Max Roland, Gastautor / 14.07.2020 / 11:00 / Foto: Pixabay / 20 / Seite ausdrucken

Iran und China bauen eine Achse auf

In den vergangenen Wochen haben China und der Iran an einem monumentalen Kooperationsvertrag gearbeitet. Ein Entwurf, der der „Asia Times“ vorliegt, sieht massive chinesische Investitionen im Iran vor und habe sowohl wirtschaftliche als auch sicherheitspolitische und militärische Dimensionen. Der Iran würde damit ein Teil der chinesischen „Belt and Road initiative“, der sogenannten „neuen Seidenstraße“ werden.

Die Verhandlungen laufen zur Zeit noch – aber sollte das iranische Parlament dem Deal zustimmen, wäre dies ein schwerer Schlag gegen westliche Interessen in der Region. Über 25 Jahre hinweg sollen mehrere zehn Milliarden Dollar in den Iran investiert werden, die insbesondere der schwächelnden Ölindustrie zugutekommen würden. Der Vertrag würde auch die US-Sanktionen gegen den Iran untergraben, unter denen Teheran seit Jahren massiv zu leiden hat: Chinesische Finanzspritzen würden die Effekte der Trumpschen Sanktionspolitik mindestens abschwächen.

Doch viel bedeutender ist dieser Vertrag auf einer geostrategischen Ebene: Mit der Einbindung des Irans in die „Neue Seidenstraße“ würde China sich einen strategischen Trumpf in der Region sichern. Gemeinsam mit Pakistan, welches in den vergangenen Jahren immer stärker unter chinesischen Einfluss geraten ist, würden China und der Iran ihren Einfluss in nicht allzuferner Zukunft auch auf Afghanistan und in die Levante ausdehnen können – sowohl der Irak als auch Syrien sind schon jetzt als Irans Verbündete zu betrachten.

Ein Albtraum für die USA, aber auch für Israel und für Indien, welches sich im Zuge der neuen US-Sanktionen gegen den Iran stellte und nun drei starke Gegner vor seiner Haustür hat. Der Deal ist ein weiterer Baustein in Chinas Streben nach globaler Hegemonie – Reaktionen aus Europa dazu sind jedoch nicht zu erwarten. Auch, weil China bereits über massiven Einfluss auf EU-Staaten wie Griechenland und Portugal verfügt. Nicht, dass Europa sonst auch selbstbewusste Außenpolitik machen könnte – die hört nämlich da auf, wo man mehr tun muss, als den US-Präsidenten zu beschimpfen oder den großen Mahner Heiko Maas an ein Rednerpult zu stellen.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Apollo-News

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Leserpost

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Jochen Lindt / 14.07.2020

Die Achse des Gelben.

Wolfgang Kaufmann / 14.07.2020

China, Iran, Afrika: die kreativen Köpfe der Welt verbünden sich. Jede dieser Kulturen für sich kriegt nichts auf die Reihe, im Iran brennt fast täglich ein Einkaufszentrum oder eine Industrieanlage, wenn nicht gerade ein Passagierflugzeug vom Himmel fällt oder ein Premierminister an Covid stirbt (schon der dritte). An der mangelnden Initiativkraft von Mama Afrika haben sich schon viele Europäer die Zähne ausgebissen. Und Rotchina weiß genau, wenn sie keine Ideen mehr klauen können, gehen sie sang- und klanglos unter. Die Wu Flu war, polemisch gesagt, nur ein Versuch, über die Ein-Opa-Politik überflüssige Esser unter die Erde zu kriegen. Ich wünsche Donald Trump die Klarsicht, sein Ding durchzuziehen. Die Welt wird danach eine bessere sein.

Hans-Peter Dollhopf / 14.07.2020

“Israel and China do more than $10 billion a year in trade.” (Reuters Business News, January 18, 2019) Erinnert sich wer an “Extratour” aus den 80ern, mit den von einem hockenden kleinen Kind gesprochenen Worten “Achtung, jetzt kommt ein Karton!”? Achtung, gleich zwei auf einmal. [1] The Times of Israel, US Senate warns Israel against letting China run Haifa port, Ron Kampeas and TOI staff, 14 June 2019. Zitat aus dem Lead: “Text in spending bill urges Jerusalem ‘to consider the security implications of foreign investment in Israel’; US has repeatedly highlighted threats from Chinese companies” [2] INSS Insight No. 1193, My Way or the Huawei? The United States-China Race for 5G Dominance, Hiddai Segev, Doron Ella, Assaf Orion, July 15, 2019 [Drittens] Ob taz oder BILD: (a) taz, Unterdrückung von Uiguren in China: Verbotener Kinderwunsch, Fabian Kretschmer,30. 6. 2020. Zitat aus dem Lead: “China reduziert laut einem Medienbericht die Geburtenrate der Muslime in Xinjiang stark – mit Zwangsabtreibungen und Strafverfolgung.” (b) BILD, “Sie quälten mich, bis ich bewusstlos wurde”, 17.06.2020. Zitat: “Neue schockierende Einblicke in Chinas „Umerziehungslager“ für muslimische Uiguren in der nordwestlichen Region Xinjiang.” Und nun die Ziehung der Lottozahlen: (1) Innerhalb seines Großreiches vernichtet Chinas KP Moslems in historischem Ausmaß. (2) China wird gleichzeitig der Großinvestor des islamischen Gottesstaates Iran. (3) Die chinesische Verlockung wirkt beim freien Israel offenbar ebenso wie auf den totalitären Iran. (4) Amerika ist der zuverlässigste Freund Israels. (5) Israel ist unter den kleinsten Ländern der Welt immer öfter Weltmeister im Anschieben der größten Bugwellen, wenn es “Spass” macht! (6) Man darf die herrschenden fundamental-korrupten Moslems des Iran jetzt schon hohntriefend für diesen ihren Aufbau der chinesischen Axt im eigenen Islamstaat bedauern!

Wilfried Cremer / 14.07.2020

Iran und China stellten über zwei bis drei Jahrtausende die Hauptakteure auf der Seidenstraße. Deshalb sollte man die Sache nicht grundsätzlich negativ bewerten.

D. Schmidt / 14.07.2020

China baut aktuell auch seine Verbindungen zu Ägypten und sogar Thailand aus, + mehr. Was da so inzwischen abgeht ließt man in der Deutschen Teddy-Presse niemals. Nur in der lokalen Presse des entsprechenden Landes. Auf Trumps USA würde ich mich auch nicht mehr verlassen, ist doch Trump sich nur selbst am nächsten. Will nicht näher auf Details eingehen. Deutschland schlafe sanft und ruhig weiter vor sich hin. Amen! In Deutschland ist aktuell, trotz Corona, nur eines wichtig. Wer wird der nächste Kanzler-Darsteller. Armes Deutschland wenn man sonst keinen Spaß am Leben hat. Das Ausland zieht den Deutschen schon die Hosen aus, bevor sie diese überhaupt anziehen konnten. Und die Deutschen Michels checken einfach nichts.

Jörg Themlitz / 14.07.2020

Die Überschrift hatte mich etwas verwirrt. Der Text beschreibt das Handeln der Chinesen dann richtig. Die Überschrift müsste darum lauten: ´China baut seine Achse`; Damit die Achse rund läuft und nicht schlackert, müssen da und dort Gegengewichte angebracht werden. Die sich aus den unterschiedlichsten Gründen lösen können und weggeschleudert werden. Ein Chinese der mit einem Moslem paritätisch zusammenarbeitet (oder andersherum formuliert), ist für mich nicht vorstellbar. Vielleicht müssen die US Amerikaner nur warten. Die Chinesen wären die dritte Großmacht, nach den USA und Russland/Sowjetunion, die sich in dieser Gegend eine blutig Nase holen.

Frances Johnson / 14.07.2020

Hierzu passt, dass China, zusammen mit Russland, im UN-Sicherheitsrat Hilfeleistungen für Syrien blockieren, mit der vermutlich unterliegenden Absicht, Flüchtlinge zu erzeugen, Europa zu destabilisieren und außerdem Kontrolle über Gasfelder vor Syrien und Israel im Mittelmeer zu bekommen.

Kay Ströhmer / 14.07.2020

Die EU hat Frau von der Leyen und den Green New Deal. Das reicht der EU, um sich die nächsten Jahre mit sich selbst zu beschäftigen. Da bleibt vor lauter emsiger Selbstbespaßung keine Zeit mehr für weltpolitischen Einfluß.

Claus Bockenheimer / 14.07.2020

Die “Sogkraft” und das Potential des Westens ( USA, EU, Kanada, Australien usw usf ) ist immer noch vorhanden und wird es auch auf absehbare Zeit bleiben. Studenten neben Wissenschaftlern, Forschern usw zieht es in erster Linie in diese Länder (wenn auch China aufholt - von Russland oder dem Iran ist in dieser Hinsicht ja nichts oder nicht viel zu erwarten ), Das Modell “westliche” Demokratie mit seinen vielen Möglichkeiten und Freiheiten hat für nicht wenige Menschen eine erhebliche Anziehungskraft, nicht nur, aber auch aus Ländern wie China/Iran/Russland.

Alex Micham / 14.07.2020

China profitiert am meisten von dem Irrsinn und der Inkompetenz, die sich zur Zeit im Westen Bahn brechen. Sie werden jeden Zentimeter besetzen, der durch die Schwäche des Westens frei wird, und sie werden auf moralische Appelle nur mit einem Schulterzucken reagieren. Sie sehen sich als legitimen Erben der globalen Hegemonie des Westens.

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