Die Vorstellung, dass eine amerikanische Präsidentin oder wenigstens ein Vizepräsident Sympathien für radikale Islamisten, Antisemiten und Hitler-Verehrer hegen könnte, ist alptraumhaft.
Asad Zaman, ein Imam und Hochschullehrer, ansässig in Vermont im US-Bundesstasat New Jersey, gilt amerikanischen Medien heute als „extremer Islamist“. Er wurde Mitte der fünfziger Jahre in Pakistan geboren und ging 1971, im Alter von 16 Jahren, zum Studium in die Vereinigten Staaten. Als junger Mann scheint er pro-westlich orientiert gewesen zu sein, er besuchte Colleges und Universitäten in den USA, darunter das renommierte MIT in Boston, und erwarb 1977 an der Stanford University in Kalifornien seinen Doktorgrad im Fach Ökonomie.
Offenbar war er damals noch tolerant und aufgeschlossen genug, um bei jüdischen Professoren zu studieren, der Elite seines Fachgebiets. Mit spürbarem Stolz erwähnt er in einem selbst verfassten Lebenslauf die jüdischen Nobelpreisträger Joseph Stiglitz, Paul Samuelson und Robert Aumann, den israelischen Mathematiker, der inzwischen wieder in Jerusalem lebt, als seine Lehrer. Wann und wie Zamans Radikalisierung erfolgte, bleibt mir bisher verschlossen, und ich gestehe, dass mich der ganze Mann nicht genug interessiert, um mich in sein Psychogramm, seine weitere Entwicklung oder die Erlebnisse zu vertiefen, die ihn zum aktiven Israel-Hasser, Antisemiten und radikalen Islamisten werden ließen.
Nach außen ist nichts Beunruhigendes zu erkennen, Zaman wurde Professor an renommierten amerikanischen Universitäten, bildete dort, üppig bezahlt, überwiegend muslimische Studenten aus, kehrte irgendwann nach Pakistan zurück, blieb aber Amerikaner. Die Länder des Westens, vor allem die Vereinigten Staaten, haben eine bekannte Neigung, Kuckuckseier auszubrüten. Der Fall ist zu häufig, um wirklich Teilnahme zu erwecken: Nach Ausschöpfung aller Möglichkeiten, die das westliche System zu bieten hat, nach gründlicher Ausbildung bei westlichen, in diesem Fall überwiegend jüdischen Lehrern, erfolgt eine Kehrtwende, eine Revolte ins Gestern, in die finstere Geisteswelt mittelalterlicher Segregation und Gewalt, in die Gefilde des militanten Islam.
Offene Sympathien für die Nazis
Die an amerikanischen Universitäten erworbenen Kenntnisse dienen jetzt dazu, das westliche System intellektuell zu demontieren und zu bekämpfen. Bei Professor Asad Zaman geht der Hass auf seine früheren Lehrer und ihre Geisteswelt offenbar sehr weit. Sam Westrop, Direktor des Middle East Forum's Islamist Watch, nannte gegenüber der New York Post „Asad Zaman eine der prominentesten islamistischen Stimmen Amerikas mit einer langen Vorgeschichte extremer Rhetorik und Ideen“. Er fügte hinzu, Zaman verbreite über soziale Netzwerke und seine zahlreichen Kontakte in der akademischen Welt „Neonazi-Verschwörungstheorien und Pressemitteilungen der Hamas“.
Der Imam und amerikanische Professor Zaman ist überaus aktiv und weltweit vernetzt. Er gründete vor einigen Jahren die Muslim American Society, die sich mit ihren inzwischen über dreißig Niederlassungen in amerikanischen Städten als „eine der dynamischsten und einflussreichsten islamischen Organisationen Amerikas“ versteht und den Islam als „eine Bewegung zur positiven Veränderung der Gesellschaft“ und neuen „way of life“. Gegenüber der New York Post sagte Sam Westrop vom Middle East Forum über Zamans rapide wachsenden Verein: „Seine Organisation rechtfertigte die Angriffe vom 7. Oktober auf israelische Zivilisten und veröffentlichte am selben Tag eine Erklärung, in der sie ihre ‚unerschütterliche Unterstützung‘ für den palästinensischen ‚Kampf‘ betonte.“ Die amerikanische Anti-Defamation League erklärte gegenüber der Zeitung Washington Examiner: „Imam Zaman hat eine beunruhigende Vergangenheit, in der er klassische antijüdische Themen aufgreift und Gewalt gegen Israel rechtfertigt.“
Wie viele militante Muslime zeigt Professor Zaman offen Sympathien für die Nazis und ihre geplante „Endlösung der Judenfrage“, die, wäre sie komplett gelungen, den iranischen Mullahs, der Hamas und anderen Kräften der islamischen Revolution die störende Existenz eines jüdischen Staates im Nahen Osten erspart hätte. Im November 2015 postete Zaman einen Link zu einem Neonazi-Film aus dem Jahr 2013 mit dem Titel „The Greatest Story Never Told“ (Die größte Geschichte, die nie erzählt wurde), der laut Middle East Forum bei Antisemiten und QAnon-Verschwörungstheoretikern überaus beliebt ist. Die israelische Tageszeitung Jerusalem Post hat den Film genauer untersuch und findet, er zeige „Hitler in einem revisionistischen, positiven Licht“.
Eine langjährige, vielleicht intensive Bekanntschaft
An sich ist Professor Zaman kein Einzelfall in der akademischen Sphäre. Interessant für die Medien wurde der hochgebildete Finsterling wegen seiner Bekanntschaft mit dem amerikanischen Politiker Tim Walz, derzeit Gouverneur des US-Bundestaates Minnesota, neuerdings Kandidat für das Amt des Vize-Präsidenten der Vereinigten Staaten und „running mate“ von Kamalas Harris.
Man kann von einer langjährigen, vielleicht intensiven Bekanntschaft zwischen Walz und dem finsteren Imam sprechen. Walz lud Zaman mehrmals zu Konferenzen und Veranstaltungen ein, nach Informationen des Washington Examiner bisher mindestens drei Mal. 2019, 2020 und nochmals 2023. Dabei ließ Walz es nicht bewenden. Als Politiker weiß er, worauf es ankommt: Er unterstützte Professor Zaman und seine anti-israelischen Aktivitäten mit Geld. Der Washington Examiner enthüllte am 9. August 2024, dass Walz mindestens 100 000 Dollar an die Muslim American Society of Minnesota gespendet hat, eine gemeinnützige Organisation, die von Asad Zaman geleitet wird. Mit der Untersuchung dieses Vereins beauftragte amerikanische Staatsanwälte bezeichneten die Muslim American Society als „verlängerten Arm der Muslimbruderschaft in den Vereinigten Staaten“.
Israel und die Juden der Welt haben im Augenblick viele und ernsthafte Probleme. Die Vorstellung, dass noch eine amerikanische Präsidentin oder wenigstens ein Vizepräsident mit Sympathien für radikale Islamisten, Antisemiten und Hitler-Verehrer hinzukommen könnte, ist alptraumhaft. Hoffen wir, dass der Alptraum nicht in Erfüllung geht. Sei es, dass beide ihre Positionen auf glaubwürdige Weise korrigieren, sei es, dass Kamala Harris die Wahl verliert und mit ihr der Freund radikaler Islamisten Tim Walz.
Chaim Noll wurde 1954 unter dem Namen Hans Noll in Ostberlin geboren. Sein Vater war der Schriftsteller Dieter Noll. Er studierte Kunst und Kunstgeschichte in Ostberlin, bevor er Anfang der 1980er Jahre den Wehrdienst in der DDR verweigerte und 1983 nach Westberlin ausreiste, wo er vor allem als Journalist arbeitete. 1991 verließ er mit seiner Familie Deutschland und lebte in Rom. Seit 1995 lebt er in Israel, in der Wüste Negev. 1998 erhielt er die israelische Staatsbürgerschaft. Chaim Noll unterrichtet neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit an der Universität Be’er Sheva und reist regelmäßig zu Lesungen und Vorträgen nach Deutschland.

@Markus Knust: Wenn ich die Lüge von den überwiegend friedlichen, nur in Ruhe (wie die Masse) leben wollenden Moslems in (noch) christlich geprägten Ländern höre, höre ich lediglich EINE Lüge des kompletten Reservoirs. Sie schneiden uns allen die Kehlen durch, wenn der Muezzin die Zeit für reif hält und seine Brüder dazu aufruft. Die Schwestern werden auch kräftig mitmessern.
Sehr interessant diesen Hintergrund zu erfahren. Bin gespannt, ob Trump es schafft, gegen die Demokraten zu gewinnen. Da der US Normalbürger vermutlich keine Ahnung vom gelebten Islam hat, ihn nie im Alltag erlebt, nie selbst dort verreisen wollte, habe ich Zweifel, ob diese Verbindung von Walz zu radikalen Islamisten eine Auswirkung auf das Wahlverhalten hat.
Na ja, was ist schon die Ökonomie des Kapitalismus gegen die eigene große Sache? Kennen wir doch irgendwie. In Amerika gibt es deswegen das liberale Waffenrecht. Bei uns gibt es eine kindische Diskussion, ob Messer in Erwachsenenhände gehören. Über das Dritte Reich ist von allen Seiten genug gesagt, aber es gilt trotzdem: Wenn der damalige Führer vor 39 von einem gemäßigten Konservativen abgelöst worden wäre, dann hätte das den Briten und Amerikanern ihre sämtlichen Chancen zur Weltherrschaft vermiest. Rückblickend bewertet hätte die alles andere als den Worst Case nicht gut finden können. So finden auch die gegenwärtig zur Diskussion stehenden Kandidaten in den USA mit Sympathien für Radikales ihren Platz in einem Spiel, von dem sie selber hoffen, dass es zum Guten ausgeht. Aber sie wissen das nicht, niemand weiß es. Sehen Sie, hätte der Saddam Husein den angreifenden Amerikanern ein paar Giftgasbomben verpasst, dann hätte der Bush seine Drohung mit den Atom-Gegenschlag vom Dez. 2002 wahr machen können, und wir hätten heute kein Problem das mit dem Irak zusammen hängt. Das historische Übel ist also eigentlich die gebremste Kriegslust des Diktators. Nägel mit Köpfen machen und Freund bleiben in der Feindschaft. Die Kunst der Künste.
Alptraumhaft finde ich, das ein Mr. Walz in seinem Bundesstaat Schwangerschaftsabbrüche ohne Rücksicht auf das Stadium der Schwangerschaft praktisch bis zur Geburt zulässt !
Lieber Herr Noll, vielen Dank für diese erleuchtende Worte über die demokratische Kandidatur, über die wir in der alten Medien niemals vernehmen würden und mit der die Achse wiederum sein Existenz unter Beweis stellt.
„…vor allem die Vereinigten Staaten, haben eine bekannte Neigung, Kuckuckseier auszubrüten.“, Mir scheint, dass man das deutsche Nest eigentlich schon als Kuckucksnest bezeichnen kann. Ja ich weiß, etwas was es in der Natur nicht gibt. Die vielartigen Kuckuckskinder messern ja nicht nur die autochthonen Wirtskinder aus dem Nest, sie tun es auch untereinander. „Kuckucke sind Brutparasiten, die unfreiwilligen Zieheltern werden Wirtsvögel genannt.“ 80 Prozent der Wirtsvögel gefällt das. Sozusagen double like Komisc, Gleichgültigkeit gegenüber den aus dem Nest zu Tode gestürzten, Duckmäusertum, Freude am Untergang, Hass gegen Andersdenkende? Passt nur zum Teil, aber… Wladimir Iljitsch Uljanow, Kampfname Lenin: „Die Kapitalisten werden uns noch den Strick verkaufen, an dem wir sie aufknüpfen.“
Ich finde im Text Nolls kein einziges „verräterisches“ Originalzitat , sondern eine Aneinanderreihung von Einschätzungen Dritter ( Medien ) . „…Direktor des Middle East Forum’s Islamist Watch, nannte gegenüber der New York Post… “ Erinnert an die Berichterstattung über AfD und Höcke . Unseriös .