jetzt weiß ich, wo ich - neben israelischen Produkten - bevorzugt kaufen werde.

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