Michael W. Alberts, Gastautor / 23.04.2021 / 14:00 / Foto: Pixabay / 42 / Seite ausdrucken

Ist das noch unser Land?

Damit der Laden namens Deutschland rein aus technischer Sicht noch halbwegs funktioniert, braucht man auch von den hinter dem Zeitgeist zurückgebliebenen, widerspenstigen Kleinbürgern weiter ihre Einsatzbereitschaft, möglichst zuverlässig und kompetent. Nur mit Genderprofessuren, Politfunktionären, „irgendwas mit Medien“ und prekären Aktivisten lässt sich kein Wohlstand erwirtschaften, den man dann „großzügig“ umverteilen kann.

Man könnte vielleicht zur Not einfach Geld nachdrucken und Konsumgüter fertig aus China kaufen (wenn die mit ihren Fabriken die Umwelt ruinieren, stört es uns ja in Wirklichkeit nicht). Die Chinesen verschenken aber nichts, auf die Dauer. Sie treiben zwar mit Sklavenarbeits-Dumpingpreisen westliche Unternehmen aus dem Markt, um sich dann als Monopolisten die Taschen zu füllen und Abhängigkeiten auszunutzen. 

Aber zum Geschäft gehört für die Chinesen außerdem, dass wir für sie schicke Luxusautos bauen und damit im Warenaustausch immer noch etwas zu bieten haben. Ebenso, wenn wir von woanders Kaffee importieren und Litschis sowie seltene Erden für unsere tollen Windräder, brauchen wir letztlich was zum Tauschen. Dabei gilt leider: Die Kunst deutscher Sozialpädagogen und Friseure mag hoch ausgeprägt sein, aber man kann sie nicht in Kartons verpacken und exportieren. 

Also damit der Laden weiter läuft, brauchen wir die Forscher, Ingenieure, Facharbeiter, sogar Buchhalter und Lastwagenfahrer, ohne die industrielle Produktion global konkurrenzfähiger Güter und Exportwirtschaft nicht denkbar sind. Außerdem braucht man natürlich noch Ärzte, Handwerker, Feuerwehrleute, Polizisten, Logistikhelfer, Kassierer. Wobei es nicht reicht, wenn die nur physisch auf einer Planstelle sitzen – wie ein tapferer Bürokrat, der den Stuhl warmhält –, sondern die müssen konzentriert und engagiert ihren Job machen, aus Interesse, Pflichtgefühl und Überzeugung. 

Das kann man nicht erzwingen, indem überall ein Aufpasser mit der Peitsche dahinter steht, da braucht man schon eine „intrinsische Motivation“: das Gefühl jedes einzelnen Rädchens im Getriebe, dass man dazugehört und etwas Anständiges beitragen will mit seiner Arbeit. Neben den „Profis“ braucht man für ein gedeihliches Gemeinwesen noch dazu das „ehrenamtliche“ Umfeld, den Amateur-Trainer im Sportverein, die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr und der Blaskapelle plus die ganz kleinteilige Nachbarschaftshilfe, die weit unter dem Radar der Sozialpolitik stattfindet.

Der Bürger macht sozusagen Dienst nach Vorschrift

Ohne dieses gewaltige arbeitsteilige Spektrum von Kompetenzen und die Identifikation all dieser Leute mit dem großen Ganzen, ohne deren vielfältige Bindungen an das Gemeinwesen, an das gemeinsame Land mitsamt seinen kulturellen Prägungen funktioniert es nicht. (Und man kann die „Spielregeln“ auch nicht jeden Tag „neu aushandeln“. Das können nur Akademiker ohne Alltagsverstand sich einreden.) Wenn sich aber die Bürger nach allem, was ihnen politisch aufgezwungen wird, nur noch zähneknirschend an Vorschriften halten, das System teils nur noch mit Abscheu ertragen, zerfleddert das Gemeinwesen – das wohlgemerkt nicht identisch ist mit dem Staatsapparat, der sich immer ungenierter in jedermanns tägliches Leben einmischt! Der Bürger macht sozusagen Dienst nach Vorschrift – tödlich für jedes komplexe System, seine Leistungs- und Anpassungsfähigkeit. Das ganze Land nimmt den Charakter einer unter der eigenen Last erstickenden, zu Selbstkorrektur und Innovation unfähigen Bürokratie an. Den politischen Beamtenseelen an der Spitze ist das gerade recht; sie kapieren nicht, dass das Land damit wirtschaftlich und sozial ruiniert wird.

Deshalb ist es ganz real lebensgefährlich, wenn in der Breite der Bevölkerung nicht mehr selbstverständlich das Gefühl besteht, „das ist unser Land“. Wenn das eben – entgegen dem fürwahr lächerlichen Wahlpropaganda-Spruch der Kanzlerin – nicht mehr das Land ist, „in dem wir gut und gerne leben“, sondern wenn der Eindruck sich breitmacht, dass dieses Land seiner Bevölkerung quasi unter dem Hintern weggezogen, stückweise zerstört und fortwährend von oben herab arrogant umdefiniert wird – von „Eliten“ in dem Wahn, das stehe aufgrund ihrer unübertrefflichen Großartigkeit alles zu ihrer Disposition. Die glauben tatsächlich wie Merkel, das Land gehöre ihnen rechtmäßig und sie erfüllten einen geschichtlichen Auftrag.

Politische Macht, auf Zeit vom Volk verliehen? Wer glaubt denn sowas noch?! Resultat: Der Herrschaftsapparat von Staat und Medienhelfern, den der grünlinke Zeitgeist usurpiert hat, lebt immer mehr von tatsächlicher Machtausübung und immer weniger von gewachsenem Vertrauen. Und je unnachgiebiger befohlen und gouvernantenhaft gegängelt wird, desto mehr Vertrauen wird zerstört; zu einer Bremsung dieser Spirale der Entfremdung fehlen den Herrschenden Realitätssinn, Demut und Kompetenz. Zwischen „Eliten“ und Volk wird nicht mehr kommuniziert, sondern kommandiert.

Entfremdung des bürgerlichen Mittelstands

Zugespitzt: Die Legalität im System wird gewahrt, so wie sie schon unter Hitler oder Honecker weitgehend gewahrt worden ist, jedenfalls in formaler Hinsicht, während die Legitimation der Herrschenden immer weiter bröckelt, weil sie gar nicht mehr verstehen (wollen), was die Bürger bewegt. Daran ändern auch Meinungsumfragen nichts, die angeblich die Regierungspolitik stützen. Denn zum einen haben sie in all ihrer Oberflächlichkeit und offensichtlichen Manipulierbarkeit von vornherein wenig Wert – und warum sollte man auch deren Produktion und Interpretation mehr vertrauen als der sonstigen Propaganda; vor allem aber kommt es für die Innovationskraft und Anpassungsfähigkeit des Gemeinwesens an immer neue Herausforderungen nicht zuletzt auf einen relativ kleinen Kreis von besonders talentierten Menschen an.

Ja, es gibt wirkliche Eliten aus solchen Persönlichkeiten, die individuell Außergewöhnliches leisten und Anerkennung verdienen. Gemeint sind damit nicht so sehr Popstars und Fußballer, denen Massen zu Füßen liegen, vielmehr geht es um Erfinder, Ingenieure und Unternehmer im besten Sinne – gerade sie sind die zumeist „stillen Helden“, denen Deutschland so viel mehr verdankt als den politischen Aufmerksamkeitshuren mit ihrer weltfremden Wichtigtuerei. Die Propagandisten des Zeitgeists mögen sich für eine Avantgarde halten und sogar für kritische Denker, aber das ist nur eine arrogante Einbildung. Es sind Herdentiere: ideologisch eingezäunt, innerlich orientierungslos. Ihnen fehlt Charakter, was sie durch Moralpredigten überkompensieren. Sie sind ängstlich, weshalb sie nur im Kollektiv auftreten und alles kontrollieren wollen. Sie reden und theoretisieren, aber vom wirklichen Leben haben sie keine Ahnung. (Und wie Cora Stephan sehr schön beschreibt: „Normal“ ist ihnen ein Gräuel.)

Demgegenüber: eigenwillige Talente, ruhelose Tüftler, selbstständige Macher, auch echte Künstler. Sie sind es in Wirklichkeit, die Fortschritt ermöglichen und auf die es besonders ankommt. Die nicht so viel reden, sondern kreativ produzieren, in echt arbeiten. Aber solche kritischen Köpfe, die zum Mitläufertum ganz ungeeignet sind und deswegen ausgegrenzt werden, sie lassen sich von der Regierungspropaganda täglich weniger für dumm verkaufen. Ihre Gutmütigkeit hat ein Ende. Für das Funktionieren, besser: das Gedeihen des Gemeinwesens, ist es egal, ob einzelne Politiker sich mit diesem Land identifizieren. So außergewöhnlich begabt ist schon lange kein führender Politiker mehr gewesen, dass er als unersetzlich gelten könnte. Aber das Land geht in unruhigen globalisierten Zeiten den Bach runter, wenn die wirklichen Eliten mit der breiten Schicht des fleißigen, verantwortungsbewussten Mittelstands von der Krankenschwester bis zum Chemie-Ingenieur ins innere Exil gehen, weil das „nicht mehr ihr Land ist“.

Die Entfremdung betrifft längst die Fundamente des Staatswesens: Deutschland ist per Grundgesetz und per Bürgerkonsens definiert als ein demokratischer, freiheitlicher Rechtsstaat – einschließlich Unantastbarkeit von Eigentum, Privatsphäre und freier Berufsausübung. Das unverhältnismäßige, übergriffige Virus-Zwangsregime missachtet dieses Grundverständnis schon mit den konkreten Einzelmaßnahmen; ebenso offensichtlich sind Meinungsfreiheit und offene Debatte massiv infrage gestellt. Aber die Zerstörung greift noch tiefer, bedroht unverzichtbare Grundelemente: So muss der Staat zwar mit seinem Gewaltmonopol Zwang ausüben können, aber dieser Zwang muss systematisch minimiert und kontrolliert werden; seine Ausübung muss strengen Regeln unterliegen.

„L’état, c’est moi“, würde aus Merkels Mund niemand für Ironie halten

Der Staat muss also jeden Bürger gegen Übergriffe durch andere Bürger schützen können (und diese Verpflichtung auch zuverlässig einlösen), aber die Bürger insgesamt müssen zugleich gegen Übergriffe durch den Staat geschützt werden. Deshalb ist die Gewaltenteilung so wichtig: damit die Macht sich nicht zu sehr konzentriert und konkurrierende Kräfte sich gegenseitig austarieren. Aber die Parlamente (Gesetzgebung / Legislative) sind längst weitgehend ferngesteuert durch Partei-Netzwerke und fungieren als Dienstleister der Regierungen, die eigentlich (als Exekutive = „ausführende“ Gewalt mit angehängter Administrative) einen solchen faktischen Vorrang eben auch in Gestaltungsfragen niemals haben dürften.

Und die Fähigkeit der Rechtsprechung, als dritte Gewalt kontrollierend und mäßigend einzugreifen, wird längst unterminiert durch unsägliche Arbeitsbedingungen und durch konsequente Durchpolitisierung bis hin zum Bundesverfassungsgericht: Auch hier zählen Parteiloyalität und Berechenbarkeit weit mehr als juristische Brillanz, geschweige denn wirkliche geistige Unabhängigkeit. Wenn dann noch die Länder weiter entmachtet werden zugunsten des Zentralregimes, müssten alle Alarmglocken Sturm läuten. (Wenn Merkel sagte: „L’état, c’est moi“, würde es niemand für Ironie halten. Sie hat es ja schon 2015 beinahe gesagt, als sie das Land zu „ihrem“ erklärte zur rhetorisch dürftigen, aber im Grunde beinahe ehrlichen Eröffnung der Flüchtlingskrise.)

Die Freiheit des Einzelnen und der Schutz vor staatlicher Willkür bedürfen neben der Gewaltenteilung auch der konsequenten Rechtsstaatlichkeit: Sie steht gleichrangig neben dem Demokratieprinzip, denn auch eine per Mehrheit beschlossene staatliche Willkür wäre freiheitsfeindlich und verfassungswidrig. Deshalb geht es bei der Rechtsstaatlichkeit keineswegs nur um irgendwelche formalen Korrektheiten, die dem Laien etwa im Blick auf komplizierte Gerichtsverfahren und Rechtswege merkwürdig vorkommen können, sondern diese Spielregeln schützen alle Bürger davor, Opfer von (ggf. auch politisch motivierter) Willkür der staatlichen Organe zu werden. Einer der absolut fundamentalen Rechts-Grundsätze ist die Unschuldsvermutung: Ein Verbrecher ist erst, wer gerichtlich in fairem Verfahren (ggf. sogar über mehrere Instanzen!) als solcher rechtskräftig verurteilt wurde.

Alle anderen haben als unbescholtene Bürger behandelt zu werden. Das Pandemie-Zwangsregime hat die Verhältnisse leicht erkennbar auf den Kopf gestellt: Wer nicht den Wahnphantasien der Panikmacher folgt, wird als halber Mörder denunziert und kriminalisiert. Wer im privaten Rahmen ein lächerlich geringes Ansteckungsrisiko für gesunde Jugendliche in Kauf nimmt, denen in Wahrheit nichts Böses droht oder anhaftet, wird von Polizeigewalt bedroht. Das Ordnungsrecht, über Nacht besinnungslos aus dem Boden gestampft und auf Verordnungspapier gedruckt, spricht jeder Verhältnismäßigkeit Hohn. Sich die absurde Kaffeefiltermaske nicht anzulegen, wird unnachgiebiger verfolgt als eine echte Körperverletzung oder eine echte Sachbeschädigung.

Gleiches Recht für alle?

Noch fundamentaler ist der Grundsatz der Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz. Aber auch von diesem Grundsatz haben sich unsere Herrschenden verabschiedet; sie bemänteln es mit warmen Worten und glauben, damit ihre überlegene Moralität demonstrieren zu können. In Wirklichkeit zeigen sie damit ihre ignorante Verachtung der Verfassung; sie untergraben den Rechtsfrieden und zerstören das Vertrauen selbst des gutwilligsten Bürgers, dass es noch halbwegs gerecht und anständig zugehe. Es kann nicht sein, dass „Maskenverweigerer“ und Querdenker-„Covidioten“ behandelt werden wie Aufständische, obwohl es sich offensichtlich einfach nur um anders denkende, normale Bürger handelt, die sich ein kleines Quantum zivilen Ungehorsams erlauben, während sie ihre Grundrechte ausüben. Während tatsächlich gewaltaffine Umstürzler aus dem linksradikalen „schwarzen Block“ praktisch ungestraft Krieg gegen die Ordnungskräfte führen und Geschäftsinhaber, Anwohner und demokratische Politiker terrorisieren können, auch mit Körperverletzung und Morddrohungen, von „bloßen Sachbeschädigungen“ zu schweigen.

Es kann auch nicht sein, dass Bürger in Einkaufszentrum oder Fußgängerzone rüde schikaniert und mit maßlosen Bußgeldern eingeschüchtert und abgezockt werden, weil sie in weitem Abstand von jedem anderen Bürger im Freien ein Eis aus dem Becher löffeln, oder weil sich drei Personen aus drei statt nur zwei Haushalten getroffen haben, während man Bevölkerungsgruppen, die Demokratie und Freiheit ohnehin verachten, zur Belohnung in zunehmend rechtsfreien Räumen zu Hunderten gemeinsam auftreten lässt. Und es kann, als letztes Beispiel von so vielen möglichen, nicht sein, dass deutschen Bürgern verboten wird, sich vorübergehend eine Woche woanders in Deutschland aufzuhalten, sogar in der eigenen Ferienwohnung, während andererseits sogar aktenkundig als Kriminelle indentifizierte Ausländer ohne jede legitime Begründung sich faktisch nach Belieben bewegen, wohin auch immer es sie gerade verschlägt, und kriminelle Neigungen ausleben können.

Wer will schon in einem engstirnigen Polizeistaat leben, beherrscht von kleinkarierten Bürokraten. Man kann das Leben nicht komplett in strenge Regeln fassen. Es geht um „leben und leben lassen“. Auch mal ein Auge zudrücken, auch mal Fünfe gerade sein lassen, aus dem Einzelfall heraus verständlich und gerechtfertigt. Diese notwendige Flexibilität macht die abstrakten rechtsstaatlichen Regeln alltagstauglich – ist aber nur zu verantworten, solange die Maßstäbe für alle gleich bleiben. Die Realität ist leider, dass vorsortiert wird entsprechend Kollektiv-Zugehörigkeit, und zwar nach politischer Vorliebe. Für manche scheinen gar keine Regeln mehr zu gelten, aber gegenüber der breiten Bevölkerung werden sie unnachgiebig exerziert. Diejenigen, denen gegenüber Strenge angebracht wäre, werden nachsichtig behandelt, geradezu animiert zur Regelmissachtung. Diejenigen, die sich als normale fleißige Bürger eigentlich gewisse Freiräume verdient hätten, werden übel schikaniert und gegängelt. Frechheit siegt, der brave Bürger ist der Dumme. Politische Opportunität schlägt Verfassungsgrundsatz.

Politische Willkür ist das „new normal“

Das Kollektiv mit den größten Sonderrechten sind natürlich die Politiker selbst und ihre Unterstützer: Sie bedienen sich reichlich aus Steuergeldern, als gäbe es kein Morgen, aber der unternehmerische Mittelstand wird kaltblütig ruiniert und der wirklich arbeitende Bürger durch absurd hohe Abgaben bestraft, und wenn der Opa ins Heim muss, reicht die Pflegekasse trotzdem vorn und hinten nicht, und die Betroffenen wundern sich wie gleichzeitig zig Milliarden für „Integrationspolitik“ und wertlose Schaufensterpolitik zur Klimarettung zum Fenster hinausgeschleudert werden. Die groteske Ungleichbehandlung nach Kollektivmerkmalen und von konkurrierenden politischen Aufgaben findet sich im juristischen wie im politischen gleichermaßen, die Übergänge sind fließend. Das ist gerade kein Zufall, sondern es wird eben alles nur noch willkürlich politisch gesteuert, gerade auch das rechtsstaatlich-regelmäßige, das eigentlich unantastbar wäre. Politik wird totalitär.

Je stärker die Zeitgeist-Aktivisten moralisieren und „Gerechtigkeit“ einfordern, desto ungenierter zerstören sie die eigentlichen Grundlagen des Gemeinwesens. Ziemlich vielen Menschen in Deutschland, die noch unabhängig und unbetreut denken, ist das inzwischen selbstverständliche Gewissheit. Als Bürger sage ich traurig bis wütend: Das ist im Blick auf die Verfassungswirklichkeit nicht mehr mein Land. Als eigentlich nur ganz altmodischer Kleinbürger (der für Helmut Schmidt und Willy Brandt angefangen hat, sich politisch zu engagieren) werde ich von den Regierenden womöglich schon als Teil eines aus ihrer Sicht quasi kriminellen Widerstands betrachtet. Die Spalter und Zerstörer verrichten ihr Werk immer ungenierter, sie brüsten sich noch damit auf der Bühne des Regierungsfernsehens, unter beifälliger onkelhafter Mitwirkung des Bundespräsidenten, dessen Aufgabe eigentlich wäre, die Verfassung zu schützen.

Sehr viele haben längst das Gefühl, es sei nicht mehr ihr Land, so wie es regiert wird. Wir sind offenbar diejenigen, auf die es nicht mehr ankommt, sind austauschbar geworden. Wir mögen das Volk sein, aber können wir uns das Land noch zurückholen, aus den Händen einer selbstgefälligen Machtelite, die Deutschland „transformieren“ und faktisch abschaffen will?

Foto: Pixabay

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Kostas Aslanidis / 23.04.2021

Waehrend die Chinesen wie die Ameisen arbeiten, aus innerem Antrieb und Stolz auf das erreichte sind, befasst man sich hier mit Scheinthemen wie Gender, Klimaretten, Migrantenretten, Feminismus, Strassen umbenennen, Buecher verbieten, usw. In meiner Jugendzeit habe ich es auch als mein Land gefuehlt, es ist mir fremder den je. Hatte noch Glueck das ich vor Beginn der Merkelaera, meine Zelte abbrach.

sybille eden / 23.04.2021

Dieses Land ist nicht mehr “zurück zu holen”. Wohin zurück ? Es geht nur noch vorwärts in den Zusammenbruch, und das ist gut so ! Und dann : ” Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewand ensteht ein NEUES LAND !”

M.-A. Schneider / 23.04.2021

Zu befürchten steht leider, dass wir uns dieses Land nicht mehr werden zurückholen können, zu lange und noch jetzt haben die Bürger sich diese im Beitrag so treffend analysierte Entwicklung klaglos, auch noch applaudierend und von der Propagandamaschinerie beeinflusst, gefallen lassen, wie in einem großen Experiment, in dem die herrschende “Elite” testet, wie weit man mit dem Volk gehen kann. Offensichtlich glauben immer noch viele Menschen an das von Frau Merkel und ihren Helfershelfern immer wieder hingehaltene “Zückerchen”, nach dem nächsten harten Lockdown und der nächsten Impfe würde alles besser. Nichts haben sie aus der Geschichte gelernt, tappen nach zwei Erfahrungen mit totalitären System in die nächste Falle und das in einem Land, “in dem wir alle gut und gerne gelebt haben.”

E. Albert / 23.04.2021

Stimmt alles. Für viele - gerade auch für Selbstständige - ist das schon lange nicht mehr “ihr Land”. Wer kann, geht. Die Grünen planen nicht umsonst die Besteuerung von der Staatsangehörigkeit abhängig zu machen und planen die Besteuerung der Deutschen auch im Ausland - alleine aus Deutschland auszureisen und sich in einem anderen Land etwas aufzubauen wird daher also künftig nicht mehr genügen…Und Kobold Annalena wird es bestimmt werden. Die ist gesetzt, genauso, wie vorher schon unsere Pfuschi als oberste EU-Verweserin (- ach wäre sie doch endlich damit erfolgreich!). Auch Frau Lagarde hat sich bereits für Annalena ausgesprochen…ja dann - was “wählen” wir eigentlich noch im September? Ist eh schon alles geritzt. Läuft für Schwab & Co.

Rudolf Dietze / 23.04.2021

Ist doch alles in Butter. Wunderbar. Wir Alten müssen weg, die Jungen müssen schauen wo sie bleiben. Freiheit wie wir sie kannten, auch im Rahmen der DDR, ist nicht mehr. Neue Joche, wie Handy, Internet sind nicht mehr wegzudenken. Eigentlich prima. Dennoch schleicht in kleinen Schritten die Diktatur daher. Einmal in den Überwachungsmöglichkeiten aber auch in der Wirtschaft. In den 70er konnte man problemlos Ammoiumnitrat zum Leiterplatten ätzen kaufen. Das da gefährliche Anwendungen möglich sind, kam uns nicht in den Sinn. Nach Beirut wäre ich heute damit vorsichtiger. Inzwischen kommen jährlich neue Stoffe auf die Liste die nach dem Kriegswaffenkontrollgesetz eine Endverbleibserklärung brauchen. Neu sind bestimmte Säuren, wie Schwefel- und Salpetersäure, selbst in Kleinmengen muss ich meine Kunden um Rückantwort bitten. Dinge wie diese, die Normal waren, werden mit den Neuhinzugekommenen unnormal und gefährlich. Frau Kostolnik kotzt über die AfD, auch ihr wird vielleicht einmal klar werden, das alles zusammenhängt. Die Veränderungen kann auch die AfD nicht zurück drehen, selbst wenn sie heute mitregieren dürfte. Es ist vorbei. Die Diktatur schreitet voran. Demokratisch lassen sich die demographischen Veränderungen nicht mehr befrauschen. Teile und Frausche! Heine mir graut vor dir. Deutsch? rutscht, kann weg.

Harald Unger / 23.04.2021

Die unter 50-Jährigen haben nie etwas anderes als linke Gehirnwäsche erlebt. Die über 50-Jährigen mussten sich nie bewähren. - - - Niemand in der gesamten Politik, den Staatsorganen, Institutionen und Verbänden, ist der Heimtücke der gelernten DDR-Marxistin gewachsen. Alle kuschen mit eingekniffener Rute. - - - Am Ende dieses Jahres werden wir erfahren, weshalb die Alleinherrscherin, plötzlich & unerwartet, mal eben weg ist. Um von Xi Kingpin im Sicherheitsrat vorgeschlagen - und der Mehrheit der OIC und AU Staaten in der Vollversammlung, gewählt zu werden. Dann machen ihre ‘Bewerbungsgeschenke’ an China, die islamischen und afrikanischen Staaten, auf einmal Sinn.

Lutz Gütter / 23.04.2021

Sehr gut analysiert, allerdings: “Das können nur Akademiker ohne Alltagsverstand sich einreden.”, hierbei Politiker unbedingt mit einbeziehen, da ein guter Teil dieser sich aus der Kohorte der wirtschaftlichen Minderleister rekrutiert. Das “Landzurückholen” könnte sich etwas langwieriger gestalten, wenn es in diesem Herbst nicht gelingt. Der Mittelstand wird vernichtet, es wird eine “Kollektivierung” stattfinden. Die Leistungsträger werden feststellen, daß aus diesen unseren Volkseigenen Betrieben noch mehr “rauszuholen” ist (vor allem in der Nachtschicht), ab 01.00 macht halt jeder seins. Mit Schwarzhandel und Tauschwirtschaft wird der Fiskus außen vor gelassen und die Leute mit “Beziehungen” machen es sich in ihrer Nische bequem. Hier und da wird dann noch der eine oder andere Funktionär /Politiker geschmiert und wenn man es nicht übertreibt, gibt es dann auch keine Strafverfolgung, da diese durch “gute Beziehungen” gar nicht erst aufgenommen wird. Mit anderen Worten, für einen gelernten DDR-Bürger nichts neues. Der Rest, so ca. 70 Mio., wird allerdings eine Erfahrung machen, die sein Weltbild stark verändern wird. Ich heiße zwar nicht Michael Klonovsky, komme aber auch aus der Zukunft.

Horst Jungsbluth / 23.04.2021

Ich wünsche mir sicherlich vergebens, dass die in diesem Beitrag Angesprochenen ganz konkret auf die starken, aber berechtigen Vorwürfe reagieren, um so einen dringend notwendigen Dialog in Gang zu setzen, der den derzeitigen Wahnsinn abrupt beendet.  Es kann doch nicht sein, dass Politik, Verwaltung, Justiz und Medien partout nicht begreifen wollen, dass unser Staat sich auf den Abgrund zu bewegt und dass haargenau jene die Verantwortung dafür tragen, die aus Positionen agieren, aus denen schon schon das Deutsche Reich und die DDR zertrümmert wurden. Viele -auch hier auf der Achse- meinen übrigens zu Unrecht, dass der Niedergang mit der Amtszeit Merkels begann, denn der begann sehr viel früher, was absolut keine Entschuldigung für die Kanzlerin und für jene ist, die sie ins Amt gehoben und dort gehalten haben. Unsere Politiker, ob in der Regierung oder in der Opposition, verstehen trotz zwei schlimmen Diktaturen nicht, was einen erfolgreichen Staat ausmacht, was unbedingt nötig und was zu vermeiden ist. Und ich glaube, an vielen “Stammtischen”  wird nicht ein solcher Schwachsinn verzapft, wie in etlichen Parteiversammlungen gewisser Parteien.

Peter Michel / 23.04.2021

Ein „nett“ geschriebener Beitrag, aber der Worte sind doch eigentlich genug geschrieben. Realistisch betrachtet wird sich nichts ändern. Den „Leuten“ geht es noch zu gut, also bitte. Ich habe mit dem Land abgeschlossen und hätte ich keine Familie hier, dann fände ich wohl woanders ein Plätzchen. Man kann nun nur hoffen, dass alles mögen irgendwo zusammen krachen. Verwundert nahm ich gestern die starke Zustimmung zu der Künstler-Satire wahr. Es hat mich nicht die Bohne interessiert! Ich gönne diesen angepassten Spießern(wenige Ausnahmen) den Lockdown und „Ohne Kunst wird’s still“ von ganzen Herzen. Die Zeit für kritische Berichte ist langsam vorbei. Es beginnt die Zeit des kritischen Widerstandes!

Marion Knorr / 23.04.2021

Sehr geehrter Herr Autor, die Frage in Ihrem letzten Satz treibt mich von Woche zu Woche mehr um. Wie fangen wir es an, wenn Wahlen immer mehr zum Witz verkommen? Mur graut vor dem September.

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