Mehr als 150 Menschen feierten am Sonntagnachmittag auf dem Schadowplatz in Düsseldorf bei Musik, Tanz und Falafel den diesjährigen Israel-Tag. Dazu eingeladen hatten die Jüdische Gemeinde Düsseldorf (JGD), die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) und die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (GCJZ). Der Israel-Tag wird in der Landeshauptstadt traditionell im Mai begangen, um die Gründung des Staates Israel am 14. Mai 1948 zu feiern. Ebenso wie im Vorjahr blieben prominente Vertreter anderer Religionsgemeinschaften, von Parteien oder der Stadtgesellschaft der Feier jedoch fern. Die einzigen Ausnahmen davon waren Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) und der städtische Antisemitismusbeauftragte Wolfgang Rolshoven.
„Natürlich sind die Israel-Tage nach dem 7. Oktober 2023 nicht mehr so fröhlich wie davor. Das war das schlimmste Pogrom an Juden seit der Shoah und damit eine Zäsur, die sich niemand von uns hätte vorstellen können", sagte der Düsseldorfer DIG-Vorsitzende Emil Brachthäuser. „Aber Sie sehen ja, dass trotz des Regens noch viele Menschen gekommen sind. Das freut mich sehr. Es ist immer wieder ein großes Wiedersehen mit den Freunden Israels. Ich fand die Stimmung vor ein, zwei Jahren, als noch viele Geiseln von der Terror-Organisation Hamas festgehalten wurden, noch viel gedrückter als heute, verständlicherweise. Was mich noch viel mehr besorgt, ist der wachsende Antisemitismus, der als ,Israelkritik' daherkommt, letztlich aber nichts anderes ist als purer Judenhass. Es fällt auf, dass es zumeist immer dieselben Menschen sind, die zum Israel-Tag kommen. Das finde ich sehr schade, denn hier kann man sich auch über die vielfältigen Seiten Israels informieren, über Kultur, technologische Entwicklungen und vieles andere mehr. Es wäre sehr zu wünschen, dass mehr Menschen davon Gebrauch machen und sich nicht von den leider immer noch erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen abschrecken lassen."
„Es gibt Momente, in denen mir das Reden schwerfällt. In denen ich nicht weiß, ob Worte noch reichen. In denen ich spüre, wie sich etwas zusammenzieht, hier drin. Und trotzdem stehe ich hier. Weil Schweigen keine Option ist. Weil dieser Tag mehr bedeutet als eine Feier. Er ist ein Zeichen. Ein bewusstes, ein notwendiges, ein mutiges Zeichen", begann der JGD-Vorstandsvorsitzende Oded Horowitz seine Eröffnungsrede. „Denn seit dem 7. Oktober erleben wir, wie der Hass auf Israel und auf Juden explodiert ist. Nicht irgendwo weit weg. Hier. In Deutschland. In Düsseldorf. An unseren Schulen, Hochschulen, auf unseren Straßen, in den sozialen Medien. Jüdische Studenten werden auf deutschen Universitäten eingeschüchtert. Jüdische Kinder trauen sich nicht mehr, ihre Identität zu zeigen. Synagogen stehen unter massivem Polizeischutz. Davidsterne werden auf Häuserwände geschmiert. Ich frage mich manchmal: Haben wir nichts gelernt? Wirklich nichts? Mich macht es fassungslos, wie sich dieser Hass neu tarnt. Er nennt sich Kritik. Er nennt sich Solidarität. Er nennt sich Meinungsfreiheit. Aber im Kern ist er das, was er immer war: Uralter, bitterer, mörderischer Antisemitismus in neuem Gewand. Wer auf deutschen Plätzen ,Tod den Juden' brüllt, ist kein Aktivist. Wer israelische Fahnen verbrennt, kritisiert keine Politik. Wer jüdische Geschäfte boykottiert, kämpft nicht für Gerechtigkeit. Das ist Hass. Und Hass hat keine legitime Form. Und dann kommt Wut in mir hoch."
Der Willen zum Leben
„Ein Volk. So klein. So verfolgt. So produktiv", fuhr der Gemeindevorsitzende nach einer beeindruckenden, aber unvollständigen Aufzählung kultureller, wissenschaftlicher, technologischer und nicht zuletzt zivilisatorischer Errungenschaften des Judentums fort. „Und dieses Volk hat nach zweitausend Jahren Diaspora, nach Pogromen, nach der Shoah, einen Staat aufgebaut. In einer Wüste. Umgeben von Feinden. Ohne Öl, ohne Ressourcen, aber mit einer unglaublichen Kraft: Dem Willen zum Leben. Das Volk Israel lebt. Nicht, weil es so einfach war. Sondern weil es nicht aufgegeben hat. Ich glaube, dass dieser Israel-Tag hier in Düsseldorf wichtiger ist als je zuvor. Nicht trotz des Hasses - sondern wegen des Hasses." Der starke Applaus, den Horowitz für seine Rede bekam, machte deutlich, dass er damit offenbar einen Nerv getroffen hatte.
Nach seiner Rede dazu befragt, ob der Judenhass in Düsseldorf inzwischen das höchste Niveau seit 1945 erreicht hat, sagte Oded Horowitz: „Das kann ich nicht beurteilen, weil ich die 50er- und die 60er-Jahre nicht kenne. Da gab es ja noch viele Altnazis. Aber es ist auf jeden Fall das höchste Niveau seit den 70er-Jahren." Derzeit bekomme die Jüdische Gemeinde im Schnitt ein bis zwei Hassbriefe pro Woche: „Es ist immer dasselbe: Uns wird die angeblich rechtsextreme israelische Regierung vorgeworfen, immer wieder kommt der Vorwurf eines Völkermords an den Palästinensern, der auch noch mit dem Holocaust gleichgesetzt wird. Und meistens alles mit vollem Namen. Wir geben das immer an die Polizei weiter."
„Was uns ganz besonders zu schaffen macht, sind die ständigen Einladungen von Kultureinrichtungen an Israelhasser. Die Einladung von Basra al-Sharif in die Kunstakademie war kein Einzelfall, auch das Zakk lädt immer wieder solche Leute sein", kritisierte Horowitz. Das Zentrum für Aktion, Kultur und Kommunikation (Zakk) gilt als linker Treffpunkt und wird von der Stadt Düsseldorf mit Steuermitteln gefördert. Für den 10. Mai etwa hat das Zakk eine Filmvorführung der als extrem israelfeindlich bekannten Kommunistischen Partei Griechenlands (KKE) angekündigt. Für den darauffolgenden Tag ist eine Diskussion mit dem Islamwissenschaftler Fabian Goldmann angekündigt. Goldmann ist der Betreiber von „Schantall und die Scharia", einem islamophilen Blog, der sich mit „Rassismus in den Medien" beschäftigt. In seinem 2026 erschienenen Buch „Staatsräsonfunk. Deutsche Medien und der Genozid in Gaza" gibt Goldmann deutschen Medien allen Ernstes eine Mitschuld an dem angeblichen Völkermord, da sie „die deutsche Politik der bedingungslosen Unterstützung Israels mit ermöglicht" hätten. Bereits im Vorjahr hatte eine Veranstaltung des Zakk mit dem Titel „Antipalästinensischer Rassismus im Namen der Antisemitismuskritik" bei Düsseldorfer Juden für Verständnislosigkeit gesorgt.
„Es wird Zionisten gesprochen. Aber gemeint sind Juden“
„Solche Sachen sind inhaltlich die Fortführung der Hamas-Propaganda. Und in Düsseldorf ist das inzwischen normal geworden, an der Kunstakademie, in den Universitäten und leider auch im Zakk", schilderte Rivkah Young am Stand des von ihr mitgegründeten Vereins „Dus for Jews". Die Aktivistin erlangte Bekanntheit, als sie zwischen Oktober 2023 und Oktober 2025 den wöchentlichen „Run for their Lives"-Lauf organisierte, um an das Schicksal der von der Hamas verschleppten und teilweise ermordeten Geiseln zu erinnern. „Und natürlich merken Juden das überall. Etwa auf der Straße, wo wir von Kundgebungen ,Death, Death, to the IDF'-Rufe hören. Das sind Mordaufrufe. Und wenn dazu aufgerufen wird, Zionisten zu vertreiben, dann wird zwar von Zionisten gesprochen. Aber gemeint sind Juden."
„Dieser Hass ist inzwischen allgegenwärtig. Und die Linken fördern das. Erst vor wenigen Tagen wurde ich am Rande der 1.-Mai-Kundgebung beschimpft: Ich habe meinen Davidstern getragen und war damit als Jüdin erkennbar. ,Du bist eine Kindermörderin', hat mich eine Frau angeschrien und mit dem Finger auf mich gezeigt. Ich glaube, sie war von der Partei MERA25. Ich habe sofort Anzeige erstattet. Ich will solche Sachen nicht länger hinnehmen." Jetzt engagiert sich Rivkah Young für ihren neuen Verein. „,Dus for Jews' soll Sensibilität für Antisemitismus schaffen. Wir haben in Düsseldorf noch nicht ganz Verhältnisse wie in Berlin. Aber wir kommen dem immer näher", erläuterte sie ihre Motivation. „Jüdisches Leben soll in Düsseldorf wieder sichtbar und sicher sein. Im Moment ist es das nicht."
Der Israel-Tag 2026 aber wurde nach vielen Sorgen und Unsicherheiten im Vorfeld am Ende doch noch zu einem Erfolg: Trotz zwischenzeitlicher Regenschauer füllte sich der Schadowplatz im Laufe des Nachmittags immer mehr. Dank der Berliner Ollam-Band, die israelische Klassiker spielte, wurde der kleine Platz auch mehr und mehr zur Tanzfläche. Und auch die Tanzgruppe „Madika" des Gemeinde-Jugendzentrums Kadima trug zur guten Stimmung bei. Der Tradition entsprechend, wurde die Veranstaltung am späten Nachmittag mit der haTikwa, der israelischen Nationalhymne, wieder beendet. „Wir lassen uns nicht unterkriegen, auch nicht vom Wetter", hieß es am Abend aus der Jüdischen Gemeinde. Das zu demonstrieren dürfte den Düsseldorfer Juden am Sonntag eindrucksvoll gelungen sein.

@sybille eden, „Die “Achse des Guten„ wandelt sich langsam zur “ Achse der Idioten „ , jedenfalls was den Kommentarbereich betrifft.“ –
Meinungsfreiheit ist voll ätzend. Gerade, wenn Leute eine Meinung äußern, die mit der eigenen Meinung nicht kompatibel ist.
@ ekki schneider---Ich schaue kein ZDF, Sie müssen hier nicht lesen. Es gibt genug judenfeindliche Propagandaforen wo sie Ihre Lebenszeit verschwenden dürfen.
Gab es da auch Freibier? Auf den Fotos sieht man nämlich blaue Brauersterne.
@IM „Franz Klar“: Am 22. August werden wir den 50. Todestag des „reaktionären Christen“ und Pfarrers (Rippicha bei Zeitz) Oskar Brüsewitz denken. Brüsewitz wußte: „Ohne Regen, ohne Gott – geht die ganze Welt bankrott“! Die „ganze Welt“ ist vielleicht ein etwas großes Wort. Bleiben wir deshalb bei der gottlosen bunten Republik. Die GEHT NICHT bankrott – die IST bankrott und zwar in jeder Hinsicht: politisch, okönomisch, kulturell, moralisch! Wohlstandsverwahrlost, dekadent, runtergewirtschaftet, selbstgerecht, friedensunfähig und vollkommen verblödet! Vom Opfertod des Oskar Brüsewitz bis zum Ende der DDR waren es – je nach Rechnung – noch 13 oder 14 Jahre. Prognose: Diese gottlose bunte Republik wird es in 12 oder 15 Jahren, in der Form, in welcher wir sie heute kennen, nicht mehr geben. Gut so! Ich werde ihr keine Träne nachweinen.
Die „Achse des Guten“ wandelt sich langsam zur „ Achse der Idioten “ , jedenfalls was den
Kommentarbereich betrifft. Dank solcher Typen wie Franz Klar z.B. Oder es mit einem
Broderschem Statement zu sagen : die Achse toleriert sich zu Tode. – Schade.
ewiger Jude – ewiger Deutsche
Das uralte Hassobjekt des „ewigen Juden“ korreliert mit dem neulinken Hassobjekt des „ewigen Deutschen“.
kritisches Weißsein – kritisches Deutschsein – kritisches Jüdischsein
Das neulinke Weltbild ist ein Mix aus Kommunismus, Nationalsozialismus, Islam.
Klassenkampf – Rassenkampf – Glaubenskampf
Sozialistische, farbige, muslimische, palästinensische Proletarier versus rechte, westliche, weiße, kapitalistische Juden.
Das ist die Quintessenz des geistigen Giftmülls, der heute an den versifften Universitäten der westlichen Zivilisation unterrichtet wird.
Die toxischen linken Abfallprodukte der westlichen Zivilisation zerfressen ihre Fundamente.
Israel steht symbolisch für die westliche Zivilisation inmitten einer feindlichen Welt.
Israels Kampf ist unser Kampf.
Israel ist die Quintessenz der westlichen Zivilisation, ein Destillat unserer Welt und unserer Werte.
Die Juden sind Ureuropäer, sie waren schon Europäer, als Europa noch Steinzeit war.
Das Judentum ist auch die Quelle des Christentums.
Der „christliche Brunnenvergifter“ vergiftete seine eigene Quelle und die der Nachbarkulturen. Das Christentum ist nun geläutert, aber das Gift wirkt noch lange nach.
Wir Europäer sind alle Juden!
Friedrich Nietzsche sein Übermensch könnte ein Jude sein.
Das älteste, weiseste, klügste, erfolgreichste, innovativste, produktivste, toleranteste Volk der Welt.
Nietzsche differenzierte lediglich zwischen Übermensch und Massenmensch.
Den „Untermenschen“ haben die Nazis dazu gedichtet.
Der Übermensch das Hassobjekt des Untermenschen!
Sagten sie.
Sage ich.
Aber wer ist wer?
Der Übermensch und der Untermensch sind Geschöpfe ihrer selbst. Sie machen sich selber zu dem was sie sind.
Ich lehne den Begriff des Untermenschen nicht ab. Ich definiere ihn:
Der Übermensch leistet mehr als man von einem Menschen erwarten kann.
Der Untermensch erniedrigt sich selbst durch Vorurteil, Ressentiment, Hass, Ignoranz zum Untermenschen.
Seine Performance untertrifft das was man von einem Menschen erwarten muss.
Man wird weder zum Übermenschen, noch zum Untermenschen geboren. Man macht sich dazu als Schöpfer seiner selbst.
Die Juden haben Jahrtausende Übung im Übermenschentum.
Sie dürfen sich aber nichts drauf einbilden. Denn Einbildung führt zum Dünkel, Dummheit und in die Dunkelheit.
Für den Übermenschen ist es ein tiefer Fall zum Untermenschen.
Der Aufstieg ist auch möglich und umso bewundernswerter!