Von wegen „Vetternwirtschaft“! Der grüne Graichen-Clan bedenkt Brüder und Schwestern, also die Allernächsten. Die Familienbande bringt den Wirtschaftsminister nun allerdings in arge Bedrängnis.
In der Republik Kongo ist das so: Zahlreiche wichtige Firmen und hohe Posten in der Politik sind fest in der Hand der Familie von Präsident Denis Sassou-Nguesso. Seine Tochter Claudia leitet die Kommunikationsabteilung ihres Vaters, seinem Bruder Maurice gehören zahlreiche Unternehmen und Präsidentensohn Denis Christel soll angeblich bereits auf die Thronfolge vorbereitet werden. Zustände, die wir uns in Deutschland nicht in den wildesten Träumen vorstellen können.
Oh, wait… Hörten wir nicht kürzlich des Öfteren – wenn auch nicht in der Tagesschau um 20.00 Uhr – von den Graichens? Im Vetternwirtschaftsministerium von Robert Habeck haust dieser Clan wie die Made im Speck. Ein Wunder, dass neben der Klingel nicht noch ein getöpfertes und glasiertes Schildchen mit der Aufschrift „Hier lebt, liebt und lacht die Familie Graichen“ hängt.
Sagten wir Vetternwirtschaft? Das weist Grünen-Chefin Ricarda Lang entrüstet zurück, und zwar im feinsten Whataboutismus-Stil: Kritik ausgerechnet vom CSU-Vorsitzenden Markus Söder, der Patrick Graichens Rücktritt gefordert hatte, verbittet sie sich. Der bayerische Ministerpräsident habe Vetternwirtschaft nämlich selbst „zu so einer Art Arbeitsmodell“ gemacht.
Ricarda und die Weißwurst-Amigos
Nur: Abgesehen davon, dass „Aber du!“ ein Argument ist, das die meisten zum letzten Mal im Sandkasten gehört haben – die „Amigo-Affäre“ (1993) liegt genau drei Dekaden zurück, Ricarda Lang kam erst im Jahr darauf zur Welt (da zog Söder übrigens gerade erst in den Landtag ein), muss also irgendwo davon gelesen haben oder von ihrem Coach, der sie im Phrasendreschen und Ärmchenrudern trainiert, gebrieft worden sein. Aber vielleicht hat sie recht und der Begriff „Vetternwirtschaft“ ist fehl am Platze. Weniger, weil es gendersensibel Vettern- und Basenwirtschaft heißen müsste, sondern weil es hier um Brüder und Schwestern geht.
Für alle, denen der Stammbaum der Graichens zu verästelt ist, hier noch einmal ein Kurzüberblick über die Familienbande: Patrick Graichen ist Staatssekretär in Habecks Ministerium und offenbar der spiritus rector der Energiewende, mit der man uns bis aufs letzte Hemd auszieht. Auch sein Schwager Michael Kellner ist dort Staatssekretär, verheiratet mit Patricks Schwester Verena, die wiederum Senior Researcher im Öko-Institut (Forschungs- und Beratungsinstitut, das vom Wirtschaftsministerium Millionenaufträge erhält) und Mitglied im Nationalen Wasserstoffrat ist, der dem Ministerium souffliert. Und auch sein Bruder Jakob berät die Regierung: Als zuständiger Referent des Öko-Instituts für den Bereich Energie und Klima ist er in den Sitzungen des Arbeitskreises „klimaneutrale Luftfahrt“ (fliegende Teppiche?) vertreten.
Wie es schon in der Bibel über Hiob heißt (42,11), so trifft es also auch auf Patrick Graichen zu: „Und es kamen zu ihm alle seine Brüder und alle seine Schwestern und alle, die ihn früher gekannt hatten, und aßen mit ihm in seinem Hause und sprachen ihm zu. (...)“
Bauernopfer: der Trauzeuge
Nun begab es sich aber zu der Zeit, dass die regierungseigene Deutsche Energie-Agentur den Chefposten neu zu vergeben hatte. Ein externer Dienstleister sammelte 18 Bewerbungen ein, ließ elf übrig und aus denen sollte nun der Kandidat „mit der besten Qualifikation“ ausgewählt werden. An diesem Auswahlverfahren war, Sie haben es gewiss schon gehört, Patrick Graichen beteiligt, und da der ehrenwerte Don Graichen nicht nur an seine Blutsverwandten denkt, sondern auch an gute Amigos, hievte er einen Herrn Michael Schäfer auf den Spitzenposten – seinen Trauzeugen.
Patrick Graichen ist gewiss ein ehrenwerter Mann, aber das war denn doch einigen zu viel. Roberto Corleone geriet in ganz und gar ungewohnte Kritik, musste öffentlich erklären, dass „Fehler“ passiert seien, und pries Herrn Graichen, der seiner Ansicht nach „der Mann (sei), der Deutschland vor einer schweren Energiekrise bewahrt hat“, dem wir alle also unglaublich viel zu verdanken hätten und der gewissermaßen unverzichtbar sei, und jetzt zieht sich Herr Schäfer, damit der Wirtschaftsminister und sein Staatssekretär aus der Schusslinie kommen, offenbar als Chef der Deutschen Energieagentur zurück.
Die Stelle des Geschäftsführers soll nun neu ausgeschrieben werden. Noch nicht bekannt ist, ob eines der vier Kinder von Patrick Graichen schon alt genug ist, um sich zu bewerben.
Claudio Casula arbeitet als Autor, Redakteur und Lektor bei der Achse des Guten.

Das Thema Klima ist doch nur ein Passwort um Familienmitglieder, Spezies und Parteifreunde super an Top-Stellen unterzubringen. Ein grüner Mega-Clan eben, mit allen negativen Clan-Kriterien.
Rot Gelb Graich ist keine Ampel mehr. Neben dem Kongo sollte Kenia nicht vergessen werden, das neue Vorbild von Rot Gelb Graich. „Der oberste Antikorruptionsbeamte der Kenyatta-Regierung schätzte vor drei Jahren, dass ein Drittel des Staatsbudgets durch Korruption verloren geht“ (NZZ 01.10.2019). Anderseits: „Die Staatsanwaltschaft und die Strafverfolgungsbehörde sorgen regelmässig für spektakuläre Medienberichte von mutmasslich bestechlichen Politikern, die in Handschellen abgeführt werden. Ende Juli wurde gar der Finanzminister verhaftet.“ Wenn das Scholz und Bärbock wüssten …
„Habeck nimmt es den Armen und gibt es den Graichen.“ Mein Zitat des Tages hier. Die Grünen sollen ab sofort nur noch die Graichen heißen. Gerne auch die Graichinnen, sind doch alle Feministen. Die Ampel damit ohne grün, sondern rot gelb graich. Grün ist weggeklebt.
Ganz davon abgesehen,dass die Hälfte der sogenannten „Grünen“ (Abgeordnete,Staatssekretäre et.al.) längst Millionäre sind,bleibt uns nur noch der alte Spruch von W.Busch:„ Aber wehe,wehe,wehe,wenn ich auf das Ende sehe.“
In den Reichs Propaganda Sendern der hinterletzten Generation, wird man sicher nichts von den familiären Exzessen derer von Graichen und Habsucht sehen und hören. Gehören erstere doch selbst zum Hofstaat und prosten den Windpumpen Königen w/m/d gerne mit einem 68er Chateau Reibach zu.
@F. Bothmann, Sie sprechen mir aus der Seele. Ich denke auch, dass sich die Grünen mit ihrem Anti-Heiz-Wahn selbst zum Abschuss frei gegeben haben – nutzen wir das. Am Ende blasen wir dann gemeinsam das „Sau tot“.
Das wird am Ende gut für den Graichen-Clan ausgehen! Der Robärt wirds schon wuppen! Da passiert gar nix! Bis jetzt ist Habeck mit jedem Mist, den er fabriziert hat, durchgekommen! Wer sollte ihm Steine in den Weg legen? Scholz?