Der Fall Arian ist leider kein Einzelfall. Zwar tauchen die meisten vermissten Kinder wieder auf, doch einige bleiben dauerhaft verschwunden. Was weiß man über deren Schicksal?
Der Fall des vermissten sechsjährigen Arian bewegt ganz Deutschland. Viele rätseln, was dem autistischen Jungen bloß zugestoßen sein könnte: ein tragischer Unfall, ein Verbrechen oder ist er sogar noch am Leben? Dabei ist sein mysteriöses Verschwinden leider kein Einzelfall. Jährlich werden in Deutschland rund 15.000 Kinder unter 13 und 60.000 Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren als vermisst gemeldet. Glücklicherweise tauchen die allermeisten von ihnen binnen eines Jahres wieder auf, der Großteil sogar innerhalb einer Woche. Laut BKA liegt die Aufklärungsquote „bei Betrachtung der vergangenen sechs Jahre bei 99,8 Prozent". Bei Jugendlichen sei sie auch sehr hoch (97,6 Prozent).
Doch was ist mit den 0,2 bis 2,4 Prozent an als vermisst gemeldeten Kindern sowie Jugendlichen, welche einfach nicht mehr auftauchen? Im Folgenden nenne ich die wahrscheinlichsten Szenarien, die diesen bedauernswerten jungen Menschen widerfahren sein könnten.
Eltern verlieren Kind aus den Augen, Kind verläuft sich
Die erste Möglichkeit, die besonders bei jüngeren Kindern häufiger vorkommt, ist die des Orientierungsverlustes. Nicht selten passiert es, besonders in der heutigen Zeit, dass Eltern mit ihren Kindern spazieren oder auf den Spielplatz gehen, dann aber ihr Kind kurz aus den Augen verlieren, etwa, weil man gerade zu sehr mit dem Handy beschäftigt ist, und ehe man sich versieht, ist der eigene Nachwuchs plötzlich unauffindbar. Zum Glück dauert diese gefühlte Suche nach der Nadel im Heuhaufen oft nur wenige Minuten oder Stunden an. So kann ich mich selbst noch gut daran erinnern, wie mir meine Mutter Jahre später erzählte, dass sie in einem Einkaufszentrum ihre Aufmerksamkeit nur für wenige Augenblicke auf etwas anderes richtete, und schon war ich damals Zweijährige für eine gefühlte Ewigkeit wie vom Erdboden verschluckt. Zwar war ich genauso schnell wieder aufgetaucht wie ich verschwunden war, doch leider ist dies nicht immer der Fall.
Ähnliches ist an Ostern dieses Jahres einer Familie in der Sächsischen Schweiz passiert, mit dem Unterschied, dass die Suche nach deren fünfjährigem Sohn ganze neun Stunden dauerte. Die Familie unternahm einen Ausflug, das Kleinkind fuhr mit seinem Laufrad voraus und war plötzlich außer Reichweite. Nach einem ganzen Tag des akribischen Suchens, Hoffens und Bangens wurde der leicht unterkühlte Junge dann endlich von einer Rettungshündin wohlbehalten im Wald gefunden. Gewiss hatte er Glück, dass er in so relativ kurzer Zeit entdeckt wurde und es draußen nicht noch kälter war, denn andernfalls wäre er möglicherweise erfroren, verdurstet, verhungert oder anderweitig tödlich verunglückt.
Noch mehr Glück hatte vor rund zwei Jahren der damals achtjährige, geistig behinderte Joe aus Oldenburg, welcher nach sage und schreibe acht Tagen in der Nähe seines Elternhauses in einem Kanalsystem unter einem Gullydeckel geborgen wurde. Aller Erkenntnis nach harrte der zum Zeitpunkt seiner Entdeckung unbekleidete und unterkühlte Junge die ganze Zeit alleine unter der Erde aus. Die Polizei vermutete, dass er dort versehentlich beim Spielen hineingeraten sei. Eine Straftat könne man ausschließen. Wie das Kind so lange mutterseelenallein habe überleben können, wurde allerdings nie ganz geklärt oder zumindest nicht öffentlich bekanntgegeben.
Leider enden nicht alle solcher Fälle, bei denen Eltern ihre Kinder kurz aus den Augen oder die Kinder die Orientierung verlieren, mit einem Happy End, besonders dann nicht, wenn sich der Ort des Verschwindens in der Nähe eines Gewässers befindet und die Kinder noch nicht schwimmen können. So geschehen etwa letzten Sommer auf einem Würzburger Spielplatz nahe des Mainufers, wo ein Vater seinen fünfjährigen Sohn plötzlich nicht mehr finden konnte. Wenig später bargen die herbeigerufenen Rettungstaucher den Leichnam des Jungen vom Flussgrund des Mains. Der Junge war ertrunken.
Ein ähnlich tragisches Schicksal ereignete sich kurze Zeit später, als der fünfjährige autistische Mathis aus Saarbrücken während eines Spielplatzbesuches vergangenen Herbst verschwand und erst eine Woche später tot in der Saar entdeckt wurde. Möglicherweise ist auch der ebenfalls autistische Arian ertrunken, wie die Polizei mutmaßt.
Solche verhängnisvollen Unfälle, ob im Gewässer, im Wald oder im Gebirge, sind einer der Hauptgründe, weshalb Kinder verschwinden und man nicht selten nie wieder etwas über ihren Verbleib erfährt, denn gerade wenn sie in sehr abgelegenen Gegenden tödlich verunglücken, findet oft für lange Zeit niemand ihre Leiche, manchmal auch nie.
Zufallsopfer von Entführungen
Darüber hinaus muss man bei plötzlich nicht mehr auffindbaren Kindern und Jugendlichen leider auch von einem Verbrechen ausgehen. Immer wieder gibt es Täter, meist Männer, die Kinder und Jugendliche entführen und im Anschluss nicht selten töten. Da es sich bei derartigen Taten oft um Zufallsopfer handelt, die mit dem Täter zuvor in keinerlei Beziehung standen, ist es nicht immer leicht, einen Tatverdächtigen zu ermitteln.
Erschwerend kommt bei diesen Verbrechen hinzu, dass die Täter die Leiche meist irgendwo an extrem abgelegenen Orten bzw. im Wald verscharren oder in einem Gewässer mit einem schweren Gegenstand versenken, sodass es für die Polizei schwer bis unmöglich ist, die Leichen zu entdecken. Manchmal werden sie durch Zufall erst Monate oder sogar Jahre nach dem Verschwinden gefunden, so etwa die sterblichen Überreste des im Sommer letzten Jahres in den französischen Alpen verschwundenen zweijährigen Émile, dessen Schädelknochen ein Dreivierteljahr später in den französischen Südalpen von einer Wanderin entdeckt wurden. Mysteriös ist die Tatsache, dass es sich beim Fundort der sterblichen Überreste um eine Stelle handelt, an der man zuvor bereits akribisch nach dem Jungen gesucht hatte. Sollte es sich hierbei um ein Verbrechen handeln, wäre es also gut möglich, dass der Täter die Leiche des kleinen Kindes zuvor an einem anderen Ort versteckt und sie erst zu einem anderen Zeitpunkt zum späteren Fundort gebracht hat.
Noch krasser ist der Fall Peggy Knobloch, welche bereits 2001 im Alter von 9 Jahren spurlos verschwand und nie wieder gesehen wurde. 2016, also über 15 Jahre nach ihrem Verschwinden, stießen dann Pilzsammler in einem Wald auf ihre sterblichen Überreste. Als gesichert gilt, dass die kleine Peggy bereits unmittelbar oder kurz nach ihrem Verschwinden ermordet wurde, denn die Obduktion ergab, dass es sich bei den Knochen um die einer Neunjährigen handelte. Tatverdächtige gab es über all die Jahre viele, doch keinem konnte das Verbrechen zweifelsfrei zugeordnet werden.
Jugendliche Täter mit viel Hass und geringer Frusttoleranz
Wichtig zu erwähnen ist, dass es sich bei Morden an Kindern nicht immer um Sexualverbrecher handelt, manchmal sind es auch Täter, die einfach nur aus Frust oder gar Mordlust töten und die leider auch immer jünger werden. So schockte letztes Jahr die Nachricht über die zwölfjährige Luise, welche von einer ebenfalls Zwölf- sowie einer 13-Jährigen aus Hass und Eifersucht ermordet worden war.
Ebenfalls letztes Jahr sorgte die Meldung, dass ein damals 14-Jähriger einen Sechsjährigen im mecklenburg-vorpommerschen Pragsdorf zunächst geschlagen und dann mit mehreren Messerstichen getötet hatte, für Fassungslosigkeit. Der jugendliche Täter, der zuvor des Öfteren auf den Jungen aufgepasst hatte, wurde vor kurzem zu fast acht Jahren Haft verurteilt. Das Motiv war hier wohl der Versuch, eine Straftat zu verdecken, denn der Teenager hatte den kleinen Jungen zuvor bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt. Zwar kam dieser wieder zu sich, bedachte den Jugendlichen daraufhin allerdings mit der Aussage „Ich hasse dich". Dies löste in ihm Aggressionen aus, und da er zudem Angst hatte, von dem Jungen wegen des vorangegangenen Würgens bei dessen Eltern verpetzt zu werden, drückte er ihm nicht nur die Kehle zu, sondern stach auch mit einem Messer auf den Kleinen ein.
Pädophile Netzwerke
Kommen wir zur nächsten Möglichkeit, weshalb Kinder und Jugendliche plötzlich verschwinden und nie wieder oder lange Zeit nicht mehr auftauchen. Dafür könnten pädophile Netzwerke, sogenannte Pädophilenringe, verantwortlich sein. Vielen dürfte noch der belgische Kinderschänder Marc Dutroux ein Begriff sein, der Mitte der 1990er Jahre mehrere Mädchen in Serie vergewaltigte und anschließend bestialisch ermordete. Eindeutige Beweise gab es nie, doch immer wieder vermutete man ein ganzes Netzwerk hinter ihm, das seine Verbrechen lange Zeit deckte. Viele glauben nicht an einen Einzeltäter, da er zum einen selbst derartige Andeutungen gemacht hat und zum anderen bestens vernetzt im europäischen Ausland gewesen sein soll.
Auf Dutroux' Konto ging etwa die 19-jährige Eefje, die vergewaltigt, gefesselt und betäubt in eine Plastikfolie gesteckt und bei lebendigem Leib begraben wurde. Erst über ein Jahr später fand man schließlich ihre Leiche. Ein weiteres seiner zahlreichen Opfer könnte auch der Berliner Junge Manuel Schadwald sein, der 1993 im Alter von zwölf Jahren auf dem Weg zu einem Freizeitzentrum im Stadtteil Köpenick verschwand, wie im Jahr 2015 in einem langen Artikel der „Welt“ berichtet wurde. Hinweise gab es viele, doch nie eindeutige Beweise, die Aufschluss über seinen Verbleib gaben.
Vier Jahre nach seinem Verschwinden gab es dann eine heiße Spur. Ein niederländischer Fernsehsender meldete, dass es Hinweise darauf gebe, der Junge wäre Opfer eines Pädophilenrings geworden, denn es existiere ein Kinderpornofilm, in dem der dort gezeigte Junge Manuel Schadwald auffällig ähnlich sehe. Dies passte zu einem anonymen Anrufer, welcher schon rund ein Jahr nach seinem Verschwinden bei einer Beratungshotline für schwule und bisexuelle Männer behauptet habe, er wisse sicher, „dass der kleine Manuel in Amsterdam, ja in Amsterdam, in Holland, dass der tot ist. Ich habe wirklich Beweise dafür." Den mutmaßlichen Täter habe er optisch beschrieben und ergänzt: „Wenn ihr ihn habt, habt ihr auch die Leiche von Manuel in Amsterdam."
Diese Hinweise und die gemeinsame Zusammenarbeit zwischen der Berliner und Amsterdamer Polizei liefen allerdings ins Leere, so dass die Ermittlungen Anfang 1995 wieder eingestellt wurden. Laut Recherchen des „Algemeen Dagblat" und der „Welt am Sonntag" gibt es jedoch hochrangige Polizisten, Geheimdienstmitglieder und Personen aus der Kinderpornoszene, welche sicher wüssten, dass Manuel Schadwald zur Arbeit in Rotterdamer und Amsterdamer Kinderbordellen gezwungen worden sei. Ein hochrangiger niederländischer Fahnder behauptete sogar: „Natürlich war der Junge hier. Aber die Sonne wird nicht auf diesen Fall scheinen." Ermittler mit Insiderwissen seien zum Schweigen angehalten und müssten deshalb sogar Verschwiegenheitserklärungen unterschreiben.
Ein früherer, ebenfalls in der „Welt“ zitierter Kinderhändler habe sogar in einer eidesstattlichen Versicherung geschrieben, er wisse, dass zu Beginn der 90er Jahre Kinder aus Berlin in die Niederlande verkauft worden seien, die Berliner Staatsanwalt wisse ebenfalls Bescheid. Die Rede ist sogar von Filmen, sogenannten Snuff-Videos, in denen Kinder sexuell misshandelt und vor laufender Kamera ermordet werden. Genau für die Produktion eines solchen Videos soll auch Manuel Schadwald grausam zu Tode gekommen sein, denn diverse Informanten berichteten dem „Algemeen Dagblad" sowie der „Welt am Sonntag", dass der Junge gemeinsam mit anderen Kindern vor laufender Kamera an einer Sexorgie mit Personen aus der High Society habe teilnehmen müssen. Ort dieser perversen Austragung soll eine luxuriöse Segelyacht nahe der holländischen Nordseeküste gewesen sein.
Fakt ist, dass es pädophile Netzwerke gibt, die Kinder gefangen halten, über deren Verbleib die Außenwelt bis zur Sprengung des Pädophilenrings nichts erfährt. So wurde etwa letzten Sommer weltweit gemeldet, dass es der australischen Polizei gelungen sei, im Rahmen ihrer Ermittlungen gegen einen Pädophilenring 13 Kinder und Jugendliche zu befreien, die sich in den Fängen der 19 mutmaßlichen Missbrauchstäter befanden. Man kann davon ausgehen, dass es sich bei diesen 13 bedauernswerten jungen Menschen um vermisste Kinder und Jugendliche handelte, die für einen längeren Zeitraum als verschollen galten.
Auch in Deutschland machen immer wieder extreme Fälle von Kindesmissbrauchsnetzwerken Schlagzeilen, wie etwa 2019 in Lügde, wo insgesamt 24 Mädchen und acht Jungen binnen zwei Jahrzehnten schwerst sexuell auf einem Campingplatz missbraucht wurden, oder auch kurze Zeit später, als ans Tageslicht kam, dass mehrere Männer über Jahre Kinder, teilweise sogar die eigenen, brutal in einer Gartenlaube in Münster sexuell misshandelt hatten und die Mutter des Hauptangeklagten dafür sogar diese Gartenlaube zur Verfügung gestellt hatte.
Fall Natascha Kampusch
In wesentlich selteneren Fällen gibt es darüber hinaus auch extrem sonderbare Einzeltäter, die Kinder entführen und ihre Opfer über Jahre, möglicherweise sogar ein Leben lang, sollte ihnen nicht vorher die Flucht gelingen, als persönliche Sklaven halten. So etwa der Fall Natascha Kampusch, der 2006 nach über acht Jahren in den Fängen von Wolfgang Přiklopil als 18-Jähriger die Flucht gelang. Auch sie galt bis dahin als vermisst und wurde von ihren Eltern wahrscheinlich längst für tot gehalten. Tätern wie Přiklopil geht es nicht nur um den sexuellen Missbrauch, denn Kampusch wurde erst vergewaltigt, als sie laut eigener Aussage bereits „älter", also vermutlich 14 oder 16, war. Bei diesen verwirrten Sonderlingen handelt es sich in der Regel um einsame und im Leben gescheiterte Männer, die ein Opfer als Frustventil und „Freund" suchen, um ihre Einsamkeit zu kompensieren.
Fall Arian – die Hoffnung nicht aufgeben
All diese möglichen traurigen Szenarien von vermissten Kindern und Jugendlichen – der Tod aufgrund eines Unfalls bzw. das Verhungern/Verdursten in der „freien Wildnis", die Begegnung mit einem einzelnen (Sexual-)verbrecher oder einem ganzen Netzwerk – sind die häufigsten Ursachen, weshalb Kinder und Jugendliche einfach spurlos verschwinden (abgesehen von jugendlichen Ausreißern, die nach einem Streit meist bei Freunden oder Verwandten unterkommen). Eines dieser Schicksale könnte leider auch dem vermissten Arian widerfahren sein, doch sollten wir die Hoffnung nicht aufgeben, dass der Junge doch noch lebend gefunden wird.
Beate Steinmetz, geb. 1989 in Frankfurt am Main und heute wohnhaft in Rheinhessen, ist studierte Politikwissenschaftlerin und Amerikanistin.
Beitragsbild: Pixabay
In diesem tragischen Fall gibt es eine bittere, aber naheliegende Erklärung, wahrscheinlich muss man akzeptieren dass das Kind im nahegelegenen Fluss ertrunken ist und geringe Aussichten bestehen, eine Spur zu finden. Als Vater berührt diese Geschichte, mit persönlicher Erfahrung und Verantwortung im Umgang mit autistischen Menschen, deren Verhaltensweisen und Wahrnehmung, unter Betrachtung der bekannten Umstände und Umgebung, ist das die wahrscheinlichste Möglichkeit. Den Eltern wünsche ich Kraft diesen Verlust und diese Tragödie zu überwinden.
Mehr zu vermissten und weggenommenen Kindern unter axion resist
@Talman Rahmenschneider: Es werden in diesem Jahr noch deutlich mehr kleine Kinder verlorengehen – weil etliche Eltern ihre Aufsichtspflicht sträflich vernachlässigen.
Viele – ja, viele – interessieren sich nur für ihr Smartphone, das Kind bleibt über mehrere bis viele Minuten unbeobachtet.
Letztes Jahr mehrfach beobachtet an einem Ostseestrand. Und in Freibädern soll es nicht viel anders sein – da wird die Verantwortung gern an den Bademeister abgegeben. – Aber auf völlig ungefährlichen Wegen wird den Kleinen auf ihrem Drei-oder Laufrad ein Helm übergestülpt!
…und was ist mit den vermissten Senioren?
Der Herr Minde z.B. ist seit 2012 aus dem Seniorenheim Garrel abgängig.
Und da gab es weder Suchmannschaften der BW noch sonstige Aufgeregtheiten.
p.p.s.: „Hoffnung ist der krankhafte Glaube an den Eintritt des Unmöglichen…“
p.s.: Da gelöscht, nochmal: Das Kind ist bei minus 3 Grad in der ersten Nacht bereits erfroren oder ertrunken. r.i.p.
Wen bitte interessiert das – außer ein paar Menschen, die sich ihr Menschsein erhalten haben?
Ich habe in den vergangenen Jahrzehnten – auch in meinem Beruf – die bittere Erfahrung gemacht, dass die meisten Menschen nichts hören, sehen, wissen wollen, was schwer zu ertragen ist – zumindest im persönlichen Umfeld.
Das ganze Mitgefühl/Engagement hat sich stets nach meiner Erinnerung nur auf die Menschen anderer (ferner) Länder konzentriert.
Was vor der eigenen Haustür passiert ist – ich denke da an einen „Kollegen“,(Lehrer) der sich ungehindert jahrelang an hübsche Jungen aus schwierigen Verhältnissen herangemacht hat – wird ausgeblendet, da wird weggesehen.
Der ist nur durch einen Zufall aufgeflogen.
Auch misshandelnde Eltern wurden/werden durch überbordende Bürokratie und Gesetze geschützt.
Mein Eindruck, den ich bereits vor über 20 Jahren gewonnen hatte: Jugendämter, sogenannte Kinderschützer und Politiker arbeiten ganz fest zusammen, wenn es darum geht, misshandelnde, missbrauchende Eltern, Erziehungsberechtigte zu schützen – und nicht etwa die ihnen anvertrauten Kinder.
Das war bis Mitte/Ende der 80er noch anders – so meine Erinnerung – die Grünen ausgenommen, die sich ja seinerzeit schon für Sex mit Minderjährigen stark gemacht haben.