Vera Lengsfeld / 06.11.2022 / 14:00 / 18 / Seite ausdrucken

„Ist Berlin eine Stadt?“ Ein Blick von den Malediven

Es waren die ruhigsten und erholsamsten Tage meines Erwachsenenlebens. Ein Teil von mir sitzt immer noch auf der Schaukel vor meinem Haus und schaut auf die Lagune. Das Bild ist mit Wehmut verbunden.

Die Malediven repräsentierten „The sunny side of life“, heißt es in den Werbungen für Touristen. Tatsächlich ist das tropische Land im Indischen Ozean, das 26 ringförmige Atolle umfasst, die aus mehr als 1.000 Koralleninseln bestehen, ein Anziehungspunkt für Reisende aus aller Welt. Wer Strandurlaub liebt, ist hier richtig. Das türkise Wasser, die blauen Lagunen und ausgedehnten Riffe sind etwas Besonderes.

Der Weg hierher ist allerdings beschwerlich, wenn man aus Europa kommt, selbst wenn man sich einen Businessflug gönnt. Sechseinhalb Stunden von Frankfurt nach Dubai, dann noch einmal mehr als vier Stunden nach Malé, der 1964 gegründeten Hauptstadt, die seit wenigen Jahren mit der Flugplatzinsel durch eine enorme Brücke verbunden ist.

Der Flughafen von Dubai lässt selbst den Frankfurter provinziell erscheinen. Die Emirates-Lounge ist so weitläufig, dass man sich leicht verirren kann. Sie befindet sich oberhalb der gewaltigen Shopping-Mall, in der die Zugänge zu den Gates fast verschwinden. Wer Lust hat, kann eine der Brücken betreten und das lebhafte Gewimmel unten beobachten. In der Lounge gibt es nicht einen, sondern mehrere Food Courts, die nach Themen gegliedert sind: Europäisch, Asiatisch, Arabisch, Amerikanisches Fast Food. Wer hier logiert, gehört zu den Besserverdienenden. Gekleidet sind die meisten aber in diesem fürchterlichen Touristen-Look, der aus der Altkleidersammlung zu stammen scheint. Mein Sohn, der sich besser auskennt als ich, korrigiert mich. Es handele sich um teure Marken-Shirts und ebensolche Hosen. Eleganz ist jedenfalls nachhaltig aus der Welt verschwunden und mit ihr die Schönheit. Nur einige wenige Asiatinnen halten noch dagegen.

Postkartenidylle

Als wir morgens auf dem maledivischen Flughafen landeten, erstaunte mich die pure Anzahl der Europäer und Amerikaner, die sich am Schalter für ein Arbeitsvisum anstellten. Allein mit unserm Flug waren etwa 30 gekommen.

Die Überfahrt zur größten Urlaubsinsel Kuramathi war dann recht bewegt. Das Boot war klein, die Wellen hoch, für anderthalb Stunden fuhren wir wie auf einer Achterbahn mit zahlreichen harten Aufschlägen und einer Gischt, die jede Sicht versperrte. Zum Glück saßen wir in der ersten Reihe, so dass wir nur hörten, wie sich die Reisegefährten übergaben.

Wie wir später erfuhren, herrschte ein für die Jahreszeit eher kühles (28°C) und stürmisches Wetter. Das begleitete uns in der ersten Woche. Zu meinem Glück, denn als an einem Tag die Sonne am fast wolkenlosen Himmel schien, merkte ich sofort, dass ich nicht für die Tropen gemacht bin.

Kuramathi ist eine Postkartenidylle, immer noch, denn obwohl inzwischen die ganze Insel dicht mit Bungalows verschiedener Größe, Restaurants, Bars, plus der nötigen Infrastruktur bebaut ist, hat man kein Gefühl der Überfüllung. Bis auf die erste Baureihe, mit vier Räumen mit separater Terrasse, steht jedes Haus für sich allein. Dazwischen die üppige tropische Vegetation, die auch alle technischen Einrichtungen verdeckt. Die Luft ist gesättigt vom Duft tropischer Blüten. Von jedem Fenster aus hat man einen Blick auf den Ozean oder die Lagune.

Im offenen Meer zu schwimmen, wage ich nicht

Als mein Sohn vor elf Jahren das erste Mal hier war, war mehr als die Hälfte der Insel noch unbebaut. Man konnte einen Strandspaziergang um die ganze Insel machen. Inzwischen ist das nicht mehr möglich, denn die letzten Bungalows und Restaurants wurden auf Pfählen ins Meer gebaut. Mein Sohn hat die Insel mit einem Kreuzfahrtschiff verglichen und das trifft zu. Man kann, bis auf Exkursionen zum Tauchen oder Schnorcheln, nichts machen, außer am Strand zu liegen und das Nichtstun genießen. Gegliedert ist der Tag durch Frühstück, Mittagessen und Abendbrot in einem der drei Buffett-Restaurants. „Full board“ heißt die niedrigste Kategorie, bei der ein (hervorragendes!) Angebot an Speisen zur Verfügung steht. Kaffee und Tee sind frei, alle anderen Getränke muss man bezahlen.

Wer „all inclusive“ gebucht hat, darf auch in den anderen Restaurants essen, allerdings haben sich da die Regeln geändert. Nur noch eine Vorspeise, ein Hauptgericht und ein Dessert sind frei, bei den alkoholischen Getränken muss man die Hälfte zuzahlen. Bevor dies vor Jahren eingeführt wurde, konnte man noch fünf Vorspeisen, drei Hauptgerichte und vier Desserts in sich reinstopfen und das Ganze mit jeder Menge Wein oder Cocktails runterspülen. Das ist vorbei. Für Full-Border, die ein Restaurant besuchen, sind die Preise astronomisch. Sie entsprechen denen von Berliner Sternerestaurants. Allerdings brauchen sie diesen Vergleich, was die Qualität der Speisen betrifft, nicht zu scheuen.

Wer sich verwöhnen lassen will, kann den hervorragenden Spa besuchen. Allerdings ist es viel günstiger, Behandlungen vorher zu buchen. Auch wenn es die teuersten Anwendungen waren, die ich bisher hatte, bereue ich keine einzige, denn sie waren hervorragend. Wenn man dann am Schluss mit Blick auf die Lagune ruht, hat man keine Wünsche mehr.

Ein besonderes Highlight ist der Infinity-Pool. Hier kann man richtig schwimmen, denn er ist fast 50 Meter lang und meistens leer. Man kann sich einbilden, im Ozean zu sein, ist aber sicher vor den armlangen Schwarmhaien und anderen Überraschungen. Nach dem Schwimmen noch die Aussicht genießen, besonders bei Sonnenuntergang, ist eine Belohnung, auch ohne „Sundowner“. Im offenen Meer zu schwimmen, wage ich nicht. Es gibt auch größere Haie, die sollen aber harmlos sein. Eher wird man von einer Kokosnuss erschlagen, als von einem Hai angegriffen, heißt es im Eco-Center, das es hier auch gibt.

Dort ist allerdings das Skelett eines fünf Meter langen Hais ausgestellt mit vollständigem messerscharfen Gebiss. In den anderen Vitrinen kann man Fauna und Flora des Atolls kennenlernen.

Die ganze Insel ist ein Hotel

Auch sonst wird etwas für die Bildung der Besucher getan. Es gibt einen Naturpfad im ursprünglich belassenen Teil in der Mitte der Insel und einen „Botanic Walk“, bei dem man die essbaren und medizinisch bedeutenden Pflanzen der Insel kennenlernt. Ein Pfad ist den zahlreichen Einsiedlerkrebsen gewidmet, die ihre Häuser auf der Insel spazieren führen. Wenn man nachts ins Gestrüpp leuchtet, wimmelt es von Krabben. Am Ufer lassen sich die Fischreiher bewundern, die oft stundenlang nicht den Platz wechseln. Zum Glück hat man viele hundertjährige Bäume stehen gelassen. Nachts werden sie stimmungsvoll beleuchtet, ein wirklich zauberhafter Anblick.

Die spektakulären Sonnenuntergänge betrachtet man am besten auf der Sandbank im Westen der Insel, auch die Sterne sind hier gut zu sehen, weil es fast urtümlich dunkel ist.

Die ganze Insel ist ein Hotel, das von 800 Mitarbeitern am Laufen gehalten wird. Wer hier arbeiten kann, darf sich glücklich schätzen, denn die Malediven sind ein bitterarmes Land. Die Mitarbeiter sind unermüdlich tätig, fegen die Wege, füllen die vom Regen ausgewaschenen Schlaglöcher, schlagen die reifen Kokosnüsse von den Palmen. In jedem Haus liegen Karten mit der Aufforderung, Mängel zu melden. Als ich im Spa aus Versehen meinen Badeanzug in die Wäschetonne geschmissen hatte, wurde der prompt am nächsten Tag in meinen Bungalow geliefert. Die Rezeption ist rund um die Uhr besetzt, arbeitet effizient und hochprofessionell.

Kinder lieben sie besonders

Die Insel hat eine eigene Bäckerei, wo Brote, Brötchen und herrliche Kuchen hergestellt werden. In der Gärtnerei werden auf Hydrokultur der Salat, die Kräuter und die Tomaten gezogen, die erntefrisch aufs Buffett kommen. Das Wasser, das aus den Hähnen kommt, wird nach israelischem Vorbild aus dem Meer gewonnen. Die Häuser werden zweimal am Tag geputzt und mit frischem Trinkwasser versehen. Der benötigte Strom wird auf der Insel aus Diesel hergestellt.

Die Maledivis sind von einer natürlichen Freundlichkeit. Man kommt leicht ins Gespräch, auch wenn das mit Händen und Füßen geführt wird. „Wo kommen Sie her? Aus Germany?“ „Ja, aus Berlin“. „Ist Berlin eine Stadt?“ Im Indischen Ozean ist die Perspektive eine andere.

Kinder lieben sie besonders. Meine Enkel wurden ständig beschenkt, mit aus Palmenblättern gebastelten Vögeln oder Würfeln, mit handgefertigten Fischen aus Stoff, oder mit schönen Blüten. Ich wünschte, meine Miturlauber wären ähnlich freigiebig dem Personal gegenüber.

Die Gäste kommen aus Europa, Amerika und Asien. Auch Russen sind da, erkennbar an ihren schönen Frauen und Tischsitten, die noch schlechter sind, als die der anderen Europäer.

Die Ignoranz vieler Westler ist einfach peinlich

Bei der Ankunft wurden wir eingewiesen und schriftlich gebeten, gewisse Mindeststandards einzuhalten, was die Kleidung betrifft, weil man sich in einem muslimischen Land befände. Besonders sollten die Gäste nicht im Badeanzug zum Essen erscheinen. Taten sie auch nicht, aber einige Taucher waren der Meinung, dass ihre Neoprenanzüge keine Badebekleidung seien. Sie legten nur ihre Schwimmflossen ab. Etliche Damen verstanden auch nicht, was Schultern bedecken heißt. Die Ignoranz vieler Westler ist einfach peinlich.

Wenn ich morgens auf dem Weg zum Frühstück die jungen Frauen sah, die aus dem Wohnblock für Angestellte kamen, um auf ihre Arbeitsplätze zu gehen, alle ohne Kopftuch, eine sogar mit langen, offenen Haaren, fragte ich mich, wie sie sich kleiden, wenn sie zu Hause sind. Und welche Wirkung hat der tägliche Umgang mit Westlern auf die jungen Männer?

Unter den Angestellten sind auch Briten und andere Europäer. Manche sind schon Jahre hier. Sie wohnen mit ihren Kollegen im Angestellten-Block. Ob sie dort ein eigenes Zimmer haben, war nicht zu erfahren. Es gibt auch einige wenige strandferne Häuser für höhere Angestellte. Ob die den Komfort der Touristenunterkünfte haben, ist fraglich.

Mit Wehmut verbunden

Kuramathi ist keine Insel für Singles. Hier sind Familien, oft mit ganz kleinen Kindern, in der Mehrzahl. Ich staune etwas, denn der Urlaub hier ist nicht ganz billig. Aber erholsam, denn man muss sich um nichts kümmern. Sogar eine exzellente Kinderbetreuung steht zur Verfügung, um den Eltern ein paar ruhige Stunden zu verschaffen.

Nach und nach stellte ich fest, dass es viele Gäste gibt, die mehrmals herkommen. Auch darauf hat sich Kuramathi eingestellt und für Wiederholungstäter gibt es nette kostenlose Extras.

Es waren die ruhigsten und erholsamsten Tage meines Erwachsenenlebens. Ein Teil von mir sitzt immer noch auf der Schaukel vor meinem Haus und schaut auf die Lagune. Das Bild ist mit Wehmut verbunden, denn ich werde, da ich nicht für die Tropen geschaffen bin, nicht zu den Rückkehrern gehören.

Demonstrieren, wen man gewählt hat

Die Trauminsel Kuramathi liegt im Rasdhoo-Atoll. Die kleinere Nachbarinsel, nur zehn Bootsminuten entfernt, beherbergt die „Hauptstadt“ des Atolls. Die Gäste von Kuramathi können Rasdhoo besuchen. Es gibt täglich eine Exkursion dorthin. Ich entschied mich am vorletzten Tag, diese Insel zu besuchen. Mein Sohn begleitete mich, obwohl er schon mehrmals dagewesen war.

Vor der Fahrt bekamen wir einen Plan in die Hand gedrückt, auf dem alle „Sehenswürdigkeiten“ der Insel verzeichnet waren. Wir wurden darauf vorbereitet, dass es ein nicht zu übersehendes Müllproblem gibt. Besonders hervorgehoben wurden die zwei „Einkaufsstraßen“ mit Shops für die Touristen.

Im Gegensatz zum mit üppiger Vegetation versehenen Kuramathi ist Rasdhoo fast baumlos. Nur am Strand haben ein paar Palmen und Gestrüpp überlebt. Die Häuser, die nach muslimischer Sitte zur Straße hin fensterlos sind, standen voll in der Sonne. Die unterschiedlichen Farben, ein Lehmgelb oder Hellblau, wiesen darauf hin, welche Partei die Familie wählt. An manchen Fassaden waren auch Listen mit den Namen der Abgeordneten aufgemalt und mit einem Häkchen versehen, um zu demonstrieren, wen man gewählt hat.

Der reichste Mann der Insel

Die Insel ist winzig, kleiner als Kuramathi. Wir brauchten fünf Minuten, um vom Hafen auf die andere Seite zu kommen. In der Länge waren es kaum mehr als 15 Gehminuten. Direkt am Hafen steht das gläserne Regierungsgebäude, kaum größer als ein Zweifamilienhaus. Wir kamen am Krankenhaus und an der Schule für die knapp 1.500 Einwohner vorbei.

Auf der anderen Seite hat am Ende der Straße ein junger Künstler vor seinem Grundstück einen Holzkiosk errichtet, in dem er seine Malereien auf Papier und Kokosnuss anbietet. Neben ihm stand eine unverschleierte blonde junge Frau aus der Slowakei, wie wir erfuhren. Sie war seit anderthalb Jahren hier und hatte nicht die Absicht, bald nach Europa zurückzukehren. Ich kaufte drei Miniaturmalereien mit Ansichten vom Atoll und Kuramathi für zehn Dollar. Auf der Rückseite der postkartengroßen Bilder war ein Porträt des Künstlers abgedruckt. Wir durften in seinen Hof schauen, in dem eine Palme etwas Schatten wirft.

Vor elf Jahren hatte mein Sohn einen anderen Künstler, Hassan, kennengelernt, der seine Karriere mit dem Verkauf seiner Bilder gestartet hat. Hassan war es auch, der meinen Sohn über die Bedeutung der Fassadenfarben und der Inschriften aufgeklärt hat. Heute ist er der reichste Mann der Insel und Besitzer des größten Hotels.

Wo die Touristen nicht mehr hinkommen

Die „Einkaufsstraßen“ waren unbefestigt und voller Pfützen. An den Läden merkte man, wie lange die Besitzer im Geschäft sind. Von bescheidener Ausstattung bis hin zu kleinen eleganten Showrooms reichte die Palette. Im Angebot waren neben dem einheimischen Touristenkitsch aus Kokosnuss, Muscheln und Korallen auch sehr gute künstlerische Arbeiten aus Holz. Leider auch große Korallen, vor deren Kauf wir im Eco-Center gewarnt wurden.

Meine Enkeltochter wollte unbedingt eine Schildkröte aus Holz, ich erwarb für meine Sammlung ein Holzkästchen und eine Schale aus Kokosnuss, die mit einem Muster aus Zimtrinde beklebt ist und nach Zimt duftet. Mein Sohn erstand eine schöne Handtasche für seine Frau.

Wir gingen auch in einen Lebensmittelladen für die Einheimischen. Im Gegensatz zu den Touristenläden musste man die Schuhe draußen lassen. Hier landeten die westlichen Massenprodukte, einheimisch waren nur die Bananen. Meine Enkeltochter wurde wieder beschenkt. Wir ließen dafür zwei Euro da. Später erfuhren wir, dass man mit Geldstücken nichts anfangen kann. Da waren wir schon in einer Straße, wo die Touristen nicht mehr hinkommen.

In einem bescheidenen Café probierten wir uns durch das heimische Angebot, Teigtaschen unterschiedlicher Größe mit verschiedenen Füllungen, die sehr scharf waren und sehr gut schmeckten. Als Dessert eine Art Eierschecke, die nicht so süß war, wie befürchtet, sondern einfach köstlich.

Politische Spannungen

Nach der internationalen Kuramathi-Küche war ich froh, die einheimischen Gerichte kennenzulernen. Leider war unsere Zeit schon fast um. Unser Aufenthalt war auf eine Stunde beschränkt. Vor dem Café saßen drei alte Männer auf einer Bank, die uns ihre Freude darüber ausdrückten, dass wir bei ihnen eingekehrt waren.

Auf dem Weg zum Boot begegneten uns ein paar Mopeds, die von jungen Männern gefahren wurden. Man braucht kein Fahrzeug auf einer Insel, in der man innerhalb von zehn Minuten alles zu Fuß erreichen kann. Die Mopeds sind reine Prestigeobjekte. Zwei Mädchen, im Alter meiner Enkeltochter, denen wir begegneten, waren sehr schön herausgeputzt, wie kleine Prinzessinnen. Ich traute mich nicht, sie zu fotografieren. Eine Jugendliche war verschleiert, aber in knallengen Hosen. Am Hafen dann drei alte Frauen, tief verschleiert.

Der Müll, vor dem wir gewarnt worden waren, lag tatsächlich überall herum. Es soll eine Müllinsel im Atoll geben, aber die wird offensichtlich nur selten angefahren. Rasdhoo ist eine wohlhabendere Insel, wird auch von Kuramathi unterstützt, aber die Armut ist dennoch beherrschend. Es kommen trotzdem Urlauber hierher, die vielleicht die Preise von Kuramathi nicht bezahlen wollen, aber die müssen schon hart im Nehmen sein.

Ich war einerseits froh, wieder in Kuramathi zu sein, andererseits sehr nachdenklich und betroffen über den schreienden Gegensatz. Einerseits haben Hassan und andere eindeutig vom Tourismus profitiert und es zu Wohlstand gebracht, andererseits ist die Armut immer noch himmelschreiend. Das gebiert die politischen Spannungen, von denen die Malediven heimgesucht werden und deren Ausgang unklar ist.

Besucht Kuramathi, solange es noch möglich ist …

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Vera Lengsfeld. 

Foto: Pixabay

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Leserpost

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Rid Banks / 06.11.2022

In den meisten Zuschriften hier, feiert der Neid froehliche Urstaend. Mannoman herr Meieerr.

Alex Müller / 06.11.2022

Das einzig faszinierende an den Malediven ist für mich, daß sie als abschreckendes Beispiel dafür dienen, wie es endet, wenn sich ein Volk bar jeder Vernunft und in Ignoranz der natürlichen Resourcen bis an die absolute Grenze des Möglichen vermehrt. Ein Blick auf das Luftbild der Hauptstadt Male (Wikipedia-Seite) mit ihren 150000 Einwohnern auf 6 Quadratkilometern offenbart eine Besiedlungsdichte, wie sie abschreckender nicht sein könnte. Wir sollten uns das gut anschauen, bevor wir weiterhin unbegrenzter Zuwanderung das Wort reden. Zwar gibt es dort Meer rundherum mit quasi unbegrenzter Nahrungsmittelverfügbarkeit, trotzdem dürfte sich das Leben dort ohne regelmäßiges Anlanden von Öltankern, also externer Energiezufuhr, eher ungemütlich gestalten - so wie hier auch.

Rid Banks / 06.11.2022

Frau Lengsfeld, sie erlauben, dass ich meine Reise, war 1992 mal schildere. Ich war mit Gattin auf der Insel Lhohifushi, 45 Minuten mit dem “Schiff” zu erreichen, eine Reise wie auf dem Kamel. Ihre Ausfuehrungen kann ich bis auf wenige Ausnahmen auch uebernehmen. Wir hatten nichts zu bemaengeln, bis auf den “Besuch” naechtens der Ameisen. Die haben mein Rasierzeug belagert das ich nicht mehr als solches erkannt habe. Unseren Muell mussten wir uebrigens wieder mit nach Hause (Berlin damals) nehmen. Aber unser Flieger war von Male nur mit 6 (sechs) Urlaubern belegt. Kein Witz! Wegen Fehlbuchungen, die meisten haben den Raum Stuttgart gebucht, und dort wurden sie auch hingeflogen, wir ja nach Berlin. Der Pilot flog dann Ankara an, in der Hoffnung auf Gaeste, Fehlanzeige! Wir sind dann zufrieden in Berlin Tegel gelandet, mit jede Menge Muellsaecke im Flieger. Der Pilot bedankte sich dann noch mit den Worten, dass wir ihn begleitet haben.

Manni Meier / 06.11.2022

Was war das denn? “Die Luft ist gesättigt vom Duft tropischer Blüten. Von jedem Fenster aus hat man einen Blick auf den Ozean oder die Lagune.”  Pc-gerechter Reisebericht vom Mutter-Sohn Urlaub auf den Malediven? Brauch ich nicht auf der Achse.

Paul Siemons / 06.11.2022

“Mein schönstes Ferienerlebnis”, jetzt auch auf Achgut. Und das in einem Land mit Halbmond auf grünem Grund, dem Islam als einziger erlaubten Religion, dem Verbot, einem anderen Gott als Allah zu frönen. Wer das doch wagt, wird strafrechtlich verfolgt, die Scharia bestimmt alles. Tolles Ziel. Die Mullahs freuen sich gewiss auf die Kohle der Touristen. Bis auf das Wetter also kein nennenswerter Unterschied zum Bundeshauptslum. Ich verabschiede mich hiermit als Leser und zeitweiligem Kommentator. Für diesen Stuss ist mir fortan meine Zeit zu schade.

Dr Stefan Lehnhoff / 06.11.2022

Reiseberichte auf der Achse? Und dann von wenig Kompetenz geprägt (ein kleiner Tipp von vielen, der sich mir beim Lesen aufdrängte als jemand, der seit über 20 Jahren x- mal dort wahr): Spaten sie sich das teure Business Ticket und nehmen Sie lieber eine anständige Insel- Schuhe, selbst Flip Flops brauchen Sie nicht- barfuß geht es sich auch Prima durch Pfützen. Die Kleidervorschriften bestehen aus ästhetischen, nicht aus religiösen Gründen und seien Sie froh, das Gerade kaum Chinesen reisen- da würden Sie die Tischsitten der Russen zu schätzen wissen.

J. Mueller / 06.11.2022

Das war einer der besten Reiseberichte in Kurzform, die ich je gelesen habe. Frau Lengsfeld, können Sie nicht einfach durch die Welt gondeln und einen Bericht von jedem Ort schreiben, an dem Sie länger als 24 Stunden waren? Das würde und das Lesen der kreuzdämlichen, strunzdummen und meist falschen Bewertungen in Reiseportalen ersparen!

Sabine Heinrich / 06.11.2022

Ich gestehe - dieser Reisebericht lässt mich ratlos zurück, da er von der von mir sehr geschätzten Frau Lengsfeld stammt. Ich fände es sehr schade, wenn sich Frau Lengsfeld nun auf das Verfassen von Reiseberichten (mit Einblicken in ihr Familienleben) beschränkt. Flucht vor der unerträglichen Realität in Deutschland? Was die “beschwerliche” Anreise von über 10 Stunden betrifft: Ich brauchte für die Anreise mit der Bahn von Schleswig- Holstein zu einem Ort im Bayerischen Wald vor 7 Wochen inklusive 5x-igem Umsteigen (mit Gepäck natürlich) über 12 Stunden.

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