Dieser Text wurde von der Achgut Edition im Sammelband „So geschah es. 7. Oktober. Vor aller Augen.“ zum dritten Jahrestag des Pogroms vom 7. Oktober 2023 herausgegeben, den Sie hier im Achgut-Shop bestellen können.
Die Amsterdamer „Judenjagd“ ist nichts Neues in der Jüdischen Weltgeschichte. Jäger, Rechtfertigung, Anlass, Akteure und Aktionen wechseln – das Jagdobjekt bleibt: Juden. Durch den Zionismus hoffte erst ein kleiner, dann der größte Teil der Judenheit, diesen historischen Kreislauf beenden zu können. Ein Irrtum, denn inzwischen führt der Jüdische Staat in der Welt, wie einst das Diasporajudentum, ein Ghetto-Dasein.
Warum auch sollte sich das geändert haben? Weil wir, zumindest im Westen, in einer mehrheitlich religionsfernen und -feindlichen Ära leben? Die Religionen, Christentum und Islam, waren stets nur die Rechtfertigungsgrundlage für Judenhass. Wechselnde, doch handfeste Interessen der jeweiligen Antisemiten die eigentliche Ursache. So gesehen ist der weltliche Judenhass ehrlicher als einst. Er beruft sich nicht auf den „Lieben Gott“. Anders in der Islamischen Welt, wo gegenwärtig eher mehr als zuvor religionsnah gedacht und gehandelt wird. Ob das dem „Lieben Gott“ – wenn es ihn gibt – heute, wie gestern auch bei Christen, recht ist, sei dahingestellt.
Historisch betrachtet steht fest: Diejenigen Staaten und Akteure, die Juden diskriminiert, vertrieben oder liquidiert haben, schadeten sich früher oder später selbst. Sie hofften, durch Judenjagden und andere Akte der „Nächstenliebe“ ihre Probleme und Krisen zu lösen, um dann feststellen zu müssen, dass sie sich ins eigene Fleisch geschnitten hatten. Das Muster ist historisch bekannt. Der nun wieder aufgeflammte Judenhass ist ein Krisensymptom der die Juden jagenden oder diese gewollt oder ungewollt nicht genug schützenden Gesellschaften.
Weil meistens schwach oder gar wehrlos, waren die Juden in ihrer dreitausendjährigen Geschichte ein bequemes Opfer. Das hat sich durch den modernen Zionismus sowie dessen Verwirklichung, also die Gründung von Neu-Israel im Jahre 1948 und noch mehr seit dem siegreichen Sechs-Tage-Krieg, fundamental verändert. „Der“ Jude wehrt sich. Sogar heftig. Nicht nur in Israel, doch besonders dort. Er präsentiert sich als gelehriger Schüler seiner (nur einstigen?) Jäger im Okzident und Orient. So gesehen sind Zionismus und Israel die Quittung „der“ Juden für die Judenfeindschaft der alt- und nachchristlichen sowie der islamischen Welt.
Heinrich Heine hat das schon vor zweihundert Jahren in seinem Gedicht An Edom geahnt.
Ein Jahrtausend schon und länger, / Dulden wir uns brüderlich, /
Du, du duldest, dass ich atme, / Dass du rasest, dulde Ich. /
Manchmal nur, in dunkeln Zeiten, / Ward dir wunderlich zu Mut, /
Und die liebefrommen Tätzchen / Färbtest du mit meinem Blut! /
Jetzt wird unsre Freundschaft fester, / Und noch täglich nimmt sie zu; /
Denn ich selbst begann zu rasen, / Und ich werde fast wie Du.
Dünnes Eis der Judenfreundschaft
Der vollzogene, reaktive Rollenwechsel vom wehrlosen zum wehrhaften Juden missfällt nicht nur den Jägern. Er missfällt auch denjenigen, die sich gerne – paternalistisch, und, bereits lange vor Amsterdam, nicht gerade erfolgreich – als tolerante Beschützer der Juden verstehen. Durchaus aufrichtig verstehen, es aber nicht können und nicht mögen, dass und wenn sich „der“ Jude anders oder gar heftiger wehrt als es dem Möchtegern-Beschützer gefällt. Sie erklären, wie wenn und wo auch immer Juden Opfer körperlicher oder „nur“ verbaler Gewalt ausgesetzt sind, vom jeweiligen Staatspräsidenten abwärts wie aus der Tonkonserve: „Für Antisemitismus ist bei uns kein Platz.“ Offensichtlich ist Platz, doch der Staat wird seiner nicht Herr. Nur Wenige sind so eindrucksvoll ehrlich wie König Wilhelm der Niederlande. Er räumte unumwunden nach der Amsterdamer Judenjagd ein: Die Niederlande hätten den Juden gegenüber nicht nur im Zweiten Weltkrieg versagt, sondern auch jetzt. Des Monarchen Eingeständnis ist geradezu sensationell mutig, denn es gehört in den Niederlanden zum schlechten Guten Ton, sich mit der Legende zu schmücken, „die“ Niederländer hätten, wie Jan und Miep Gies Anne Franks Familie, nahezu alle Juden vor den NS-deutschen Mördern geschützt.
Im Bild gesprochen: Das Eis dieser Judenfreundschaft war bereits lange vor Amsterdam – und nicht nur in den Niederlanden – dünn. Längst war es gebrochen. Die Judenfeindschaft war nur verdeckt. Womit wir über Amsterdam heute hinaus bei der Vergangenheit und Zukunft wären. Den Strukturen gelte die Aufmerksamkeit, nicht nur Zyklen oder Einzelereignissen.
Lange trauten sich die Täter, Mitläufer und deren Nachfahren nicht, sich offen zu Judendistanz oder -feindschaft zu bekennen. Das war sogar fast sympathisch, denn diese Hemmung dürfte nicht nur, sondern auch auf eine Art gefühlter Urschuld und, daraus abgeleitet, Gewissensbissen – sogar bei den unschuldigen Nachfahren der Täter- und Mitläufergeneration – zurückzuführen sein. Von 1939 bis 1945 war der Tod nämlich nicht nur ein „Meister aus Deutschland“ (Paul Celan), sondern in und aus ganz Europa. Mit willigen islamischen Helfern in und aus Nahost, wo man auch nach 1945 wegen des vermeintlich oder tatsächlich berechtigten Kampfes gegen den jüdischen Staat Israel kein schlechtes Gewissen hatte. In Nahost, besonders in Ägypten und Syrien, tummelten sich zahlreiche alte NS-Kämpfer und Kriegsverbrecher. Sie sonnten sich dort in der Wärme orientalischer Willkommenskultur.
Die christlich-religiöse Judenfeindschaft ist inzwischen bedeutungslos. Ihre Reste sind unerfreulich, aber harmlos. Erstens weil Katholiken und Protestanten ihrem theologisch un- und widersinnigen Antijudaismus abgeschworen haben. Zweitens weil beide Kirchen in Westeuropas nahezu heidnischer Gesellschaft nichts mehr wirklich „zu melden haben“.
Berlins Radikalmuslime bliesen bereits tags darauf zur nächsten Judenjagd
Der „gutbürgerliche“ und „nur“ diskriminatorische Judenhass (jiddisch „der gute, alte Risches“) ist unerfreulich, aber nicht tödlich und wie alle Antijudaismen für den jeweiligen Staat, also die Mehrheit der nichtjüdischen Bürger, schädlich. Weshalb schädlich im Sinne von „den Ast absägen, auf dem man gut sitzt“? Weil „die“ Juden – Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel – aufgrund ihrer rund 2 500 Jahre fortdauernden Tradition der Breitenbildung meistens überdurchschnittlich qualifiziert sind. Funktional ausgedrückt: „Die“ Juden nützen dem jeweiligen Staat. Juden zu diskriminieren, zu attackieren oder gar zu liquidieren ist deshalb – jenseits der Unmoral – selbstverschuldet kontraproduktiv, sprich: dumm.
Noch dümmer in einer Zeit, in der westliche Gesellschaften mehr denn je hochqualifizierte, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur weiter entwickelnde, Steuern zahlende, loyale und friedliche Bürger, gleich welcher Herkunft, mit dem Mikroskop suchen und nicht finden, weil sie nicht kommen oder gar gehen. Massenweise kommen fachlich unqualifizierte Neu-Einwohner. Viele aus radikalislamischen Staaten, wo ihnen Judenhass von Kindesbeinen an eingehämmert wird. Das bedeutet: Die Probleme von innen werden durch diese Zuwanderer verschärft, denn, wie bei jedem Menschen, bedeutet ein Ortswechsel ihres Körpers keine Veränderung ihrer Seele, Sorgen oder Wünsche. Diese Zuwanderung ist eine Folge der Entkolonialisierung des Orients, der dortigen Nachfolgekriege sowie der wirtschaftlichen Anziehung Europas. Durch die demografische Verflechtung mit der Islamischen Welt wurde Europa zu ihrem Nebenschauplatz, zur Zweiten Front. Nicht zuletzt ihrem Kampf gegen Israel und „die“ Juden.
Der islamische Judenhass wird aus zwei Quellen gespeist: Erstens aus dem traditionellen Islam sowie zweitens seit dem späten 19. Jahrhundert aus dem Kampf gegen Zionismus und Israel.
Die demografische Gegenwart ermöglicht diese Prognose: Dem 7. November 2024 werden „Neue Amsterdams“ folgen. Weltweit. Berlins Radikalmuslime bliesen bereits tags darauf zur nächsten Judenjagd.
Judenfreundliche Politik rächt sich am Wahltag
Nicht aus Dummheit, gar Judenhass oder Mitmenschlichkeit, wurden vor allem Muslime in westliche Länder geholt, sondern in der Hoffnung, die neuen Nächsten schnell funktional und wertbezogen anlernen sowie lebensgewohnheitlich angleichen zu können. So menschenfreundlich wie hinausposaunt war die westliche Willkommenskultur freilich nicht. Quantitativ, doch nicht funktional-qualitativ füllen diese wenig qualifizierten Migranten die demografische Lücke der westlichen Gesellschaften. Sie werden ökonomisch-funktional, meist für niedere Arbeiten, gebraucht, menschlich erwünscht sind sie, allen Schönrednern zum Trotz, nicht. Und, o Wunder, die Nur-Gebrauchten merken es. Sie suchen den und die Schuldigen und – wie könnte es anders sein? – sie „wissen“ aus der selbst oder von den Eltern erlebten alten Heimat sowie aus dem Koran und der mündlichen Überlieferung, dass hinter dem und den Bösen „die“ Juden stecken. Kontrafaktisch ist diese Annahme, denn „die“ Juden Europas hielten aufgrund ihrer eigenen Geschichte muslimische Migranten, besonders Flüchtlinge, für Schicksalsgenossen.
Viele der muslimischen Migranten sind bereits neue Staatsbürger, also Wähler. Wieder ermöglicht die Demografie eine Prognose zur Zukunft unserer Demokratie. Aus den vielen muslimischen Wählern von heute werden morgen noch mehr und übermorgen wieder mehr. Wähler entscheiden in Demokratien, und viele Wähler entscheiden mehr. Politiker, die Mehrheiten anstreben und Wünsche muslimischer Wähler ausschlagen, (sind oder werden?) nicht mehrheitsfähig. Juden- oder gar israelfreundliche Politik rächt sich am Wahltag. Morgen noch mehr als heute. Das bedeutet: Dem heutigen Amsterdam folgen auch deshalb weitere.
Soweit rationale Aspekte. Weil der Mensch eher emotional gesteuert ist, obsiegt selbst beim braven Bürger das Gefühl. Und dabei schneiden „die“ Juden – seit jeher aus den verschiedensten Gründen, und man findet immer welche – schlecht ab. Sie gelten – machen wir uns nichts vor – wieder oder immer noch als „anders“.
Und, ja, die meisten Juden, besonders in Israel, sind „anders“, nämlich wehrhaft. Die westeuropäischen Gesellschaften sind gerade diesbezüglich ganz anders programmiert. Hier ist die Gesellschaft strukturell pazifistisch und Wehrhaftigkeit negativ besetzt. Als Folge von Weltkriegen und Holocaust. Auch genau aus diesen Gründen sind „die“ Juden anders, also wehrhaft. Sie sagen „Nie wieder Opfer!“ Ihre postchristlichen und postheroischen, nennchristlichen Mitbürger sagen „Nie wieder Täter! Direkt oder indirekt!“
So rutschen brave Bürger in den Antijudaismus
Beide Seiten haben die aus ihrer Sicht richtigen Lehren aus der Geschichte gezogen. Ironie der Geschichte: Gerade deshalb verstehen sie einander nicht. Wie einst, doch „ich werde fast wie du“. Bei Heine fast, bei den „Israelkritikern“ und -feinden: Ohne fast. Und in der Judenhass-Propaganda: „Wie die Nazis“. Eine historisch-faktische und moralische Ungeheuerlichkeit. Sie entlastet das schlechte Gewissen. Gestern, heute, morgen. Das schlechte Gewissen wird zusätzlich durch die scheinbar menschenfreundliche Willkommenskultur entlastet: Anders, und eben besser als „damals“ die eigenen Vorfahren unter der Nazi-Fuchtel nehme man den Anderen, gar Fremden, freundlich auf und schütze ihn vor den Diktatoren seiner Herkunftsregion.
So also rutschen brave Bürger in den Antijudaismus. Dessen heute dominante Variante ist der Antiisraelismus. Weshalb ist Antiisraelismus bzw. Israelkritik antijüdisch? Weil dabei nicht nur die jeweilige Person, Koalition oder Organisation, wie in Demokratien üblich, kritisiert, sondern die Existenzberechtigung des Staates bestritten wird. Netanjahu-Kritik ist keine Israelkritik. Israelkritik ist liquidatorisch, Netanjahu-Kritik geradezu obligatorisch. Auf Deutschland übertragen: Den Bundeskanzler zu kritisieren, gehört zum demokratischen Alltag. Deutschland-Kritik zielte dagegen auf das, was manche dem Morgenthau-Plan für das Nach-NS-Deutschland unterstellten: die Auslöschung Deutschlands als Staat.
Warum (be)trifft Antiisraelismus bzw. Israelkritik die Juden insgesamt? Weil, wo, wenn und solange es Antijudaismus gibt, Juden als jüdische Minderheit, also im Staat, gefährdet sind. In Israel sind sie zwar von außen gefährdet, doch nicht als Minderheit, denn im Jüdischen Staat sind die Juden Mehrheit. Auch deshalb wäre ein binationaler jüdisch-arabischer Staat die Wiederherstellung der nachweislich meist judenmörderischen Diasporasituation, also langfristig jüdische Selbstauslöschung.
Das sieht die Mehrheit in Welt und Westen ganz anders. Amsterdam als Chiffre und Israelkritik werden daher bleiben und wiederkommen. Diese These wird durch folgende Tatsachen erhärtet: Der Krieg Hamas / Palästinenser – Israel ist welthistorisch weit mehr als ein regionaler Konflikt. Er wird in der nach- bzw. postkolonialen Welt als Kampf der einst Kolonisierten gegen die einstigen Kolonialherren geschildert und deshalb so wahrgenommen. Israel wird dabei als später oder letzter Kolonialist oder als Speerspitze, andere sagen: als Nachhut der Kolonialisten beschrieben. Das ist zwar historisch-faktisch falsch, doch Wahrnehmung wirkt mehr als Wirklichkeit.
Moral ohne Wissen führt Moralisten in die Sackgasse
Kolonialismus gilt in der westlichen Welt – zurecht! – und nicht nur, doch ganz besonders bei Linken und Linksliberalen, als absolut verwerflich. Wer hier gegen den einstigen Kolonialismus ist, verdammt folgerichtig und moralisch überzeugend jeglichen wenn oder wo bestehenden, faktischen oder kontrafaktisch unterstellten Kolonialismus. Moral in der Politik und Politikbewertung ist eine lobenswerte Urtugend. Doch Moral ohne Wissen führt selbst Moralisten in die Sackgasse. Mehr und viel Wissen ist allerdings kein Garant gegen Judenhass. Besonders unter den formal Gebildetsten, besonders an Universitäten, fand und findet man überzeugte oder aus Opportunismus mitlaufende Judenhasser. Harvard, Columbia, Oxford, Cambridge, Paris, Berlin. Daraus folgt: Selbst die bisherigen Millionen-oder-Milliardenbeträge für Bildungsprogramme gegen Antisemitismus verhindern keine Judenjagden.
Daraus folgt: Der Krieg gegen den Westen wird von und mit weiten Teilen des Westens geführt. Aus Selbsthass vieler, besonders linker und linksliberaler Westler. Dabei verbündet sich die Westlinke, meist ideologisch, verbal-legitimatorisch, doch nicht selten auch gewalttätig, mit muslimischen Judenhassern. In Frankreich nennt man diese eigentlich in sich widersprüchliche bzw. antagonistische Allianz „Islamogauchistes“.
Nur wenn drei Voraussetzungen erfüllt sind, wird es kein oder nur selten ein „neues Amsterdam“ geben. Erstens wenn erkannt wird, dass „die“ Juden jeder Gesellschaft funktional nützen. Echte, verinnerlichte, moralische Toleranz gegenüber Juden dürfte unerreichbar bleiben. Funktionale Toleranz liegt im wechselseitigen Interesse, nicht zuletzt im muslimischen. In Europa ebenso wie in der Islamischen Welt.
Zweitens wird es kein „neues Amsterdam“ oder deutlich weniger geben, wenn die westliche Welt nicht nur über „westliche Werte“ spricht. Entsprechendes Handeln ist zwingend erforderlich. Erst dann werden Leben und Würde des Menschen unantastbar. „Die Würde des Menschen ist unantastbar“, besagt Artikel 1 des deutschen Grundgesetzes. Das steht nur auf dem Papier, es ist ein frommer Wunsch. Der Wunsch wird Wirklichkeit, wenn jenes Ist ohne taktisch-politische Rücksichten durchgesetzt und unsere Demokratien nicht nur verbal, sondern wirklich wehrhaft werden. Dafür muss eine dritte Voraussetzung erfüllt werden: Das Ende des antidemokratischen West-Hasses der sogenannten Populisten von rechts sowie des West- und nachkolonialistischen Selbsthasses von Linken und Linksliberalen.
Alle drei Voraussetzungen sind eher fromme Wünsche als realistische Perspektiven. Daraus folgt: Dem 7. November 2024 werden noch viele andere „neue Amsterdams“ folgen.
Dieser Text erschien zuerst in der Neuen Zürcher Zeitung vom 25.11.2024.
Michael Wolffsohn ist Historiker und war von 1981 bis 2012 Professor an der Universität der Bundeswehr. Geboren 1947 in Tel Aviv als Kind deutscher Juden, die 1954 nach Berlin zurückkehrten. 1967 ging Wolffsohn nach Israel, um in der israelischen Armee als chajal boded („lone soldier“) seinen Wehrdienst abzuleisten. Studium in Israel, den USA und Deutschland, wo er Hochschullehrer wurde und blieb. Er lebt in München, ist Autor zahlreicher Bücher (Eine andere Jüdische Weltgeschichte, Wem gehört das Heilige Land? u. a.), veröffentlicht in führenden deutschsprachige Medien (FAZ, NZZ, Die Welt u. a.) und gilt als eine der bedeutendsten Autoritäten zu Fragen jüdischer und neuer deutscher Geschichte im deutschen Sprachraum.
Im Achgut-Buchshop erhältlich:
„So geschah es. 7. Oktober. Vor aller Augen.“ von Chaim Noll, Simone Schermann (Hrsg.), Achgut Edition 2026, hier bestellbar.

Danke. Der Heine-Text ist wunderbar. – Anmerkung: Genauso wie die Freundschaft zwischen Juden und Nichtjuden in diesem Text als Irrtum behandelt, zumindest aber mit maximaler Skepsis beurteilt und nur auf wehrhafter Augenhöhe für möglich gehalten wird, so täuscht sich die islamophile Linke gewaltig in ihrer Freundschaft mit den Palästinensern und anderen Israel-Hassern. Diese Freundschaft hält exakt so lange, wie die Linke diesen Leuten nützlich ist, keine Sekunde länger. Der politische Islam ist ein reißender Tiger; er tötet, sobald er kann, seine Konkurrenten zuerst.
Europas geistesgestörtes Verhalten ist irgendwie ein Betrug/Verrat auch an denjenigen Millionen längst verstorbenen, oft jungen Kämpfern, die in der Vergangenheit mit Gewalt in/innerhalb Europas eindringende/sich verbreitende Radikale wie Nazis/gewaltbereite Muslime (zweites über Jahrhunderte) abgewehrt und dabei oft ihr Leben oder ihre Gesundheit geopfert haben. Heute muss man konstatieren: Das Ganze war aus heutiger Sicht völlig umsonst. Wir heutigen Europäer laden die radikalsten Islamisten zu uns ein, finanzieren ihre Vermehrung, belächeln ihre brutalen Männlichkeits-, Vergewaltigungs- und Tötungsrituale, ihre alltäglichen Allmachtsfantasien und -ansprüche als Folklore und kulturelle Eigenheit, ebenso ihre selbstverständliches, freiheitsfeindliches Auftreten als überlegene Gruppe gegenüber allen anderen, trotz durchschnittlich je nach Gruppe lausiger Performance. Wer hat uns ins Gehirn geschissen, hätten wir als Kinder gefragt? Kann man das heilen? Wenn nicht, hoffe ich, dass irgendjemand rechtzeitig ein paar Atombomben auf Europa wirft, um potentielle Nachahmer vor ähnlichem, geisteskranken, suizidalem Verhalten zumindest abzuschrecken. Danke.
„Viele der muslimischen Migranten sind bereits neue Staatsbürger, also Wähler“
Das ist kein deutsches Phänomen, sondern ein westeuropäisches. Also überall dort, wo sich die Sozialdemokratie in den 1960er Jahren neue Betätigungsfelder suchen musste, weil die Arbeiter nicht mehr mitziehen wollten.
@Lutz Herrmann … Lesen Sie entweder die Jüdische Allgemeine & benutzen Sie Ihre eigene Erinnerung. Wann hat sich der Zentralrat jemals migrationskritisch geäußert? Ob Baum, ob Cohn-Bendit, ob Friedman, alle waren schon immer merkelhörig.
„Nicht aus Dummheit, gar Judenhass oder Mitmenschlichkeit, wurden vor allem Muslime in westliche Länder geholt, sondern in der Hoffnung, die neuen Nächsten schnell funktional und wertbezogen anlernen sowie lebensgewohnheitlich angleichen zu können.“ --- Aus meiner Perspektive ist das bodenloser Blödsinn!
Es ist doch seit 1400 Jahren offensichtlich, dass die islamische „Kultur“ eine Kultur des Raubens, Mordens und Vergewaltigens war, ist und immer sein wird!
Die Lesebriefe lesend überkam mich wieder Fassungslosigkeit. Ich dachte nicht daran, dass Antisemitismus eine selbstverschuldete Kollektiverkrankung ist, mit der man zur Selbstreflektion nur so weit fähig ist, als man ausrufen kann: Eine Kollektivschuld gibt es nicht!
Und es gibt schliesslich die Juden in Amerika und Friedman und Knobloch und die haben den Moslem hergeholt und jammern linksliberal rum. Nur den einzigen Antisemiten kenne ich auch nicht. Okay.
Vielen, vielen Dank an den Autor für die erhellenden Gedanken und an Achgut für die Veröffentlichung dieses Textes.