Chaim Noll / 03.12.2023 / 12:00 / Foto: Achgut.com / 33 / Seite ausdrucken

Judenhass im Islam – Von der Entstehung des Koran bis zur Hamas (1)

Es führt eine deutlich sichtbare Linie vom Judenhass des Propheten Mohammed und die islamischen Überlieferungen über die Unterwerfung der Juden unter die „dhimma“ bis zum mörderischen antisemitischen Terror der Hamas, die sich wiederum in ihrer Charta auf die alten Schriften beruft. Ein historischer Abriss. erster Teil.

In den Auseinandersetzungen um den Islam, seinen Charakter und seine Auswirkungen auf unser Leben verweisen Muslime und westliche Islam-Freunde auf das angeblich tolerante Wesen dieser Religion im Umgang mit den Juden, die rund 1.300 Jahre unter muslimischer Herrschaft gelebt haben. Im Unterschied zu den christlichen Judenverfolgungen dieser Periode, die im europäischen Bewusstsein präsent und viel erwähnt sind, geht man – schon mangels gegenteiliger Darstellungen – von einer erträglichen Lage der Juden in den verschiedenen islamischen Reichen aus. Ein Grund für diese Sicht liegt erstens in der bei westlichen Intellektuellen verbreiteten Neigung, das Christentum kritischer zu sehen als den Islam. Zweitens begünstigt die lückenhafte, jeden kritischen Ansatz scheuende islamische Historiographie das nachträgliche Beschönigen der Vergangenheit.

Anders als islamisches geht modernes westliches Denken davon aus, dass historische Katastrophen nicht durchweg „Schicksal“ sind, sondern durch menschliche Entscheidungen herbeigeführt werden. Dass es folglich gilt, diese Entscheidungen im Angesicht ihrer Folgen zu überdenken und, falls es es nachteilige, aus heutiger Sicht nachteilige Entscheidungen waren, die ihnen zugrundeliegenden Fehlhaltungen aufzuspüren, um Defekte in der eigenen Struktur zu erkennen und heilsame Korrekturen einzuleiten.

Ein Beispiel für diese Fähigkeit ist die Veränderung, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts das Verhältnis der Kirchen zu den Juden erfuhr. Sie entstand aus der vom Schock der Shoah ausgelösten Erkenntnis, dass christlicher Judenhass nicht nur den Juden, sondern auch dem Christentum schadet. Schon 1952 begann Papst Pius XII. eine Untersuchung aller katholischen Schulbücher und erzieherischen Texte auf ihren judenfeindlichen Gehalt. Unter Johannes XXIII. wurde damit begonnen, judenfeindliche Passagen aus Gebetbüchern und liturgischen Texten zu entfernen. Der Durchbruch gelang 1965 mit der vom Zweiten Vatikanischen Konzil verabschiedeten Grundsatzerklärung Nostra Aetate. In den von Paul VI. veröffentlichten „Richtlinien“ wurde dem Judenhass abgeschworen, da „die geistlichen Bande, die die Kirche mit dem Judentum verbinden, jede Form des Antisemitismus (…) als dem Geist des Christentums widerstrebend verbieten“. In diesem Sinne sagte sich auch der Lutherische Weltbund 1983 offiziell von jeglichem Antijudaismus los. 1982 folgte der Ökumenische Rat der Kirchen, 1987 die Presbyterianische Kirche mit Erklärungen zur tiefen Gemeinsamkeit des Anliegens von Juden und Christen in der Welt. Alle diese Erklärungen belegen die Gedankenarbeit, die binnen weniger Jahrzehnte zu einem Wandel in der Haltung der europäischen Christenheit gegenüber den Juden führte. Zu den zitierten Erklärungen der Kirchen gibt es bisher nichts Vergleichbares von islamischer Seite.

Verdrängung  in der islamischen Historiographie

Noch immer ist der Umgang islamischer Gesellschaften mit problematischen historischen Ereignissen weitgehend von Verdrängung und Verleugnung bestimmt. Das wohl eklatanteste Beispiel ist die Unfähigkeit der Türkei, den 1915 begangenen Völkermord an den Armeniern einzugestehen. Staatliche Gesetze verbieten die öffentliche Diskussion dieses Genozids. Historiker, Schriftsteller, Journalisten, die sich damit beschäftigen, werden strafrechtlich verfolgt oder – wie 2007 der armenische Autor Hrant Dink – von Fanatikern getötet. Was das Verhältnis zur eigenen Geschichte betrifft, herrschen in islamischen Gesellschaften vollkommen andere Standards, auch andere Absichten als in westlichen. Nur einzelne, meist im Westen lebende Dissidenten vertreten eine kritische Haltung zur Geschichte ihres betreffenden Landes, unter Umständen auch zum Verhältnis des Islam zu den Juden, nicht selten unter Lebensgefahr und ohne in den muslimischen Ländern bisher ein größeres Echo zu finden.

Zunächst besteht hier ein theologisches Problem: Die islamische Theologie – anders als die jüdische und christliche – geht nicht generell von einer Eigenverantwortung des Menschen für seine Handlungen aus. Allah gesteht seinen Geschöpfen keine Freiheit der Entscheidung zu wie der biblische Gott, folglich gelten alle Taten der Muslime, auch ihre Untaten, als „gottgewollt“. Ferner bleibt die islamische Männergesellschaft weitgehend von der muruwa bestimmt, der archaischen Tugend-Tradition von Tribalismus, Gruppenehre und Gewalt, die Mohammed in beständigem Antagonismus zur biblischen Botschaft in sein System übernommen hat. Folglich ist auch das Geschichtsbild islamischer Gesellschaften apologetisch befangen, im Sinne von Selbstgefälligkeit einerseits und Herabwürdigung des jeweiligen „Gegners“ andererseits.

Trotz solcher historiographischer Defizite lässt sich weitgehend ermitteln, wie die Haltung islamischer Herrscher, Verwaltungen und Bevölkerungen gegenüber den auf ihrem Territorium lebenden Juden gewesen ist und durch welche religiösen Vorschriften, gesetzlichen Regelungen und gesellschaftlichen Verabredungen sie geprägt wurde. Bereits der Koran enthält zahlreiche Passagen, die sich mit den Juden, ihrer Religion und ihrer Geschichte beschäftigen, und weitere, die den Muslimen vorschreiben, wie sie sich gegenüber Juden verhalten sollen. Auch der hadith, die Sammlung der Sprüche und Taten Mohammeds, äußert sich zum Thema und das über Jahrhunderte entstandene System der Rechtsbestimmungen (sharia und fiqh). Hier soll das Phänomen Judenhass im Islam als historisches Kontinuum betrachtet werden: seit der von Mohammed und der Koran-Entstehung bestimmten islamischen Frühzeit, durch die Jahrhunderte der Existenz jüdischer Minderheiten in islamischen Reichen, die von der sogenannten dhimma, dem „Schutzvertrag“, geregelt war, bis zum Untergang des letzten islamischen Großreichs, des osmanischen, und der fast zeitgleichen Entstehung des neuen jüdischen Staates.

Judenhass im Koran und zu Lebzeiten Mohammeds

Aus Judäa vertriebene oder ausgewanderte Juden lebten in Mohammeds Tagen seit rund einem Jahrtausend auf der arabischen Halbinsel, betrieben hochkultivierte Landwirtschaft, Handwerk und Handel, hielten die Torah-Gebote, studierten und lehrten. In den ersten Jahrhunderten christlicher Zeit führte die restriktive römische Besatzungspolitik zur weiteren Immigration von Juden und Christen in arabische Gebiete. Es gab zahlreiche christliche Gemeinden in der Region, die großen Städte waren oft Bischofssitze. Viele Beduinenstämme der arabischen Halbinsel gerieten unter den Einfluss biblischen Gedankenguts, Konversionen ganzer Stämme zu Juden- und Chrtistentum sind zahlreich belegt. Unter dem Namen allah, abgeleitet vom alten hebräischen Gottesnamen al, wurde bald auch von den Arabern der Halbinsel ein alleiniger, allvermögender Ein-Gott angebetet und das geistige Milieu in Medina und Umgebung zunehmend von biblischem Gedankengut dominiert, sei es aufgrund der Bedeutung der dort lebenden Juden und Christen, sei es aufgrund der Faszination, die von der jüdisch-christlichen Religion ausging. Um 610 begann auch ein gewisser Mohammed vom Beduinenstamm Quraish öffentlich als Prediger für diesen Gott zu wirken.

Wie sehr sich Mohammeds Lehre aus biblischem Gedankengut nährte, hat Abraham Geiger (der spätere Begründer des deutschen Reform-Judentums) in seiner 1833 veröffentlichten Dissertation „Was hat Mohammed aus dem Judenthume aufgenommen“, einer gründlichen sprachwissenschaftlichen Studie, ausführlich nachgewiesen. Geiger kommt zu dem Ergebnis, es sei Mohammeds Absicht gewesen, „recht Vieles dem Judenthume zu entlehnen und seinem Korane einzuverleiben“. Fast das gesamte erzählerische Material des Koran ist der Bibel oder anderem jüdischen und christlichen Schrifttum entnommen, wobei Mohammed – nach Geigers Meinung vermutlich Analphabet – seine Kenntnisse durch Hörensagen erwarb und keinen Unterschied zwischen Bibel, Mishnah, Gemara, Midrasch oder christlichen Texten zu machen wusste, „für ihn also alles gleichen Wert haben musste, alles biblisch hieß“. Der Vorwurf des Plagiats wurde dem Prediger daher bereits zu Lebzeiten gemacht, zuerst von seinen arabischen Zuhörern, worüber sich Mohammed im Koran an zahlreichen Stellen beklagt. Zugleich trug er dem Druck seines arabisch-nomadischen Publikums Rechnung und adaptierte das biblische Material, das er in seinen Predigten vortrug, im Sinne ihres Rezeptionsvermögens.

Zunächst deklarierte er sich selbst zum Verteidiger der Lehre gegen ihre ungehorsamen Schüler, Juden und Christen, die zwar „das Buch“ vor ihm empfangen hätten, aber für das Nicht-Befolgen seiner Botschaft „verflucht“ worden wären (Sure 5, Vers 13 u.a.). Im gleichen Maße, in dem Mohammed einem unwissenden nomadischen Publikum die Essenz biblischer Gedanken als eigene Botschaft verkündete, vollzog er die Abgrenzung von Juden und Christen, denen er sie verdankte. In Sure 2, Vers 59 wird Juden und Christen zwar noch zugestanden, dass sie unter Umständen an der göttlichen Gnade teilhaben können, doch schon Vers 107 derselben Sure spricht beiden die Berechtigung ab, die Orte des Gebets zu Gott weiterhin aufzusuchen, da sie diese für die Anhänger der wahren Lehre „schändeten“. Die Behauptung, die bloße Anwesenheit von Nicht-Muslimen bedeute für Muslime eine Gefahr, stützt sich auf Sure 2,191, wonach eine von „Ungläubigen“ ausgehende „Verführung schlimmer (sei) als Töten“. Sie wird zu einem Leitmotiv des Koran, um von nun an den gewaltsamen Angriff auf „Ungläubige“ als Akt der Verteidigung zu deklarieren.

„Ungläubige“ oder „Leute des Buches“?

Viel umstritten in der heutigen Diskussion um den Islam bleibt die Frage, ob die Juden in der Darstellung des Koran „Ungläubige“ oder, wie islamische Apologetik behauptet, privilegierte „Leute des Buches“ sind, denen die zahlreich im Koran aufgeführten grausamen Strafen für Ungläubige erspart bleiben. Vor allem Sure 5 setzt sich mit den Juden auseinander, die in einigen Versen als die früheren Inhaber der Lehre und „Volk des Buches“ hervorgehoben, in anderen, etwa Vers 85, den „Ungläubigen“ gleichgestellt werden: „Du wirst mit Sicherheit entdecken, dass die größten Feinde der Gläubigen die Juden und die Götzenanbeter sind“.

Dass diese Verwerfung der früheren Inhaber „des Buches“ zugleich eine Aneignung ihres geistig-religiösen Eigentums bedeutet, gibt Vers 62 derselben Sure zu erkennen: „Oh Gläubige, nehmt euch niemals die zu Freunden, denen das Buch vor euch gegeben wurde, und die Ungläubigen, die eure Religion mit Spott bedenken“. Die Religion des Buches ist hier bereits „eure“, also in den Besitz der Anhänger Mohammeds übergegangen, während ihre früheren Eigentümer von nun an mit den „Ungläubigen“ gleichgestellt sind. Sure 48 (betitelt „Sieg“) erklärt Torah und Evangelien zu Schriften, in denen nicht Juden oder Christen, sondern die Anhänger Mohammeds dargestellt würden (Vers 29). Auch einzelne Gestalten wie Stammvater Abraham werden dieserart übereignet; Sure 3, Vers 60 erklärt, er sei „weder Jude noch Christ, sondern Muslim“ gewesen. In Suren 2,135 und 3,67 heißt es, der Islam sei die Religion Abrahams, somit die einzig wahre für alle, die von ihm abstammen, weshalb Juden und Christen Abtrünnige vom Islam, folglich zu Bestrafende sind.

Nicht nur der Stoff der koranischen Predigten war den religiösen Büchern der Juden entnommen, sondern auch der Prozess der Niederschrift ohne jüdische Hilfe undenkbar. Unter den Arabern von Medina und Umgebung gab es zahlreiche jüdische Konvertiten, zu denen vermutlich auch Waraqah ibn Naufal ibn Asad zählte, ein Vetter der Khadija, der ersten Frau Mohammeds, der einem hadith zufolge als erster Mohammeds Offenbarungen niedergeschrieben haben soll. Dieser erste Schreiber Mohammeds, heißt es im hadith, hätte „die hebräische Schrift“ beherrscht und aus „den Evangelien in Hebräisch abgeschrieben, was Allah gefiel, das er schreiben sollte“. Geiger belegt ausführlich, dass die meisten „Begriffe, Ansichten, sittlichen und gesetzlichen Bestimmungen, Lebensansichten und Geschichten“ des Koran aus biblischen oder anderen jüdischen oder frühchristlichen Quellen stammen, mit Ausnahme derjenigen Konzepte, die Mohammed mit Rücksicht auf sein arabisches Publikum aus der muruwa, dem traditionellen arabischen Sittenkodex, übernahm, welcher, wie später Ignaz Goldziher zeigte, dem biblischen (din) oft diametral gegenübersteht, woraus sich ein Großteil der inneren Ambivalenz des Koran erklärt. 

Der Prophet lässt Juden massakrieren

Aus Mohammeds tiefer Abhängigkeit von jüdischem und christlichem Gedankengut resultierte sein wachsender Hass auf Juden und Christen: im Zuge eines Vorgangs radikaler Emanzipation und Abgrenzung von den Quellen, schließlich ihrer Verleugnung oder, wie Geiger es nennt, ihrer „Bestreitung“. Mohammeds Judenhass findet Ausdruck in Unterstellungen und Beschuldigungen im Koran-Text, die bis heute einen Vorwand für Aggression und Gewalt gegen Juden abgeben, zum Beispiel, wie Geiger aufführt: „die Juden seien Feinde der Moslemen (Sure 5,85), hätten Propheten umgebracht (2,58; 5,74) (…), haben die Bibel verfälscht (2,73 u.v.a. St.), bauen Tempel auf Gräbern der Propheten (Sunna 70ff.)“ und – um dieser Aufzählung ein absurdes Detail hinzuzufügen – beteten schriftwidrig einen Gottessohn an, nämlich Ezra (Sure 9,29). Die letzte Anschuldigung dient zur Legitimation eines (im selben Vers ausgesprochenen) Gebots, die Juden zu „bekämpfen“.

Der zweite Grund für Mohammeds Judenhass sei, wie Geiger meint, seine Absicht gewesen, „eine Vereinigung aller Glaubensansichten zustande zu bringen“, eine Art Weltreligion oder religiös verkleidetes Konzept der Weltherrschaft, „und niemand stand ihm hier mehr im Wege als die Juden mit ihren (biblischen) Gesetzen.“ Denn Mohammed „liebte die altarabischen Sitten und hielt an ihnen; gerade umgekehrt die Juden, die auf Erfüllung der Gesetze das meiste Gewicht legten.“ Dieses religiöse Dilemma des Islam, der „tiefe und der Vermittlung unfähige Gegensatz“ zwischen dem Ehrenkodex der arabischen Männergesellschaft und den ethischen Konzepten der Bibel wurde später von Ignaz Goldziher in seinen „Muhammedanischen Studien“ genau untersucht. Trotz der vielen judenfeindlichen Stellen in Koran, Hadith und anderen islamischen Grundlagentexten, die Geiger aufführt, von denen jedoch hier nur einige erwähnt werden konnten, behaupten Islam-Anhänger eine im Koran spürbare Auszeichnung der Juden als „Volk des Buches“. In Wahrheit benennen die betreffenden Stellen höchst fragwürdige Ehren, etwa die, dass Frauen und Töchter von Juden – anders als die Frauen anderer „Ungläubiger“ – den muslimischen Eroberern zur Ehe und Aufnahme in den Harem erlaubt sind (Sure 5,5). Auch das Land der besiegten Juden ist wert, von den siegreichen Muslimen okkupiert zu werden, ferner ihre Wohnstätten und all ihr Besitz (Sure 33,27). 

Zu den ersten, die Mohammed seiner neuen Lehre opferte, gehörten die Juden von Medina. Die Männer wurden im Jahre 627 in einem Blutbad beseitigt, ihre Frauen, Kinder, Häuser und sonstiger Besitz unter den Muslimen aufgeteilt. „In der Nacht wurden quer über den Marktplatz der Stadt Gräben ausgehoben, groß genug, um die Leichen der Männer aufzunehmen“, schreibt Sir William Muir in seinem Buch über die Entstehung des Islam.

 „Am Morgen befahl Mohamed, der selbst zu den Zuschauern der Tragödie gehörte, dass die männlichen Gefangenen in Gruppen von je fünf oder sechs herbeigeführt würden. Jede Gruppe hieß man in einer Reihe am Rand des Grabens niedersitzen, der bestimmt war, ihr Grab zu werden, dort wurden ihnen die Köpfe abgeschlagen und die Leichen hinabgestoßen (…) Die Schlächterei, die am Morgen begonnen hatte, dauerte den ganzen Tag und wurde bei Fackelschein bis in den Abend hinein fortgesetzt. Nachdem er so den Marktplatz mit dem Blut von sieben- oder achthundert Opfern getränkt und den Befehl erteilt hatte, die Erde über den Leichen zu glätten, ließ Mohamed das furchtbare Schauspiel hinter sich, um bei den Reizen Rihanas Trost zu finden, deren Mann und männliche Verwandte gerade in dem Massaker umgekommen waren.“ 

Unterwerfung und Tributzahlung

Die weitläufige jüdische Siedlungsgemeinschaft Chaibar, etwa 150 Kilometer nördlich von Medina, in manchen Quellen „Land“ oder „Reich“ genannt, fiel Mohammeds Kriegern im Jahr darauf, 628, zum Opfer. Lange wurden die auf einem Gebirgsplateau gelegenen Festungen der Juden belagert, durch Kriegslist genommen, viele Gefangene umgebracht und ihre Frauen, wie vom Korantext empfohlen, in die Harems der muslimischen Sieger übernommen. Hier wandte Mohammed zum ersten Mal eine Methode der Unterwerfung an, die später unter dem Namen dhimma, wörtlich „Schutzvertrag“, Eingang ins islamische Recht gefunden hat. Die Juden von Chaibar betrieben hocheffektive Agrarwirtschaft, und die muslimischen Eroberer fürchteten, das fruchtbare Land würde, seiner jüdischen Einwohner beraubt, versteppen, brachliegen und die umliegende arabische Bevölkerung nicht mehr wie gewohnt mit landwirtschaftlichen Produkten versorgen. Daher erlaubte Mohammed den überlebenden Juden, unter Auferlegung hoher Abgaben weiterhin ihr Land zu bewirtschaften. Allerdings wurden schon vierzehn Jahre später, 642, die meisten von ihnen durch den Khalifen Omar vertrieben, nachdem sie die Muslime in die Kunst ihrer Pflanzenproduktion und Tierzucht eingeweiht hatten und für ihre arabische Umgebung nicht mehr unabkömmlich waren. Ein erstes Beispiel, wie einseitig, fadenscheinig, von muslimischer Seite jederzeit kündbar die Institution der dhimma seit Anbeginn war.

Lesen Sie morgen im zweiten Teil unter anderem: Leben unter der dhimma - Jüdische Minderheiten in islamischen Reichen.


Der hier veröffentlichte Text ist die gekürzte Fassung eines Kapitels aus dem kürzlich erschienenen Buch von Chaim Noll „Scharia und Smartphone. Texte zum zeitgenössischen Islam“, Hess Verlag Stuttgart, 384 Seiten, 22 Euro

Chaim Noll wurde 1954 unter dem Namen Hans Noll in Ostberlin geboren. Seit 1995 lebt er in Israel, in der Wüste Negev. Chaim Noll unterrichtet neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit an der Universität Be’er Sheva und reist regelmäßig zu Lesungen und Vorträgen nach Deutschland. In der Achgut-Edition ist von ihm erschienen „Der Rufer aus der Wüste – Wie 16 Merkel-Jahre Deutschland ramponiert haben. Eine Ansage aus dem Exil in Israel“.

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Sam Lowry / 03.12.2023

“NIUS erzählt die Geschichten einiger befreiter Geiseln: Der 12-jährige Eitan Yahalomi wurde gleich nach seiner Ankunft in der palästinensischen Geiselhaft brutal verprügelt. Als er in Gaza ankam, verprügelten ihn alle Bewohner, alle…” GAZA = HAMAS!

Chris Kuhn / 03.12.2023

Na, dann ist ja doch alles in bester Butter. Oder vielleicht auch nicht; denn angeblich stehen nur 34% der Bundesbürger so hinter Israels Vergeltungskrieg in Gaza wie die Achsenmehrheit. Und in der weltweiten Länderwertung sieht’s auch nicht viel anders aus…

Johannes Schumann / 03.12.2023

Ich habe Ende der 90er und Anfang der 2000er auch noch gedacht, wir hätten ein viel zu schlechtes Bild vom Islam. Ich fand mich besonders schlau und tolerant und meinte, wir müssten diese Kultur mehr schätzen. Aber umso mehr ich nun weiß, umso dümmer finde ich diese ganze Veranstaltung namens Islam. Spätestens 2010 muss ich geheilt gewesen sein. Der Islam hat - einem Computervirus gleich - nur Schaden angerichtet, seit es ihm gibt. Er entmündigt den Einzelnen, er schürt Gewalt, er empfiehl Gewalt bei Nichtigkeiten. Stalin und Hitler haben ja nie Bedienungsanleitung geschrieben, wie man Völker terrorisiert, das eigene Staatsvolk wie andere Völker. Die Bedienungsanleitung steckt doch schon im Koran und in den Hadithen.

Achim de Jong / 03.12.2023

Drei Töchter hat der Glaube an den einen Gott: Das Judentum (die Älteste), das Christentum (die Mittlere) und der Islam (die Jüngste). Alle Drei berufen sich auf den gleichen Urvater: Abraham. Alle Drei behaupten die einzige Wahrheit zu vertreten. Alle Drei stützen sich auf ein heiliges Buch. Alle Drei sind reine Märchen, wie alle Religionen, denn Glauben ist nicht Wissen. Alle Drei dienen der Legitimisierung von Herrschaft. Alle Drei bezeichnen ihre Adepten als auserwähltes Volk. Alle Drei sind Garanten für ewigen Hass und ewigen Streit. Man möchte sich die Haare raufen. Lebe und pflanze Dich fort. Handle oder handle nicht und trage die Folgen Deiner Entscheidungen. Mehr Gebote geben die Götter dem Menschen nicht.

Jochen Lindt / 03.12.2023

Wie wir an den Anschlägen weltweit sehen können, sind die Juden keineswegs die einzigen verhassten Menschen im Islam.  Möglicherweise sind die Juden exponierter, wegen Gründung des Staates Israel, aber das ist wie gesagt nur ein gradueller, kein prinzipieller Unterschied zu anderen Nicht-Muslimen.  Die Gründe für den Islamterror sind sicher vielfältig, aber ich tendiere da zu Gunnar Heinsohn, der überschüssige Jungmänner als Ursache findet.  Wobei die islamischen Jungmänner aufgrund ihres Fehlens von Bildung, Arbeitsethos, Friedenskultur, Toleranz nirgendwo auf der Welt gesellschaftlich integrierbar sind.

Rainer Nicolaisen / 03.12.2023

Mohammed war m.E. ein genialer Eklektiker und Räuberhauptmann. Obendrein fand er immer die passenden Sätze, “Offenbarungen” genannt ( wann er sie brauchte), dazu, um seine Ideologie auszuformen, um das eben räuberische Tun als etwas Höheres zu verbrämen. \\  Und so startete seinerzeit dann die Eroberung beträchtlicher Teile Asiens, Afrikas, Europas.  Der ” Islam” - eine prima Ideologie für Räuber und insofern wunderbar angepaßt an die Mentalität der nomadischen Stämme des alten Arabiens… Auch für ihre heutigen Eroberungen sollten seine Anhängern allerdings ihre Pferde satteln etc., wie es im Koran heißt, und auf all den heutigen Tinnef verzichten.

Thomas Szabó / 03.12.2023

Ich habe mir eben den edlen Koran gekauft. Freut euch Muslime!

Thomas Szabó / 03.12.2023

Ich bestelle Mohameds “Mein Koran”. Beim ersten Lesen ist mir schlecht geworden, aber diesmal lese ich das Machwerk zu Ende und wehe dem Propheten wenn er ein falsches Wort sagt!!!

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