Der Vorsitzende des Nationalen Olympischen Komitees des Iran, Syed Reza Salehi Amiri, hat erklärt, dass iranische Sportler künftig nicht mehr gegen Athleten aus Israel antreten werden. Das berichtet die „Jerusalem Post“ mit Bezug auf eine Meldung der halbamtlichen iranischen Nachrichtenagentur FARS. Amiri habe bei einem Treffen mit dem Vorsitzenden der Internationalen Judo-Föderation (IJF), Marius Vizer, darauf hingewiesen, dass bereits 20 weitere Staaten Wettkämpfe mit Sportlern des „zionistischen Regimes“ boykottierten. Der Verzicht auf die Teilnahme sei „eine Angelegenheit der muslimischen Welt“.
Die Erklärung kommt laut „Jerusalem Post“ etwas überraschend, denn der Iran habe im März schriftlich zugesichert, die Olympische Charta und ihr Prinzip der Nicht-Diskriminierung respektieren zu wollen. Vorausgegangen sei ein Streit zwischen der iranischen Regierung und der IJF um das Verhalten des Judokas Saeid Mollaei. Nach Ansicht der IJF simulierte der iranische Sportler bei zwei Wettkämpfen – dem Abu Dhabi Grand Slam im Oktober 2018 und dem Paris Grand Slam im Februar 2019 – Verletzungen, um nicht auf den Israeli Sagi Muki treffen zu müssen.
In der Weltrangliste der Judoka im Halbmittelgewicht (bis 81 Kilogramm) ist Mollaei derzeit auf Platz 1. Muki ist auf Platz 2. Ende August werden beide voraussichtlich an der Judo-Weltmeisterschaft in der japanischen Hauptstadt Tokio teilnehmen.
