Oliver Zimski / 25.09.2021 / 06:00 / Foto: Udo Grimberg / 143 / Seite ausdrucken

„Jan, bitte, was ist das für ein Argument?“

Jan Böhmermann attackierte Markus Lanz, weil dieser Hendrik Streeck und Alexander Kekulé in seine Sendung eingeladen hat. Ein wohl geplanter Coup. Wort für Wort-Analyse eines intellektuellen Armutszeugnisses. 

Am 4. September 2021 fand im Hamburger Michel ein denkwürdiges ZEIT-„Triell“ zwischen Talkmaster Markus Lanz, Satiriker Jan Böhmermann und ZEIT-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo statt, das auf der Achse bereits kurz gewürdigt wurde, jedoch einer ausführlichen Nachbereitung bedarf, da es um zwei hochinteressante Themenbereiche kreiste. Erstens: Wen darf man heutzutage in eine Talkshow einladen, ohne dass es zu einer „falschen“ Gewichtung der dort geäußerten Meinungen kommt? Zweitens: Gibt es in Deutschland einen verengten Meinungskorridor? Vor allem aber vermittelte die Sendung einen intensiven Einblick in das Wirken des deutschen „Meinungsmachers Nr. 1“. Mit diesem Attribut – neben weiteren Superlativen wie „Satirik-Virtuose, Rettung des Schlauen Deutschen Fernsehens und König der Late Night Show im ZDF“ – wurde Böhmermann nämlich für die Live-Diskussion von ZEIT-Verlagsgeschäftsführer Esser angekündigt.

Der Unantastbare

Das Motto lautete „Macht und Ohnmacht des politischen Journalismus“, wobei das meistgebrauchte Wort des Abends „Verantwortung“ war. Den notorischen Pöbler Böhmermann auf ein Podium zum Thema Verantwortung im Journalismus zu laden, ist an sich schon eine kuriose Idee, etwa so, als wollte man mit einem Serienmörder über das Recht auf körperliche Unversehrtheit diskutieren. Üblicherweise betätigt sich Böhmermann als eine Art Sturmgeschütz der politischen Korrektheit, das alles überrollt, was vom Mainstream abzuweichen wagt. Dies tut er allerdings nicht als kleiner „Einzelkämpfer“ und „Quatschvogel“, der von der „kleinstmöglichen Position den Ball so hoch wie möglich schießt“ (so seine Eigendarstellung beim „Triell“), sondern als Twitter-Größe mit weit über zwei Millionen Followern und Aushängeschild des ZDF, dem dort ein 20-köpfiges Team zuarbeitet. Spätestens seit der Staatsaffäre von 2016 um sein Schmähgedicht gegen den türkischen Präsidenten Erdogan – auch so ein typisches Böhmermannsches „Missverständnis“, denn eigentlich, wie er hinterher erklärte, habe er damit nur die Grenzen von Satire aufzeigen wollen – ist er der erklärte Liebling des deutschen Feuilletons, quasi ein Unantastbarer.

Auch an diesem Abend startete der selbsternannte Polit-„Clown“ einen Coup. In einem Überraschungsangriff warf er seinem ZDF-Kollegen Markus Lanz vor, der habe in seinen Sendungen zwecks Herstellung von „False Balance“ unseriöse Gesprächspartner (konkret: die beiden Virologen Hendrik Streeck und Alexander Kekulé) zum Thema Corona eingeladen und dadurch indirekt die – nach Böhmermanns Meinung – viel zu niedrige Impfquote in Deutschland mitverschuldet. Zudem belegte er die Genannten mit dem Odium der „Menschenfeindlichkeit“, einem „woken“ Kampfbegriff, der sonst Islamkritikern und sonstigen Rechtspopulisten vorbehalten ist.

Wer die Sendung nicht gesehen hatte, musste anderntags aufgrund der Medienberichterstattung den Eindruck gewinnen, Böhmermann habe da ein ganz heißes Eisen angepackt und berechtigte Bedenken vorgetragen. So behauptete etwa das SPD-nahe Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), mit seinem Hinweis auf „False Balance“ habe Böhmermann – zufälligerweise ebenfalls SPD-Mitglied! – auf die reale Gefahr einer Realitätsverzerrung durch falsche Ausgewogenheit hingewiesen, und führte als Beispiel das überdimensionierte Medienecho für den Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann an.

Überall – so RND-Autor Imre Grimm in einem bemerkenswerten Satz – lauerten „Advokaten des Zweifels, die ein Interesse daran haben, die Saat des Misstrauens zum Erblühen zu bringen“. Entsprechend berichteten hinterher auch Dutzende vom RND-Imperium belieferte Lokalzeitungen im selben Tenor („Ist es falsch, umstrittenen Corona-Forschern wie Alexander Kekulé oder Hendrik Streeck eine breite TV-Bühne zu bieten?“). Womit das passende Framing gesetzt war: Da die beiden Wissenschaftler bei Jan Böhmermann in Ungnade gefallen waren, hatten sie fortan als „umstritten“ zu gelten.

Böhmermanns Masche

Wer sich dagegen die Mühe machte, die gesamte Diskussion zu verfolgen, konnte andere Erkenntnisse gewinnen. Etwa, wie simpel die Masche des Polit-Clowns gestrickt ist und wie zuverlässig sie trotzdem funktioniert: eine unerwartete Attacke, die beim Gegenüber Verwirrung, irritiertes Nachhaken und empörte Rechtfertigung auslöst, dann ein ebenso schneller Rückzug des Angreifers, Ausweichen, Ablenken und „Ich meinte ja eigentlich uns alle“-Geschwurbel. Darauf, dass der Angriff auf Lanz von langer Hand geplant gewesen sein muss, deuteten Böhmermanns angespannte Mimik und sein unmotiviertes Grinsen während des halbstündigen Vorgeplänkels sowie das sehr einseitig zusammengestellte Publikum, das während der gesamten Veranstaltung einzig und allein Beiträge des mit Abstand schwächsten Diskutanten – Böhmermann – beklatschte.

Der Coup gegen Lanz: vorher geplant, währenddessen von Claqueuren begleitet, durch wohlwollende Medienberichte nachbereitet. Bleibt noch der Auftritt selbst, bei dem der Meinungsmacher Nr. 1 ohne sein Team und den gewohnten Teleprompter (er erwähnt ihn kurz zu Beginn der Sendung) auskommen musste. Um diesen Auftritt zu dokumentieren, habe ich weite Teile der Diskussion transkribiert, soweit sie sich um die beiden Hauptthemen des Abends dreht (Auslassungen wurden durch eckige Klammern gekennzeichnet). Die von Böhmermann erhobenen Vorwürfe sind gewichtig. Wie begründet er sie nun im Einzelnen, wie fundiert ist seine Argumentation, wie überzeugend die gesamte Performance? Mögen dies die Leser nach Lektüre der folgenden Originaldialoge selbst beurteilen (ab Min. 49:10).

„Leute einladen, damit es kracht“

Böhmermann: Eine Sache würde ich gern mal hier versuchen zu besprechen. […] Ich komme deswegen drauf, weil ich gestern in der Urania in Berlin war. Das war eine große Preisverleihung, wo ganz tolle Wissenschaftler die Urania-Medaille für Wissenschaftskommunikation bekommen haben.

Di Lorenzo: Sie haben die Laudatio gehalten…

Böhmermann: Dr. Drosten und Frau Professorin Sandra Ciesek aus Frankfurt […] und eine Professorin, die Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts, hat auch eine Medaille überreicht bekommen, und im Anschluss ging es – es war auch ein Triell, da saßen drei Wissenschaftler auf dem Podium, die gerade einen Preis bekommen hatten – und die haben sich über eine Sache unterhalten, die uns auch betrifft, die deine Sendung betrifft […] Das Einladen von so Leuten wie Hendrik Streeck und Alexander Kekulé. Wo man fachlich wirklich sagt: Das ist keine gute Idee.

Lanz: Wer sagt das?

Böhmermann: Die Leute, die Ahnung haben davon. Wenn du mit Wissenschaftlern sprichst, die seit Jahren an diesem Thema forschen, und auf einmal taucht da so ein Hallenser Mikrobiologe auf, der nichts publiziert hat. […]

Di Lorenzo: Da ist ja ein Vorwurf drin.

Lanz: Die berühmte False Balance!

Böhmermann: Ich versuche das ganz diplomatisch zu formulieren. Ja, die berühmte False Balance – du sagst das schon in so einem Tonfall, als sei das irgendetwas, was Quatsch ist. […] Ich finde es schwierig, wenn man Leuten eine Bühne gibt, die eine Meinung vertreten, die man nur deswegen veröffentlicht, weil man sagt: Man muss auch die andere Seite sehen. Und es gibt Meinungen, die sind so durchtränkt von Menschenfeindlichkeit oder so motiviert von Dingen, die nichts damit zu tun haben – und zwar ersichtlich – dass ich mich manchmal frage, warum einige Leute bei dir sitzen.

Lanz: Menschenfeindlichkeit – wen meinst du denn?

Böhmermann: Es gibt Positionen, die im Kern menschenfeindlich sind. […] Das Risiko, dass Leute wie wir – jetzt auch mal selbstkritisch mit Blick auf meine Arbeit – auch Journalismus machen, birgt in sich das Risiko, dass wir für die Bühne und für den Effekt arbeiten. Und wenn man für den Effekt arbeitet, also für den einfachen Applaus – das jetzt einfach in den Raum gestellt, explizit auch mit Bezug zu meiner Arbeit – dann ist natürlich immer ein Risiko, dass man dann in Kauf nimmt, eben sowas wie False Balance zu riskieren, weil man weiß, es kracht in der Sendung. Und das so zu justieren, dass das trotzdem noch eine Glaubwürdigkeit hat und dann eben nicht als Spektakel, was am Ende verpufft, geplant ist – das ist so die Herausforderung, glaube ich. […]

„Was genau ist konkret der Vorwurf?“

Di Lorenzo: Die Frage war ja sehr konkret: Wie kann man jemanden wie Kekulé oder Streeck einladen?

Lanz: Okay, mehrere Punkte: Da ist der Vorwurf, Leute einzuladen, damit es kracht. Das ist absolut kein Prinzip unserer Sendung, und wer unsere Sendung regelmäßig sieht, weiß das auch. Wir setzen uns argumentativ auseinander. Wir setzen ganz gezielt nicht eine Linkspolitikerin in eine Sendung mit Alexander Gauland, um es mal so zuzuspitzen – ich habe das gerade diese Woche bei den Kollegen von der ARD gesehen, da war es so ähnlich, da war es Beatrix von Storch, kann man alles so machen, ist alles okay, und auch da würde ich nicht unterstellen, dass irgendjemand den Krawall wollte – aber die Unterstellung, wir wollen Krawall, ehrlich gesagt, Jan, aus deinem Mund, der Wörter in den Mund genommen hat mit jemandem wie Herrn Erdogan, Wörter benutzt hat, von denen ich sagen würde: Boah, muss man das so machen? Also, von dem den Vorwurf dafür einzufangen, dass das Krawall ist, das finde ich steil!

Böhmermann: Ich habe ja nicht gesagt, dass du Krawall machst, sondern…

Lanz: Nee, das finde ich steil! Ganz ehrlich: Das finde ich wirklich steil!

Böhmermann: Markus, ich hab´ die Frage in den Raum gestellt: Ob wir, wenn wir Unterhaltung machen, nicht überlegen müssen, ob es eventuell ein Risiko gibt, was wir als Unterhalter vielleicht manchmal nicht sehen, weil wir für den Effekt arbeiten. […] Die Frage muss doch auch bei deiner Einladung sein, wenn du Gäste einlädst, musst du dich auch fragen: Ist das denn ein Virologe, der den Platz, den ich ihm gebe, verdient?

Lanz: Und die Antwort ist: Ja, absolut! Alexander Kekulé hat jahrelang die Regierung in genau solchen Fragen beraten.

Böhmermann: Ja, aber wie schützt du dich denn vor False Balance?

Lanz: Was genau ist konkret der Vorwurf? […] Hendrik Streeck – Entschuldigung – ist Direktor der Virologie in Bonn, ist ein weltweit anerkannter Wissenschaftler, vor allen Dingen im Bereich von HIV, ist jemand, dessen Gangelt-Studie weltweit auf große Resonanz und auf großes Interesse gestoßen ist. Also, wer sind wir, dass wir uns anmaßen zu beurteilen, ob jemand wie Hendrik Streeck was draufhat oder nicht? […]

„Nein, nein, aber …“

Böhmermann: Wir sind Leiter einer Redaktion im weitesten Sinne, als Moderator bist du zwar nicht Chefredakteur, aber du bist Leiter und stehst einer Redaktion vor und bist damit auch verantwortlich dafür, dass die Redaktion, die du leitest, eine Qualitätskontrolle macht, eine inhaltliche Kontrolle der Leute, mit denen du zu tun hast. Ich beziehe es jetzt auch auf mich.

Lanz: Nein, ist ja gut, wir setzen uns jetzt hier inhaltlich auseinander. Der Vorwurf, der am meisten kam, wo er auch diskreditiert und lächerlich gemacht wurde – Hendrik Streeck – ich kenne den ganz genau – war der Satz: „Wir müssen lernen, mit dem Virus zu leben.“

Di Lorenzo: Was heute alle sagen!

Lanz: Entschuldigung, heute ist dieser Satz absoluter Common Sense, heute ist dieser Satz Basiswissen. […] Es ist ja nicht so, dass alles das, was an Corona-Politik passiert ist, dass das unumstritten gewesen wäre. Wenn das alles so eindeutig wäre, wenn das alles so einfach wäre, dann hätten wir nicht eine so massive Spaltung der Gesellschaft, wie wir sie auch in diesem Land mittlerweile haben. Dann hätten wir uns alle einigen können auf ein paar ganz bestimmte Standards und hätten das genauso gemacht. […] Claus Ruhe Madsen, der allseits respektierte Oberbürgermeister von Rostock, der versucht hat, ganz andere Wege zu gehen, der damit sehr erfolgreich war und der von Anfang an gesagt hat: Leute, wir stellen uns zum Teil die falschen Fragen, und wir zerstören – neben der ganzen medizinischen Problematik – wir zerstören Existenzen, wir zerstören Wohlstand, das wird uns alles noch auf gewaltige Weise beschäftigen. Dieser Claus Ruhe Madsen saß mit Hendrik Streeck in unserer Sendung und sagte […] sinngemäß: Sie sind für mich so etwas wie ein Leuchtturm! Einer, der den Leuten auch mal etwas anderes erzählt außer Abgrund, Tod und Verderben. Das ist mein Punkt. Und deswegen nehme ich diese Kritik auch an dem Punkt so absolut nicht an. Und ich weiß auch, Jan, bitte, weil du gerade vorhin die Menschen genannt hast, mit denen du da zusammengesessen hast, also: Drosten war der Vorgänger von Streeck an der Virologie in Bonn…

Böhmermann: Ja, und dann ist er mit seinen Mitarbeitern zur Charité gegangen, und dann war das Institut leer, und dann kam Hendrik Streeck.

Lanz: Und das wollen wir jetzt Hendrik Streeck vorwerfen?

Böhmermann: Nein, nein, aber…

Lanz: Was werfen wir Hendrik Streeck vor? Sag mal zwei Dinge!

„Nein, das habe ich nicht gesagt!“

Böhmermann: Wir wollen uns ja heute Abend selbst bespiegeln, und wenn wir das machen wollen, dann sollten wir das auch tun.

Lanz: Ja, aber dann formulier doch nicht einfach so einen allgemeinen Vorwurf, sondern sag doch ganz konkret!

Böhmermann: Ich setze mich jetzt auch auf die Stuhlkante und komme ganz nahe an dich ran, Markus, weil – ganz ehrlich…

Lanz: Warum weichst du jetzt aus?

Böhmermann: Nein, ich weiche nicht aus, ganz im Gegenteil!

Lanz: Sag doch mal zwei Argumente von Hendrik Streeck, die wirklich nachweislich falsch waren!

Böhmermann: Markus Lanz, ich möchte in Frage stellen, dass das eine Kategorie ist, dass das ein schöner Effekt ist, wenn jemand erleichtert ist, dass man was Positives sagt, dass das unbedingt jetzt eine sachliche Berechtigung hat, dass der dann in deiner Sendung ist.

Lanz: So einfach ist es doch nicht!

Böhmermann: Aber das hast du doch gerade gesagt!

Lanz: Nein, das habe ich nicht gesagt!

Di Lorenzo: Konkret: Wer darf alles nicht eingeladen werden, oder wer darf kein Forum haben? Wo ist für dich die Grenze?

Böhmermann: Darum geht es nicht.

Di Lorenzo: Das war die Einleitung deines Statements.

„Ich möchte die offene Frage in den Raum stellen“

Böhmermann: Es geht um die Frage: Wie schützen wir uns […] davor, dass wir vergessen, die Lineale anzulegen, die Sie als Journalist zum Beispiel anlegen müssen, die Kontrolle, die redaktionelle Kontrolle, der Pluralismus der Meinungen. […]

Di Lorenzo: Wo ist die Grenze? Sie greifen fast nie jemanden an, der sozusagen eher aus der linken Ecke kommt, der eher woke ist …

Böhmermann: Was ist das jetzt für eine Kategorie?

Di Lorenzo: Wenn Sie mich das ausführen lassen, gebe ich Ihnen ein Beispiel: Gestern wieder „Scheiß SPD“, und Scholz kriegt immer einen drauf …

Böhmermann: Der ist links!

Di Lorenzo: Moment! Aber Frau Esken, da habe ich noch nie ein kritisches Wort gehört.

Böhmermann: Ich habe diese Frau Esken seit drei Monaten nicht mehr gesehen irgendwo.

Di Lorenzo: Doch, doch, sie war gerade wieder im Fernsehen, bei Maybrit Illner…

Lanz: Was ist das auch für ein Argument?

Di Lorenzo: Was ist das für ein Argument? Die Frage ist: Wo ist die Grenze? Wer dürfte Ihrer Meinung nach in der ZEIT kein Forum bekommen und in der Sendung von Markus Lanz nicht sitzen?

Böhmermann: Das ist nicht das, was ich sagen möchte. Ich möchte die offene Frage in den Raum stellen und habe mir erhofft, da eine Antwort für mich zu bekommen.

Es fehlt an allem

Zwischenbilanz: Böhmermann, der eben noch verlangt hat, Wissenschaftlern, die der Regierung widersprechen, kein Forum zu geben, führt plötzlich den „Pluralismus der Meinungen“ im Munde. Die Quintessenz seiner Diskussionsbeiträge lässt sich jedoch in einer einzigen Frage zusammenfassen, die er über die gesamte Strecke in verschiedenen Varianten wiederholt: „Wie schützen wir uns vor den falschen Meinungen?“ Auf die Nachfrage, wer darüber entscheiden darf, was „falsch“ ist, weiß er keine Antwort. Was Drosten und die Regierung sagen, ist richtig, deshalb müssen alle anderen falsch liegen – so offenbar seine Denke. Der Polit-Clown kann und will nicht inhaltlich diskutieren. Es fehlen die Argumente, das Hintergrundwissen, die Fähigkeit zu differenzieren, es fehlt an allem.

Wie positioniert er sich nun im zweiten Teil der Diskussion, in dem es um eine von Lanz behauptete „Verengung des Meinungskorridors“ geht, wie Böhmermann selbst sie gerade vehement befürwortet hat?

Die Verengung des Meinungskorridors

Lanz: Es gibt da draußen […] das Gefühl von vielen Leuten, und das erleben wir jetzt auch gerade wieder hier, es gibt – gefühlt, ganz wichtig! – eine Verengung des Meinungskorridors. Und das ist ein Thema, das ist ein riesiges Problem!

Böhmermann: Was ist das für ein Gefühl? Woher kommt das Gefühl?

Lanz: Du demonstrierst gerade, woher dieses Gefühl kommt, Jan, tut mir wirklich leid!

Böhmermann: Du sagst, der Meinungskorridor ist eingeschränkt, und ich sage: Wo denn?

Lanz: Jan, bitte! Kannst du wirklich beurteilen, ob Hendrik Streeck ein guter Virologe ist? Kannst du das?

Böhmermann: Offensichtlich ist der Meinungskorridor nicht verengt. Das ist ein Gefühl…

Lanz: Das habe ich doch eben gerade gesagt.

Böhmermann: Und darum geht es mir. Ich möchte fragen: Wie achten wir darauf …

Lanz: Wer legt denn fest, wer eingeladen werden darf und wer nicht? Wer legt denn fest, was ein guter Gast ist und was ein schlechter Gast ist? Wer legt denn fest, was die richtige und was die falsche Position ist? […]

Di Lorenzo: Ich glaube, das Einschüchternde, was Jan gerade bestritten hat, kommt daher – um beim Beispiel Streeck zu bleiben…

Lanz: Also, du siehst das auch so, ja?

Di Lorenzo: Ja, ich sehe das auch so, dass es diesen Effekt gibt. Dass zum Beispiel einer wie Streeck sagt: Jede abweichende Position von der anderer Wissenschaftlerkollegen bringt mich sofort in die Ecke der Coronaleugner, Verharmloser oder Querdenker, und damit bin ich sozial geächtet.

„Haben wir uns zu viel um diese Gefühle gekümmert?“

Böhmermann: Ich frage mich jetzt, wenn man nur mal den Fakt nimmt, dass Deutschland von allen großen Ländern in der EU die niedrigste Impfquote hat, ob bei diesem ganzen gefühligen Gerede nicht eventuell – wenn man nur auf das schaut, was ist – diese Debatte, die wir gerade versuchen zu führen, eine Scheindebatte ist, weil es offensichtlich…

Lanz: Du lieferst gerade das Argument, Jan. Ist das dann auch eine falsche Balance, eine False Balance?

Böhmermann: Haben wir uns zu viel um diese Gefühle gekümmert und um das Einladen von Leuten, die auch mal eine andere Position artikulieren…

Lanz: Quatsch!

Böhmermann: Wenn du auf die Zahlen guckst: Warum sind in Deutschland so wenig Leute geimpft? Haben wir diesen Leuten zu wenig…

Lanz: Entschuldigung! So wenig sind das gar nicht!

Böhmermann: 66 Prozent sind voll geimpft, in Spanien sind es 71 Prozent.

Lanz: Wenn du die bis zu 12-Jährigen abziehst, hast du in Hamburg eine Impfquote von fast 80 Prozent. Ist das ein Flop? Ich würde sagen: Nein.

Di Lorenzo: Es sind immer noch zu wenige. Also, Ihr Verdacht wäre, weil es Wissenschaftler wie Streeck oder Kekulé sind, die einige der Maßnahmen angezweifelt haben – womit sie im Nachhinein auch Recht bekommen haben. […] Ist das Ihre Insinuierung, dass das dazu geführt haben könnte, dass Leute sich nicht impfen lassen?

Böhmermann: Ja. Also, die Frage ist schon: Wenn wir konsequenter gewesen wären und nicht politische Erwägungen oder wirtschaftliche Erwägungen vorgezogen hätten, die wir dann auch so verpackt haben, dass sie nicht so wirken wie politische oder wirtschaftliche Erwägungen. Also die Frage, warum wir Kinder – obwohl es keine Schutzkonzepte gibt – in die Schulen schicken, was in Nordrhein-Westfalen gerade ein riesiges Problem ist, das ist letztlich natürlich eine wirtschaftliche Frage, weil die Wirtschaft muss laufen, und die Kinder müssen weg, damit die Eltern arbeiten können.

„Man kann sehr wohl über Querdenker berichten“

Lanz: Aber Entschuldigung, jetzt bringen wir wieder alles durcheinander, das hat weder was mit Hendrik Streeck noch mit Alexander Kekulé zu tun.

Böhmermann: Nee, darum geht´s jetzt auch gar nicht. Es geht jetzt nicht mehr um Hendrik Streeck und Alexander Kekulé, sondern um die Frage, wie es eben ist. Es läuft ja eben nicht gut oder nicht so gut, wie es eigentlich laufen könnte. Und da muss man sich schon die Frage stellen, ob das eventuell daran liegt, dass wir anderthalb Jahre über verengte Meinungskorridore gesprochen haben, über eine Minderheitenmeinung, die nicht genug repräsentiert ist, und dabei vergessen haben, die Pandemie ordentlich zu bewältigen. Wir hätten sie besser bewältigen können.

Di Lorenzo: Da spekulieren wir jetzt aber. Ich glaube, wenn wir nur noch die Meinung gehabt hätten, wir müssen die strengstdenkbaren Maßnahmen jetzt durchziehen, vielleicht wäre dann die Abwehr noch stärker gewesen. Vielleicht sind wir auch ein Land, in dem große Ängste herrschen.

Böhmermann: Vielleicht sind wir die Konfrontation auch nicht gewohnt, weil wir 16 Jahre lang davon verschont geblieben sind. Vielleicht kann das auch daran liegen.

Di Lorenzo: Das wäre dann Frau Merkel, die aber eine Strenge gewesen ist in der Zeit der Pandemie.

Lanz: Giovanni, darf ich nochmal ganz kurz einen Gedanken, weil mich das nicht loslässt mit dieser False Balance. Wenn ich das konsequent auslege, hätte wir dann jemanden wie Thomas Mertens zum Beispiel, den Chef der Stiko […] einladen dürfen, weil der sagt: Du, pass auf, ich würde gern mal alle Daten dazu sehen, und wenn wir die in Ruhe evaluiert haben, dann kommen wir zu einer Empfehlung oder möglicherweise auch nicht. Hätten wir den dann einladen dürfen, im Sinne der False Balance? Definitiv nein. Wir haben es dennoch gemacht, […] und ich finde das absolut in Ordnung, dass jemand wie Thomas Mertens seine Bedenken diesbezüglich artikuliert.

Di Lorenzo: Und trotzdem gibt es Grenzen. […] Ich finde, man kann sehr wohl über Coronaleugner und Querdenker berichten, aber ich würde ihnen kein Forum geben durch Meinungsbeiträge und große Interviews. Ich glaube, das bringt überhaupt nichts. Ich finde aber sehr, dass es sich lohnt, um Menschen zu kämpfen, die nur skeptisch sind und sich deren Argumente anzuhören. Und der Vorwurf, der ganz schnell kommt, gerade aus der digitalen Community, gerade aus Twitter, ist, eine abweichende Meinung ist per se eine schlechte und wird sofort in eine gewisse Ecke gedrängt. Und das wirkt sehr einschüchternd. Sie haben vorhin gesagt, es gibt Fragen oder Diskussionen, die Markus nicht mag – darf ich Ihnen eine Frage stellen, obwohl ich ziemlich sicher bin, dass Sie sie nicht mögen?

Böhmermann: Ja, gerne.

„Orangener Haufen Menschenmüll“

Di Lorenzo: Über Gregor Gysi haben Sie gesagt, er ist ein Fickzwerg …

Böhmermann: Weil ich Gregor Gysi in einem persönlichen Gespräch erklärt habe, was der Unterschied zwischen eigentlicher und uneigentlicher Rede ist. Das könnte ich bei Ihnen auch machen, und Sie würden nicht beleidigt sein.

Di Lorenzo: Doch, ich wäre wahrscheinlich auch beleidigt. Schröder haben Sie als Drecksau bezeichnet, Donald Trump, den wir glaube ich hier alle in der Kirche und hier auf der Bühne entsetzlich finden, ein orangener Haufen Menschenmüll.

Böhmermann: Ich verbitte mir an dieser Stelle das Lachen!

Di Lorenzo: Diese Form der Diskreditierung von Menschen – ist das nicht eigentlich ein Kennzeichen der Rechten, die nur auf menschliche Merkmale geht?

Böhmermann: Sehen Sie, und da ist wieder die Frage nach Schattierungen. Gibt es einen Unterschied zwischen eigentlicher und uneigentlicher Rede? Das Konzept, etwas zu sagen und etwas zu meinen, ist …  Also, ich kann etwas sagen und es dann auch so meinen, also ich kann Sie jetzt: Sie Drecksau! nennen, dass Sie nicht in der Lage sind zu unterscheiden zwischen Nuancen und Subtext-Lesen-Können, ich kann auch sagen: Hehe, du Drecksau! Was habe ich ernst gemeint, und was nicht? […] Es ist eben nicht so einfach.

Lanz: Das ist der Satz unserer ganzen Diskussion: Es ist nicht so einfach. Das würde ich genauso unterschreiben, genauso. Das gilt auch für Hendrik Streeck.

Der TV-Kasper ist der Diskussion nicht gewachsen

Entzündete sich die Kontroverse eben noch an Böhmermanns Forderung, Abweichlern von der Corona-Regierungslinie kein Forum zu geben, spielt er im nächsten Moment den bass Erstaunten, findet es völlig absurd, dass es Leute geben soll, die eine „Verengung des Meinungskorridors“ empfinden – und wenn überhaupt, dann sei das nur so ein „Gefühl“.

Lanz müht sich redlich, argumentiert engagiert und differenziert, redet teilweise fast verzweifelt auf Böhmermann ein („Jan, bitte!“), doch von dem Polit-Clown kommen nur Phrasen und Kaspereien, mit denen er dem nur allzu berechtigten Eindruck entgegenzuwirken versucht, dass er der Diskussion inhaltlich und intellektuell nicht gewachsen ist. Nachdem er seine Provokation gezündet hat, scheint es ihm nur noch darum zu gehen, die restliche Zeit einigermaßen heil zu überstehen.

Damit endet ein repräsentativer Ausschnitt aus dem „Triell“ der ZEIT zum Thema „Macht und Ohnmacht des politischen Journalismus“, das ein Lehrstück ist über die öffentliche Diskussionskultur in Deutschland, Schmierenkomödie und Trauerspiel zugleich. Diejenigen, die die Meinungsfreiheit mit fadenscheinigen Begründungen beschneiden wollen, setzen die Themen und geben den Ton an; die sie bewahren wollen, müssen sich hingegen mühsam gegen abstruse Vorwürfe verteidigen.

Jan Böhmermann ist übrigens viel zu unlustig, um ein Clown zu sein – eine Feststellung, die nichts mit seiner politischen Einstellung zu tun hat. Ihm fehlt einfach eine entscheidende Voraussetzung: die Fähigkeit zur Selbstironie. Er ist ein Hofnarr, der allerdings die Narrenfreiheit, die er in der deutschen Öffentlichkeit genießt, nicht für das traditionelle Vorrecht des Hofnarren nutzt, den Herrschenden unverblümt die Wahrheit ins Gesicht zu sagen. Stattdessen bewirft er aus sicherer Deckung heraus alle mit Dreck, die andere Wege gehen. Völlig undenkbar, dass er jemals die Hand beißen könnte, die ihn füttert und finanziert. Solche wie er schwimmen in jedem politischen System mit dem Strom.

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Gabriele Klein / 25.09.2021

@ Frau Müller,  Es ist d. alte Masche d.extremen Rechten eine Diskussion zu entfachen über Dinge d.bis dato über alle Diskussionen erhaben waren. Sowas schafft man am Besten durch Provokation, wobei völlig egal ist wie dumm. Hauptsache “Aufmerksamkeit” u. man redet worüber man vorher nicht zu reden wagte. Von d. Abschaffung elementarer Grundrechte wie das auf Leben,  bis zur Leugnung des Holocausts reicht d. Bandbreite d. Themen. Die ÖR Diskussionen wirken auf mich wie reine Scheingefechte, zwecks Manipulation u. Ent-Tabuisierung. Nicht Wahrheitsfindung mit Hilfe von Kekule und Streeck interessiert,  sondern über alle Zweifel u.Diskussion bisher erhabene ethische Tabus zu brechen u.d.Grenzen hier zu verschieben. Dabei seh ich Herr Lanz u. Herr Böhmermann, den er kollegial mit Jan anspricht als 2 Seiten der genau gleichen Medaille. Beide spielen ihren AGITPROP Part bestens. Was Kekule und Streek “meinen” interessiert von vornherein nicht, Ziel ist die Diffamierung da wo man argumentativ nicht gewachsen ist. Die Methode Streicher soll enttabuisiert werden nur darum gehts. “Lanz: Das ist der Satz unserer ganzen Diskussion: Es ist nicht so einfach. Das würde ich genauso unterschreiben, genauso. Das gilt auch für Hendrik Streeck. “Richtig, H. Lanz u. für die Alten die nach einer Kampagne a la Stürmer/Böhmermann aufm Scheiterhaufen landen gilt sowas auch.  Nicht so einfach das m. Menschenwürde u. Lebensrecht d. alten Umweltsau und Covid Leugnerin .Mit einer Endlösung d. sich bei Stürmerrethorik aufdrängt, gerade wenns nicht einfach ist,  wäre man übrigens auch die letzte Holocaust Überlebende (od. d. schlechte Gewissen los) denn der Rundumschlag auf “Alt” trifft auch sie. Vielleicht d. letzte tiefenpsychologische Grund für Böhmermanns Spott geg.  alt +weiblich?  Alt+Männlich?Ne, man verbrennt sich doch nicht am Endeselbst. Mit “Omi” ists genug….

John Sheridan / 25.09.2021

Wie nennt man ein Treffen an dem drei “Schwachmaten” (s.o.) teilnehmen?  Drei Affen, jeder kennt die Geschichte ...

Timothyus Grassi / 25.09.2021

Die schlimmsten Kriminellen auf dieser Welt waren allesamt Beamtenkinder. Und die SPD ist als absolutes Gegenteil einer Arbeiterpartei eine reine Beamtenpartei.

Lutz Herzer / 25.09.2021

Wer die Beurteilung der Kompetenz eines Virologen von dessen Einfluss auf die Impfquote abhängig macht, muss ein Idiot sein oder ein Blender, der darauf spekuliert, dass die Zuschauer Idioten sind. Lanz hätte während der Sendung die Einladung Böhmermanns mit Verweis auf dessen selbst vorgebrachte Einladungskriterien zurücknehmen und ihn auffordern müssen, die Sendung zu verlassen. Stattdessen führt er eine niveaulose Auseinandersetzung mit einem Vierzigjährigen, der sich mit kleinkindhaftem Omnipotenzgebaren hervortut. Hoffentlich klappt das mit der Kindererziehung bei Lanz zu Hause besser.

Karina Gleiss / 25.09.2021

Das schmalbrüstige Böhmermännchen, das durch Lügen, Aufstacheln und Hetze in den Pausen auf dem Schulhof und dem Schulflur seine Mitschüler gegeneinander ausspielt ( zu oft vermöbelt worden?), aus purer Bösartigkeit und um sein mickriges Ego zu pushen. Und wenn die Ka**e dann so richtig am dampfen ist, duckt er sich feixend und händereibend weg. Über dieses Stadium ist dieser Puper niemals hinausgewachsen. Noch firmiert er unter der Rubrik der für das System nützlichen Idioten - wie lange wird er wohl noch von eben diesem gebraucht, um dann irgendwann mehr oder weniger elegant entsorgt zu werden?

Albert Pelka / 25.09.2021

Böhmermann: “Und da muss man sich schon die Frage stellen, ob das eventuell daran liegt, dass wir anderthalb Jahre über verengte Meinungskorridore gesprochen haben, über eine Minderheitenmeinung, die nicht genug repräsentiert ist, und dabei vergessen haben, die Pandemie ordentlich zu bewältigen.” Ich warte jetzt gespannt drauf, dass die zwqngabgabenfinazierten Staatsanstalten endlich alle ihre nobelgeistigen Feuilleton-Snobismuseckchen (mitunter sogar gescheiterte Biobauer mit Hang zum “Kunscht/Geischt”.logorrhoiischen ÖR-Undichtheit etwa) radikal aus dem Programm nimmt, schließlich werden damit ausschließlich die verstiegensten 0,001-Promille-“Minderheiten-Meinungen” der Zusschauer versucht zu befriedigen: Wohlgemerkt obwohl 100% dafür finaziell zur Ader gelassen werden. Oder was ist mit den naturwissenschaftlich anspruchsvolleren Sendeplätzen, für die ein Jan Böhmermann einfach nicht die Grundbildung mitbringt, die dafür einfach vorrausgesetzt werden muss, sind das vieleicht auch solche Minderheitenmeinungen, weil ein ein Großteil der ÖR-Fans vielleicht schon zu schlichteren Gemüter in der Art Böhmermanns entsprechend umerzogen und zu allzeit willigen Untertanen umgepolt wurde.

Gabriele Klein / 25.09.2021

@Dr. von Rehmstock.  “Allso, Kekule vorzuwerfen, er habe nichts publiziert, und dieses dann zu einem Ausschlusskriterium für eine öffentliche Präsentation zu nehmen,, dann sollte man ehrlicherweise Karl Lauterbachs Publikationsliste daneben legen ”  Alternativ könnte man Herrn Böhmermann auch ne Liste d. Publikationen von Dr. Josef Mengele vorlegen mit der Frage, was es denn sein darf., denn schreiben kann man viel ..........Statt der verstaubten Publikationen von Mengele vielleicht was Neueres von Baric und Zhengli? Vielleicht d.  Sensationsmeldung v. 2015: “Using the SarsCov reverse genetics system, we generated and characterized a chimeric virus expressing the spike of bat coronavirus SHCO14 in a mouse adapted SARS-Cov backbone….. (1) Wow, lt.Baric hatte dieses künstlich gezeugte Virus folgende Eigenschaften: “....highly pathogenic, and treatment developed against the original SARS virus in 2002 and the ZMapp drugs used to fight Ebola fail to neutralize and control this particular virus. ...  Dr. Fleming hält weiterhin Folgendes u.a.  fest: “Baric and Zhengli had taken a virus that could not infect human cells and turned it into a virus that could and did” Er zitiert die Forscher dann wie folgt: “To evaluate the potential genetic changes required for HKU4 to infect human cells, we reengineered HKU4 spike, aiming to build its capacity to mediate viral entry into human cells. To this end we introduced two single mutations, S746R and N762A, into HKU4 spike…... Moreover, mutations in these motifs in coronavirus spikes have demonstrated dramatic effects on viral entry into human cells. ” Das Geld amerikanischer Steuerzahler für diese Forschung nahm soweit ich erkennen kann den Umweg über P. Daszak v. Eco Health,  (R. Fleming) War das nicht der, der dann für diese “Resolution” in der Lancet sorgte derzufolge sich die Wissenschaft mehrheitlich gegen einen Laborursprung des Virus wende?(Sofern ich Dr. R.Fleming richtig verstand, bitte selbst prüfen….)

Paul Siemons / 25.09.2021

Ich glaube, Böhmermann leidet darunter, nicht 80 Jahre früher geboren zu sein. Als damals 30-jähriger hätte ihm zu Beginn der 1930er Jahre eine glänzende Karriere beim Bock von Babelsberg offen gestanden. Nicht als kleine Knallcharge wie heute beim ZDF, sondern in leitender Position als Staatssekretär im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda. Vielleicht bietet sich ja bei der kommenden (wie damals sozialistischen) Regierung eine ähnliche Chance.

Dr. Helmut Rüberg / 25.09.2021

Mal wieder ein journalistisches Glanzlicht. Der “Clown” schonungslos seziert, Allein dieser Beitrag ist meine dauerhafte Patenschaft für Achgut wert. Oliver Zimski: Danke.

Norbert Brausse / 25.09.2021

Böhmermann definiert, was menschenfeindlich ist, also bestimmt er, wer ein Menschenfeind zu sein hat. Das ist umgekehrt das gleiche, wie mit dem Asylbetrug, auch verharmlosend Asylmissbrauch genannt, den es zwar gibt, aber wer die Person, die ihn begeht, als Asylbetrüger bezeichnet, der ist ein Rassist, weil nämlich Asylbetrüger rassistisches Vokabular ist. Somit ist der, der betrügt, kein Betrüger mehr jedoch derjenige, der das ansprechen will, per Definition ein Geächteter.

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