
Ein Klassiker zum generischen Maskulin ist “Frauen sind die besseren Handwerker”. Wie gendert man diese Aussage (egal ob wahr oder falsch), ohne die Semantik zu verändern? Kommt mir aber bitte nicht mit Handwerkspersonen, Handwerkende oder ähnlichen Wortvergewaltigungen!
Meine Hypothese lautet: Wer gendert ist ein Depp.
Herr Buurmann, die Schwachsinnigkeit des Genderns im Bäckerhandwerk hat Jürgen von der Lippe genial bloßgestellt: “Ein Bäcker, der in der Backstube steht, ist ein Backender. Wenn er auf der Toilette sitzt, nicht mehr!” (Anm. d. Red.: Dann ist er ein Kackender.)
Beim Lesen dieses Artikels ist mir aufgefallen, dass es eigentlich nur eine Lösung für dieses grammatikalische Problem gibt. Tatsächlich liegt diesem Problem ja ein echter, ernsthafter Misstand zugrunde. Sehr schön hat Herr Buurmann erläutert, dass er sich nur ungern als Bäckeron bezeichnen lassen möchte. Für eine Frau ist es naheliegenderweise auch nicht angenehm, mit dem Anhängsel -in als Ausnahme von der Norm erfasst zu werden, um dann im Plural gar nicht mehr erwähnt zu werden. Die einzig sinnvolle und ohne sprachliche Verrenkungen mögliche Lösung dieses Problems liegt meiner Ansicht nach in der konsequenten Anwendung des generischen Maskulinums. Und das eben nicht nur im Plural sondern auch im Singular. Dann heißt es eben DER Rechtsanwalt Frau Weber oder DER Lehrer Frau Müller. Konsequenterweise müsste man dann natürlich auch die wenigen generischen Feminina beibehalten und auf solche Verrenkungen wie “Geburtshelfer” und “Krankenpfleger” verzichten. Dann heißt es eben DIE Hebamme Herr Meier und DIE Krankenschwester Paul.
“Es kommt mir persönlich überhaupt nicht erstrebenswert vor, in einer Welt zu leben, in der mein Geschlecht eine Abweichung vom eigentlich Stamm ist” . Soll sich aber geschichtlich genau so zugetragen haben : ” Und Gott der Herr bildete die Rippe, die er von dem Menschen genommen hatte, zu einer Frau und brachte sie zu dem Menschen” . Ein Derivat also , die Frau , und sprachlich gekennzeichnet . Machste nix !
Die Ausgangshypothese haut doch nicht hin. Die Regionalsprachen wurden im Alltag in Deutschland sehr wohl durch die per Gesetz verfügte Amts- und Kanzleisprache verdrängt.
Wie unterscheide ich im Gespräch an der Kasse oder im Bus, wer “Coronageimpft” und ” Impfverweigerer"ist ? Ganz einfach, der Geimpfte: in gendert !
Die Ausgangshypothese haut doch nicht hin. Die Regionalsprachen wurden im Alltag in Deutschland sehr wohl durch die per Gesetz verfügte Amts- und Kanzleisprache verdrängt.
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