Wer bereits hoch verschuldet ist wie Italien, Frankreich und Spanien, bekommt keine günstigen Kredite am internationalen Finanzmarkt mehr. Es sei denn, ein zahlungskräftiger Bürge wäre mit im Boot. Schon sinkt der Zins, denn die Bank wüsste, an wen sie sich notfalls halten kann. Genau darin liegt der Reiz der Eurobonds für die Schuldenmeister. Staaten mit schwacher Kreditwürdigkeit verschulden sich nicht mehr allein. Sie treten gemeinsam mit Ländern auf, denen die Geldgeber noch vertrauen. Deutschland haftete dann mit. Auf Deutsch hieße das: Deutschland müsste quasi als großer Bruder mit unterschreiben. Dann flössen die Milliarden der Geldverleiher wieder.
Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, will einen großen Markt gemeinsamer europäischer Anleihen schaffen. Der Euro soll damit dem Dollar Konkurrenz machen und zur Weltleitwährung aufsteigen. Doch ausgerechnet neue Schulden sollen neues Vertrauen schaffen?
Deutschlands wirtschaftliche Dynamik lässt seit Jahren nach; im Vergleich zu anderen großen Volkswirtschaften fällt das Land zurück. Doch das Land besitzt noch, ja noch, ein wertvolles Erbstück aus besseren Zeiten. Die großen Ratingagenturen verleihen der Bundesrepublik weiterhin die Bestnote AAA. Sie bescheinigen Deutschland damit höchste Kreditwürdigkeit. Das Land kann sich deshalb vergleichsweise günstig Geld leihen.
Italien steht inzwischen mit Staatsschulden von fast 139 Prozent seiner jährlichen Wirtschaftsleistung da. Frankreich hat rund 118 Prozent erreicht. Nun aber sollen die neidischen Verwandten auch an der Festtafel des Herrn Platz nehmen dürfen. Auf diesem Tisch glänzt das polierte Silberbesteck aus Solingen. Großmutters Suppenterrine aus der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin ist groß genug, um weitere Mäuler zu sättigen. Deutschland liefert dabei die Suppeneinlagen und die Verwandtschaft den guten Appetit.
Und auch noch gemeinsame Steuern
Unterstützung erhält Hüther vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung. Dessen Präsident Marcel Fratzscher hält gemeinsame Anleihen für nötig. Europa brauche außerdem gemeinsame Steuern. Fratzscher reserviert nicht nur den Platz an der Schuldentafel. Bezahlen sollen die Bürger künftig auch noch mit gemeinsamen europäischen Steuern.
Friedrich Heinemann vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung widerspricht. Europa brauche Wachstum, Erfindungsgeist und weniger Bürokratie, aber keine gemeinsamen europäischen Schulden. Auch Stefan Kooths vom Kieler Institut für Weltwirtschaft erkennt keine überzeugende Begründung für Hüthers Vorstoß.
Herbert Wehner spottete einst über Willy Brandt: „Der Herr badet gerne lau.“ Auch Brüssel liebt das laue Wohlfühlbad. Die hoch verschuldeten Staaten steigen ins gemeinsame Schuldenbecken und klammern sich an den deutschen Rettungsring mit der Aufschrift AAA. Ohne ihn wären für geliehenes Geld höhere Zinsen fällig.
Deutschland solle demnach freiwillig und ohne Not mit ins Haifischbecken der internationalen Finanzwelt steigen und die Rettungsringe gleich mitbringen. Die schwächeren Schwimmer sollen schließlich nicht schon beim Einstieg absaufen. Den deutschen Rettungsring gäbe es bei Eurobonds dann gratis dazu. Inflation klingelt nicht an der Haustür. Sie schickt keinen Gerichtsvollzieher. Sie bedient sich lautlos im Kühlschrank, im Depot und am Sparkonto. Die Eurobonds werden, um einen großen deutschen „Philosophen“ nochmals zu zitieren, nicht mehr kosten als die berüchtigte „Kugel Eis“.
Meinrad Müller ist ehemaliger Unternehmer und betrachtet das Zeitgeschehen gerne mit etwas Abstand.
Im Achgut-Buchshop erhältlich:
„Absturz – So retten wir Deutschland“ von Daniel Stelter, LangenMüller Verlag 2026, hier bestellbar.

@ Karl Mai – „Neuanfang mit goldgedeckter Währung.“ – diese glorreiche Idee als Konkurrenz zum „Öl-$“ hat vor Jahren zB einem Herrn Ghadafi Regierungsamt, Leben und am Ende dem Staat das Wesen eines souveränen und funktionierenden Staates gekostet. Und die darauf laufende Idee der BRICS hat sicher auch was mit der aktullen US-Politik und deren Kriege zu tun, vorrallem zum (teils versuchten) Einsammeln der bekannten Energiereserven.
Wir gehen auch so in Richtung Pleitesystem, sihe fehlende Knete an allen Ecken und Kanten trotz massiver Schuldenpolitik zum Sponsern von „Sozialem“ und dem Rest der Welt, incl. der uns nicht betreffenden Kriege, teils direkt bezahlt, teils indirekt auf „uns“ durchschlagend. Und „Energie“ wird auch zunehmend unbezahlbar, Strom wie auch an der Tanke und indirekt über die von der Logistik teuer angekarrten Waren. In den Niederlanden akt. der Sprit bei 2,67 mit dem freundlichen Hinweis des Nachrichtenvorlesers, daß es durchaus auf die 3 Euronen zulaufen könnte, nicht wie in den USA per Gallon, per Literchen. Da brauchts die genannten Wirkverstärker sicher nicht mehr, um den „Laden“ zum Implodieren zu bringen. Bin vorallem gespannt, wie lange sie die Zahlknechte in den EUniederungen noch tatenlos derart ausplündern lassen. Könnte recht bald recht unlustig werden.
Die Grünen haben für Uschi Vorarbeit geleistet, die schielt nun auf unsere Spareinlagen, welche sie zur Kreditsicherheit angeben, der Bürger nicht die Politikenden sollen haften. Während Uschi weiter Anleihen kauft als Börsenspekulantin Alles oder Nichts und der Bürger Otto Normalverbraucher bürgen soll. Schnell mit KI Geld verdienen, gestern hat mich die KI veräppelt, Bonnie Tyler liegt aktuell im Koma, ich dachte schon sie wäre von ihrem Leiden erlöst werden. Uschi kauft keine europäischen Anleihen, sondern im Ausland, wo die Wirtschaft noch boomt, weil sie ganz genau weiß. das der Euro als Blütengeld immer weniger gedeckt ist. Plötzlich Millionär geht ganz einfach, JE MEHR DER EURO AN KAUFKRAFT VERLIERT; DA KOMMT ES FAST WIE 1933 Z:bSP ! 1 Euro gleicht nur einem Cent, mit dem man nicht mal ein Brötchen mehr kaufe kann sondern eben 10 Euro blechen muss.
@D.Sievers: Der „deutsche Souverän“ ist ganz überwiegend eine ordinäre Köterrasse. Er hat bis jetzt alles ohne zu Mutten mitgemacht – auch jeden Rechtsbruch beim Atomausstieg, offenen Grenzen und Corona. Kurz gesagt: Sie irren.
Die Berufsschwätzer werden mit der Wirklichkeit konfrontiert werden. Der Euro wird zu Grunde gehen. Es gibt keine bequeme Lösung. Neuanfang mit goldgedeckter Währung. Dann zählt wieder Leistung und ein Hüther und eine Bonzenstadt wie Köln können sich dann in Mitteldeutschland, Ostdeutschland und den Visegrad- Ländern ansehen, wie es geht. Zu lange faul gewesen, zu lange die Lügen akzeptiert. Betrug ist kein tragfähiges Geschäfstmodell.
@ Thomas Poth: diese korrumpierten Que(e)rlatten aka Mietmaul Dilettanten kapieren nicht einmal, daß der „euro“ die winzig kleine Schwester des Dollars ist!!! Wer solche „öKO NOmen“ hat, braucht wahrlich keine Feinde mehr…
D.Sievers: der deutsche Souverän vulgo Michel hat da gar nichts zu sagen.
Es gibt ja noch nicht mal Demos gegen die derzeitigen„ Reformen“