Gerald Wolf, Gastautor / 22.04.2018 / 15:33 / Foto: Pixabay / 3 / Seite ausdrucken

Kampf den Killer-Gasen

Das routinemäßige Ermorden von Menschen durch Krieg gehört zum Entsetzlichsten, wozu Homo sapiens befähigt ist. Die Krone der Perfidie ist, dafür flächendeckend giftige Gase einzusetzen. Sarin zum Beispiel, im einfachsten Falle Chlorgas – ein grauenvoller Tod erwartet die Opfer. Für Syrien sind allein seit Jahresbeginn sieben Fälle von Chlorgas-Angriffen gemeldet worden. Die Faktenlage mit Bezug auf Hersteller, Anwender und Opfer ist undurchsichtig.

Gift – wie überhaupt kann etwas giftig sein? Paracelsus (Theophrastus Bombast von Hohenheim, 1493/94-1529) war es, der in einem heute noch gültigen Ansatz meinte: Alle Ding' sind Gift und nichts ohn' Gift; allein die Dosis macht, das ein Ding' kein Gift ist. Beziehungsweise ein Gift ist. Und tatsächlich, sogar der Sauerstoff kann giftig sein, wenn er uns unverdünnt verabreicht wird. Schlimmer noch der Stickstoff, obwohl er an sich gar nicht giftig ist. Sein Anteil in der Luft beträgt 78 Prozent. Wenn dieser gegen 100 Prozent geht, erstickt uns der Stickstoff – mangels Sauerstoff.

Besonders problembeladen ist das Kohlendioxid (CO2). In unserer Ausatemluft beträgt sein Anteil etwa 4 Prozent, aber schon ab 8 Prozent kann es zum Erstickungstod kommen, ab 30 Prozent (in Gärkellern, Futtersilos, Brunnenschächten, Höhlen, Bergwerksschächten) binnen weniger Minuten. Und normalerweise? Der CO2-Anteil in unserer Atmosphäre beträgt etwa 0,04 Prozent. Vor vielen Jahren noch lag er bei 0,038 Prozent. Und dieser minimale Anstieg, so sehen es die weitaus meisten Klimatologen und vor allem die Politiker, führt uns geradewegs in die Klimakatastrophe. Zwar rühren nur 3 bis 4 Prozent des „Klimakillers“ CO2 vom Menschen her, und dennoch. So ist das eben mit den Gasen. Eher noch problematischer ist das mit der entsprechenden Faktenlage. Vor allem dann, wenn Quellen hinzugezogen werden, die von Klimatologen stammen, die nicht von der Klimapolitik profitieren.

Eine andere Gruppe von killenden Gasen sind die Stickoxide (NOx). Hundertausende Tote pro Jahr, so hatte man kürzlich ausgerechnet. Mittlerweile sollen es zwar deutlich weniger sein, auch fehlen entsprechende Totenscheine, die Stickoxide als Ursache angeben, und dennoch: Man weiß Bescheid. Dazu genügt es, eine gute Zeitung zu lesen – ein wohlmeinender Tipp von Herrn Hofreiter (Die Grünen), im Bundestag auf eine AfD-Anfrage hin verkündet. Kaum jemals weiß man durch die Zeitung, dafür durch Fachzeitschriften, dass Stickoxide auch ihre guten Seiten haben, ja geradezu lebensnotwendig sind.

Von speziellen Enzymen synthetisiert, den Stickoxid-Synthasen, wird das Gas Stickstoff(mon)oxid (NO, ein Radikal). Es kommt in sehr vielen und zudem ganz verschiedenartigen Zellen unseres Körpers vor. Hier üben NO und seine Folgeprodukte die unterschiedlichsten Funktionen aus. Die NO-Konzentration beträgt in den Geweben bis zu 1 Millimol (30 Milligramm/Liter; doi: 10.1016/j.niox.2009.07.002), mithin eine etwa millionenfach (!) höhere Konzentration, als es dem in Deutschland für NOx angesetzten atmosphärischen Grenzwert entspricht. Der ist mit 40 Mikrogramm pro 1.000 Liter Luft festgelegt.

Wieso, kann niemand genau sagen. Zur Biologie des Stickoxids hingegen gibt es bestens begründete Angaben. Und die stammen nicht aus der Politik, auch nicht einfach aus der Zeitung, sondern aus der Wissenschaft – eine Einrichtung, deren Ergebnisse in internationalen Journalen unter Kontrolle ausgewiesener Fachgutachter veröffentlicht werden und, bitteschön, mit den entsprechenden Mitteln von jedermann nachgeprüft werden können. 

Nicht viel davon bedarf es, um Chlor herzustellen, wie es unter anderem eben auch in Syrien zum Einsatz gekommen ist oder gekommen sein soll. Jeder Schüler, sofern er nicht gerade Chemie abgewählt hat, kann das. Auch Sie, verehrte Leserin, verehrter Leser, könnten das. Man nehme Wasser, löst darin Salz (Kochsalz) auf, führe zwei Drähte ein, die an eine Autobatterie angeschlossen sind – und schon entsteht (am positiven Pol) stinkendes, ekelhaftes, giftiges Chlorgas Cl2 (Vorsicht: Explosionsgefahr!):

2 H2O + 2 NaCl → H2 +Cl2(!) + 2 Na+ + 2 OH-

Lassen Sie es also. Dennoch sehen Sie: Dazu bedarf es keiner syrischen Forschungsinstitution. Und schon gar nicht eines multinationalen Raketenangriffs, um ein derartiges Potenzial weltöffentlichkeitswirksam zu zerstören. Auch keiner Bundeskanzlerin, um dazu bestätigend zu nicken.

Von Gerald Wolf

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Leserpost (3)
Engelbert Gartner / 22.04.2018

Schüler aus Linz haben eine Aktion durchgeführt um die Substanz Dihydrogenmonoxid zu verbieten. An eine Stand in der Innenstadt wurde die schädlichen Eigenschaften dieser Verbindung aufgelistet.  1.) das unabsichtliches inhalieren dieser Substanz tödlich wirken kann. 2 .) in gasförmigen Zustand schwere Verbrennungen verursachen kann.  3. ) ein Hauptbestandteil des sauren Regens ist . 4.) zur Erosion beiträgt. 5 .) die Wirksamkeit von Bremsanlagen von Autos verringert. 6.) im Tumorgewebe unheilbar kranker Krebspatienten gefunden werden kann.  Von 361 antwortwilligen Befragten sprachen sich 357 für die Forderung aus, diese Substanz ( Dihydrigenmonoxid ) sofort zu verbieten. Wie würden Sie entscheiden ?  Das Ergebnis macht deutlich wie unkritisch, uninformiert und leicht manipulierbar der Mann / Frau ist.  Die Befragung war am 22 März 1998. dem internationalen Wassertag. Dihydrogenmonoxid ist Wasser Aus DVGW-Nachrichten 16. Jahrgang Heft 3 September 1998

Rüdiger Kuth / 22.04.2018

Was soll denn dabei herauskommen, wenn der links-grüne Mainstream auch von Leuten ohne Berufsabschluss beherrscht wird - und die sitzen dann im Bundestag? Da zählen Gefühl und Ideologie, aber nicht Sache.

Hermann Willaredt / 22.04.2018

Warum sollte sich die Regierung mit Fakten herumplagen? Wozu hat man seine unantastbaren Ideologien?

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