Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat angesichts der wirtschaftlichen Krise des Landes eine Neufassung von Teilen des Koalitionsvertrags vorgeschlagen. „Für mich ist dieser Koalitionsvertrag eine Basis, für die Sozialdemokratie ist es eine Decke. Ich glaube, wir müssen uns darüber unterhalten, ob dieser Koalitionsvertrag wirklich das maximal Umsetzbare in dieser Legislatur ist“, sagte Reiche im Podcast von Table Briefings. Ferner forderte die Ministerin frühere Steuersenkungen für Unternehmen.
Reiche verwies auf die geopolitischen Verschiebungen und den technologischen Fortschritt in den Reihen der globalen Mitbewerber und regte an, die Koalition müsse eine „ambitioniertere Reformagenda“ diskutieren. Hinsichtlich einer solchen Agenda leistet das Ministerium von Frau Reiche schon die Vorarbeiten. Katherina Reiche hatte schon beim wirtschaftspolitischen Symposium in ihrem Hause deutlich gemacht, die soziale Marktwirtschaft neu stärken zu wollen und dabei für eine Agenda für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit geworben.
Zu der von Reiche angeregten Agenda 2030 gehöre auch eine erhebliche Entschlackung der Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie der Bürokratieabbau. Dies sei Voraussetzung für Investitionen, so Reiche. „Die Unternehmen sagen, sie würden höhere Energie- und Arbeitskosten in Kauf nehmen, wenn sie sicher wären, dann schneller investieren zu können“, hofft die Politikerin.
Für die massiv unter Druck stehende Chemieindustrie strebt sie eine Chemieagenda 2045 an. Konkret hat die Ministerin im Podcast vorgeschlagen, die Absenkung der Körperschaftsteuer auf 2027 vorzuziehen. „Wenn wir uns dazu entschließen könnten, dies im nächsten oder spätestens übernächsten Jahr zu machen, hätten wir mindestens schon ein Jahr gewonnen, idealerweise zwei“, so Reiche wörtlich. Dies wäre ihrer Ansicht nach ein wichtiges Signal an den Wirtschaftsstandort Deutschland.
Rente mit 64 abschaffen
Reiche scheut sich nicht durchaus ungeliebte Anregungen zu machen. Die Verlängerung der Lebensarbeitszeit sei dringend notwendig, betonte sie und forderte die Frühverrentungsprogramme wie die Rente mit 64 abzuschaffen. Sie bezeichnete den Ansatz als falsch, zumal das Thema Frühverrentung für Unternehmen längst auch ein „attraktives Abbauprogramm“ von Arbeitsplätzen geworden sei.
Deutschland sei, sagte sie im Gespräch mit Michael Bröker, sei wie ein Ruderboot. „Wir sind wie ein Achter-Ruderer, der mit einem Trainingsniveau und Material von vor zehn Jahren ordentlich auf einem Fluss dahinrudert. Alle anderen haben hart trainiert, fahren mit besserem Material und haben eine höhere Schlagzahl.“ Deutschlands Wirtschaft, so die Ministerin, habe nicht mehr nur noch eine Herausforderung, sondern „ein tatsächliches Problem“. Die Ministerin ist derzeit die einzige im Kabinett, die Bereitschaft zeigt grundständige Reformen anzufassen.
Konkret machte sie es beim Heizungsgesetz. Die Quote von 65 Prozent erneuerbarer Energie könne nicht bleiben, fordert die Christdemokratin. Damit hat sie den Koalitionsvertrag auf ihrer Seite, die Koalition möglicherweise nicht. Die warnt vor kosmetischen Korrekturen, indem sie klar macht, dass das neue Gebäudemodernisierungsgesetz machbar sein und die Haushalte nicht überfordern dürfe. Im Februar werde die Regierung, kündigte die Ministerin an, unter Einbezug der Fachpolitiker der Koalitionsfraktionen einen Gesetzentwurf vorlegen, der „dann auch durch den Deutschen Bundestag geht“.
Trotzdem verharrt die Ministerin bei einer unattraktiven Technologievariante, indem sie fordert, die Wärmepumpe-Technologie sei für den Neubau „völlig unumstritten“. Besser wäre es, auch hier den gewünschten Rahmen vorzugeben und die konkrete Technologie dem Markt zu überlassen. Das entspräche weit mehr der sozialen Marktwirtschaft als eine technologische Festlegung, die schon morgen ein wirtschaftlicher Nachteil für das Land sein kann. Man kann das als Zugeständnis an den Koalitionspartner lesen.
Zum Ruder-Achter – „Alle anderen haben hart trainiert, fahren mit besserem Material und haben eine höhere Schlagzahl.“ – weil sie mit 8 Ruderern + 1 Steuermann fahren, während Deutschland sich erfolgreich dahingehend transformiert hat, daß 8 sich über den Kurs streiten und nur noch einer*in für sich hin paddelt, zunehmend lustlos, dafür muß seine Work-Life-Balance passen.
Die realitätsentrückten Phantasien! Rentenalter erhöhen! Aus finanziellen Erwägungen würde ich schon noch ein paar Jahre werkeln. Allein es stellt mich niemand ein und etliche der „freien Stellen“ scheinen rein fiktiver Natur zu sein. Oder kurz gesagt: es gibt sie nicht.
Immerhin denkt sie an die Industrie.
Aber die planwirtschaftliche Einengung der Technologie zerstört Wohlstand und Lebensqualität für alle. Außerdem verhindert sie Innovationen nachhaltig, weil nur das verkauft werden darf, was im Gesetz steht.
Und wenn CO2 ein Problem wäre, müsste man das Gas im eigenen Kessel mit 100% Wirkungsgrad verbrennen, anstatt mit 40% im Gaskraftwerk, von wo der Strom einen verlustreichen Transportweg zur Wärmepumpe zurücklegen muss!
Frau Reiche ist ja eine ganz mutige z.B. bei der Rente. Wie wäre es primär mit dem Kehren in den eigenen Augias Gefilden, dem politisch-bürokratisch-öffentlichen Komplex? Z.B. bei den Lehrbeamten, die trotz vergleichsweise wenigen Arbeitsjahren immer früher in Pension gehen und von denen nur noch ein Bruchteil bis zur Altersgrenze arbeitet. Wegen Stress oder doch eher wegen Mimimi und üppigem Ruhegehalt? Oder Söders mutiges Bürokratieabbäuerchen, 10.000 Stellen von 400.000 bis 2040, wobei die SPD schon jetzt ob des beabsichtigten „Kahlschlag“s schnappatmend japst…. Unsere staatstragenden Patrioten werden sich schon ihre Pfründe sichern, auch wenn der zu verteilende Kuchen kleiner wird. Ohne DOGE oder Bankrott wird sich Nichts ändern!
..einfach nur zurücktreten, abtreten, verschwinden würde völlig teichen und eine Wohltat für Deutschland sein.
Die Hackfressen der Polit-OK will hier keiner mit Verstand mehr sehen..
Wahnsinn, wir haben bald eine Agenda. Wird den Chinesen beeindrucken. Mit welchen Unternehmen hat sie gesprochen? Banken, Kriegsindustrie? Die Frau macht viel heiße Luft. Da wird sich nichts ändern.
was für eine tolle Frau: ein bißchen Lippenstift und das tote Pferd ist bereit für den Grand Prix! Die Chemieindustrie in Deutschland war superprofitabel, weil es billiges und sehr hochwertiges Gas von Putler bekam, nicht weil die Körperschaftssteuer so war wie sie ist. Die Automobilindustrie war erfolgreich, weil man Autos und keine Toaster gebaut hat – da haben die tollen „Manager“ auf die Politiker gehört und die kamen von der CDU und der FDP. Wissenschaftler, meine Frau und ich gehören dazu, fliehen aus UnsererDemokratie, weil die eine Meinung und Giftmüll in Spritzen vorschreibt. Wie hat Frau Reiches Sponsorin doch so rhetorisch brillant gesagt: wir faffen daf…