Zu bizarr wirkt die Querfront, zu drastisch der Tabubruch – was sich seit dem 7. Oktober 2023 als "Palästinasolidarität" entlädt. Dass „Queers for Palestine“ mit Islamisten an einem Strang ziehen verlangt nach einer Erklärung. Wie wäre es hiermit: Palästina ist kein Ort, es ist eine Idee.
Als Gründungsmythos einer Nation besteht diese Idee im angeblich kommenden Sieg über die Juden. So gewendet, begreifen Palästinenser sich als Widerstandskämpfer gegen einen Fremdkörper im panarabischen Raum. Religiös verstanden, handeln sie als Gotteskrieger der Umma im Gefecht gegen Ungläubige.
„Free Palestine“ bedeutet aber noch mehr. Palästina fungiert als globale Utopie. Es soll existieren, damit Juden es nicht tun – nicht in Jerusalem, nicht in Washington und nicht in Berlin. Palästina ist Völkerverständigung auf höchstem Niveau. Palästina ist ein Versprechen: Die Juden sind schuld, und ihr dürft sie das spüren lassen.
Allerhand Einwände
Wer sein Weltbild der Tagesschau, dem Spiegel oder Tilo Jung verdankt, hat angesichts solcher Behauptungen Fragen: Warum wird hier der Territorialkonflikt im Nahen Osten kleingeredet? Was soll die Vermischung von Politik und Religion? Weshalb muss man Antisemitismus unterstellen, wenn sich auf der ganzen Welt Menschen – des Judenhasses sonst unverdächtig – mit einem unterdrückten Volk wie den Palästinensern solidarisieren? Kurz: Die Erklärung scheitert mutmaßlich, weil sie eine zu große Zahl von Phänomenen auf den zu kleinen Nenner Judenfeindschaft bringen möchte. Ein Allerlei dieses Ausmaßes über einen Kamm zu scheren, könnte man auch anführen, erklärt so viel wie der woke Antirassismus. Also gar nichts.
Karte und Gebiet
Es gibt gute Gründe für solche Einwände. Schon Jorge Luis Borges wusste: Eine Karte, die jeden Punkt ihres Gebietes abbildet, ist keine Orientierungshilfe mehr, sondern Ballast. In der Tat fällt es schwer, mit herkömmlichen Antisemitismustheorien Sinn aus dem zu stiften, was sich derzeit von Paderborn bis Peschawar gegen Israel in Stellung bringt. Man sollte zugeben, dass eine Palästina-bewegte Verwaltungsfachangestellte aus Westfalen wenig mit einem Paschtunen vom wilden Khyber-Pass verbindet. Obwohl aber eine Theorie des Antisemitismus im Maßstab 1:1 sicher ein Fehler wäre, muss eine besonnene Erweiterung des Deutungsspektrums nicht falsch sein.
Der britische Physiker und Wissenschaftsphilosoph David Deutsch liefert so eine Erweiterung. Er beschreibt den Antisemitismus als sichtbare Oberfläche einer tiefer liegenden moralischen Entgleisung. Und diese kann, bei allen Unterschieden, eine Paderbornerin ebenso ausleben wie ein Paschtune.
Das Muster
Deutsch identifiziert eine in etlichen Kulturen verankerte ideologische Struktur, die über gewöhnlichen Antisemitismus hinausgeht. Ihren Kern macht die Vorstellung aus, es sei legitim, Juden zu schaden, allein weil sie Juden sind. Diese Überzeugung liefert die Grundlage für eine moralische Ordnung – Deutsch nennt sie schlicht „das Muster“.
Der Begriff steht nicht für eine systematische Theorie. Es geht vielmehr darum, einen kulturellen Wahn zu benennen, der sich in verschiedenen historischen Kontexten mit erstaunlicher Hartnäckigkeit behauptet. Deutsch sieht ihn seit Jahrtausenden am Werk, schon lange vor dem Christentum.
„Das Muster existiert in fast jedem Geist bis zu einem gewissen Grad“, sagt Deutsch. Üblicherweise richte es nicht viel aus. Die pervertierte Moral rangiere meist weit unterhalb von Bedeutenderem wie der Liebe zu seinen Kindern oder dem eigenen Überlebenswillen – aber nicht bei jedem und nicht immer. „Manchmal in der Geschichte, etwa in Nazi-Deutschland oder in der palästinensischen Kultur, wird sie so dominant, dass alles andere sich ihr unterordnet.“
Eruption im Zyklus
Ein frühes Beispiel für das Muster lieferte der ägyptische Priester Manetho, der im 3. Jahrhundert v. Chr. laut Flavius Josephus die Exodus-Erzählung ins Gegenteil verkehrte und die Juden als ausgestoßene Unheilsbringer darstellte. Auch römische Autoren wie Tacitus trugen zur Entstehung des Feindbilds bei.
In regelmäßigen Abständen, die Deutsch zufolge etwas mehr als eine Generation betragen, bricht das Muster in Form von massenhafter Gewalt gegen Juden aus. Es ist jedoch keine Form von Hass, kein schieres Vorurteil oder reiner Rassismus, sondern ein irrationales System, das sich über Kulturen und Epochen hinweg fortpflanzt. Es zielt nicht primär auf Gefühle wie Wut oder Angst, auch nicht direkt auf Gewalt.
Der Zweck des Musters besteht darin, die gesellschaftliche Erlaubnis zur Schädigung von Juden aufrechtzuerhalten – und zwar selbst an Orten, wo diese Lizenz zum Pogrom gar nicht ausagiert werden könnte. Etwa weil es dort keine Juden gibt. Auf den arabisch-israelischen Konflikt übertragen heißt das: Selbst wenn die Hamas ihr Ziel erreichen würde und alle Juden ins Meer getrieben worden wären, bestünde das Muster weiter.
Sucht und Krise
Das Muster ist latent stets vorhanden und wird in Krisenzeiten reaktiviert. Dann wächst in der Bevölkerung der Drang, sich der besonderen Stellung zu vergewissern, die man Juden gegenüber einzunehmen glaubt.
Richard Landes, ein US-amerikanischer Historiker, der Deutschs Gedanken aufgegriffen hat, beschreibt die Wirkweise des Musters als Abhängigkeit. Es ähnelt für ihn einer Sucht, die in unregelmäßigen Abständen nach Befriedigung verlangt. Wie Junkies, die ihren Drogenkonsum selbst dann rationalisieren, wenn er sie längst alles gekostet hat, greifen Menschen noch unter dürftigsten Vorwänden auf das Muster als implizite Richtlinie für ihr Denken und Handeln zurück.
Das Muster basiert auf einem tief empfundenen Zwang, sich moralisch bestätigt zu fühlen. Es äußert sich, wenn wir bei der Metapher von Landes bleiben, in Entlastung beim Ausagieren, Reizbarkeit während des Entzugs und fortwährender Wiederholung. Wichtig: Das „High“ besteht nicht im Akt des Schädigens, sondern in der Berechtigung, die gewährt wird.
Juden sind nicht immun
Was Deutschs Ansatz von gängigen Erklärungen grundlegend unterscheidet: Antisemitismus ist nicht das Muster selbst, sondern eine seiner Ausprägungen. Er sollte als Effekt verstanden werden, der sich in bestimmten historischen Konstellationen zeigt. Antisemitismus ist das konkrete Pogrom, die Verschwörungstheorie oder das diskriminierende Gesetz – er ist das Resultat, nicht der Ursprung.
Dies erklärt, warum das Muster nicht nur in der Querfront Paderborn-Peschawar auftritt, sondern sogar in Israel, wo – meist linke – jüdische Intellektuelle Maßstäbe an ihr Land anlegen, die sie keinem anderen Staat der Welt zumuten würden. Wer schon einmal die israelische Tageszeitung Haaretz gelesen hat, kennt den Ton.
In Tel Aviv kommt es aus offensichtlichen Gründen nicht zu antisemitischen Ausbrüchen wie anderswo. Doch die moralische Schieflage, die dort herrscht, folgt denselben Doppelstandards wie in Berlin, Kairo oder New York.
Tausend Masken
Während klassische Theorien meist nach Ursachen oder Nutzen antisemitischer Stereotype fragen (etwa psychologische oder ökonomische Motive), legt Deutsch den Fokus auf moralische Legitimierung. Der wesentliche Mechanismus ist eben kein Neid oder Hass; es ist ein Weltbild, das sich behaupten will.
Das Muster stellt eine einzigartige moralische Verkehrung dar, die sich auf keine andere Gruppe übertragen lässt. In Deutschs Worten: „ein irrationales Muster des Urteilens über Gut und Böse, das allein auf Juden abzielt und in anderen Formen von Verblendung oder Verfehlung kein vergleichbares Gegenstück hat.“
Typische Ausprägungen des Musters sind: Ritualmordlegenden, religiöse Vorwürfe (Schuld an der Kreuzigung Jesu, Ablehnung Mohammeds …) und das Dämonisieren von Juden als Verschwörer oder Zersetzer, die angeblich hinter Medienmanipulationen, Kriegen oder dem Niedergang der Sitten stecken.
Deutsch betont, wie sich dieses Muster ständig an neue Diskurse anpasst, heute etwa durch Rhetorik, die Israel als „Apartheidstaat“ oder „Kolonialmacht“ verteufelt. Solche Erzählungen übernehmen Funktion und Struktur des alten gegen Juden gerichteten Feindbilds, ohne sich sofort erkennen zu geben. Das Muster trägt tausend Masken.
Wenn die Moral zuschlägt
Die Erzählungen halten das Recht auf Schädigung von Juden kulturell verfügbar. Sie bewirken dies, indem sie eine Feindschaft, die in Ausnahmefällen bis zur Gewalt reicht, als verständlich, gerecht oder gar notwendig darstellen.
Wir erleben eine Zeit, in der sich die Gewalt wieder häuft. Am 1. Juni attackierte in der amerikanischen Stadt Boulder ein Ägypter jüdische Demonstranten mit einem selbstgebauten Flammenwerfer und Molotowcocktails; anderthalb Wochen zuvor erschoss ein Linksextremist in Washington zwei Mitarbeiter der israelischen Botschaft. Beide Male erklang derselbe Schlachtruf: „Free Palestine!“
Das Muster fragt: Verdienen die Attentäter nicht Verständnis, wenn doch in Gaza eine israelische „Täterelite“ (Gabor Steingart) am Werk ist, die Krieg gegen Zivilisten führt? Wenn Araber „wie Vieh“ (Cem Özdemir) vertrieben werden? Oder wenn 14.000 palästinensische Kinder angeblich in den nächsten 48 Stunden verhungern könnten (Tom Fletcher)? In der Welt des Musters sind die Attentäter von Boulder und Washington Helden.
Ein Feind für alle Fälle
Wer über größere Zeitspannen hinschaut, erkennt die Widersprüchlichkeit der Anschuldigungen: Wird den Juden heute vorgeworfen, einen Staat zu besitzen und ihn zu verteidigen, galten sie früher, gerade weil sie über kein eigenes Land verfügten, als wurzellose Kosmopoliten. Im polnischen Schtetl bezichtigte man sie der Armut, in Manhattan des Reichtums; unter Kommunisten galten sie als Kapitalisten, unter Kapitalisten als Kommunisten. Mal brandmarkte man sie als religiöse Fanatiker, dann als gottlose Zyniker ...
Die Flexibilität der Verleumdung erfüllt eine klare Funktion: Sie sorgt für ein sich selbst stabilisierendes System irrationaler Moral. Derart anpassungsfähig ist das Muster, dass ihm wahre Wunderwerke des Irrsinns gelingen, ohne zu kollabieren.
Weg des geringsten Widerstands
Warum wird das Muster noch unter absurdesten Vorwänden aktiviert? Deutsch verweist auf ein Prinzip, das in vielen Kulturen zuverlässig funktioniert – den Weg des geringsten Widerstands. Ob Wucherei, Revolutionen, eine schlechte Olivenernte oder die Migrationskrise: Wer Juden pauschal die Schuld gibt, spart sich die Auseinandersetzung mit komplexen Ursachen.
Das Muster stellt eine kulturell etablierte Abkürzung bereit, die nicht nach Belegen fragt. Seine Wirkung beruht auf Wiedererkennbarkeit – verinnerlichte Assoziationen geben den Ausschlag. Weil das Muster viel schneller und leichter verfügbar ist als eine treffende Analyse der echten Umstände, geraten nichtjüdische Täter aus dem Blick.
Goldstandard des Wahns
Der Informatiker Matjaž Leonardis, ein Kollege von Deutsch, vergleicht das Muster mit Gold: Schon in prähistorischer Zeit diente Gold als Tauschmittel und Wertspeicher, weil es selten, haltbar und leicht transportierbar war. Andere Materialien hätten diese Aufgaben ebenfalls übernehmen können, doch Gold verbreitete sich früh und flächendeckend. Dadurch wurde es unter anderem zum sicheren Mittel, um in Notlagen seinen Besitz zu liquidieren.
Die Menschheit verlässt sich darauf, dass Gold überall und immer akzeptiert wird. Nicht weil es als Tauschmittel oder Wertspeicher perfekt wäre, sondern weil sich das Vertrauen in seinen Nutzen über Jahrtausende eingespielt hat.
Die Manifestationen des Musters können eine ähnliche Funktion erfüllen: Wenn jemand einen Sündenbock für seine Probleme sucht, greift er auf die Juden zurück. Da das Muster kulturell flächendeckend verstanden wird, ist es zuverlässig anwendbar. Ein großer Vorteil: Die Gründe für den Angriff auf Juden müssen erst im Nachhinein gefunden werden.
Feindlicher Selbstläufer
Das Muster ist eine Prädisposition. Deswegen wird in der Regel sofort „Völkermörder“ geschrien, aber erst später – im Zweifel nach dem Pogrom – geprüft, ob die Anschuldigung begründet war. Das Arsenal an Verschwörungstheorien ist reichhaltig genug. Irgendein Mossad-Agent wird schon als Brunnenvergifter in die Erzählung passen, und die Gründe für die Feindschaft müssen ohnehin keiner rationalen Überprüfung standhalten.
Aber es kommt noch besser: Wie Gold hat das Muster eine Art Fluchtgeschwindigkeit erreicht – der Planet, von dem es einst abhob, ist zur Nebensache geworden. Es braucht keinen greifbaren Nutzen mehr, der auf reale Eigenschaften zurückgeht. Als Denkmuster rechtfertigt es sich selbst. Man benutzt Gold als Wertspeicher, weil man Gold als Wertspeicher benutzt, und die Juden sind schuld, weil die Juden schuld sind.
Der Westen zeigt Zähne
Das Muster ist tief in unsere Kultur eingeschrieben, aber es ist kein Naturgesetz. Es kann an Bedeutung verlieren. Und in einigen von der Aufklärung geprägten Gesellschaften haben sich, so Deutsch, Bedingungen durchgesetzt, die das Muster wirksam begrenzen.
Vor allem erkennt er dies im angloamerikanischen Raum, wo die Tradition von Kritik und individueller Verantwortung besonders verwurzelt ist. Juden wurden in Großbritannien und den USA historisch deutlich weniger verfolgt als auf dem europäischen Kontinent oder im Nahen Osten.
Das Muster ist eine kulturelle Angewohnheit, die verlernt werden kann. Deutsch sieht Anzeichen dafür, dass dies jetzt geschieht. Erstmals seit zweieinhalb Jahrtausenden zeige sich ein relativ breiter Widerstand gegen das Muster. Die Pogrome nehmen nicht einfach ihren Lauf, wie sonst allzu oft in der Geschichte. In den USA etwa geht man gegen Antisemitismus in Universitäten vor, und ausländische Judenfeinde werden abgeschoben.
Das größte Aufflammen des Antisemitismus seit dem Zweiten Weltkrieg erscheint unter dieser Annahme als kulturelle Immunreaktion. Das Muster wehrt sich. Dazu gehört vermutlich auch, dass die Hamas am 7. Oktober den jüdischen Staat angriff, als sich gerade durch die „Abraham Accords“ so etwas wie Normalität in den Beziehungen zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn abzuzeichnen begann. Die Legitimität, Juden Schaden zuzufügen, schien gefährdet.
Vielfältig vereint, moralisch entgleist
Die Zukunft lässt sich schwer vorhersagen. Daher steht nicht fest, dass die Prävalenz des Musters weiter abnimmt. Ideologisch äußerst anschlussfähig, tritt dieses hochansteckende Gedankenvirus in immer neuen Mutationen auf – unter welcher Weltanschauung sonst könnten die „Queers for Palestine“ mit Dschihadisten, Reichsbürgern und Hollywood-Stars an einem Strang ziehen?
Die Kompatibilität zu Wokeness und Islamismus ist kein Zufall. In Deutschs Worten: „Es liegt in der Natur des Musters, dass alles mit ihm verschmilzt, was hinreichend böse wird – das heißt, was moralisch ausreichend verkommen und ausreichend festgefahren gerät, um nicht mehr umkehrbar zu sein.“
Die ideologischen Widersprüche empfinden die Beteiligten dabei nicht als Problem, sondern als Beweis moralischer Radikalität. Logische Inkonsistenz wird durch diesen Kunstgriff zu Prinzipientreue. Das Ideengeflecht, das sich um das Muster gruppiert, erreicht so eine Schlagkraft, die den Westen insgesamt gefährdet. Judenfeindschaft ist ein antizivilisatorischer Brandbeschleuniger. Als vernunftwidriges Denkmuster untergräbt sie menschlichen Fortschritt.
Im Ernstfall rational
Eine Volte der Geschichte: Ausgerechnet Israel könnte weniger Schaden nehmen als der Rest des Westens. Das Muster hat sich dort zwar ebenfalls etabliert, und das nicht schwächer als anderswo – nur stehen die Israelis, wie Deutsch sagt, „im echten Leben vor harten Entscheidungen“. Ihnen ist bewusst: Der Ruf nach der nächsten Intifada könnte für sie bedeuten, dass erneut tausende Palästinenser wie am 7. Oktober ihr Land überfallen.
„Aus praktischer Sicht ist Israel deshalb intern am wenigsten vom Muster betroffen“, sagt Deutsch. „Und nach außen hin ist es bereit zu kämpfen.“ Man könnte es auch so ausdrücken: Israel duldet keine Pogrome und sichert seine Grenzen. Solange „Free Palestine“ die Freiheit meint, Juden schaden zu dürfen, wird der jüdische Staat sich nicht beugen. Er ist der schlimmste Feind des Musters.
Florian Friedman ist freier Autor. Für zahlreiche Magazine, Zeitungen und Online-Plattformen schreibt er über Kultur, Macht und Technik. Friedman lebt in Hamburg. Mehr finden Sie unter www.florianfriedman.com.

hi, Antisemitismus ist die Sorte Nihilismus, die den Brückenkopf des Heiligen auf Erden schleifen will.
Palästina wird eine globale Utopie bleiben.
Auslöser des jüngsten Dramas sind die tausendfachen grausamen Verbrechen der Hamas am 7. Oktober 2023. Dieser Konflikt wird durch die Linken und Linksliberalen des Westens angeheizt ohne irgendwelche andere Optionen überhaupt in Betracht zu ziehen. Hier gilt „Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“ (Albert Einstein). Das bezieht sich insbesondere auf die seit 7 Jahrzehnten auf internationaler Bühne geforderte Zwei-Staaten Lösung.
Die Gründung des Staates Israel beruht auf einem Beschluss der UNO im Jahre 1947. Er sah die Gründung eines jüdischen und eines arabischen (palästinensischen) Staates vor. Die Araber lehnten den Plan kategorisch ab.
Nach der Gründung des jüdischen Staates im Jahr 1948 nahm dann das Drama seinen Lauf. Es folgten zahllose Aggressionskriege gegen den jüdischen Staat und immer verloren die von den westlichen Eliten angefeuerten Araber. Aber es gab einen gewaltigen Unterschied. Israel nahm seine ~800.000 vertriebenen Juden aus den arabischen Ländern auf. Sie wurden genauso wie die verbliebenen Araber mit allen staatsbürgerlichen Rechten und Pflichten ausgestattet. Wo war das Aufnahmeprogramm der Muslime für die ~800.000 Flüchtlinge und Vertriebenen der eigenen Religion? Sie hausen noch heute als Staatenlose im Libanon, Syrien und Jordanien in riesigen Flüchtlingslagern.
Wir aber schicken Abermilliarden Euro und Dollar nach Gaza in die Hände der Hamas-Verbrecher um unser Gewissen zu erleichtern. Wir tun so als ob wir helfen würden. Wir heizen den Konflikt damit aber nur noch an. Mit den von unserem Geld gekauften Waffen werden dann Racheaktionen und Selbstmordattentate an eigenen und jüdischen Zivilisten durchgeführt womit das Blut der Opfer und Täter an unseren Händen klebt. Mit Rohrbomben und Kindern als Attentäter kann man die eigenen Ziele nicht gegen einen hochgerüsteten Staat (in diesem Fall zum Glück) erreichen. Niemals.
Die Juden bezeichnen sich als das „auserwählte Volk“. Ob das die nicht so Erwählten zu dem beschriebenen Muster führt? Motto: Die meinen wohl, sie seien etwas Besseres. Diese Reaktion ist allerdings ein sehr häufiges, generelles Muster. War schon auf dem Schulhof so, Streber! Hau den Lukas auf den Deckel, nicht auf den Johannes. Jüdisch-christliche Reli! Na sowas, wo doch die Juden sagen: Der war’s nicht, wir warten noch. Und Mohammed benutzte den Erzengel Gabriel, dass der ihm seine koranische Botschaft stecke. Da musste ja sauer werden auf die, oder? Oh Abraham. Martin Heidegger meinte einmal: Nur der Gott kann uns da noch retten. Also mach mal, oh GottoGott. Der Verständige aber hält sich fern von allen dreien, geht seiner Wege, beschäftigt sich mit was anderem.
Lieber Herr Friedman, ich werde Ihren Artikel mehrmals lesen, um ihn in seiner vollen Tragweite zu erfassen. ✦ Ich diagnostiziere den Antisemitismus / das antisemitische Muster als eine anerzogene & ansteckende geistige Erkrankung. Ich stellte schon vor Jahren die These auf, dass geistige Erkrankungen anerzogen werden können (Sozialisation, ideologische, politische, religiöse Indoktrination). Da sie anerzogen werden, sind sie auch ansteckend. Das Anerziehen entspricht der Ansteckung. Die psychische Ansteckung entspricht einer physischen Ansteckung. Die anerzogene geistige Erkrankung befällt auch geistig gesunde Menschen. Eine geistige Vorerkrankung ist keine Vorbedingung. ✦ Der am Antisemitismus erkrankte kann in jeder Beziehung normal, rational, empathisch handeln. Nur in dieser einen nicht. ✦ Es gibt „geistige Viren“. Sie funktionieren wie Trojaner, Schadensprogramme. Siehe die Ähnlichkeiten in der Struktur des Gehirns und des Computers. ✦ Ich stelle eine weitere These auf. Es liegt in der tierisch-menschlichen Natur erkrankte, abnormale, schwächere, unpassende, unangepasste, individualistische Mitglieder aus der sozialen Gruppe zu verstoßen. „Alle gegen einen.“ Erkrankte Tiere können aus der Gruppe verstoßen werden. Etwas wie eine Steinigung beobachtet man bei gewissen Affenarten. ✦ Es gibt eine natürliche, evolutionäre Fremdenfeindlichkeit. Die Juden werden historisch oft als „Fremdkörper“ innerhalb einer homogenen Gruppe wahrgenommen. Sie sind irgendwie „anders“, sie gehören nie wirklich dazu, es entsteht keine tiefergehende soziale Bindung zu ihnen. Sie leben parallel zur Gesamtgesellschaft. Sie bleiben aufgrund ihrer eigenen Sitten fremd. Selbst wenn sie sich assimilieren, werden sie als fremd bis feindlich wahrgenommen. Vielleicht waren die Juden die aller erste Gruppe, die von Fremdenfeindlichkeit betroffen waren? ✦ Es existiert auch ein sadistischer Abscheu Schwächeren gegenüber. Sie „provozieren“ durch ihre Schwäche.
Auf Schulhöfen bricht immer wieder die widerwärtige Sitte durch: „Alle gegen einen.“ Sie ist instinktiv in der tierisch-menschlichen Natur veranlagt. Nur die Zivilisation kann sie unterbinden, moralisch tabuisieren. Entsprechen die Juden dem 1 Kind, das von der johlenden Kindergruppe gequält wird? Egal ob es sich unterwirft und alles mit sich machen lässt oder sich vehement wehrt, es wird gegen ihn ausgelegt. Die Rechtfertigung lautet immer gleich: „Er provoziert uns.“ Das tierische Gruppenverhalten bricht bei Kindern durch. Die soziale Gruppe neigt bei Tier & Mensch zur Lynchjustiz. Die Gruppe als Ganzes neigt zur Ausgrenzung einzelner abweichenden Mitglieder. ✦ Es gibt die biologische Evolution und die intellektuelle Evolution. Menschen die sich auf einer niederen Stufe der intellektuellen Evolution befinden, näher zum instinktiv agierenden Tier als zum rational denkenden Adepten der Aufklärung, neigen zur Lynchjustiz. Sie agieren weniger logisch, rational, empathisch, sondern mehr emotional, irrational, hysterisch. ✦ Dieser Zustand der Entmenschlichung / Selbstentmenschlichung kann künstlich herbei geführt werden. Siehe: Sozialisation, Ideologie, Politik, Religion. Sie kann pathologische Ausmaße annehmen. Siehe meine These zur anerzogenen geistigen Erkrankung. ✦ Beispiel: Im Jahre 2015 wurde in Afghanistan eine junge Frau mitten in Kabul von einer Menge gesteinigt und verbrannt, weil sie ein Koran beschädigt haben soll. Parlamentarier & Geistliche begrüßten die Tat. Die Koranschändung stellte sich später als ein „Missverständnis“ heraus. Die Koranschülerin wurde von ihrem Imam verleumdet. Die Täter waren keine Psychopathen die zufällig an dem Tag Ausgang aus dem örtlichen Irrenanstalt hatten. Sie waren ganz normale, durchschnittliche Afghanen. Wir finden im Web Videos zur Tat, die den dortigen „alltäglichen Wahnsinn“ dokumentieren. ✦ Der eliminatorische Antisemitismus ist ein Wahn, welcher seine Wurzeln in den tierischen Tiefen der menschlichen Psyche hat.
Der Judenhaß als amorphes Phänomen, das sich zu unterschiedlichen Zeiten an unterschiedlichen Orten stets in neue Gewänder gehüllt Bahn bricht. Das ist der Weg zum Genozid: Ihr sollt so sein wie wir, ihr sollt hier nicht mehr sein, ihr sollt überhaupt nicht mehr sein.
Ausformungen:
1. Der Jude als „Mörder Christi, Hostienschänder und Ritualmörder“.
2. Der moderne wissenschaftlich begründete Rassismus, Auslese gesunder und hochwertiger Erbanlagen, Züchtung einer erbgesunden, vitalen Menschheit. Ausgrenzung und Ausmerzung der „schädlich-degenerativen Elemente“ aus dem gesunden Volkskörper, insbesondere der Juden als Verderber der Erbanlagen.
3. Der Jude als Träger feindlicher Ideologien. Gleichsetzung und Personifizierung von Marxismus mit „jüdischem Bolschewismus“ einerseits und Kapitalismus mit „internationalem Finanzjudentum“ andererseits.
4. Der Jude als invasiver Zionist, Kolonialist, Imperialist im Nahen Osten.
Was haben „Reichsbürger“ mit Israel am Hut.Gar nichts.
Die wollen Ruhe vor dem Staat.
Wieso muß hier wieder grundlose,linke Hetze eingebaut werden?
Judenhasser finden sich in allen Bevölkerungsschichten,vermutlich auch
unter Monarchisten,evangelikalen Christen,Rechten,Linken,Grünen,Gelben,Amischen und Negern,und auch bei Reichsbürgen ist dies zumindest nicht ausgeschlossen,aber sich nicht ein dominantes Merkmal.
Mir wäre nicht bekannt, daß Reichsbürger an Queerforpalestine-Demos teilnehmen, oder daß Juden mit oder ohne Kippa sich ausgerechnet vor „Reichsbürger“ in Acht nehmen müssen.
Dafür sind andere Kültüren zuständig.
Schade, der Artikel über dieses interessante Thema wird dadurch komplett entwertet, und reiht sich nahtlos in die zeitgeistige links-grüne Hass+Hetze gegen alles Nichtlinke ein.
Genau wie die Schwefligen komplett grundlos als Antisemiten diffamiert werden,die geschlossen hinter Israel stehen wie sonst keine Partei.