Anabel Schunke / 18.01.2018 / 06:15 / Foto: Pixabay / 35 / Seite ausdrucken

Junger Deutscher liebt Muslima? – kein Fall für KiKA

Der Fall „Diaa“ beschäftigt die sozialen Medien und die Presse. Ausgerechnet der Kinderkanal KiKA hatte im Rahmen seiner Doku-Reihe „Schau in meine Welt“ einen Film über den syrischen Flüchtling, der eigentlich Mohammed heißt und nicht 17, sondern vermutlich schon 20 Jahre alt ist, und seine 16-jährige Freundin Malvina gezeigt. Zunächst begründete sich der Unmut dadurch, dass die mitunter heiklen Aussagen von Mohammed (er wünscht sich unter anderem, dass Malvina ein Kopftuch trägt und zum Islam konvertiert) im Rahmen des Films gänzlich unkommentiert blieben. Später erzeugten vor allem auch die falschen Angaben über Alter und Namen sowie ein Like Mohammeds für die Facebookseite des „Starpredigers“ der deutschen Salafisten-Szene, Pierre Vogel, für Ärger.

Insbesondere nach dem bestialischen Mord an der erst 15-jährigen Mia aus dem rheinland-pfälzischen Kandel empfindet ein großer Teil der Bevölkerung solche Beiträge als geschmacklos und mitunter sogar gefährlich, weil sie die Probleme, die sich aus einem derart unterschiedlichen Verständnis von Liebe und Beziehung sowie generellen Vorstellungen zur Rolle der Frau ergeben, allein durch die Art der Darstellung und fehlende kritische Einordnung verharmlosen – und jungen Mädchen so eine Beziehung zu einem muslimischen Asylbewerber schmackhaft machen würden.

Dass die Dokumentation bereits im November gezeigt wurde, tut bei diesem ohnehin faden Beigeschmack nichts zur Sache. Herzerwärmende Flüchtlings-Lovestories, wie sie vor einiger Zeit bei Gute Zeiten schlechte Zeiten und aktuell bei der guten alten Lindenstraße gezeigt werden, verstärken darüber hinaus den Eindruck, dass hier Frauen etwas angepriesen werden soll, von dem man spätestens seit Ende der 1980er Jahre und dem Buch „Nicht ohne meine Tochter“ weiß, dass die Realität nicht selten mit erheblichen Risiken verbunden ist und oftmals nicht das Geringste mit den romantischen Bollywood-Vorstellungen von Redakteuren und Drehbuchautoren zu tun hat.

Abtrainieren von Vorbehalten und Vorsicht

Die Angst, insbesondere von Eltern, ist berechtigt. Die Verfilmung von „Nicht ohne meine Tochter“ gehört nicht unbedingt zum Filmmaterial, dass man in Zeiten des Multikulti-Dogmas und bedingungslosen Kulturrelativismus jungen Mädchen in der Schule oder gar im Fernsehen in der Primetime zeigt. Stattdessen zeigt der erste Lehrer, unter tatkräftiger Unterstützung der „Medienexpertin“ Maya Götz auf FocusOnline, Interesse daran, die Dokumentation über Mohammed und Malvina in seinem Unterricht vorzuführen. Auf der „guten Seite“ zu stehen, ist heute so leicht. Auf die Gefahren des Multikulturalismus mit Vertretern des Islams hinzuweisen, gilt indes als rassistisch. Vorsicht und die damit einhergehende Bevorzugung eines deutschen Jungen als Partner ist sozusagen voll Nazi.

Es ist das ideologisch auf allen Ebenen von Schule bis Medien geförderte Abtrainieren von kulturell bedingten Vorbehalten, das so vielen Menschen Angst macht und sie angesichts solcher Dokus wütend und verzweifelt zurücklässt. Sofort denkt man wieder an Soopika P., die Flüchtlingshelferin, die mit 22 Messerstichen von einem nigerianischen Asylbewerber auf offener Straße hingerichtet wurde.

An Mia aus Kandel, ebenfalls bestialisch von einem angeblich ebenfalls 15-jährigen Afghanen niedergemetzelt. Die Einordnung dieser Taten als Beziehungstaten soll relativieren. Sie impliziert die Behauptung, dass es so etwas schon immer gab und keinerlei kulturelle Ursachen hätte. Aber eine Beziehungstat schließt kulturelle Ursachen nicht aus. Stattdessen zeigt sie auf, wie muslimisches Ehrgefühl und die Stellung der Frau im Islam das Risiko, Opfer einer solchen Beziehungstat zu werden, um ein Vielfaches erhöht. Was bedeutet das auf lange Sicht für die multikulturelle Gesellschaft?

Die Migrationsforschung geht davon aus, dass sogenannte „Mischehen“ zwischen Einheimischen und Einwanderern ein treffender Indikator für gelungene Integration sind. Verkürzt könnte man sagen: Mit steigendem Grad der Integration, nimmt die Anzahl der Mischehen innerhalb einer Gesellschaft zu. 

Man bleibt lieber unter sich

Insbesondere in Bezug auf Zuwanderer aus dem islamischen Kulturkreis lässt sich jedoch auch über Jahrzehnte hinweg kein signifikanter Anstieg von gemischten Eheschließungen erkennen. Damals wie heute bleibt man lieber unter sich. Was zunächst vor allem von den muslimischen Zuwanderern ausging – das zeigen Diskussionen wie solche um die Beziehung von Mohammed und Malvina umso mehr – wird heute auch von einem zunehmenden Teil der Deutschen hinter vorgehaltener Hand oder auch ganz offen abgelehnt.

Taten wie die in Kandel oder die sich seit Jahren häufenden Berichte von Frauen à la Betty Mahmoody, deren muslimische Männer die Kinder in die Türkei, Marokko oder Tunesien verschleppten, bestätigen dabei die eigenen Auffassung, dass es besser sei, auch als Deutsche lieber untereinander oder zumindest innerhalb des eigenen Kulturkreises zu heiraten.

Seit Jahrzehnten wird von Deutschen die Ablehnung einer Vermischung der Kulturen wahrgenommen, und es entsteht der Eindruck, deutsche Mädchen und Frauen seien für muslimische Männer ausschließlich dazu da, um sich die Hörner abzustoßen, bis die jungfräuliche Importbraut aus dem Heimatland eingeflogen wird. Diese Wahrnehmung hat dazu beigetragen, dass man auch von deutscher Seite im Großen und Ganzen nicht mehr länger an einem Miteinander auf der Ebene der Liebe interessiert zu sein scheint.

Deutscher Mann, muslimische Frau?

Ein weiterer, in der Debatte kaum diskutierter Faktor ist, dass Beziehungen zu Muslimen nicht nur zwischen deutscher Frau und muslimischem Mann zu unüberbrückbaren Problemen bis hin zur roher Gewalt führen können. Warum legt man den Fokus dennoch so sehr auf die ausschließliche Anpreisung von Beziehungen zwischen einheimischen Mädchen und Frauen und muslimischen jungen Männern? Weshalb finden von Schulen und Flüchtlingsorganisationen initiierte Kontaktaufnahmen zumeist nur zwischen jungen männlichen Flüchtlingen und deutschen Mädchen statt?

Zum einen natürlich, weil es kaum alleinstehende weibliche Geflüchtete gibt. Allein in 2016 waren mehr als 2 von 3 Antragsstellern männlich. Diejenigen Frauen, die kommen, sind zumeist verheiratet. Es gilt also primär, die jungen alleinstehenden Männer mit Hilfe von naiven Flirtkurs-Angeboten, aufklärerischen Piktogrammen zum Thema Geschlechtsverkehr und Zusammenkünften mit einheimischen Mädchen fit für den deutschen Heiratsmarkt zu machen, damit sie in der Folge auf weniger dumme Gedanken kommen.

Zum anderen – und dieser Faktor wird bei all den rührseligen, romantischen Geschichten über die Liebe von Flüchtlingen zu Einheimischen unterschlagen – liegt die Fokussierung auf diese Konstellation vor allem daran, dass man in der Variante „deutscher Junge und muslimisches Mädchen“, die ihre Liebe von KiKA oder einem anderen Sender dokumentieren ließen, sofort sein Testament aufsetzen könnte, weil der große Bruder des Mädchens in aller Wahrscheinlichkeit schon auf dem Weg wäre, um beide „abzuknallen“, wie dieser junge Mann in einer Dokumentation von Güner Balci treffend erklärte.

Ebenso wäre es der geflüchteten, unverheiraten Muslima qua Glauben schlichtweg verboten, allzu engen Kontakt mit deutschen Männern zu pflegen. Dass solche Geschichten keinen Platz beim KiKA, GZSZ oder im Unterricht des eifrigen Lehrers finden, liegt auf der Hand. Ein ungeschönter Blick auf das Miteinander mit Muslimen passt in Zeiten der unkontrollierten Einwanderung mit ihren „netten“ Begleiterscheinungen schlicht nicht ins Bild. Immerhin muss man ja der Realität irgendwie positiv entgegensteuern.

Der Altersunterschied ist nicht das Problem

Anders als andere stört mich die Tatsache, dass Mohammed älter als Malvina ist, jedoch weniger. Wer hier von Pädophilie spricht, überspannt den Bogen, denn rechtlich gesehen, ist diese Liebe einwandfrei. Dass Mädchen mit älteren Jungen zu tun haben, ist darüber hinaus auch unter Deutschen nichts Neues, da die Entwicklung von Mädchen und Jungen vor allem in der Pubertät recht unterschiedlich verläuft. Mit perversen Neigungen hat das bei einem Altersunterschied von vier Jahren indes nichts zu tun.

Was uns viel besorgter stimmen sollte, ist der große Rattenschwanz in Bezug auf Fragen der Integration, des Miteinanders, des Vertrauens uns damit der inneren Stabilität einer Gesellschaft, den solche Debatten offenbaren. Die Welle von Migranten seit 2015/16, die zumeist ein noch wesentlich konservativeres Weltbild und eine stärker von Gewalt geprägte Sozialisation mit nach Deutschland bringen, als die türkischen Gastarbeiter und ihre Nachkommen es je taten, vertiefen die Kluft zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen nicht zuletzt auch durch Taten wie in Kandel und den im KiKA gezeigten Vorstellungen von Beziehung noch einmal deutlich. Das Misstrauen, der Zweifel angesichts dieser unkalkulierbaren kulturellen Risiken, der immer schon vorhanden waren und sich nur langsam abbauten, wird nicht weniger, er wird wieder mehr.

Es wird klar: Ein wirkliches Miteinander wird es auch nach mehr als vier Jahrzehnten muslimischer Einwanderung in Deutschland nicht geben. Die kulturellen Differenzen und die mittlerweile beiderseitig weit verbreitete Ablehnung von gemischten Beziehungen und Ehen, die als wesentlicher Indikator gelungener Integration gelten, geben auch auf dieser Ebene Einblick, wie schwer das Miteinander sich tatsächlich gestaltet. Einmal mehr stellt sich dadurch die Frage nach der grundsätzlichen Vereinbarkeit von Islam und Integration von muslimischer Zuwanderung in einer funktionierenden multikulturellen Gesellschaft.

Es stellt sich – zuletzt wie Fall Kandel – die Frage nach dem Risiko, einheimische junge Mädchen in Kontakt mit Flüchtlingen zu bringen. Dabei ist die Vermischung von Einheimischen und Zuwanderern andererseits ein wesentlicher Faktor, an dem die Migrationsforschung eine gelungene Integration festmacht. Hier zeigt sich, dass die kulturellen Differenzen zu groß sind. Es wird weiter ein Nebeneinander  und kein Miteinander geben. Bestenfalls.

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Max Jäger / 18.01.2018

Der Altersunterschied beträgt 6 Jahre, zum Zeitpunkt des Kennenlernens war Malvina 14 und Diaa 20. Es ist also strafrechtlich relevant!

Sabine Herrmann / 18.01.2018

Ich habe das Buch “Nicht ohne meine Tochter” vor über zwanzig Jahren als sehr junge Frau gelesen und es hat mich nachhaltig geprägt. So lehne ich aufgrund dieses und weiterer Bücher zu diesem Thema den Islam persönlich vollkommen ab, was bis Ende 2015 niemanden interessiert hat und keinerlei Einfluss auf mein Leben hatte. Als ich im Herbst 2015 bei Grenzöffnung die jubelnden Deutschen sah, wusste ich, dass die Jubler nicht wissen, was ich weiß und dass sie die Bücher zu diesem Thema nicht gelesen haben. Für meine Meinung zur unkontrollierten Grenzöffnung und die damit folgenden Gefahren wurde ich stark kritisiert. Leider ist es in unserer Gesellschaft zur Gepflogenheit geworden, dass erstmal gehandelt und geurteilt wird, ohne sich im Vorfeld Informationen einzuholen. Die Integration des islamischen Kulturkreises in den christlich geprägten deutschen Alltag ist ein Ding der Unmöglichkeit. Auch zu diesem Thema gibt es umfassend Literatur, die einem persönliche logische Schlussfolgerungen ermöglichen. Wer sich informiert ist klar im Vorteil. Kaum einer hat Zeit zum Lesen. Es müssen schnell Meinungen und Urteile her. Zu einer gesunden gesellschaftlichen Entwicklung führt das nicht. Auch hier wäre ein korrigierendes Eingreifen durch unsere Regierung sinnvoll. Wie an so vielen anderen Brennpunkten in unserem Land, bleibt ein Korrektur und eine Vorbildfunktion unserer Führungskräfte aus. Es ist ein schönes Land mit vielen guten Leuten, was hier in den Dreck gefahren wird. Unsere Großeltern, die das alles aufgebaut haben, rotieren vermutlich derzeit in ihren Gräbern.

Stefan Löbel / 18.01.2018

Wie wäre das? Ein mit zart-romantischer Musik untermalter Beitrag, bei dem ein deutscher, atheistischer ‘Tim’ seine vier Jahre jüngere muslimische Freundin auf nette aber bestimmte Weise dazu auffordert, nach und nach das Kopftuch zu lockern und auch mal ein paar Jungs zu umarmen. Das wäre richtig brisant und der Sender könnte wohl nicht mehr für den Jungen garantieren. So weit, so schlecht. Aber noch weiter gedacht: Man stelle sich vor, das muslimische Mädchen würde von sich aus die gleichen Vorbehalte gegen die liberale Haltung ihres Freundes äußern, wie das deutsche Mädchen in der Doku es tut, gegen die islamisch-konservative Haltung von Dia.  Es wäre also ein Widerwille bei dem imaginären, 4 Jahre jüngeren muslimischen Mädchen mit Kopftuch spürbar. Ich glaube die entsprechende Gemeinde würde rasen, und der Sender könnte nicht einmal mehr für sich selbst garantieren.

Roger Feldkamp / 18.01.2018

Zitat: “Anders als andere stört mich die Tatsache, dass Mohammed älter als Malvina ist, jedoch weniger.” Eine erstaunliche Ansicht, die missachtet, dass nach unserem Strafgesetzbuch unkontrollierte Beziehungen Erwachsener zu Minderjährigen unter gewissen, hier durchaus denkbaren, wenn nicht sogar wahrscheinlich erscheinenden Umständen explizit unter Strafe gestellt sind. Die unreflektierte Anbahnung und Förderung derartiger Beziehungen sollte daher auch unter diesem höchst problematischen, aber allenthalben blindlings ignorierten Aspekt gerade in dem neuralgischen Umfeld der grenzenlos verharmlosten “Refugees-welcome-Euphorie” kritisch begleitet und beobachtet werden.

Rüdiger Kuth / 18.01.2018

Ich weiß aus dem Freundes- und Bekanntenkreis, dass eine solche Verbindung funktionieren kann. Das geht in den mir bekannten Fällen aber nur, weil sich der/die Angehörige des muslimischen Glaubens so weit “zurückgenommen” hat, bis es dauerhaft passt.

Klaus Reichert / 18.01.2018

Ich erinnere mich noch gut daran, wie “Nicht ohne meine Tochter“ in den achtziger Jahren hierzulande aufgenommen wurde: Von der Linken vor allem mit Verärgerung. “Reaktionärer, kitschiger Schund” dürfte es wohl am Besten beschreiben. Es war egal, dass die Geschichte wahr war (zur Ehrenrettung muss man aber sagen, dass ein paar linke Frauen durchaus Verständnis für die Mutter zeigten, die ihre Tochter aus dem Iran “zurückentführt” hatte). Die linke Haltung hatte natürlich mit der Zuneigung zum islamistisch revolutionierten Iran zu tun, der sich der Sowjetunion zuwendete und dem man schon deshalb massive Menschenrechtsverletzungen gerne nachsah, und mit den gleichzeitig unter Ronald Reagan nach Jimmy Carter wieder stramm antikommunistisch und anti - islamistisch ausgerichteten USA. Es zeigte sich aber auch die Ignoranz gegenüber kulturellen Unterschieden, die damals genauso vorhanden war wie heute. Wiedermal nix dazugelernt, kann man sagen.

Heiko Stadler / 18.01.2018

Die Globalisten sollten doch bitte den kulturellen Austausch global und damit auch gerecht zuende denken. Das bedeutet, dass einige Hunderttausend junge Männer aus Europa in die Länder des Nahen Ostens einwandern und sich dort Muslimas zur Frau nehmen.

Matthias Thiermann / 18.01.2018

Was bedeutet das auf lange Sicht für die multikulturelle Gesellschaft? Na, dass es sie nicht gibt. Sie ist eine Chimäre! Der Witz an Kultur ist ja gerade, dass sie eine Einheit, eine Spange bildet. Tut sie das nicht, mag es was anderes sein, nur nicht Kultur. Multikulti, Buntikulti oder Vergleichbares ist also etwas anderes als Kultur.

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