News-Redaktion / 24.10.2021 / 05:53 / 0 / Seite ausdrucken

Investoren setzen auf Atomkraft und Uran

Nachdem der rasche und große Preisanstieg bei Gas und Kohle in Europa und China eine Art kleine Energiekrise hervorgerufen hat setzen einige Hedgefonds und Investoren nun nach Berichten von „Financial Times“ und „Wall Street Journal“ im großen Stil auf Uran, meldet orf.at. Mit der Rückkehr der Atomkraftwerke – so seien etwa neue AKWs in Frankreich und Großbritannien geplant – würden sie auf das große Geschäft mit dem radioaktiven Rohstoff setzen.

Auch die EU sei direkt davon betroffen. Frankreich wolle beispielsweise, dass Atomenergie künftig in der EU als „grüne Investition“ für die Energiewende gelte. Auf politischer Ebene bewirke die kleine Energiekrise jetzt auch eine größere Bereitschaft des Westens, die Lebensspanne der bereits existierenden AKWs länger auszunutzen und AKWs nicht vorher abzuschalten, analysiere der Experte Rob Crayfourd in der „Financial Times“. Der entscheidende Vorteil der Atomenergie liege auf der Hand: Sie ist eine zuverlässige Energiequelle.

Derzeit befinde sich der Preis für Rohuran, auch Yellowcake genannt, wegen der Spekulationen im Anstieg, heiße es im „Wall Street Journal“. Dahinter stecke vor allem die Investorenfirma Sprott mit Sitz in Kanada. Nach dem Unglück im japanischen AKW Fukushima im Frühjahr 2011 und der darauffolgenden Ankündigung etwa Deutschlands, aus der Atomkraft auszusteigen, seien die Preise zunächst rapide gefallen. Nun gelte der Aufkauf von Yellowcake offenbar als ein einfacher Weg, möglicherweise schnell Geld zu machen. Laut „Financial Times“ sei der Preis für Rohuran im letzten Monat auf 50 Dollar (43 Euro) je Pfund gestiegen, den höchsten Preis seit 2012. Dieser Anstieg habe auch noch andere Investoren auf den Rohuranmarkt aufmerksam gemacht. Die „Financial Times“ sehe Ähnlichkeiten zu der Rallye 2007, als Spekulanten den Yellowcake-Preis von 20 Dollar (17 Euro) pro Pfund auf den Rekord von 136 Dollar (117 Euro) im Juni desselben Jahres hinaufgetrieben hätten. Händler würden schätzen, dass 2021 zwischen 35 und 45 Mio. Kilogramm gehandelt werden, im Unterschied zu rund 25 Mio. in einem typischen Jahr.

Neben Frankreich setze in Europa auch die britische Regierung weiter auf Atomkraft. Noch vor der Wahl im Jahr 2024 solle im Rahmen ihrer Klimastrategie die Finanzierung eines neuen Kernkraftwerks erfolgen, habe „The Telegraph“ Mitte Oktober berichtet. „Wir versuchen, in den nächsten Jahren mindestens ein weiteres großes Atomprojekt zu genehmigen, um die Energiesicherheit zu stärken und Tausende von Arbeitsplätzen zu schaffen“, habe ein Regierungssprecher der Nachrichtenagentur Reuters gesagt.

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