
Schäuble wäre das kleinste der vier Übel, aber was, bitte, kommt nach dem Übergangskanzler? Nochmal GroKo? Mit wem als Kanzler? Was ist mit der schweigenden FDP, warten auf Godot? Neuwahlen bitte. Und ich weiß, dass ich trotz manch verbaler Entgleisung (wieviele davon leisten sich die Altparteien…) diesmal die Blauen wähle.
Tu felix Austria. Du armes Deutschland. Und beides habt ihr jeweils euren Wählern zu verdanken.
Der Herr Schäuble hat sich schon als Finanzminister als absolut reformunwillig erwiesen. Er hat lediglich eine gewisse Meisterschaft im verstecken von Schuldenbergen an den Tag gelegt. Eine andere Politik ist also von ihm nicht zu erwarten und im Verbund mit der SPD erst recht nicht. Der Altparteiensumpf muss definitiv verschwinden, bevor etwas besser werden kann.
Also ich kann mich für keine Ihrer genannten eventuellen NachfolgerInnen begeistern. Ganz im Gegenteil, wenn ich dabei an Frau AKK denke, graust es mich und ich habe mir vorgenommen meine Auswanderungspläne dann intensiver vorwärts zu treiben, wenn es tatsächlich soweit kommen würde. Aber da mache ich mir keine großen Sorgen, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass man in der CDU nochmals eine Kandidatin mit ausgeprägter Linksorientierung den Vorzug geben würde. Frau AKK wäre vermutlich lieber im kleinen Saarland geblieben. Das kann sie, für die “hohe Politik” halte ich sie für eine Fehlbesetzung. Sie scheint sich dies jedoch schon anders zu sehen. Herrn Schäuble laste ich einen Tunnelblick an, den jeden befällt der zulange in einer gehobenen, verantwortlichen Position tätig ist und Frau Klöckner halte ich für überfordert. Da bleibt nur noch Herr Spahn, den ich mir am ehesten vorstellen könnte. Letztendlich kann ich ihn aber nicht so richtig einschätzen Aber muss es immer jemand aus den eigenen Reihen sein? Wäre es nicht erfrischend jemanden aus der Wirtschaft zu holen? Natürlich muss so ein fähiger Kopf mit Weitsicht dann auch gut bezahlt werden und das ist leider der Knackpunkt an der Geschichte. In der freien Wirtschaft verdienen fähige Leute einfach wesentlich mehr und da fragt sich sicherlich so mancher warum er sich “das” antun sollte.
Nochmal zu Ihrem untadeligen Artikel, Herr Weimer: Es ist längst so, dass der AfD eine halbwegs integre Figur fehlt, die das Bild des gestandenen Mannes mit griechischer Redekunst verbindet. Deswegen auch der wilde Sturm auf Herrn Höcke, der wichtige Eigenschaften aufzuweisen hat. Der jedoch nach heutigem Standing ggü. Wählern und Kollegen kaum vermittelbar geworden ist. Es fehlt momentan der “Kurz-Typ”, den viele Deutsche sofort als Leader akzeptieren würden. Zum Beispiel Friedrich Merz. So jedenfalls die recht einhellige Meinung meiner Umgebung. Ergo: In den Köpfen der Wähler, die nicht doof sind, sind mittlerweile fast alle aktiven deutschen Politiker, wegen rela-tiver Untätigkeit bzw. Wirkungslosigkit in der Zuwanderungsfrage, “verbrannt”. Die Kanzlerin hat keine Zukunft. Despektierlich: Ihr Haltbarkeits-Datum im Amt ist abgelaufen. Ihr Abgang von der polit. Bühne steht kurz bevor. Die CSU will nicht die Königin-Mörderin sein, sie hält sich nach Außen (noch) bedeckt.
Angesichts der erschreckenden Alternativen zu der Alternativlosen M. dreht sich einem der Magen um. Bei diesen Aspiranten geht es offensichtlich nur darum, den angerichteten Schaden nicht noch größer werden zu lassen. Eine Kehrtwende ist mit diesen Leuten nicht zu machen. Da kommt nur 3 Jahre weitere Lähmung heraus. Auch Frausein als offensichtlich einziges “Qualitätsmerkmal” führt sicher nicht zu notwendigen Resultaten. Da Merkel alles weggedrückt hat, was ihr durch Kompetenz und Ausstrahlung schaden hätte können, nützt es eben nichts nur den Löffel auszutauschen, um dann an der gleichen Suppe weiterlöffeln zu müssen. Da muss schon was anderes her.
Herr Schäuble, Frau Kramp-Karrenbauer und Frau Klöckner sind Angehörige des Merkel-Clans. Keiner aus dem Clan darf Frau Merkels Nachfolge antreten. Herr Spahn wäre auch geeignet. Auch er hat trotz Büchern und Einzelaktionen Frau Merkel immer unterstützt. Warum nicht Horst Seehofer als Bundeskanzler bis zum Ende der Wahlperiode wählen? Besser als Frau Merkel ist er allemal und er stammt nicht aus dem Merkel-Clan. Mit ihm könnte die „Unionswende“ von der ökosozialistischen zurück zur sozial-marktwirtschaftlichen Union gelingen.
Es kommt nicht darauf an, wen die CDU als neuen Kanzler erwählen will, es kommt darauf an, wer in der Partei den unbedingten Willen zur Macht hat.(“Gerhard Schröder am Tor des Kanzleramtes: “Lasst mich hier rein!”) und -salopp gesagt- den Laden mit der ganzen Verantwortung, die dann auf seinen Schultern lastet, übernehmen will. Und da sehe ich ehrlich gesagt niemanden. Zudem eignet sich auch charakterlich nicht jeder dieser genannten Damen und Herren zum Brutus. Ergo wird Merkel wohl noch ihre letzte Amtsperiode bis zum Jahr 2021 beenden können. Wenn sie es innenpolitisch schafft mit der CSU einen Kompromiss in der Flüchtlingsfrage zu erzielen und auch aussenpolitisch in der EU bei dem Thema reüssieren kann, hat sie das Steuer als Kapitänin auf dem Dampfer MS Germania wieder fest im Griff, denn solange die Wirtschaft wächst und es den Deutschen ökonomisch gut geht ist in der Geschichte der BRD noch nie ein Regierungschef gestürzt worden.
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