Wenn ich im Namen des israelischen Volkes entscheiden dürfte, dann würde ich heute folgenden Brief an die Europäische Rundfunkunion schreiben:
Sehr geehrte Europäische Rundfunkunion,
unsere Beziehung zum Eurovision Song Contest (ESC) reicht bis ins Jahr 1973 zurück, als wir das erste nicht-europäische Land wurden, das daran teilnahm. Unsere Teilnahme hat einige der ikonischsten und beliebtesten israelischen Lieder hervorgebracht, wie „A-Ba-Ni-Bi“ (Gewinner 1978) und „Hallelujah“ (Gewinner 1979). In den ersten Jahrzehnten unserer Teilnahme wurde uns eine würdige Bühne geboten, wir wurden als ehrenvolles Mitglied der Familie europäischer Nationen willkommen geheißen. Damals – etwa 30 Jahre nach dem Ende des Holocaust – hatten wir das Gefühl, dass Europa unsere Kämpfe als junge Nation würdigte: den Wiederaufbau unserer Sprache, unserer Kultur und unserer Liebe zu Gott im Land unserer Vorfahren – besonders in einer Zeit, in der unsere arabischen Nachbarn die Segnungen unserer nationalen Wiedergeburt verhöhnten.
Heute, 78 Jahre nach der Gründung des Staates Israel, sind wir ein hochentwickeltes Land, das der Welt in vielen Bereichen unseren Erfindungsreichtum schenkt: in Technologie, Medizin, Religion, Musik und Kunst. Gleichzeitig stehen wir einer andauernden und bösartigen Kampagne gegen unser Leben und unsere Würde gegenüber. Seit dem 7. Oktober, als barbarische Hamas-Terroristen unser Land überfielen und über 1.200 unserer Menschen kaltblütig ermordeten, werden wir von Judenhassern auf der ganzen Welt – aus religiöser Ideologie oder blanker Dummheit – in jeder Lebenssphäre belästigt, körperlich wie seelisch.
Anstatt uns vor den Nachwirkungen dieses grausamen Massakers und der Entführungen unserer Bürger zu schützen, versuchen Anti-Zionisten, uns als Aggressoren darzustellen – unwürdig zu leben, geschweige denn an internationalen kulturellen Foren wie dem ESC teilzunehmen. Am 7. Oktober wurden unsere Frauen brutal vergewaltigt – und anstatt Mitgefühl zu erfahren, wurde ihnen von Menschenrechtsorganisationen sogar das Leid abgesprochen. Doch unsere Frauen sind stark. Sie stehen auf, bewahren ihre innere und äußere Schönheit und wollen sie mit der Welt teilen, trotz aller Versuche ihrer Erniedrigung. Selbst nach dem Schock des 7. Oktobers haben wir weiterhin unsere talentierten Frauen in europäische Städte geschickt, um das großartige Volk Israels zu repräsentieren.
Judenhasser im ESC-Umfeld nur eine lautstarke Minderheit
Letztes Jahr reiste Eden Golan mit beispiellosem Sicherheitsaufgebot nach Malmö. Sie musste einem wütenden Mob trotzen, der sie buchstäblich jagen wollte. Nur Gott weiß, welches Grauen ihr widerfahren wäre, wäre sie ihnen in die Hände gefallen. Eingeschlossen im Hotel, musste sie sich verkleiden, um überhaupt das Gebäude zu verlassen! Und trotzdem haben wir in diesem Jahr erneut eine wunderschöne Künstlerin geschickt – Yuval Raphael, eine Überlebende des Nova-Festival-Massakers –, um von einem neuen Tag, von Hoffnung zu singen. Sie verkörpert die Widerstandskraft des Volkes Israel. Auch sie wurde zur Zielscheibe einer irrationalen „Judenjagd“. Zwei anti-israelische Schläger versuchten sogar, die Bühne zu stürmen, während sie auftrat. Und doch trat sie mit Anmut und Haltung auf – und machte unsere Nation stolz. Sie erhielt sogar die meisten Publikumspunkte, was zeigt, dass die Judenhasser im ESC-Umfeld nur eine lautstarke Minderheit sind.
Wir erkennen an, dass europäische Städte, die den ESC austragen, leider nur begrenzte Mittel haben, um den judenfeindlichen Mob unter Kontrolle zu halten – jenen Mob, der unser Volk seit Jahrhunderten plagt und nun auch eure schönen Straßen heimsucht. Es ist bedauerlich, dass unsere Teilnahme unbeabsichtigt organisatorischen Aufwand und Sicherheitsprobleme verursacht. Darüber hinaus gelingt es unseren Feinden, uns immer wieder zum Mittelpunkt zu machen, sodass wir – ungewollt – andere Künstler nicht nur mit unserem Talent überstrahlen.
Deshalb beschließen wir mit Bedauern, aber auch mit Erleichterung, dass wir uns auf unbestimmte Zeit vom Eurovision Song Contest zurückziehen – nicht nur aus Sicherheitsgründen, sondern auch im Sinne unserer Würde. Die Boykottaufrufe, sogar von Mitbewerbern, haben uns überzeugt – in unserem eigenen Interesse: Israel gehört nicht in den Eurovision Song Contest.
Auch wenn wir viele der europäischen Werte teilen, die ihren Ursprung in unserer biblischen Tradition haben – individuelle Freiheit, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit – sind wir doch fest im Nahen Osten verwurzelt. Wenn die Abraham-Abkommen, so Gott will, weiter wachsen, wäre es wunderbar, an einem regionalen Musikwettbewerb mit unseren arabischen Nachbarn teilzunehmen – deren Sprache denselben semitischen Ursprung hat wie unsere. Wie es in der Bibel heißt, sind wir „ein Volk, das allein wohnt und sich nicht zu den Nationen rechnet“. Der ESC hat uns geholfen, diese ewige Wahrheit zu verinnerlichen.
Wir bedauern, unsere vielen Fans in Europa enttäuscht zu haben – jene, die uns mit ihren Stimmen gestärkt haben. Wir laden sie ein, uns in unserem Land zu besuchen und unsere Künstler dort zu unterstützen.
Wir wünschen euch Frieden und Liebe durch Musik,
Das Volk Israel
Dieser Artikel wurde von Orit Arfa geschrieben, einer israelisch-amerikanischen Journalistin und Autorin mit Wohnsitz in Berlin. Er drückt aus, welchen Kurs Israel ihrer Meinung nach künftig im Hinblick auf den ESC einschlagen sollte.

1. Das ist Israels Entscheidung und nicht Ihre. Wird Zeit, dass ein(e) Israeli gewinnt. Andererseits 2. Der ESC gehoert abgeschafft, denn er ist politisiert. In der Schweiz haben mehrere Staedte abgelehnt, ihn auszutragen. Uebrig blieb Underdog Basel. Das hat nichts mehr mit Kunst zu tun. Was der albern klatschende Buerger empfindet, ist sowieso irrelevant. Weg mit dem ESC, einer politischen Buehne!
Ich habe mir geschworen das ich solange meine neue Regierung verachten werde, solange palästinensische und linksfaschistische Bestien auf den Strassen unseres Landes ungestraft zur Auslöschung eines ganzen Volkes aufrufen dürfen.
Solange Politiker zusehen, bei Bedarf selbstgerecht ihr Bedauern ausdrücken und dann wieder zum Allgemeinen übergehen, solange verachte ich sie genau so wie die vor Hass und Mordlust geifernden Idioten.
Leider schreibt die Autorin zu Recht viel über den 7. Oktober und dem Leid der Israelis, aber zu Unrecht halt gar nichts zu Gaza und dem Leid der palästinensischen Zivilbevölkerung
…die Jahreszahl 7. Oktober 2023 wird nicht erwähnt…ist auch schon über 1 1/2 Jahre her…ohne irgendwelche Friedensbemühungen. Lasst uns jahrelang fröhlich weiterbomben, ist ja wegen 7.Oktober… eine traurige Gesellschaft dort…
Ein Fernbleiben Israels wäre höchst bedauerlich – in jeder Hinsicht!
Das Ergebnis zeigt außerdem, dass nicht ganz Europa dem Judenhass verfallen ist, sondern nur die laute, woke Minderheit.
Außerdem sollte es der sozialistisch-antisemitischen Wiener Landesregierung nicht erspart werden, dass sich die Früchte der israelfeindlichen Sprüche der höchsten Parteifunktionäre der SPÖ (insbes. des Genossen Vorsitzenden und Vizekanzlers sowie Kulturministers) öffentlich manifestieren. Der ist bekennender Bolschewik und HAMAS-Sympathisant.
Volle Zustimmung.
Danke , Frau Grimm, dass Sie hier so oft mit Ihren stimmigen Einwänden dagegen halten.