Neulich hatte ich einen Alptraum. Ich nahm als Journalist an einem Parteitag der Grünen teil und hörte mir eine Rede von Katrin Göring-Eckardt zur Flüchtlingspolitik an. Dabei bezog sie sich auf einen Satz, den die Kanzlerin im Laufe einer Pressekonferenz zur Lage der Nation wenige Wochen zuvor gesagt hatte:
„Wir schaffen das!“ KGE nahm den Faden auf und spann bzw. spinnte ihn weiter:
„In München reden sie heute bei der CSU davon, wie man Grenzen dichtmacht. Wir reden davon, wie unser Land in 20, in 30 Jahren aussieht. Es wird jünger werden! Ja, wie großartig ist das denn! Wie lange haben wir über die Demografie gesprochen. Es wird bunter werden! Ja, wie wunderbar ist das, das haben wir uns immer gewünscht. Wahrscheinlich wird es auch religiöser werden, klar… Und ja, unser Land wird sich ändern, und zwar drastisch, und ich sag’ euch eins: Ich freu’ mich darauf!“
An dieser Stelle wachte ich auf, schweißnass, als stünden die vier apokalyptischen Reiter an meinem Bett. Aber da war niemand, also legte ich mich wieder hin und schlief weiter.
Seitdem frage ich mich, wie konnte es sein, dass ich eine Rede von KGE geträumt habe, die sie tatsächlich am 20. November 2015 auf der Bundesdelegierten-Konferenz – so nennen die Grünen ihre Parteitage – gehalten hat, und das wörtlich als Originalton. Was hat sich da tief in mein Unterbewusstsein eingegraben?
„Geliefert wie bestellt“
Nun, da ich weiß, wie nahe Traum und Wirklichkeit beieinander liegen, habe ich einen Tagtraum. Ich stelle mir vor, ich würde KGE im Zug treffen, in einem Großraumwagen eines ICE. Ich würde den freien Platz ihr gegenüber einnehmen und sagen:
„Guten Tag, Frau Göring-Eckardt, Sie haben sicher nichts dagegen, dass ich ihnen ein paar Fragen stelle. Können Sie sich an ihre Rede vom 20.11.2015 auf der Bundesdelegierten-Konferenz erinnern? Vieles von dem, was sie sich damals gewünscht haben, ist inzwischen eingetreten, nicht in 20 oder 30 Jahren, sondern schon nach 10 Jahren. Unser Land ist jünger, bunter und auch religiöser geworden. Es hat sich drastisch verändert. Wie sehr freuen sie sich darüber? Läuft ihr Herz über vor Freude, wenn sie hören, dass immer mehr Kinder straffällig werden, die zu jung sind, um sich verantworten zu müssen? Sehen Sie plötzlich einen Regenbogen vor ihren Augen, wenn Sie mit Lehrern sprechen, die Klassen unterrichten, in denen Deutsch eine Fremdsprache ist? Rufen sie „Lobet den Herrn!“, wenn Sie in einem Programm des ÖRR darüber aufgeklärt werden, dass in Nürnberg ein Modegeschäft für „Scharia-konforme“ Frauenkleider eröffnet wurde?
Ja, Frau Göring-Eckardt, unser Land ist jünger, bunter und auch religiöser geworden, und das haben wir zu einem eheblichen Teil der Zuwanderung zu verdanken. Geliefert wie bestellt.“
Nun hat sich KGE wieder zu Wort gemeldet. Am Wochenende soll in Erfurt ein Parteitag der AfD stattfinden. Seit Wochen mobilisiert die Antifa ihre Anhänger, nach Erfurt zu kommen und sich der AfD in den Weg zu stellen, mit allen möglichen Mitteln. Die Polizei rechnet mit 35.000 bis 50.000 „Antifaschisten“, von denen etwa 2.500 als „gewaltbereit“ gelten. Wie immer solche Schätzungen zustande kommen, es wird kein friedlicher Wet-T-Shirt-Contest werden. Und was sagt Frau KGE dazu? Sie phantasiert sich ein „großes Fest der Demokratie“ zusammen:
„Erfurt ist eine lebendige, weltoffene Stadt. Die AfD steht all dem entgegen. Erfurt wird mit einem großen Fest der Demokratie in der Stadt antworten. In der ganzen Stadt werden Menschen unterwegs sein, die miteinander reden, diskutieren, die Freiheit feiern. Wir setzen alles daran, dass der Tag in Erfurt friedlich bleibt und rufen dazu auch alle Protestierenden auf… Unser Protest wird laut sein, er wird bunt sein und offen für alle, die sich der AfD und ihrer menschenverachtenden Politik friedlich entgegenstellen wollen.“
Die „Protestierenden“ werden KGE nicht enttäuschen. Sie werden miteinander reden, diskutieren, die Freiheit feiern. Laut, aber friedlich, wie sie es immer tun, wie z.B. 2017 beim G20-Gipfel in Hamburg, wo sie eine Schneise der Verwüstung durch die Stadt zogen, mit hunderten von Verletzten. Am Ende werden KGE und ihre Hiwis der AfD und ihrer „menschenverachtenden Politik“ die Schuld an allem zuschieben, denn hätte die AfD nicht darauf bestanden, ihren Parteitag in Erfurt abzuhalten, wären die „Protestierenden“ in ihren Katakomben geblieben.

Lieber Herr Broder, leider ist Ihre Süffisanz an KGE und absehbar an die „Protestierenden“ verschwendet. Es wird wie schon so oft, „weitestgehend friedliche Proteste“ geben, wenn ein paar tausend Schläger und zehnmal so viele Sympathisanten der Schläger mal wieder die Demokratie gegen eine innerdemokratische Opposition verteidigen. Die Legierung von moralischer Selbstüberhöhung und Aggressivität lässt keine Gegenargumente zu, und süffisante Kommentare sind diesen Fanatikern unverständlich. KGE würde Ihren Beitrag auch dann nicht verstehen, wenn sie ihn läse. Übrigens gibt es da etwas, von dem Sie vermutlich glauben, es sei doch selbstverständlich, und ich nehme an, den allermeisten Achgut-Lesern ist es wirklich selbstverständlich. Trotzdem erwähne ich es noch mal: In Deutschland hat jede legale Partei die Aufgabe und das Recht, einmal im Jahr einen Parteitag abzuhalten. Demokraten stellen sich nie gegen Parteitage als solche, Demokraten versuchen nie, sie zu verhindern. Demokraten kritisieren skandalöse Ereignisse und Parolen auf Parteitagen, z.B. Ines Schwerdtners willkürliche Entscheidung, einen israelischen Verteidigungskrieg einen Genozid zu nennen, Demokraten wissen aber, dass Kritik nicht bedeutet, ein politisches („demokratisches“) Recht darauf zu haben, einen Parteitag als solchen zu verhindern oder so schwer zu stören, dass er nicht mehr so ablaufen kann, wie er soll. Kritik ist das eine, antidemokratische Gewalt ist etwas anderes. Die AfD und ihr Umfeld halten sich an diese Regel, die ist denen so selbstverständlich wie Ihnen. Linke Parteitage werden in Deutschland nie von rechten „Gegendemonstranten“ belästigt.
KGE genießt nach wie vor Personenschutz. Schlagartig abziehen, diese Leute. Damit sie sich ebenso frei und unbeschwert in der Öffentlichkeit bewegen kann, wie alle Anderen auch. Nicht nur ihr, allen betroffenen Politikern, sollte der Personenschutz und die gepanzerte Limousine entzogen werden. Für Fahrten unterhalb 10 km Pedelec statt Fahrbereitschaft. Keine Flüge unterhalb 500 km, Bahnfahrten nur 2. Klasse. Was glauben Sie, welch segensreichen Einfluß das auf Merzens „Stadtbild“ und Deutschlands Sicherheit im öffentlichen Raum hätte?
Sehr geehrter Herr Broder, feiern können die Grünen bestimmt. Sie sind ja immer ausgeruht. Der Mann von KGE verdient mit Flüchtlingen sein Geld in einer NGO uns so sind alle Beteiligten glücklich und bestens versorgt.
Mfg
Nico Schmidt
Klar. Blockaden sind ein Fest der Demokratie und die Freie Deutsche Jugend war frei. Die ist schließlich nicht gezwungen worden, FDJ-Sekretärin zu werden. Aber da enden schon die Gemeinsamkeiten mit einer anderen von mir verachteten FDJ-Sekretärin, welche aber zumindest halbwegs intelligent ist.