Jean-Claude Juncker zieht Bilanz

Das österreichische Bundesland Tirol verlieh dem scheidenden EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker den Großen Tiroler Adler Orden. Ein Anlass für ein Bilanz-Interview in der Tiroler Tageszeitung. Gefragt nach seinem größten Erfolg im Brüsseler Spitzenamt: „Dass ich den Laden zusammengehalten habe.“

Auf die Frage, woran er gescheitert sei, antwortete Juncker: „An einigem. Es ist uns nicht gelungen, den Rahmenvertag mit der Schweiz zu verabschieden. Trotz größter Bemühungen haben wir es auch nicht geschafft, die zypriotische Frage zu klären. Die größten Fehlschläge sind aber nie nur Fehlleistungen der Kommission allein. Man braucht ja auch andere, die nicht richtig funktionieren.“

Den Brexit hat der Kommissionspräsident bewusst ausgelassen in dieser Aufzählung. Auf Nachfrage des Interviewers der Tiroler Tageszeitung begründet er das so: „Weil wir da ja noch am Arbeiten sind. Außerdem ist der Brexit keine Fehlleistung der Europäischen Union! Das ist eine Entscheidung des britischen Volkes gewesen, nach einer auf Fehlinformationen basierenden Volksbefragungskampagne.“

Da hat das britische Volk hat nach Junckers Ansicht einen Fehler gemacht, die Brüsseler Spitzenmannschaft dagegen nicht. Junkcers Antwort auf die Frage, ob er „ein wohlbestalltes Haus“ übergebe lautet:

„Das Haus ist nicht einsturzgefährdet, aber es reicht oft nicht, nur das Dach zu reparieren. Manchmal muss man es von Grund auf ausbessern.“

Foto: Factio popularis Europaea Flickr CC BY 2.0 via Wikimedia Commons

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sybille eden / 12.08.2019

Ein totalitärer Imperialist verlässt das sinkende Schiff. Gottseidank, aber was kommt danach ?

Oliver Hoch / 12.08.2019

Chemische Prozesse können sehr anstrengend sein. Mit dem Abschied von JCvanJ wird sicher der Einfluss von C2H5OH sinken, dafür die Wirkung des bei weitem schädlicheren 13β-Methyl-gonan dramatisch steigen. Wer bisher dachte, die EU ließe sich zumindest im Suff noch ertragen, der hat nicht mit der kommenden Herrschaft der Weiberwirtschaft gerechnet (sogenannte lesbische McKinsey-Peinlichkeit). Früher war es schlimm, aber wenigstens nicht so schlimm wie heute.

Rudolf George / 12.08.2019

Bald kann sich Schann-Klohd ganz und gar seinem Ischias widmen.

Jürgen Schnerr / 12.08.2019

Da fällt mir auf die Schnelle nur ein: Die Tiroler sind lustig, die Tiroler sind froh, sie trinken mit Janclode einen Kognak und sinken ins Stroh.

Dr. Inge Frigge-Hagemann / 12.08.2019

Hat Juncker nicht erwähnt, was nach seinem Ausscheiden mit den vielen leeren Weinfässern geschehen soll?

Sabine Heinrich / 12.08.2019

Als Österreicher würde ich zukünftig diesen Orden ablehnen, der einem Suffkopp - pardon - einem leidenden Rheumatiker geschenkt wurde und der - wie unsere Kanzlerdarstellerin - mit dafür gesorgt hat, dass die europäischen Länder heute mehr trennt als eint. Liebe Tiroler Politiker - haben Sie wirklich genau überlegt, was Sie da tun? Ist denn die Mehrheit Ihrer Landsleute mit der Verleihung dieses hohen Ordens an den stolpernden, Frauenköpfe verwuschelnden Rheumatiker einverstanden? Oder handeln Sie auch schon - wie deutsche Politiker - über die Köpfe derer hinweg, die Sie dereinst gewählt und ihnen damit einen hochdotierten Job verschafft haben - und die man hinfort ignorieren kann? Was hat Sie dazu bewogen, diesem “Herrn” einen Orden zu verleihen? Versprechen Sie sich da irgendwelche Vorteile aus Brüssel? Anders kann ich mir die Anbiederung an diesen Spaßmacher nicht erklären. Fehlt nur noch, liebe Tiroler, dass Sie auch noch unsere DDR-geprägte Frau Dr. (Ist ihre Doktorarbeit eigentlich auffindbar?) Kanzlerin, die Deutschland seit allerspätestens 2015 erfolgreich gegen die Wand fährt und in eine Diktatur verwandelt (unter Missachtung des Grundgesetzes und ihres Amtseides) mit höchsten Weihen bedenken! Wenn ich wegen ehrlicher Verdienste so einen Orden erhalten hätte, auf den ich mächtig stolz wäre, würde ich ihn zurückschicken, wenn er einer so “ehrenwerten” Person wie Herrn Juncker verliehen wird. Dann hätte diese Auszeichnung für mich nur noch WC-Geruch an sich - und das müsste ich nicht haben.

Ilona G. Grimm / 12.08.2019

Bisher habe ich die Tiroler für ganz vernünftige Leute gehalten. Nun verleihen sie Juncker einen Orden. Wofür? Was haben die Tiroler Juncker zu verdanken, wovon ich nichts ahne? Und dann möchte ich mich bei dieser Gelegenheit noch beklagen über die mangelnde Solidarität der EU-Kommission und ihres Großen Vorsitzenden mit den gemolkenen gemeinen Bürgern Deutschlands und anderer Nettozahler-Nationen.

Sabine Schönfelder / 12.08.2019

.....und darauf einen ‘Dujardin’, Jean-Clod’, alte Schnapsdrossel! Bei der Frage nach der Liste verfehlter EU-Politik, lovely one, schwächelte allerdings das Mittel-und Langzeitgedächtnis ‘nachhaltig’. Das Unangenehme hat unser verklemmter Ischiasnerv schon längst ‘runtergespült’, in immerhin illustren Runden, wenn man an seine zahlreichen prominenten ‘Stützhilfen’ zurückdenkt, die den küssenden und äußerst gut gelaunten EU- Ramponierer auf seinen orientierungslosen Kurzstrecken vom Verhandlungs-zum Essenstisch schleppten. Das Leben ist noch lange nicht vorbei, Juncker, du gelebte Falschinformation, es gibt noch jede Menge zu trinken, und das Beste kommt bekanntlich erst zum Schluß. Deine guten Freunde Schulz und Brok sind auch freigestellt, da treffen sich drei Kapazitäten, drei Schluckis vor dem Herrn. Prost!! P.S. Hat der große Tiroler Adler Orden die Form eines Trinkgefäßes??

Claus Bockenheimer / 12.08.2019

“Brexit [ist] keine Fehlleistung der Europäischen Union! Das ist eine Entscheidung des britischen Volkes gewesen, nach einer auf Fehlinformationen basierenden Volksbefragungskampagne.“ Da hat er recht ! Es war aber keine Entscheidung des britischen Volkes, sondern die einer nicht gerade großen Mehrheit Aber sei´s drum, es war eine demokratische Entscheidung. Vielleicht wird sich ja auch Schottland demnächst demokratisch aus dem UK verabschieden- mal sehen. Ich würde es den Schotten gönnen. Und vielleicht ( wahrscheinlich ? ) wird gerade der Brexit den Zusammenhalt innerhalb der EU verstärken und zu einer besseren und tieferen Zusammenarbeit beitragen. Keine Sonderrechte mehr für Mitgliedsstaaten, keine Rosinenpickerei mehr wie für die Briten. Ist doch schön. Mal sehen, wer die besseren Karten hat innen - und außenpolitisch, wirtschaftlich usw. Ich tippe eher auf die EU als auf GB; aber am 01.11.2019 werden wir wissen, wohin die Reise geht. Also liebe britische Regierung: Good riddance ! Keine weiteren Verhandlungen, keine weiteren Verschiebungen des Austrittstermines ! Macht endlich Nägel mit Köpfen !

Stefan Riedel / 12.08.2019

“...Das ist eine Entscheidung des britischen Volkes gewesen, nach einer auf Fehlinformationen basierenden Volksbefragungskampagne.“ Aha! Volksbefragungskampagne? Und was war die letzte Scheinwahl zum EU-Parlament ,sowie die Ernennung von UvdL? Für Fehlinformationen und Politikschiebereien sind die EU und ihre Bonzen die Experten schlechthin. Hoffentlich hat Herr Juncker den Grungstein dafür gelegt, dass der ganze EU-Laden in seiner jetzigen Form möglichst schnell auseinanderfliegt.

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