Wenn einmal eine militärische Antwort auf iranische Aggressionen von den Küsten des Indischen Ozeans bis an die Grenzen Israels gegeben werden muss, könnte die Begründung so lauten:
„Nicht antasten werden wir die Raffinerien und Ölfelder oder die Fabriken und Elektrizitätswerke Irans. Doch die Nuklearanlagen und Raketenbasen machen wir unbrauchbar, weil radikale Führer – nicht die Bevölkerungsmehrheit – Länder des Nahen Ostens mit Krieg und sogar mit Auslöschung bedrohen. Auch Häfen, aus denen Angriffe auf Handelsschiffe erfolgen, werden blockiert. Die reguläre Armee, die Artillerie- und Panzereinheiten hingegen werden nicht angerührt. Denn auch in der Zukunft muss der Iran sich verteidigen oder gar an Friedensmissionen teilnehmen können.“
Sie würde sich an eine Bevölkerung wenden, die überdurchschnittlich gebildet ist und als Demokratie ökonomisch viel erreichen könnte. Bei den International Mathematic Olympiads belegt Iran im Durchschnitt des Jahrzehnts 2010–2019 den elften Platz, während sich etwa Deutschland – mit 83 Millionen Einwohnern gleich stark – mit dem zwanzigsten begnügen muss.
Die Rationalität der Iran-Politik von Präsident Obama und seinem Außenminister John Kerry bestand darin, auf die zivilen und zivilisatorischen Potenzen Irans zu bauen. Unterschätzt hingegen haben sie die Bereitschaft schiitischer Mullahs, für das langersehnte Erscheinen des zwölften, bisher aber verborgenen Imam die erforderlichen katastrophischen Umstände zu schaffen. Dieser Mahdi – dieser Erlöser also – werde eine neue Welt heraufführen. Wie sehr man dabei christlichen Apokalyptikern ähnelt, belegt der Glaube, dass der Mahdi im Tandem mit Isa ibn Maryam (Jesus, dem Sohn Marias) erscheinen werde.
„Leicht trennt nur die Jugend sich vom Leben“
Die Empfänglichkeit für solches Glaubensgut war in der Islamischen Revolution von 1978/79 so ausgeprägt, weil damals die in den 1950er Jahren geborenen Jünglinge den Lebenskampf aufnehmen mussten. Ihre Mütter hatten durchschnittlich sieben Kinder. Der Kriegsindex stand zwischen 4 und 5. Um 1000 freigemachte Positionen konkurrierten 4.000 bis 5.000 zornige junge Männer. Schon die Pubertierenden waren – etwa im Irakkrieg von 1980 bis 1988 – bereit, als lebende Minenräumer vor den feindlichen Stellungen umzukommen.
Heute stehen die um das Jahr 2000 Geborenen in dem Alter, das am ehesten für einen idealistischen Heldentod taugt. Mit seinem „leicht trennt nur die Jugend sich vom Leben“, weiß das bereits der preußische Infanterielehrer Colmar von der Goltz („Das Volk in Waffen“, 1883). Damals hatten Berlins Mütter Kinderzahlen wie ein Jahrhundert später die Frauen in Teheran.
Die iranischen Mütter von 2000 aber ziehen nicht mehr sieben, sondern nur noch zwei Kinder, also einen einzigen Sohn auf. Für tötungs- und sterbensbereiten Fanatismus fehlt der Nachwuchs. Die Sorge – auch von westlichen Kommandeuren – vor Massen, die nur darauf warten, den ganzen Nahen Osten in Brand zu stecken, lebt von den Bildern der Revolution vor vierzig Jahren. Die ihnen zugrundeliegende Demografie ist überwunden. Einen Nachwuchs, der auf ewig Rache üben könnte, gibt es nicht mehr. Die Jugend will an ihrer Zukunft arbeiten und nicht für vergreisende Weltuntergangs-Priester sterben.
Gunnar Heinsohn (*1943) hat von 2011 bis 2019 Kriegsdemographie am NATO Defense College (NDC) in Rom gelehrt. In Stavanger hat er 2018 die Grundsatzrede zum 15. Geburtstag des Joint Warfare Center (JWC) der NATO gehalten.
Beitragsbild: Tasnim News Agency CC-BY 4.0 via Wikimedia Commons

Wie bei einer Kneipenschlägerei ist in einem Krieg das seelische Durchhaltevermögen entscheidend. Die Vietnamesen hatten die mindestens zehnfachen Verluste und gewannen am Ende doch gegen die Amerikaner. Die Chinesen wissen das und haben eine ganze Schiffsklasse ausschließlich als billige Startrampen für überschwere Schiffsabwehrraketen entwickelt... wenn im Kriegsfall fünfzig der chinesischen Katamarane zerstört würden, aber dafür auch nur ein amerikanischer Flugzeugträger versenkt würde, müssten die USA den Kampf aufgeben, da wie seinerzeit Vietnam der Krieg nicht mehr "den Wählern vermittelbar" wäre. Ein President Trump, der über eine so vollkommen zerrissene Nation präsidiert, wie es die USA heute sind, hat keinerlei Raum zum Zuschlagen mehr - sobald der erste schwarze, schwule, weibliche oder islamische Soldat gefallen wäre, würden die Demokraten, die vier Furien von "The Squad" an der Spitze, daraus einen Anlass für ein Impeachment konstruieren. (Und wenn er, um das zu vermeiden, nur weiße Hetero-Männer in den Tod schickte, würde man ihn wegen Benachteiligung der Minderheiten schon vor dem ersten Schuss impeachen.) Und ganz ohne eigene Verluste wurde noch nicht einmal die Schlacht von Agincourt gewonnen...
Dieser Index ist ein Kriterium unter vielen, um die Bellizität eines Staates einzuschätzen. Für die Konflikte im Nahen und Mittleren Osten spielt er eine untergeordnete Rolle. Zur Destabilisierung und Politik der Nadelstiche braucht es keine Massenheere. Zumal die angesichts der Feuerkraft amerikanischer Fernwaffen nur Kanonenfutter wären. Solange Geld und Technologie von außen praktisch unbegrenzt zufließen, werden die dortigen Konflikte fortbestehen. Daran etwas zu ändern ist aussichtslos wenn es nicht aus den Gesellschaften selbst heraus geschieht.
Genau das waren die Geschichten, die man uns auch vor dem ersten Irakkrieg aufgetischt hat. Man würde id euS Soldaten mit Salz & Brot empfangen, hieß es. Das Ergebnis war ein Alptraum aus Bürgerkrieg, Gewalt und Terror. Haben wir denn wirklich immer noch nichts gelernt? Wie viele Demokratiexportkriege wollen wir noch führen? Wie viel Blut muss noch fließen? Ich hätte gerade Gunnar Heinsohn mehr Realismus zugetraut
Wenn ich mir diese bärtigen, mit der Kalaschnikov herumfuchtelnden und im grönemeyerstil die große Fresse aufreissenden, israelhassenden Hinterwäldler immer wieder im TV ansehen muss, dann bin ich mir ganz sicher dass denen eine Begegnung mit ein paar US Marines sämtliche Flausen gründlich austreiben würde. Bis die es jedoch so weit treiben dass es soweit kommt, habe ich immer noch die große Hoffnung dass denen ihre Bastelei an der Atombombe um die Turbane fliegt. Und die Welt wäre wieder sehr viel besser und friedlicher.
Die Perser haben das Schicksal der Europäer schon früher erlitten, sie würden als kultiviertes Volk von Barbaren erobert und unterworfen. Allerdings waren die arabischen Barbaren damals faktisch kriegerisch überlegen, und es hat sie auch niemand eingeladen. Heutzutage öffnen hochverräterische Eliten der Kultivierten den Barbaren sie Stadttore, obwohl diese militärisch völlig chancenlos waren. Man muss da immer an das gute alte "hang draft and quarter" der alten Engländer denken, mit dem sie ihre adeligen Anführer von solchen unvernünftigen Aktionen abhalten wollten.
Lieber Herr Heinsohn, 'Geburtenkontrolle weltweit. Jetzt', müsste die Forderung aller Pazifisten und Ökologisten lauten. Dass dem absolut nicht so ist, entlarvt die Reden der Weltenretter als das was sie sind: Geschwafel.
@anders Das Iraner in der SS(wenn dann Waffen SS)waren höre ich zum ersten mal.Ja,Inder gab es.Himmler liebte die Inder aber mehr als die Deutschen,denn er tat alles um die Inder von Kampfhandlungen fernzuhalten. Iraner haben damals aber in Deutschland studiert.