News-Redaktion / 09.05.2019 / 10:00 / 0 / Seite ausdrucken

Islam: Ein Künstler und ein Unternehmen unterwerfen sich

Die Londoner Saatchi Gallery hat nach Beschwerden muslimischer Besucher zwei Kunstwerke verhüllt, berichtet „The Independent“. Laut der britischen Zeitung zeigen die Malereien nackte Frauen und arabische Schriftzeichen. Diese seien auf eine Weise angeordnet, die der amerikanischen Flagge ähnelt. Der Künstler SKU wolle damit den Konflikt zwischen den USA und islamischen Extremisten thematisieren.

Nach Angaben von „The Independent“ betrachten einige Muslime die Einbeziehung des islamischen Glaubensbekenntnisses Schahāda („Es gibt keinen Gott außer Gott“) als Blasphemie. Sogar ein Sprecher der Denkfabrik Quilliam, die einen moderaten Islam in Großbritannien fördern will, habe die Kunstwerke als „sehr gefährlich“ bezeichnet.

Laut „The Independent“ pochte die Galerie zunächst auf den Wert der Meinungsfreiheit und weigerte sich, die Malereien zu entfernen. Die Idee, die Werke zu verhüllen, sei ein Kompromissvorschlag von SKU gewesen. Der Künstler halte die Verhüllung für eine „respektvolle Lösung“, die eine Debatte über den Konflikt zwischen der Meinungsfreiheit und dem vermeintlichen Recht, nicht beleidigt zu werden, ermögliche.

In Berlin hat der Chef eines Außenwerbeunternehmens unterdessen in vorauseilendem Gehorsam den Begriff „Islam“ von einer Werbegrafik entfernt. Konkret ging es um eine Kampagne der humanistischen Giordano-Bruno-Stiftung mit fahrbaren Werbeflächen. Laut einem Bericht des „Humanistischen Pressdiensts“ (hpd) hatte die Stiftung vier Kampagnenmotive mit SMS-Botschaften entworfen. Eines davon zeige Kholoud Bariedah, Autorin des Buches „Keine Tränen für Allah“, die folgende Nachricht in ihr Handy tippt: „Lieber Islam, danke, dass du dich immer sehr um mich bemüht hast. Aber ich finde, du bist einfach zu alt für mich.“

Dies sei dem Chef der Firma PR-Car zu heikel gewesen. Ohne Rücksprache mit dem Kunden habe er das Wort „Islam“ überklebt und es durch den Begriff „Gott“ ersetzt. Laut hpd hatte der Firmenchef in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit Parteiwerbung gemacht, die mutmaßlich den Islam thematisierte. Die Giordano-Bruno-Stiftung habe die Änderung am ersten Tag der Kampagne bemerkt und empört reagiert. Am Sonntag, dem zweiten Tag der Kampagne, sei das Motiv wieder in ursprünglicher Form in der Hauptstadt zu sehen gewesen.

Sie lesen gern Achgut.com?
Zeigen Sie Ihre Wertschätzung!

via Direktüberweisung
Leserpost

netiquette:

Leserbrief schreiben

Leserbriefe können nur am Erscheinungstag des Artikel eingereicht werden. Die Zahl der veröffentlichten Leserzuschriften ist auf 50 pro Artikel begrenzt. An Wochenenden kann es zu Verzögerungen beim Erscheinen von Leserbriefen kommen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Verwandte Themen
News-Redaktion / 22.05.2019 / 18:00 / 0

USA kündigen Sanktionen gegen Nord Stream 2 an

Die US-Regierung hat ein Sanktionsgesetz gegen Unternehmen angekündigt, die sich am Bau der geplanten Ostsee-Gaspipeline „Nord Stream 2“ beteiligen. Ein solches Gesetz werde „in nicht…/ mehr

News-Redaktion / 22.05.2019 / 17:30 / 0

Schönfärben: Niederländischer Einwanderungsminister tritt zurück

Der niederländische Minister für Einwanderung, Mark Harbers, ist am Dienstag zurückgetreten, berichtet die Neue Zürcher Zeitung (NZZ). Hintergrund sei die scharfe Kritik an einem Bericht…/ mehr

News-Redaktion / 22.05.2019 / 12:00 / 0

Mehrheit der EU-Agrarminister will Gentechnikrecht überarbeiten

Eine Mehrheit der EU-Landwirtschaftsminister spricht sich für eine Überarbeitung des europäischen Rechtsrahmens zu gentechnisch veränderten Organismen (GVO) aus. Laut dem Agrarfachmagazin „top agrar“ hat sich…/ mehr

News-Redaktion / 22.05.2019 / 11:00 / 0

US-Hochschulen trennen wieder nach Rasse

Früher kämpften Linke gegen Rassentrennung und Diskriminierung. Heute kehrt die Rassentrennung in „progressivem“ Gewand an die amerikanischen Hochschulen zurück. Eine aktuelle Studie der Denkfabrik „National…/ mehr

News-Redaktion / 22.05.2019 / 08:56 / 0

Die Morgenlage: Unruhen und Unschuld

Die Huthi-Rebellen aus dem Jemen griffen erneut Saudi-Arabien an, US-Kampfjets fangen russische Militärflieger vor Alaska ab und in Italien starben zwei Menschen nach einem Brandanschlag…/ mehr

News-Redaktion / 21.05.2019 / 17:00 / 0

UN-Migrationspakt: Auswärtiges Amt räumt nichtöffentliche Sitzungen ein

Entgegen offizieller Darstellungen wurde der umstrittene Migrationspakt der Vereinten Nationen in Teilen unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt. Das geht aus einem Bescheid des Auswärtigen Amtes…/ mehr

News-Redaktion / 21.05.2019 / 08:30 / 0

Die Morgenlage: Tod und Tempolimit

In Tadschikistan wurden 32 Menschen bei einem islamistischen Gefängnisaufstand getötet, 18 Tote gab es bei einem Angriff islamistischer Milizen auf einen Militärstützpunkt in Somalia, sieben…/ mehr

News-Redaktion / 20.05.2019 / 08:43 / 0

Die Morgenlage: Verschärfung und Verspätung

In Burkina Faso gab es wieder einen tödlichen Angriff auf Christen, in Ägypten gab es einen Anschlag auf einen Touristenbus, Italien beschlagnahmt ein Migranten-Hilfsschiff, Google…/ mehr

Meine Favoriten.

Wenn Ihnen ein Artikel gefällt, können Sie ihn als Favoriten speichern.
Ihre persönliche Auswahl finden Sie Hier
Favoriten

Unsere Liste der Guten

Ob als Klimaleugner, Klugscheißer oder Betonköpfe tituliert, die Autoren der Achse des Guten lassen sich nicht darin beirren, mit unabhängigem Denken dem Mainstream der Angepassten etwas entgegenzusetzen. Wer macht mit? Hier
Autoren

Unerhört!

Warum senken so viele Menschen die Stimme, wenn sie ihre Meinung sagen? Wo darf in unserer bunten Republik noch bunt gedacht werden? Hier
Achgut.com