Georg Etscheit / 08.05.2021 / 06:20 / Foto: Pixabay / 86 / Seite ausdrucken

Karlsruher Klimaurteil: Ohne Schlüssel Im Panikroom

Fast in jeder deutschen Stadt gibt es seit ein paar Jahren sogenannte Escape-Rooms. Diese Örtlichkeiten erscheinen von außen wie ein halbseidener Nachtclub, mit verklebten Scheiben und sinistren Eingängen. Im Inneren verbergen sich Räume für sogenannte Adventuregames. Und die funktionieren so: Eine Gruppe von (meist jüngeren) Leuten wird in einem Raum eingeschlossen und muss anhand versteckter, in allerlei Rätsel verpackter Hinweise versuchen, wieder herauszukommen. Dabei wird die Gruppe von einem Spielleiter mittels einer Kamera beobachtet. Wenn etwas schief läuft oder die Gruppe nicht weiterkommt, greift der Spielleiter ein. Solche Spiele dienen häufig dem, neudeutsch, Teambuilding und werden von manchen Firmen als, neudeutsch, Incentives, sprich Ansporn, für ihre Mitarbeiter gebucht. Oder auch mal von einer Geburtstagsgesellschaft.

Solch ein Escape-Game hat nun das Bundesverfassungsgericht für die deutsche Bevölkerung ersonnen. Mit seinem jüngsten Urteil zum Klimaschutz, einem schon heute historischen Rechtsakt, haben die Richter des Ersten Senats unter Verfassungsgerichtspräsident Stephan Harbarth, einem langjährigen, treuen Gefolgsmann der Klimakanzlerin, alle Bürgerinnen und Bürger des Landes in einen Panic-Room eingesperrt, aus dem es kein Entrinnen mehr gibt. Denn den Schlüssel, wie man aus diesem Raum entkommen könnte, hat das Gericht weggeworfen. Und von außen ist keine Hilfe zu erwarten, denn der Europäische Gerichtshof, die einzige in Frage kommende Instanz, dürfte den Kollegen aus Karlsruhe kaum in die Parade fahren, selbst wenn es denn angerufen würde, von wem auch immer.

Der Beschluss, mit dem die Verfassungsrichter der von Klimaforschern, Umwelt-NGOs und FFF-Aktivisten entfachten Klimahysterie den Stempel höchstrichterlicher Wahrheit und Weisheit aufgedrückt haben, ist nicht nur in den Mainstreammedien gefeiert worden, sondern auch von der Politik. Markus Söder hat bereits angekündigt, aufgrund des Urteils die „Klimaziele“ in seinem Bayernland deutlich zu verschärfen. Und die Bundesregierung, die in dem betreffenden Verfahren zwar nicht rechtlich, wohl aber der Sache nach die Rolle der Beklagten zukam, freute sich in Gestalt von Wirtschaftsminister Peter Altmaier und Umweltministerin Svenja Schulze ebenfalls prächtig über die grüne Klatsche aus Karlsruhe.

„Spiel über Bande“

Das abgekartete Spiel läuft prächtig: Regierungen und Parlamente verabschieden Gesetze und Verordnungen, die, wie es in einer Demokratie üblich ist, einen Kompromiss darstellen. Sie werden dann von demokratisch nicht oder nur schwach legitimierten NGOs, die zum Teil sogar von der Regierung mitfinanziert werden, als zu lasch entlarvt und und via Klage von willigen Richtern verworfen, um dann ihre endgültige, weitaus schärfere Gestalt zu erhalten mit Zielen, die auf demokratisch-parlamentarischem Weg nicht zu erreichen waren. Politisch sind Regierende und Parteien bei diesem „Spiel über Bande“ aus dem Schneider, weil sie sich immer darauf berufen können, ja nur juristischem Ratschluss gefolgt zu sein. Ähnlich funktionierte lange auch der Trick, sich hinter Gutachten von „namhaften“ Unternehmensberatungen zu verschanzen. Doch deren Dienste sind teuer. NGOs erledigen das fast zum Nulltarif. 

Wenn man den 110 Seiten lange Karlsruher Beschluss vom 24. März 2021 liest, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass sich die Richter des Ersten Senats, oder besser gesagt, ihr Stab wissenschaftlicher Mitarbeiter, großzügig aus den Schriftsätzen der Kläger, darunter Luisa Neubauer (Fridays for Future), der Energiewende-Professor Volker Quaschning sowie Josef Göppel, das einstige „Öko-Gewissen der CSU“, bedient haben. Selbst die erst in jüngster Zeit in die Welt gesetzte Panikvokabel der „Klimakrise“ (statt „Klimawandel) taucht mehrfach in dem Dokument auf.

Gerne würde man mittels einer Plagiatserkennungssoftware den höchstrichterlichen Spruch und die Schriftsätze der Kläger einmal miteinander vergleichen und prüfen, ob dieser in seinem nüchtern mit „Sachbericht“ über die „Tatsächlichen Grundlagen des Klimawandels“ überschriebenen Abschnitt einfach nur die Schriftsätze und deren Quellen übernommen oder sich eigenständig unter Berücksichtigung auch anderer Stimmen mit dem Phänomen globaler klimatischer Veränderungen auseinandergesetzt hat. Viele auch unter Klimaforschern zum Teil umstrittene Theorien wie Schellnhubers „Kippunkte“-Konstrukt fanden jedenfalls kritiklos Eingang in den Beschluss. Darauf wies bereits Fritz Vahrenholt in einem Achgut.com-Beitrag hin.

Nun sagt das Gericht zwar noch im Ausgangspunkt, „ob und auf welche Höhe die CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre und der Temperaturanstieg zu begrenzen“ seien, sei eine „klimapolitische Frage“, die „nicht durch die Naturwissenschaften zu beantworten“ sei. Wer jetzt denkt, dass es ausreiche, wenn überhaupt nur weitere CO2 Einsparungen erreicht werden, was das Gericht noch vor wenigen Jahren lediglich als verfassungsrechtlich geboten betrachtet hat, wird jedoch überrascht: „Klimaneutralität“ hat nun zu sein, was das Grundgesetz als das einzig klimapolitisch legitime Ziel anerkennt. Hier ist man erstaunt deshalb, weil es den Begriff „Klimaneutralität“ im Jahre 1994 noch gar nicht gab, als der vom Gericht für seine Forderungen bemühte Artikel 20a überhaupt erst in die Verfassung eingefügt wurde. Hätte es ihn gegeben, wäre er jedoch mit Sicherheit nicht zum Ziel der Norm statuiert worden. 

Künftige Regierungen klimapolitisch entmachtet

In der Gemeinsamen Verfassungskommission bestand damals Einigkeit, dass der „Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen“ nicht anderen Verfassungsnormen und anderen Staatszielen übergeordnet wird, sondern „in Ausgleich mit anderen Verfassungsrechtsgütern und -prinzipien zu bringen“ ist. Von einem Schutz des „Klimas“ steht in dem besagten Artikel zudem übrigens nichts, und dass es zwischen Umwelt- und Klimaschutz schon gegenwärtig zu massiven Konflikten kommt, erwähnt das Gericht in seinem – ja nicht an mangelnder Ausführlichkeit leidendem – Urteil mit keinem Wort.

Der dem Gesetzgeber zugebilligte „erhebliche“ Entscheidungsspielraum besteht nun darin, das von den Klimaaktivisten geforderte, noch schärfere 1,5 Grad-Ziel zumindest aktuell nicht verfolgen zu müssen, sondern es „derzeit“ bei dem Paris-Ziel von „deutlich unter 2 Grad möglichst 1,5 Grad“ belassen zu dürfen. Da es aber das Paris-Ziel auf jeden Fall sein muss, ist einer künftigen Bundesregierung das Recht genommen, sich auch ein anderes, weniger „ambitioniertes“ Klima-Ziel zu setzen und dafür das Paris-Abkommen zu kündigen. Genauso ist es einer anderen parlamentarischen Mehrheit verwehrt, wenn die Bundesregierung das Paris-Abkommen aus irgendeinem Grund nicht kündigen will, das Heft des Handelns selbst in die Hand zu nehmen und das Abkommen mit einem gegenläufigen Gesetz einfach zu überschreiben. 

Dabei wäre dies ein Vorgehen, Amerikaner sprechen plastisch von einem „treaty override“, einem Überfahren des Vertrages, das der Zweite Senat des Bundesverfassungsgerichts – zum Entsetzen der deutschen Völkerrechtler – jüngst in einem anderen Fall ausdrücklich als verfassungsrechtlich zulässig angesehen hat: Demokratie ist Macht auf Zeit, und ein neuer Bundestag ist so nicht an völkerrechtliche Verträge gebunden, denen ein anderer Bundestag zugestimmt hat. Mit seiner Erklärung des Paris-Ziels für verfassungsrechtlich zwingend hat Erste Senat diesen Ausweg versperrt.

Noch apokalyptischere Szenarien herbeimodellieren

Aber es geht weiter. In Ziffer 212 verpflichtet das Gericht den Gesetzgeber sogar mit einer Art Ewigkeitsklausel unter Bezugnahme auf seine Rechtsprechung zum Schutz der Bevölkerung vor Gefahren, die von Atomkaftwerken des Typs „Schneller Brüter“ ausgingen, das Umweltrecht immer auf dem neuesten Stand der Wissenschaft zu halten. „Neue hinreichend gesicherte Erkenntnisse über die Entwicklung der anthropogenen Erderwärmung oder deren Folgen und ihre Beherrschbarkeit könnten (…) eine andere Zielfestlegung (…) erforderlich machen.“ 

Dieser Satz kann als Aufforderung an die Klimaforschergilde verstanden werden, immer noch apokalyptischere Szenarien gewissermaßen herbei zu modellieren. Legt sie in einigen Jahren neue Klima-Modelle mit einem niedrigeren „Kipp-Punkt“ vor, hätte die Politik diese dann zeitnah und gewissenhaft umzusetzen. So würde der Druck im Panic-Room noch erhöht.

Das Gericht jedenfalls würde sein Plazet für auf solchen Szenarien basierende „erhebliche Freiheitseinbußen“ nicht verweigern. Dabei gehört der Generationen übergreifende Ansatz, wonach unter dem Gebot der Verhältnismäßigkeit „nicht einer Generation zugestanden werden darf, unter vergleichsweise milder Reduktionslast große Teile des CO2-Budgets zu verbrauchen, wenn damit zugleich den nachfolgenden Generationen eine radikale Reduktionslast überlassen und deren Leben schwerwiegenden Freiheitseinbußen ausgesetzt würde“, noch zu den – in sich – plausibleren Schussfolgerungen der Richter. Zumindest dann, wenn man den aktuellen und künftigen Horroszenarios von Klimaforschern und Umweltaktivisten folgt. 

In der Debatte um die richtige Corona-Politik hat sich im Laufe der Zeit indes zunehmend die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Politik die Modelle von Epidemiologen nicht einfach nur umzusetzen, sondern eine eigenständige Abwägung des Gesundheitsschutzes mit anderen Belangen vorzunehmen hat. So setzte ein Umdenken über das Verhältnis von Wissenschaft und Politik spätestens ein, Klimawissenschaftler würden von einem „Kipp-Punkt“ sprechen, als die Leopoldina in ihrer „Ad-Hoc-Stellungnahme zur Corona Pandemie“ im März dieses Jahres einen „harten Lockdown“ für „unbedingt notwendig“ erklärte und die Politik schlicht meinte, hieran nun gebunden zu sein.

Neue Abgaben, verharmlosend als „Bepreisung“ geframt 

Wenn man jetzt denkt, der deutsche Staat könnte seine Klimaziele wenigstens auch dadurch erreichen, dass er CO2-Emissionen nicht reduziert, sondern etwa durch weitflächige Aufforstungen der Erdatmosphäre entzieht, wird man auch hier enttäuscht, denn das Gericht hat dem vorsorglich gleich im Eingangsteil seines Urteils eine Abfuhr erteilt. Es subsumiert den Umbau der Wälder genauso wie die Erhöhung von Deichen und den Hochwasserschutz unter „Anpassungsmaßnahmen“, die es nicht als „Strategie zur Begrenzung des Klimawandels“ anerkennt. Der seinerzeit von Trump vorgeschlagene Plan, Billionen von Bäumen zu pflanzen, um den Klimawandel aufzuhalten, kann folglich ebenso nicht beschritten werden. Es gibt kein Entkommen.

Damit bleibt dem Bundestag nur darüber zu entscheiden, „dass und welche Produkte, Dienstleistungen, Infrastruktur-, Verwaltungs- und Kultureinrichtungen, Konsumgewohnheiten oder sonstigen heute noch CO2-relevanten Strukturen schon bald erheblich umzugestalten sind“. Neben direkten Verboten und einer zu Lasten kommender Generationen gehenden Ausweitung der Staatsverschuldung wird es hier vor allem um die Erhöhung bestehender und die Einführung neuer Abgaben gehen, von den Akteuren verharmlosend als „Bepreisung“ geframt. 

So wird als erster Schritt etwa eine Anhebung des Preises von einer Tonne CO2 von 25  auf 60 Euro gefordert, was bei einem Jahresverbrauch von 8,4 Tonnen pro Einwohner eine Mehrbelastung von 280 Euro für jeden bedeutet. Damit dürften bislang als völlig normal angesehene Handlungsmöglichkeiten für einen großen Teil der Bevölkerung über eher kurz als lang unerschwinglich werden. Wenn man sich hier einmal auf das Feld der Klima-Prognostiker begeben und eine Vorhersage abgeben darf, liegt so ein ganz anderer Temperaturanstieg nahe: Da nach der Logik des Gerichts auf die Akzeptanz von Grundrechtseingriffen zugunsten des Klimaschutzes keine Rücksicht mehr genommen werden kann, dürfte in einer Gesellschaft, in der nicht mehr nur bei Luxusgütern, sondern bereits im Alltäglichen „Freiheit nach Zahlungsfähigkeit“ vergeben ist, die Temperatur merklich steigen.

Die „Grenzen der Belastbarkeit“ werden dieses Mal also auf ganz andere Weise getestet. Das Gericht hat sich mit diesem Urteil erstmals in großer Deutlichkeit als politisches Gericht geoutet, dessen Mitglieder sich weniger dem Gebot richterlicher Zurückhaltung verpflichtet fühlen und so dem politischen Prozess Luft zum Atmen zu lassen, sondern einer Agenda folgen. Damit droht die lange Zeit zu Recht hoch angesehen Institution ihren Ruf zu verspielen …

 

Dieser Text entstand in Zusammenarbeit mit einem angesehenen Staatsrechtler, der an einer deutschen Universität lehrt und forscht. 

 

Foto: Pixabay

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Leserpost

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Heiko Stadler / 08.05.2021

Ich werde noch vor der Bundestagswahl meine Mieter anschreiben und darüber informieren, dass ich die Nebenkosten-Vorauszahlung wegen der von der Regierung beschlossenen höheren CO2-Abgabe erhöhen muss.

HDieckmann / 08.05.2021

Am deutschen (Klima-)Wesen soll mal wieder die Welt genesen. Das Ende dieses Wahnsinns wird nicht besser sein als vor 80 Jahren.

Karla Kuhn / 08.05.2021

“Damit droht die lange Zeit zu Recht hoch angesehen Institution ihren Ruf zu verspielen …”  DROHT ? Oder hat schon verspielt ?  „Klimaneutralität“ WER bitteschön erfindet so ein Wortungetüm ? Solange die Erde besteht, ein “NEUTRALES KLIMA” hat sie noch nie hervorgebracht. Aber jetzt, wo so langsam unsere schöne deutsche Sprache vergendert wird, paßt so was doch prächtig dazu. Ich tauche ab, nee, als REALISTIN bekomme ich Kopfweh von so einem Schmarrn. BEVOR alle übers “Klima” wettern,  sollte erstmal ein GESUNDER UMWELTSCHUTZ aufgebaut werden, KEINE Rohstoffe durch Kinderarbeit im Kongo und Südamerika, KEIN PLASIKSCHE… aus CHINA, wenn Flugbegrenzungen, dann für ALLE, vor allem für Politiker. NUR noch im NOTFALL. Im digitalen Zeitalter, müssen weder MERKEL zum DIKTATOR nach CHINA, noch Leyen zum DIKTATOR in die Türkei fliegen, da kann sie dann auch gemütlich zu Hause sitzen. Dann, die großen REGIERUNGS-POLITIKER-KISTEN abschaffen, mit ÖFFENTLICHEN Verkehrsmittels fahren oder mit dem Rad, wäre eh gesünder für viele, wenn sie radeln würden. Auch füs Hirn, bringt mehr Sauerstoff zum DENKEN ! Da sollte mal eine Liste aufgestellt werden, WO ALLEINE die Politiker zum UMWELTSCHUTZ beitragen könnten, würde zusätzlich auch noch Steurgeld einsparen. Die Basis ist der Umweltschutz und nicht anders herum. Beim Hausbau wird ja auch erst das Fundament geschaffen aber in der Politik scheint leider vieles auf Sand gebaut zu sein. Ich hatte mir ein Duschset bestellt, da steht, Franz Josef Schütte GmbH….. GERMANY und darunter MADE IN P. R. C.! CHINA wäre wohl zu verdächtig. Ich bin gegen den PLASTIK-CHINA-Glump aber da alles noch geschlossen hat oder NUR MIT ANMELDUNG , muß ich in den sauren Apfel beißen.  Für die Zukunft lege ich mir einen Vorrat von Duschschläuchen an, ich hoffe, ich finde noch einen wenigsten aus EUROPA !! Zumal die CHINA QUALITÄT unter aller Sau ist, abgesehen von dem HARTPLASTKMÜLL, in dem das Ding verschweißt wurde. “Klimaneutralität” MADE in CHINA !

Tobias Kramer / 08.05.2021

@R. Matzen: Der Druck im Kessel ist in diesem Land tatsächlich enorm hoch. Das bekomme ich hier jeden Tag beruflich hautnah mit. Und wenn man jetzt nicht einmal mehr sein Recht bei den Gerichten durchsetzen kann, weil die politisch statt unabhängig handeln, dann werden sehr bald viele Menschen keinen anderen Ausweg mehr sehen und dann knallt es hier so richtig. Aber vielleicht ist es genau das, was die Politik will: einen latenten Bürgerkrieg, um dann mit voller polizeilicher und militärischer Härte reinhalten zu können. Man weiß es nicht. Man hofft es nicht. Als kleiner, ungeschützter Politiker hätte ich so langsam schon bissl Schiss.

Holger Sulz / 08.05.2021

@Herrn Blum “Ich kann mich immer mehr mit 1789 anfreunden, dieses Schauspiel zu beenden und sich der Protagonisten zu entledigen.” Sie sprechen mir aus der Seele! Leider hat derlei erst eine Chance, wenn Marie Antoinettes Kuchen aus üppigsten sozialen Wohltaten alle ist und der vegane Schmalhans die Mägen knurren läßt- sprich, das Geld der “anderen” verjuxt ist, das war auch damals nicht anders. Aber wir sind auf dem besten Wege! Der Phantasie sei über die jetzt schon real existierenden Parallelitäten zum “Wohlfahrtsausschuß” keine Grenzen gesetzt, die moralinsaure Chuzpe der Jakobiner ist mit Händen zu greifen und wer diesmal den Robbespierre gibt, darauf können noch Wetten abgeschlossen werden, als heißester Favorit gilt Södolf. Wie zeitgenössischen Darstellungen entnehmbar ist, war bei ihm der Jubel des Volkes besonders groß, als die Rübe endlich rollte, Wiederholungen gefallen mitunter durchaus. Alldieweil der Großphilosoph Precht unter leisem Tränenregen eine Ballade über Annalena Stuart schreibt…

Johannes Schuster / 08.05.2021

Panic - room ohne Entrinnen ? Ja, wenn man keinen Humor hat, dann hängt man auf Muttis Dixi - Klo der Ängste fest: Ansonsten: Fragen Sie den mentalen Prepper - Shop Ihres Vertrauens: Pornos, Disney - Club und fuck the system, weil Angst ist NICHT systemrelevant.  Eine Diktatur funktioniert auch deshalb, weil sich über die Diktatoren keiner lustig macht. Die Deutschen scheitern an ihrer Humorlosigkeit und ihrem gänzlich fehlenden Witz einer schmackhaften Seele, nicht an den Zuständen: Karlsruhe hat solange eine Macht, wie es jeder in der Spielregel und der Rolle ernst nimmt. Wer kauft mir meine Sorgenfresser und die patentierten Klima- Kuschel - Erzählkissen ab ? Ich habe auch noch den Armageddon - Bären im Angebot, der knurrt immerzu: “Frieden wird kommen”, wenn man ihn drückt. Frei nach Helge Schneider: Ich drück die Maus (bitte googeln, der Song ist KULT).

Walter Knoch / 08.05.2021

Die Grundrechte, von Merkel zu den “Neuen Freiheiten” hochgestuft, sind zur Makulatur geworden. Sie stehen dort im Grundgesetz als Relikte einer alten Zeit. einer vorgestrigen, überholten Zeit, in der die “Grünen”, außen grün, innen rot, die Freie Demokratische Grundordnung noch freundlichst als Schweinesystem grüßten. Ich denke nicht mehr an Heinrich Heine, ich habe Dante Alighieri (frei) im Kopf: “Ihr, die ihr hier wohnt, lasst alle Hoffnung fahren.” Der Baustellen sind zu viele. Es wird von allen Seiten geschossen. Geschossen gegen eine freiheitliche Gesellschaft, die patriotisch nach innen, aufgeschlossen und zur Partnerschaft bereit nach außen, an einer Welt baut, die die Zukunft nicht vergisst, aber auch der Gegenwart ihr Recht lässt. Die Folterwerkzeuge sind ausgepackt und der Bürger steht da: Finanziell geschröpft und rechtlich entmannt. Und so hange sie, die Menschenrechte, unabänderlich und ewig, da oben. Dort hängen sie gut. Bereit bei der ein oder anderen Festrede dienstbar zu sein.—- Mit ist weh ums Herz, Richtig weh.

Johann Joachim Lindner / 08.05.2021

#Dietmar Blum Und da bejammert die Politikerkaste das Anwachsen von Hass und Hetze, sowie Morddrohungen gegen dieselbe. Das muss doch seine Gründe haben, wenn Otto Normalbürger ausrasten. Vielleicht hat die Psychoanalyse eine Antwort zu dieser (Massen) Psychose.

Johann Joachim Lindner / 08.05.2021

Solch eine Wetterlage habe ich noch nie in 73 Lebensjahren erlebt. Gestern Morgen Schnee, seit Wochen Temperaturen zwischen +-0 und +3 Grad C. Tagsüber Max +5-+7 Grad. Und am morgigen Sonntag bis plus 28Grad C.  Das ist wohl der Klimawandel, er wandelt wie er will.

G. Köppl / 08.05.2021

Das Vertrackte an der Sache ist, dass jeder, der es wagt, den höchstrichterlichen Urteilsspruch zu kritisieren, bald vom Verfassungsschutz wegen “Delegitimisierung des Staates”  (klingt wie eine Übersetzung aus dem Weißrussischen oder Hongkong-Chinesischen) beobachtet werden kann. Dabei sollte die Bundeskanzlerin als gelernte DDR-Bürgerin doch wissen, dass nichts den Staat so schnell deligitmiert wie wenn Parteisoldaten ohne eigenes Rückgrat in das Politb…-äh Präsidialamt, Verfassungsschutz, Verfassungsgericht berufen werden.

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