David Harnasch (Archiv) / 30.10.2013 / 10:19 / 6 / Seite ausdrucken

Käßmann kritisiert Opferfest

Margot Käßmann empfindet das islamische Opferfest in Deutschland als „Blödsinn”. Das Fest sei gegen alle Grundüberzeugungen der Reformation, sagt die frühere hannoversche Landesbischöfin.

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Bernhard Schiller / 30.10.2013

Halloween ist obskuranter Blödsinn und die Verbindung von Rechtsextremismus und militantem Neuheidentum steht. Von dort führt auch ein Weg zur Gaya-Religion und zum Veganismus, dessen Vertreter auch vor Gewalt nicht zurückschrecken, aber mit Sicherheit ideologische Schwierigkeiten mit dem islamischen Opferfest haben. Die Überschrift ist trotzdem gelungen.

Quentin Denkmal / 30.10.2013

Gegenüber dem Islam wird derzeit keine Stellung bezogen - man kann auch sagen, es wird einfach keine Standpunkt eingenommnen. Einem trügerischen Frieden zuliebe herrschende Probleme vom Islam abzukoppeln (obwohl man hier vielfach vergeblich eine Kupplung dafür sucht), aus ängstlicher Rücksicht die nötige Kritik nicht zu äussern, das dann Toleranz zu nennen, diese Art “Tolleranz” zu einen Art ungeschriebenem Gesetz zu machen (und den Bruch dieses Gesetzes dann auch noch gesellschaftlich zu bestrafen) - das bedeutet nicht einen Standpunkt zum Islam einzunehmen. In Sachen Islam wird zu oft einfach das Wunschbild zur Realität erklärt und Abweichler werden einfach geächtet. Im Gegenzug konfrontiert man mit der Realität nur sehr vorsichtig. Deshalb kritisiert Käßmann auch nicht das Opferfest, sondern wirft sich mutig heldengleich dem künstlich installierten Geldmachfaktor - aber im Vergleich völlig harmlosen Gruselspektakel Halloween entgegen. Die wirklich gruseligen Dinge sind ihr wahrscheinlich zu - gruselig. Solange sie mit Halloween nicht langfristig geplant das schöne christliche Fest Sankt Martin abschaffen wollen (vielleicht weil es die Gefühle einer bestimmten Sorte Andersgläbiger beleidigen könnte, die sich ja auch schon mehrfach über den Nikolaus beschwert haben)  stehe ich persönlich Halloween voll tolerant gegenüber.  Aber eine wahre Christin kämpft halt lieber furchtlos wie eine Löwin gegen brandgefährliche Geister und Dämonen aus dem irisch geprägten Amerika.

Dirk Jäckel / 30.10.2013

Die Heilige aller Bessermenschen, die Lutherbeauftragte Käßmann, ist doch immer wieder urwitzig. Die Aussage, Angst einzuflösen widerspräche dem Geist der Reformation, fand ich angesichts der Juden-, Hexen-, Bauernpredigten des Phobikers Luther und des Genfer Angst- und Überwachungsstaates eines Calvin so zum Brüllen, dass ich fast das Brötchen beim Frühstück ausgespuckt habe.

Jörg Rogge / 30.10.2013

Ja nun, Margot Käßmann halt. Was will man da erwarten? Ist halt der Weg des geringsten Widerstandes, um mal wieder öffentlich einen rauszuhauen. Witzfiguren wie Käßmann sind doch selber dafür verantwortlich, dass kaum einer die zu einem Wohlfühl-Gemischtwarenladen verkommene EKD noch ernst nimmt und manch einer dann halt lieber dem superfiesen Kommerz und superfiesen heidnischen Festen wie Halloween frönt. Selbst schuld.  Ich gehe davon aus, dass in den diversen freikirchlichen Gemeinden (deren Mitgliederzahlen AFAIK im Gegensatz zur EKD steigen) sowohl Halloween als auch das Opferfest (und Empathie für Taliban) wenig Platz haben. Aber die Mitgliedschaft in so einer Kirche mit klaren Prinzipien würde wiederum persönlichen Einsatz verbunden mit Reibereien bedeuten, was mit dem Wohlfühlprinzip einer Käßmann und Göring-Eckardt nicht vereinbar ist. Bloß keinen Konflikt! Den geneigten Halloween-Party People sind die Mahnungen der Tante doch eh egal. Bei einer Äußerung zum Opferfest hätte man von Daniel Bax bis Ditib alle am Hals…wobei die einfache Aussage, dass das Opferfest nicht mit der Reformation kompatibel sei, im Grunde nichtmal islamophob/rassistischt/ evangelikal oder sonstwas ist, sondern eine Tatsache beschreibt. Aber wir wissen ja wie es läuft.

Stefan Petzuch / 30.10.2013

“„(Reformator Martin) Luther wollte Angst nehmen – vor Geistern, Gespenstern, dem Bösen, dem Teufel.” Dazu schreibt die Website zum Reformationsjubiläum, als dessen Botschafterin Frau Käßmann “Martin Luther fühlte sich schon von Kindestagen an vom Teufel, von bösen Geistern und Dämonen verfolgt. Als er sich im Winter 1521/1522 als Junker Jörg unerkannt unter kurfürstlichem Schutz zum Übersetzen der Bibel ins Deutsche auf der Wartburg aufhielt, wurden seine Ängste in der Einsamkeit der dunklen Gemäuer vor solchen Attacken nur noch größer. Für seine Zweifel, Traurigkeit und Depressionen, die ihn immer wieder überfielen, machte er den Teufel persönlich verantwortlich. Sobald es draußen auch nur polterte, er einen Sack voller Nüsse rascheln hörte oder ein schwarzer Hund in seiner Stube auftauchte, glaubte er, der Teufel sei gegenwärtig. Und zur damaligen Zeit gab es in den Burgzimmern etliche Gegenstände aus Holz, oder auch Haselnüsse und Kräuter, in denen die Mäuse spielten.”

Franz Roth / 30.10.2013

Wenn Frau Käßmann auch nur den Hauch einer Ahnung von europäischer Kultur und Geschichte hätte, dann wüsste sie, dass das ursprüngliche Fest, auf den der Halloween-Brauch zurückgeht, das keltische “Samhain” ist, das die Kelten schon im fünften Jahrhundert v. Chr. begingen und zwar jeweils am 31. Oktober eines Jahres, dem keltischen Neujahrstag. Das Wort “Halloween” leitet sich ab von “All Hallows Evening”, dem Abend vor Allerheiligen (“All Hallows Day” oder auch “All Saints Day”) am 1. November eines jeden Jahres. Es handelt sich dabei also um einen Namen katholischen Ursprungs. Aber katholisch ist ja nicht reformiert. Summa: Halloween ist also deutlich weniger “Blödsinn” als das islamische Opferfest.

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