Assad hat im Konflikt mit den Rebellen graduierlich immer großkalibrigere Waffen eingesetzt, auch in Wohngebieten. Danach hat er auch in urbanen Zentren verstärkt auf die Luftwaffe und ihre unpräzisen, viele Opfer fordernden Bomben gesetzt. Der nächste Schritt war der Abschuss von Scud-Raketen auf Wohngebiete. Assad hat systematisch ausgetestet, wie weit er gehen kann. Und da er mit jedem weiteren Drehen an der Eskalationsschraube durchgekommen ist, hat er nun mit einer offenbar begrenzten Menge Sarins ausprobiert, ob er sich auch das erlauben kann. Eins dürfte also klar sein: Wenn das keine Folgen zeitigt, wird Assad sich ermutigt sehen, seine Massenvernichtungswaffen in größerem Stil einzusetzen und noch größere Massaker unter der Zivilbevölkerung anzurichten.
http://flatworld.welt.de/2013/04/26/syriens-chemiewaffen-warum-amerika-jetzt-handeln-muss/#more-1747
Siehe auch:
In der überhitzten politischen Diskussion könnte es schnell um Obamas Glaubwürdigkeit gehen, immerhin hat er ähnlich rote Linien auch im Atomstreit mit Iran gezogen. Auch die Frage, inwieweit die USA ihre Rolle als vermeintlicher Weltpolizist künftig weiter wahrnehmen will, steht im Raum. Doch hinter dem Fall Syrien steckt ein Dilemma, das auch seinen Nachfolgern erhalten bleiben dürfte: Die US-Bürger sehnen sich nach weniger militärischem Engagement, gleichzeitig wird das “Führen von hinten”, wie es der US-Präsident im Zusammenhang mit dem Libyen-Konflikt einmal formulierte, schnell als Schwäche ausgelegt.
http://www.sueddeutsche.de/politik/debatte-ueber-us-intervention-in-syrien-obama-der-scheue-weltpolizist-1.1659435