Donald Trump hat die Lieferung amerikanischer Tomahawk-Raketen an die Ukraine gestoppt und drängt Selenskyj zu Zugeständnissen. Putin schickte bisher nach jedem Gespräch noch mehr Raketen.
Nach dreieinhalb Jahren Krieg befindet sich Russland in einer weitaus prekäreren Lage, als gemeinhin angenommen wird. Die Zwischenbilanz lässt sich nur als desaströs bezeichnen. Moskau ist nicht nur daran gescheitert, seine territorialen Ziele – die „Befreiung“ der im September 2022 annektierten ukrainischen Oblaste Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson – zu erreichen, sondern hat dafür auch enorme materielle Verluste hinnehmen müssen.
Seit Kriegsbeginn hat der Kreml gewaltige Mengen an Kriegsmaterial eingebüßt. Ob Heer, Luftwaffe, Schwarzmeerflotte oder nukleare Triade – alle Teilstreitkräfte sind betroffen. Zwischen Januar 2024 und April 2025 verlor Russland fast 9.000 Fahrzeuge und Waffensysteme – das Äquivalent mehrerer Panzerdivisionen. Besonders schwer wiegen rund 1.950 zerstörte Panzer und über 3.200 Schützenpanzer, ergänzt durch mehr als 1.200 gepanzerte Fahrzeuge und über 300 Artilleriesysteme.
Auch die Logistik ist schwer getroffen: Der Verlust von über 1.100 Transportfahrzeugen schwächt Nachschub, Versorgung und Verwundetentransport erheblich. Die Schwarzmeerflotte hat bis auf zwei Schiffe sämtliche Landungs- und Transportkapazitäten verloren – und damit faktisch ihre Fähigkeit zu amphibischen Operationen.
Diese Bilanz verdeutlicht, wie rasch Russland seine materielle Substanz aufzehrt – in einem Tempo, das selbst für eine Kriegswirtschaft dieser Größenordnung kaum noch tragbar ist. Der wirtschaftliche Schaden dürfte sich inzwischen im dreistelligen Milliardenbereich (USD) bewegen.
Der ruinöse Eindruck setzt sich auf personeller Ebene fort. Seit Beginn der Invasion am 24. Februar 2022 haben russische Streitkräfte, paramilitärische Einheiten und prorussische Formationen rund 1,1 Millionen Verluste – Tote und Verwundete – erlitten. Allein seit Januar kamen bis Oktober 2025 laut britischem Verteidigungsministerium etwa 332.000 Soldaten hinzu; im Jahr 2024 waren es rund 420.000. Im Durchschnitt verliert Russland derzeit 950 bis 1.000 Soldaten pro Tag – etwa ein Bataillon täglich. Den Höchstwert erreichten die Verluste im Dezember 2024 mit 1.570 Gefallenen und Verwundeten pro Tag, den niedrigsten im Juni 2022 mit 172.
Sehr hoher Preis für Russlands Gewinne
Seit März 2025 ist zwar ein leichter Rückgang der monatlichen Verlustrate zu beobachten, doch die Armee bleibt offensiv aktiv und erzielt nur begrenzte Geländegewinne. Trotz kleiner Fortschritte befindet sich Russland strategisch in einer Phase der Erschöpfung. Die Verluste übersteigen das Fünffache der ursprünglichen Invasionsarmee – ein Maß, das zeigt, wie weit Putins „Sonderoperation“ militärisch wie politisch hinter ihren Zielen zurückgeblieben ist.
Die geringen territorialen Gewinne, die Russland zu diesem Preis erzielt, stehen militärökonomisch in einem historischen Missverhältnis, das an die Somme 1916 erinnert. Während die ukrainische Gegenoffensive bei Charkiw 2022 noch blitzartig bis zu sieben Kilometer täglich gewann, kommt Russland 2025 bei Awdijiwka oder Kupjansk kaum über hundert Meter hinaus. Trotz Drohnen, Präzisionswaffen und digitaler Aufklärung bleibt das Schlachtfeld von Stacheldraht, Minenfeldern und Artillerie dominiert – der Krieg der Zukunft sieht erschreckend nach dem von gestern aus.
Angesichts dieser Entwicklungen ist es kaum verwunderlich, dass die Zustimmung in der russländischen Bevölkerung schwindet. Einer landesweiten Umfrage des Lewada-Zentrums vom April 2025 zufolge sehen 40 Prozent der Befragten in der „Sonderoperation“ mehr Schaden als Nutzen, 33 Prozent bewerten sie als vorteilhaft und 28 Prozent äußern keine klare Meinung.
So desaströs die Gesamtbilanz auch ist, scheint der Kreml sie – seiner Militärdoktrin folgend, die seit jeher auf numerischer und materieller Überlegenheit beruht – nicht als ernsthafte Gefahr für seine Kriegspläne zu betrachten. Das Regime bleibt bereit, in der Ukraine Menschen und Material in großem Umfang zu opfern, um seine militärischen Ziele zu erreichen.
Die aktuelle Nervosität des Kremls hat einen anderen Grund: Er steht den zunehmenden Schlägen der Ukraine gegen die eigene Rohstoffindustrie weitgehend wehrlos gegenüber. Ein Blick auf die Hintergründe offenbart das Ausmaß dieser Misere. Seit Jahresbeginn hat die Ukraine ihre Drohnenangriffe auf russische Raffinerien massiv ausgeweitet. Nach westlichen Schätzungen wurden bis Oktober 21 von 38 großen Anlagen getroffen – fast die Hälfte der Raffineriekapazität des Landes. Mindestens zehn davon mussten vorübergehend oder vollständig den Betrieb einstellen. Die Folge ist eine landesweite Benzinkrise, die mittlerweile 57 Regionen erfasst hat.
Tagelang in Flammen
Während in Moskau und Sankt Petersburg die Versorgung dank geschlossener Konzernnetze weitgehend stabil bleibt, stehen in der Provinz zahlreiche unabhängige Tankstellen vor dem Aus. In vielen Regionen wird Kraftstoff rationiert oder nur in Kleinstmengen ausgegeben; auf der Krim etwa wurde die Abgabe auf 20 bis 30 Liter pro Fahrzeug begrenzt.
Seit Jahresbeginn sind die Benzinpreise um mehr als zehn Prozent gestiegen – mehr als doppelt so stark wie die offizielle Inflation. Die Regierung reagierte mit einem Exportverbot für Mineralölprodukte und mit Notmaßnahmen zur Stabilisierung des Binnenmarkts, doch die strukturelle Verwundbarkeit bleibt bestehen. Die russische Energieinfrastruktur ist überdehnt, zentralisiert und schlecht geschützt. Mit jedem erfolgreichen Angriff verliert der Kreml ein Stück seiner wirtschaftlichen Handlungsfähigkeit.
Kiew weiß um die Wirksamkeit dieser Maßnahmen und setzt seine Angriffe unbeirrt fort. In der Nacht zum 13. Oktober griffen ukrainische Streitkräfte erneut den maritimen Ölhafen im von Russland annektierten Feodossija an. Der Schlag traf die Anlage schwer: Das Tanklager stand tagelang in Flammen, dichter Rauch zog über die gesamte Südküste der Krim, und der Brandgeruch war noch in zehn Kilometern Entfernung wahrnehmbar.
Nach Einschätzung des ukrainischen Generalstabs ist der Ölhafen ein zentrales logistisches Bindeglied für die Versorgung der russischen Streitkräfte mit Treib- und Schmierstoffen. In seinen Tanks lagern rund 193.000 Kubikmeter Ölprodukte – eine Verwundbarkeit, die die Ukraine strategisch nutzt, um Russlands militärische Nachschublinien zu treffen und seine Kriegsmaschinerie an der Front buchstäblich zum Stillstand zu bringen.
Der Kreml sucht Hilfe in Washington
Angesichts seiner Unfähigkeit zur militärischen Abwehr sieht der Kreml keine andere Option, als sich direkt an das Weiße Haus zu wenden. Um jeden Preis soll verhindert werden, dass Kiew in den Besitz amerikanischer Tomahawk-Marschflugkörper gelangt.
Während sich ukrainische Drohnen mit einer massiv ausgebauten Luftabwehr zumindest teilweise noch abfangen lassen, hätte Russland diesem Waffensystem nichts entgegenzusetzen. Das ISW-Institut schätzt, dass rund 1.945 russische Militärobjekte in Reichweite der 1.550-Meilen-Version des Tomahawk-Marschflugkörpers liegen – und etwa 1.655 Ziele von der 1.000-Meilen-Variante erfasst werden könnten.
Aus diesem Grund hat der Kreml seine Drohkulisse um eine neue Komponente ergänzt – die schmeichlerische Anbiederung an Donald Trump. Zunächst hatte Präsident Putin gewarnt, die Lieferung des Raketensystems werde zu einer weiteren Eskalation des Krieges führen. Kurz darauf erklärte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow, Russland könne im Falle eines Einsatzes von Tomahawk-Raketen nicht ausschließen, dass diese mit Atomsprengköpfen bestückt seien, und würde einen solchen Schlag als nuklearen Angriff auf die Russische Föderation werten.
Doch da man die Lage im Kreml diesmal offenbar als weitaus brisanter einschätzte als noch im Dezember 2024, trieb man die Umgarnung weiter. Putin äußerte öffentlich sein Bedauern über die Entscheidung des Nobelkomitees, Donald Trump nicht mit dem Friedensnobelpreis auszuzeichnen – eine Geste, die Trump umgehend mit einem dankbaren Kommentar auf Truth Social erwiderte.
Schließlich schlug Kirill Dmitriew, Putins Sondergesandter für ausländische Investitionen, vor, Alaska und die russische Tschuktschen-Halbinsel durch einen Tunnel zu verbinden – benannt nach Trump und Putin. Den Auftrag, so Dmitriew, könne Elon Musks The Boring Company übernehmen, die das Projekt „zuverlässig und visionär“ umsetzen würde.
Ein Erfolg für Moskau
Mit diesen Maßnahmen, so das Kalkül des Kremls, glaubte man, den optimalen Einstieg für ein Telefonat zwischen Putin und Trump zu haben – ein Gespräch, das am Donnerstag, dem Vorabend von Wolodymyr Selenskyjs Besuch im Weißen Haus, stattfand. Es war im Vorfeld nicht angekündigt und dauerte über zwei Stunden. Nach Angaben aus Moskau ging die Initiative von Russland aus.
Putin warnte Trump, die Lieferung amerikanischer Tomahawk-Marschflugkörper an die Ukraine würde die russisch-amerikanischen Beziehungen schwer belasten und jede Aussicht auf eine politische Lösung des Krieges zunichtemachen. Trump wiederum bezeichnete das Gespräch als „sehr gut und produktiv“ und erklärte, man habe „große Fortschritte“ erzielt.
Die Inhalte des Austauschs wurden bekannt, weil der US-Präsident noch während des Telefonats öffentlich über den laufenden Dialog berichtete. Nach diesen Angaben soll Putin gefordert haben, Washington müsse die russische Kontrolle über die Provinz Donezk anerkennen – andernfalls, so die Drohung, werde Russland „die gesamte Ukraine zerstören.“
Wie Trump darauf im Einzelnen reagierte, ist unklar. Bekannt ist jedoch, dass er Selenskyj am folgenden Tag aufforderte, die russischen Bedingungen zu akzeptieren. Die Vereinigten Staaten werden der Ukraine das geforderte Waffensystem vorerst nicht liefern – ein diplomatischer Erfolg für Moskau, erkauft mit kaum mehr als der symbolischen Zusage eines Treffens zwischen Trump und Putin in Budapest.
Während die Partei der Kriegsgegner – die ohne Zweifel gute Gründe für ihre Position anführen kann – Trumps Kehrtwende als Beitrag zur Vermeidung einer russischen Eskalation begrüßen mag, bleibt der Befund bestehen: Die Ukraine verliert ein entscheidendes strategisches Momentum, dessen Nutzung die russische Kriegsfähigkeit nachhaltig geschwächt hätte. Das Problem besteht nicht darin, dass Donald Trump eine Ausweitung des Krieges verhindern will, sondern darin, dass er einen Akteur schont, der keinerlei Interesse an dessen Beendigung hat.
Putins Herrschaft hängt am Krieg
Der Grund liegt darin, dass dieser Krieg das persönliche Projekt Wladimir Putins ist. Die Entscheidung zur Invasion geht ebenso singulär auf seinen Willen zurück wie der Entschluss, den Konflikt bis zum Ende auszufechten. Damit ist das Schicksal des russischen Präsidenten untrennbar mit dem Fortgang des Krieges verbunden. Erreicht Russland seine Ziele nicht oder wird gar zu einem Ende der Kampfhandlungen gezwungen, wäre dies das Ende Wladimir Putins. Vor diesem Hintergrund ist die Annahme, er könne einen Frieden um des Friedens willen akzeptieren, politisch naiv.
Noch vor einem Jahr gab es gute Gründe, an die Friedensbereitschaft des Kremls zu glauben. Heute jedoch ist klar, dass man es hier mit einer Schimäre zu tun hat. Dass dies keine polemische, sondern eine empirische Feststellung ist, zeigt die Analyse der Auswirkungen, die ein direkter Austausch zwischen Donald Trump und Wladimir Putin auf die Intensität russischer Angriffe hatte.
Seit Trumps Amtsantritt im Januar 2025 lässt sich ein klarer Zusammenhang zwischen den diplomatischen Kontakten beider Präsidenten und der Häufigkeit russischer Luftschläge erkennen. Nach einem moderaten Jahresbeginn mit rund 150 bis 200 Angriffen stieg deren Zahl unmittelbar nach dem ersten Trump-Putin-Telefonat im Februar deutlich an und erreichte im März etwa 400 Angriffe.
Auf einen kurzfristigen Rückgang im April – zeitgleich mit einem Waffenstillstandsvorschlag – folgte ab Mai eine Phase massiver Eskalation. Nach den ukrainisch-russischen Gesprächen in Istanbul im Juni schnellte die Zahl der Angriffe auf über 600 pro Monat und erreichte im Juli, nach einem weiteren Trump-Putin-Gespräch, ihren Höchstwert von rund 700.
Treffen bringen keine Deeskalation
Selbst der Alaska-Gipfel im August, den Moskau als diplomatischen Erfolg inszenierte, führte zu keiner Reduzierung der Gewalt; die Zahl der Angriffe blieb mit etwa 600 pro Monat konstant. Erst im Oktober, im Vorfeld des geplanten Treffens in Budapest, kam es zu einem leichten Rückgang auf rund 550 – ein Niveau, das immer noch mehr als das Dreifache des Januarwerts betrug.
Der Verlauf zeigt deutlich: Jede Phase direkter Kommunikation zwischen Trump und Putin wurde von einer Zunahme russischer Angriffstätigkeit begleitet. Anstatt eine Deeskalation zu bewirken, verschafften diese Kontakte dem Kreml offenbar taktische Entlastung und politische Legitimation – Zeit, seine militärische Infrastruktur zu regenerieren und die Ukraine weiter unter Druck zu setzen.
Diese Logik gilt auch jetzt. Anstatt den militärischen Druck an der einzigen Stelle zu erhöhen, die Russland offenkundig zu einem Einlenken bewegen könnte, erhält der Kreml erneut die dringend benötigte Zeit, um das sich abzeichnende Desaster buchstäblich in letzter Sekunde abzuwenden. Daher ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das geplante Treffen in Budapest ebenso ergebnislos verlaufen wird wie der Gipfel von Alaska. Russland wird seine vermeintliche Friedensbereitschaft durch massierte Angriffe auf die Ukraine untermauern. Danach werden auf beiden Seiten erneut Tausende Soldaten gestorben sein.
Noch bedeutsamer ist das Folgende: Ob die Ukraine in absehbarer Zeit je wieder ein derart wirkmächtiges strategisches Momentum erlangt, ist ungewiss. Sicher hingegen ist, dass der Kreml keine Gnade zeigen wird, sobald sich ihm die Gelegenheit bietet, die Ukraine endgültig zu besiegen. Dmitri Medwedew formulierte die russische Agenda im Dezember 2024 gegenüber der Nachrichtenagentur Lugansker Informationszentrum unmissverständlich: „Die Ukraine muss bei Russland sein – oder von der Weltkarte verschwinden.“
Donald Trump hingegen hätte die Möglichkeit gehabt, diesen Plan durch eine Stärkung des ukrainischen Angriffspotenzials zu durchkreuzen. Stattdessen hat er klare Prioritäten gesetzt: Ihm ist es wichtiger, den Krieg selbst zu beenden, als dass Russland zu seiner Beendigung gezwungen wird.
Damit hat er die Entscheidung über seinen Ausgang faktisch an Wladimir Putin delegiert. Oder, wie ein russisches Sprichwort sagt: „Wer den Worten des Feindes glaubt, ist sein eigener Feind.“
Dr. Christian Osthold ist Historiker mit dem Schwerpunkt auf der Geschichte Russlands. Seine Monographie über den russisch-tschetschenischen Konflikt ist in der Cambridge University Press rezensiert worden. Seit 2015 ist Osthold vielfach in den Medien aufgetreten.
Die Herren Patrik Baab und Ralph Bosshard sind (wahrscheinlich im Gegensatz zu Herrn Osthold) auf beiden Seiten der Kontaktlinie unterwegs gewesen und unterhalten sich auf Youtub eine Stunde lang über Vergangenes und Aktuellesbezüglich des Konfliktes. Lohnt sich, anzuschauen. Das bringt mehr Erkenntnis zu Vorgeschichte, Fehlern und Erfolgen, als die Frontberichte des Historikers…….
Karol Bayer scheint in einer alternativen Realität zu leben:
„Die Europäer drohen ohne Unterlass permanent mit Krieg. Sie führen effektiv Krieg gegen Russland. “
In der Realität, in der ich lebe, führt Russland effektiv Krieg gegen die Länder der EU – mit Sabotageaktionen, Cyberangriffen und Spionagedronen´´. Und Russland droht den Ländern der EU permanent mit nuklearen Erstschlägen, wen diese oder jene rote Linie überschritten wird. Russland hat deswegen sogar seine Nuklear-Strategie geändert, falls Herr Bayer sich erinnern mag.
Und es war auch Russland, das ukrainische Kinder in großer Zahl entführt hat um sie zu russifizieren. Es ist Putin, der behauptet, es gäbe gar kein ukrainisches Volk und keine ukrainische Nation. Wer betreibt hier ethnische Säuberungen?
Kernpassage: „Trump sagt, was er sieht, was er will – und handelt danach/Anders als seine europäischen Amtskollegen hat er kaum Vertrauen in ineffiziente, politische fragwürdige internationale Organisationen wie die Vereinten Nationen oder die Weltgesundheitsbehörde WHO; anders als ein Starmer, Macron oder Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez benennt ungeschminkt illegale Migranten und Islamisten als große Gefahren für die freie, westliche Welt./Trump verzichtet auf absurde Symbolhandlungen, wie beispielsweise die Anerkennung eines nicht existierenden “Palästinenserstaates„. Schließlich glaubt er nicht all den Fehlinformationen, den Propagandalügen und den Desinformationskampagnen aus palästinensischen, arabischen und linken Quellen./Trump praktiziert Politik, indem er ausspricht, was er sieht und was er will, indem er entschlossen versucht, sein Land und die Welt zu verändern. Gegenüber den europäischen Bündnispartnern hat er – anders als seine Vorgänger im Weißen Haus – mit massiven Drohungen erreicht, dass sich die Europäer nach Jahrzehnten bequemer Zurückhaltung endlich bemühen, angemessen zur NATO-Verteidigung beizutragen./Trumps Werben und Schmeicheleien haben Putin zumindest für Gespräche über mögliche Friedensverhandlungen bewegt – mehr Bewegung in den verfahrenen Ukraine-Krieg ist noch keinem anderen westlichen Politiker gelungen. Trankovits, TE, danke an @ Kurt Kasper fuer den Hinweis. Ich halte zwar Historiker nicht fuer ausgebildet genug in Wirtschaftsdingen, sollte der Autor aber Recht haben, werden wir mit China zu tun kriegen. Der Westen hat Russland in Chinas Arme getrieben. China hat Solaten ohne Ende und ist brillant geruestet. Trump weiss das, gigantomanische EU-Politiker uebersehen es.
„Erreicht Russland seine Ziele nicht oder wird gar zu einem Ende der Kampfhandlungen gezwungen, wäre dies das Ende Wladimir Putins.“:
Während ich Ihre vorherige Analyse teile: Der Krieg schwächt Russland, die Ukraine und auch Deutschland (ohne billigen russisches Erdgas geht ein Großteil der Chemieindustrie hier weg). Aber dieser Satz ist nur Mutmaßung. Kann sein, kann nicht sein.
Meine Deutung: Putin ist ein alter Mann. Er wäre gerne als der Große Sammler russischer Erde in die Geschichte eingegangen. Und jetzt hängt er fest.
Was nach dem Krieg sein wird, weiß ich nicht. Auch wer nach Putin kommt. Wie es mit Russland, der Ukraine und Deutschland weiter geht. Vor allem die Ukraine und Deutschland hängen sehr stark von den USA ab. Was die in Zukunft machen.
Im Grunde ist der einzige Streitpunkt nur noch: Bekommt Putin von der Provinz Donezk nur die 75%, die er aktuell eh schon hat oder bekommt er die ganzen 100 %?
Seit drei und mehr Jahren versuchen die Russen vergeblich, die Hühnerställe und Rübengärten dort zu erobern. Schon beeindruckend…
Pfeifen im Walde.
@ A. Gojowy: Putin mit Hitler zu vergleichen ist ein kapitaler Fehler, der den Blick fuer die Realitaet verschleiert. Was den Krieg selbst betrifft, muss man Selensky, Macron, Starmer, Merz und Rutte insofern mit jenen Zeiten vergleichen, als sie den Zeitpunkt verschlafen. Sie sollten eine Sportpalastrede aufsetzen. Nach der Niederlage bei Stalingrad war relativ klar, dass fuer die Deutschen nichts mehr zu holen war. Fuenf Monate spaeter landeten die Alliierten in Sizilien, schon gute drei Monate zuvor waren die Allierten in Franzoesisch-Nordafrika gelandet (Operation Torch). Man haette sich brennende Staedte in D ersparen koennen, wenn man spaetestens im Juli 1943, nach dem erzwungenen Ruecktritt Mussolinis, kapituliert haette. Die Ukraine sollte verhandeln und Gebiete abtreten. Man kann damit leben. Deutschland haette auch mit dem Verlust des Elsass nach WK I leben koennen, nicht aber mit dem Polnischen Korridor, einem Geschenk von Woodrow Wilson, der zu den schlechtesten Praesidenten der US gerechnet wird. Im Uebrigen erinnert das Stueck hier latent an die Sportpalastrede, nicht sprachtechnisch, sondern vom Gedankengut des urdeutschen Weiterso her. Deutsche, die Friedensbemuehungen eines amerikanischen Praesidenten verbal unterwandern, sollten sich was schaemen. God Bless Simon Jenkins!