Soeben erschienen: Cora Stephan: Angela Merkel. Ein Irrtum. Hier für die Leser der Achse des Guten Auszüge aus der garantiert nicht autorisierten Auseinandersetzung mit der ersten Bundeskanzlerin der Deutschen…
Die „Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ soll eine Quadratur des Kreises bewerkstelligen. Einer der aus dem Stiftungsrat ausgeschiedenen polnischen Historiker hat auf den Punkt gebracht, warum das Stiftungskonzept unsinnig ist. In diesem Projekt gehe es offenbar um „die Versöhnung der Deutschen mit sich selbst“, erklärte Tomasz Szarota. „Und da kann ich als Pole nicht helfen.“
Recht hat er. Man hätte es ihm gar nicht erst zumuten sollen. Die Beschäftigung mit Flucht und Vertreibung Deutscher ist ein deutsches Anliegen. Warum man die Deutschen damit nicht alleinlassen kann, warum daraus Revanchismus folgen soll, Relativierung, Verdrängen, Vergessen, wie vor allem Deutsche vermuten, ist nicht recht einzusehen. Denn wir können uns in Deutschland auf eines immer verlassen: Wir sind noch stets unsere schärfsten Richter.
Ist das ein Plädoyer für eine „Normalisierung“, soll Deutschland nun so tun, als ob es „auf Augenhöhe“ sei? Ja. Historische Schuld ist keine Münze für die Gegenwart. Insbesondere nicht in der schwierigen Lage, in der Europa sich befindet.
Was die Deutschen europapolitisch tun oder lassen, sollten sie aus politischer Einsicht tun – nicht aus Schuldgefühlen.
Cora Stephan, Angela Merkel. Ein Irrtum, erschienen im Knaus-Verlag, 224 Seiten, 16,99. Bestellen: