Die Solidarität mit Israel nach dem schlimmsten Terroranschlag seiner Geschichte hat sich verflüchtigt. Berlin hat für den jüdischen Staat nur noch weltfremde Forderungen und Belehrungen übrig.
Vor meinem örtlichen Rathaus in Berlin-Tempelhof ist noch die Israelflagge gehisst. Doch von der demonstrativen Solidarität offizieller deutscher Stellen mit dem jüdischen Staat unmittelbar nach dem Oktober-Pogrom der Hamas ist sechs Monate später kaum noch etwas übrig geblieben.
Die Bundesrepublik hat sich einem gemeinsamen Appell der 27 EU-Mitgliedstaaten angeschlossen, in dem Israel aufgefordert wird, keine Bodenoffensive in Rafah zu beginnen. Dies ungeachtet der Tatsache, dass die Stadt der Rückzugsort der Hamas-Führung und ihrer letzten Bataillone ist und mehr als 130 Geiseln weiterhin von der Terrororganisation festgehalten und misshandelt werden.
Annalena Baerbock fliegt nach Nahost und besucht zuerst den Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas und arabische Staaten. Israel kommt später dran. In Ramallah hält die Bundesaußenministerin lächelnd die Hand des Holocaustleugners Abbas, fordert die israelische Regierung auf, aus dem „Drehbuch des Terrors auszubrechen“ und sagt: „Natürlich sind meine Gedanken bei den Geiseln und erst recht bei den Menschen, die in Gaza leben, den zwei Millionen Palästinensern.“ Auch ohne diesen unsäglichen Satz wären die Prioritäten der Bundesregierung deutlich geworden.
Israel soll verwundbarer für weitere Pogrome werden
Deutschland hat seine Zahlungen an das Palästinenserhilfswerk UNRWA wieder aufgenommen, obwohl mindestens zwölf Mitarbeiter der UN-Organisation am Hamas-Terrorangriff am 7. Oktober beteiligt waren und einem Bericht des Wall Street Journals zufolge rund zehn Prozent aller UNRWA-Mitarbeiter im Gazastreifen Verbindungen zu den Terrororganisationen Hamas oder Islamischer Jihad haben. Für das schlimmste Massaker an Juden seit der Shoah sollen die Palästinenser mit einer Zweistaatenlösung belohnt werden, so die offizielle Linie Berlins.
Der Antisemitismusbeauftragte von Baden-Württemberg, Michael Blume (CDU), fordert indessen den israelischen Premier Benjamin Netanjahu in Anspielung auf die berühmte Berliner Rede von Ronald Reagan auf, die Mauer um das Westjordanland niederzureißen, Israel also verwundbarer für weitere antijüdische Pogrome und Terroranschläge zu machen. Blume darf man übrigens laut einem Urteil der Pressekammer des Hamburger Landgerichts aus dem Jahr 2023 einen Antisemiten nennen, weil es dafür „hinreichende Anknüpfungstatsachen“ gebe.
In den letzten Wochen ist klar geworden: Das offizielle Berlin lehnt die rechtsreligiöse Regierung in Israel inzwischen mehr oder weniger kategorisch ab. Das, obwohl die allermeisten Israelis laut Umfragen den harten Kurs im Gazastreifen befürworten. Obwohl validen Umfragen zufolge rund 70 Prozent der Palästinenser die Hamas unterstützen. Obwohl die Hamas angekündigt hat, immer wieder mit Massakern wie am 7. Oktober zuschlagen zu wollen, bis das frühere Mandatsgebiet Palästina judenrein ist. Obwohl das israelische Militär im Gazastreifen die Verhältnismäßigkeit zu wahren sucht.
Obwohl es nach Einschätzung des US-Militärexperten John Spencer sogar eine weltweit beispiellos humane Form der Kriegführung in dicht besiedelten städtischen Gebieten praktiziert, indem es die Zivilbevölkerung im Voraus vor Angriffen warnt und andere Maßnahmen zu deren Schutz trifft. Obwohl Israel nicht nur im Gazastreifen, sondern auch an den anderen De-facto-Fronten Westjordanland und Libanon mörderische Islamistengruppen in Schach halten muss. Obwohl die alte Doktrin, dass die Israelis es sich nicht leisten können, auch nur einen einzigen Krieg zu verlieren, wenn sie nicht Opfer eines Völkermordes werden wollen, nichts von ihrer Gültigkeit verloren hat.
Weltfremde Forderungen aus Berlin und Washington
Auch die Haltung der US-Regierung kann nicht mehr, wie noch vor einigen Monaten, als eine grundsätzliche Solidarität mit Israel bezeichnet werden. Wohl auf Druck des „woken“, „dekolonialistisch“ denkenden Flügels der Demokraten nennt die Biden-Regierung die bevorstehende Bodenoffensive in Rafah eine „rote Linie“ und distanziert sich zunehmend von Netanjahu. Ein offener Bruch scheint immer wahrscheinlicher.
Zu den weltfremden Forderungen aus Berlin und Washington gesellen sich die Machenschaften von offen israelfeindlichen Regierungen wie Belgien und Irland, die Israel die letzten Verbindungen zur westlichen Welt abschneiden wollen und eine regelrechte Hetzkampagne gegen den jüdischen Staat führen – sehr zur Freude von allerlei identitätspolitischen Aktivisten, islamischen Lobbys und Dritte-Welt-Liebhabern.
Kein Wunder also, dass Variationen der altbekannten antisemitischen Täter-Opfer-Umkehr fast überall im Westen auf dem Vormarsch sind: Die Juden sind schuld. Die einzige funktionierende Demokratie im Nahen Osten ist so allein wie schon lange nicht mehr.
Kolja Zydatiss ist ehrenamtlicher Redakteur beim Magazin Novo, wo dieser Beitrag zuerst erschien, und gesellschaftspolitischer Sprecher des liberalen Debatteninstituts Freiblickinstitut. Er lebt in Berlin.
Beitragsbild: U.S. Department of State Flickr via Wikimedia Commons

Vielleicht wird demnächst Adolf Hitler rehabilitiert, er hat evt. nach Ansicht unserer Regierung das richtige gemacht. Dann hört auch das ewige „Gedenken“ und Kränzeschleppen auf.
Lieber ehrlich alleine als mit falschen Freunden, oder ?! Lieber einen Heuchler weniger wenn es drauf ankommt. Alleine kämpft es sich besser, man hat weniger Hundscheiße wohlfeiler Sülze an den Stiefeln kleben. Und Weltfremdheit in der Dose ist Deutschlands Exportschlager. Mich hat heute in einem Amt jemand gefragt wozu man die Programmiersprache C++ braucht. Gehorsam und der Dauerurlaub auf Mount stupid. Ich habe auf meinem Blog eine Abhandlung über Objektsbezüge und Zustandsrelationen geschrieben. Es passiert exakt das, was ich vorhergesagt habe, nicht weil ich Gandalf bin, sondern weil es im engsten Sinne logisch ist, daß die Amaleks dieser Welt ein Problem bekommen, jetzt wo sich Israel endlich vom Holocaust emanzipiert und aus der Opferrolle findet. Traurige Juden hat die Welt gerne, starke Juden stehen so allein, wie die wachsende Stärke es zwangsläufig bewerkstelligt. Wer unter den Völkern alleine steht lebt im Wohnzimmer mit G-tt. Es kann nur intimer werden, wenn der Nebel der falschen Zungenspräche verfliegt. Es wird hart, es wird übel, aber es riecht eher nach Wahrheit. Und außerdem kann sich die katholische Demenz – Kanone in Washington jetzt noch restlos unter jüdischen Wählern diskreditieren. Die Nachkriegsordnung zerfällt, es ist eine Zeit gravierendster Umbrüche, wo der Ausgang bis zur nächsten stabilen Ordnung noch völlig offen ist. Ich halte sogar das Ende der Nachkriegsinstitutionen EU – UN und Nato für möglich, oder ein Umbau in einem Maß, was man als Neuordnung der Kräfte bezeichnen kann. Israel ist hier ein Vorindikator. Vom Weltkrieg bis zum fiskalischen Despotismus ist wohl alles im Bereich der gefächerten Optionen.
Niemand will es sich mit den 1,6 bis 2 Milliarden Moslems verderben wegen ein paar Juden. Das ist alles. Nennt man wohl „Realpolitik“.
Das ist furchtbar! Einem auszurottenden Volk anzugehören ist für alle Juden, nicht nur die Israelis, eine unglaubliche Belastung. Es ist unsere, des Westens, Bankrotterklärung. Wenn wir, der Westen, das dulden und fördern, haben wir unsere moralische Existenzberechtigung verloren. Dann sind wir, die Erben des Christentums, gescheitert und wir werden uns nie mehr davon erholen.
„Israel steht allein da“. Das stimmt so nicht. Die internationale Berufspolitik macht sich natürlich Sorgen um ihr Wählerpotential, weil die radikalislamisch unterwanderten Lobbygruppen im Westen ein riesiges Getöse gegen Israel veranstalten und die Berufspolitiker bei uns deswegen Angst haben, die nächste Wahl zu verlieren. Für den internationalen Sicherheitsapparat gilt das aber nicht, denn der wird ja nicht gewählt. ;-) Was den Vormarsch der IDF in Gaza betrifft: Der wäre sofort gestoppt, würde die Hamas die über 130 noch in Gefangenschaft befindlichen jüdischen Geiseln (teils mit internationalen Pässen, das wird immer vergessen) einfach freilassen. Die Israelis können gar nicht so einfach nachgeben, weil nicht nur sie allein vor der islamischen Welt ihr Gesicht verlieren würden, sondern der gesamte Westen auch. Das rafft im Westen aber keiner. Hier denken immer alle nur an die nächsten Wahlen. Dabei werden unsere Politiker von radikalen Muselmanen nur als Sprungbrett betrachtet, um dann selbst die Macht zu übernehmen. In dem Zusammenhang einen Gruß an die CDU und auch an die Dems in den USA. Die radikalen Muselmanen werden euch nicht zur Macht verhelfen. Die wollen euch übernehmen. Und wenn ihr diese Leute hofiert, habt ihr alles falsch gemacht. Die Muselmanen nehmen einen erst als Gesprächspartner ernst, wenn man auch ernst macht. Die haben keinen Respekt vor Speichelleckern. Und das kann ich sehr gut nachvollziehen. Einen schönen Gruß nach Gaza und die Hamas: Hört auf euer eigenes Volk zu verheizen und unsere Politiker zu verarschen. Das zieht nicht mehr. Lasst einfach die Geiseln frei und wir können zu Verhandlungen auf gleicher Augenhöhe übergehen. Wer sich allerdings wie ein Verbrecher verhält, der ist eben kein ernst zu nehmender Verhandlungspartner, denn wer verhandelt schon ehrlich mit jemandem, der einem das Messer an den Hals hält?
„Obwohl die alte Doktrin, dass die Israelis es sich nicht leisten können, auch nur einen einzigen Krieg zu verlieren, wenn sie nicht Opfer eines Völkermordes werden wollen, nichts von ihrer Gültigkeit verloren hat.“; Genau so. Wenn es den kreuzfahrenden Abendländern im heiligen Land zu ungemütlich wurde, sind sie immer wieder nach Hause gesegelt, später gedampft. Die Israelis sind dort zu Hause. Und entsprechend verteidigen sie sich.
„Die einzige funktionierende Demokratie im Nahen Osten ist so allein wie schon lange nicht mehr.“ Iwo, wetten dass die Mehrheit anders denkt? Das Christentum hat die Mehrheit unter den Weltreligionen u. sein Lehrer war Jude. Der Bible Belt, ist auch noch da. Empfehle hierzu die Interviews, Reden von A. Dershowitz. Die die da trommeln und schreien sind tatsächlich eine klitzekleine Minderheit u. daher umso schriller, die Keule umso dicker Ja, die „Internationale“ ist bestrebt jenseits der eigenen Grenzen zu regieren mit Hilfe von NGOs und patchwork Koalitionen die es grad noch so schaffen… und die man sich dann teils mit 0.001%? Mehrheit zusammenkratzt bzw. theoretisch auch zusammenkaufen könnte. Wohin man blickt das gleiche Bild, die gleiche Strategie, egal ob Polen, Israel od. Ungarn. Dazu die Methode „Omnibus“ mit Fahrplan an alle nicht Grenzübergänge. Ausnahme: das Hoheitsgebiet d. Hamas u. Vergleichbare Schergenstaaten deren Grenzen Rot-Grün nun umso mehr WERTschätzt als sie die andern einzurennen sucht (siehe die neu aufgenommenen UNRWA Zahlungen). Siehe dazu den Artikel in d. jüd. Allgemeinen „Unter Ausschluss der Öffentlichkeit“. 20.03.2024. Machte nun d. Runde i.d. internat. Öffentlichkeit Aber allein die Zahlungen an die UNRWA lassen den Dümmsten schließen dass die Hamas nicht nur gute Beziehungen zur UNRWA haben dürfte sondern dass diese darüber weit hinaus bis ins EU Parlament hineinreichen. Anders kann ich mir das Bild nicht erklären.