Internet-Propaganda – wäre Luther Rechtspopulist?

Von Johannes Eisleben.

Politische Propaganda und Indoktrination sind derzeit angesichts des „Facebook-Skandals“ wieder ein großes, emotional behandeltes Thema, das mit starker Empörung und Erregung diskutiert wird, besonders durch die pseudoliberalen sogenannten Leitmedien, die über die Erfolge von Politikern, die sie als „Rechtspopulisten“ bezeichnen, entsetzt sind. Doch wie effektiv ist eigentlich die Indoktrination per Internet? Versuchen wir, anstatt uns empört zu erhitzen, das Phänomen ganz nüchtern zu verstehen, indem wir kurz auf die Geschichte der Propaganda blicken, bevor wir ihre Möglichkeiten und Wirkungen analysieren und dann zum Schluss auf die Inhalte der Propaganda eingehen (das Thema der Rechtmäßigkeit des Datenhandels ist eines für sich, es bleibt absichtlich ausgeblendet).

Politische Propaganda und Indoktrination sind Methoden der Bewusstseinsbeeinflussung mit dem Ziel der Steuerung des Denkens und Verhaltens von Menschen aus politischen, sozialen oder wirtschaftlichen Gründen. Sie wurden erfunden, als sich große Gruppen in einer Gemeinschaft lebenden Menschen bildeten. Das machte Führungshierarchien erforderlich, um ihnen ein friedliches Zusammenleben zu ermöglichen. Diese Führungsschichten benötigen als eines ihrer Herrschaftsmittel Propaganda.

Sie ist also so alt wie die Entstehung der ersten Massenagglomerationen, der Städte der Antike. Dort versuchte man, das Bewusstsein der politisch relevanten Bürger mit Hilfe öffentlicher Reden, Schauspiele, sowie durch religiöse Institutionen und Bildungsinstitutionen zu beeinflussen. Bei diesen Mitteln blieb es in leichten Abwandlungen einige Jahrtausende, bis Gutenberg den Buchdruck erfand und die Reformatoren und ihre Kommunikationsagenten ihn erfolgreich als Mittel zur massenwirksamen Propaganda entdeckten.

Der nächste Schritt in der Bewusstseinsindustrie war die Erfindung der Zeitung um 1600, es folgten die Photographie 1826, das Kino 1895, das Radio 1922 und das Fernsehen 1935. All diese Medien wirken unidirektional: Der Sender versucht, das Bewusstsein des Empfängers durch einseitige Kommunikation zu beeinflussen. Das Internet kam 1993 hinzu und wirkt im Gegensatz zu den klassischen Medien multi-lateral: Viele können sich an einem Diskurs beteiligen. Wir werden später sehen, dass dies die Wirksamkeit von Internet-Propaganda erhöht.

Wie Propaganda funktioniert

Wie funktioniert politische Propaganda? Propaganda versucht, Rezipienten Inhalte wie Tatsachen, Meinungen oder Erzählungen zu vermitteln, um ihr Denken, Fühlen und Handeln im Sinne der Propagandaproduzenten zu beeinflussen. Menschen nehmen neue Inhalte auf, wenn sie ihr Interesse wecken, und bewerten sie dann. Sie tun dies, unabhängig davon, wie ihr durch Bildungsstand, Intelligenz, Urteilskraft sowie Lebenserfahrung und -umfeld bestimmter Lebenshorizont beschaffen ist, indem sie diese Inhalte mit ihrem bestehenden Wissen, ihren Überzeugungen, Gefühlen und Glaubensinhalten abgleichen.

Entscheidend für die Wirkung von Propaganda ist das Interesse des Rezipienten am Gegenstand und der Kontext, in welchem er sie mit etablierten Geistesinhalten vergleichen wird. Propagandainhalte, die auf kein Interesse treffen, sind wirkungslos, egal, wie oft sie wiederholt werden. Dies ist aus dem Bereich der kommerziellen Werbung bestens bekannt: Die traditionelle Streuwerbung mit Kanälen wie Fernsehen, Radio oder allgemeinen Printmedien erreicht immer nur einen Bruchteil der Medienkonsumenten, weil sich die Mehrheit für den Inhalt nicht interessiert.

Googles Geschäft boomt seit fast zwanzig Jahren, weil personalisierte Werbung – auch wenn sie heute noch ausgesprochen primitiv und semantisch schlecht funktioniert – häufiger auf Interesse des Rezipienten stößt als traditionelle Streuwerbung. Hat politische Propaganda das Interesse der Rezipienten geweckt, muss der Inhalt dem Lebenshorizont des Empfängers gerecht sein, um zu wirken. Der Empfänger hat nun verschiedene Möglichkeiten. Erstens: Er verwirft den Inhalt als mit seinen Überzeugungen inkongruent oder dafür irrelevant. Zweitens: Er zögert und vertagt eine innere Entscheidung zu dem Inhalt. Drittens: Er stimmt dem Inhalt zu oder modifiziert sein Denken, um es mit dem neuen Inhalt in Kongruenz zu bringen. Im ersten Fall wird ein erneuter Beeinflussungsversuch erschwert. Im zweiten ist es möglich, dass mehrfache Darbietung des Inhalts später zu einem Umdenken führen. Der dritte Fall ist nur schwer zu erreichen, wenn der Propagandainhalt nicht zum eigenen Lebenshorizont passt.

Wie Menschen ihre Sicht der Dinge ändern

Menschen ändern ihre Sicht der Dinge nicht leichtfertig, da der Lebenshorizont und die eigene geistige Haltung letztlich das Überleben sichern. Im Kern ist der Mensch ein Lebewesen, das sein Leben bis zum Erlöschen der Lebenskraft erhalten und durch die Zeugung das Aufziehen von Nachkommen weitergeben will. (Lassen wir uns durch die Gegenwart nicht täuschen: Phasen wie die unsere, in der mehr als ein Drittel der Frauen keine Kinder bekommen, sind artgeschichtlich weder dauerhaft noch global gleichzeitig zu beobachten, das würde unsere Spezies gar nicht durchhalten.) Stabile Verhaltensweisen und Haltungen sind dafür unerlässlich und humanethologisch detailliert für viele Felder menschlichen Handelns nachgewiesen. Das Abändern einer Haltung und eines Verhaltens ist potenziell riskant und nur in Abstimmung mit dem sozialen Umfeld möglich.

Damit Propaganda wirken kann, muss der Mensch sie also positiv in sein Weltbild einordnen, sich bestätigt sehen. Dies gelingt nur, wenn die Propaganda nicht im Widerspruch zur eigenen Lebenswirklichkeit steht. Diese kann für einen Intellektuellen aus seinen hochdifferenzierten Überzeugungen und komplexen Begründungszusammenhängen bestehen, für einen einfachen Menschen vielleicht aus Aspekten wie dem frei verfügbaren Einkommen für Vergnügungen, den Preisen für regelmäßige Ausgaben, der Stimmung in seinem Wohnviertel, der Lebensqualität in seiner sozialen Umgebung.

Auch Online-Erlebnisse, die einer bei der Nutzung der Social Media macht, können Lebenswirklichkeit mitkonstituieren, weil sie Bewusstseinsinhalte vermitteln können, die einem Menschen wichtig sind. Doch unabhängig von Bildung, intellektueller Differenzierung und Konstitution der Lebenswirklichkeit sind für alle Menschen im Hintergrund die ihre Existenz sichernden Voraussetzungen des Überlebens entscheidend: Sicherheit der Ernährung, Behausung und von Leib und Leben. Propagandainhalte, die diese Voraussetzungen ohne massive Gegenversprechungen (diese sind für den Einzelnen nur unter bestimmten Voraussetzungen akzeptabel, beispielsweise wenn Opferbereitschaft besteht) verletzen, werden immer sofort abgelehnt, wenn Menschen sich dessen bewusst werden.

Doch auch wenn eine gute Kompatibilität zwischen eigenen Überzeugungen, Lebenswirklichkeit und Propagandainhalten besteht, bleibt oft eine Restdifferenz, ein Zweifel, weil Menschen dank ihres Überlebenstriebs neue und unerprobte Inhalte prinzipiell skeptisch beurteilen. In dieser Situation suchen die allermeisten Menschen nach Gesprächspartnern in ihrer sozialen Gruppe. Wird der neue Inhalt in einem Dialog oder mehreren Gesprächen mit Vertrauten bestätigt, kann ein Umdenken stattfinden.

Die Wirkung von Internet-Propaganda

Bei Internet-Werbung hat der sogenannte „lift“ des Umsatzes gegenüber konventioneller Werbung schon gereicht, um Werbeetats massiv in die Internetkanäle umzuverteilen. Doch wie sieht es mit Internet-Propaganda aus? Über deren Wirksamkeit ist empirisch nichts bekannt. Denn während man Werbekampagnen so gestalten kann, dass sich Umsatzeffekte in ansonsten sehr ähnlichen Vergleichsgruppen (Minimierung der Ko-Variablen durch Block-Design) mit und ohne Werbung messen lassen, ist dies bei Propaganda schlecht möglich. Niemand weiß, welchen Effekt Internetpropaganda auf das Wahlverfahren hat, da es keine überzeugenden Experimente mit Block-Design gibt. Schauen wir nun, ob Propaganda über soziale Medien gegenüber klassischer Propaganda Vorteile hat.

Giganten wie Google und Facebook verfügen über riesige Datenmengen, die durch Milliarden von Nutzern erzeugt werden. Können sie oder ihre Datenkäufer wie Cambridge Analytica deren Interessen zuverlässig ermitteln? Für einzelne Nutzer ist dies möglich: Ein menschlicher Analyst, der Text- und Bildoutput eines Nutzers analysiert, kann seine Präferenzen recht genau ermitteln. Doch ist dies Algorithmen heute nicht möglich – sie analysieren Texte der Nutzer lediglich mit Hilfe morpho-syntaktischer mathematischer Abbildungen, die den Sinn der Texte nicht verstehen.

Zwar können Nutzer durch Mustererkennungsverfahren grob charakterisiert werden, doch reicht dies nicht aus, um wirklich zu ermitteln, welche Themen einen Menschen in welchem Kontext politisch interessieren. Viele der Propagandainhalte werden Nutzer also schlicht und ergreifend kalt lassen; bei politischen Themen ist es deutlich schwerer als bei Konsumgütern, einen „lift“ zu erzeugen, weil politische Themen im Gegensatz zu jenen in der Regel nicht an das Belohnungssystem appellieren – hier Interesse zu wecken, ist viel schwieriger als beim hedonistisch besetzten Warenkauf.

Die Menschen müssen bereits politisiert sein. Beispielsweise interessieren sich viele Menschen nicht für Außenpolitik, und das ändert sich nur, wenn ihre Lebenswirklichkeit unmittelbar davon betroffen wird, weil beispielsweise ihre Kinder zum Kriegsdienst herangezogen oder Nahrungsmittel knapp werden – dann findet eine Politisierung statt. Die Ermittlung der individuellen politischen Interessen von Nutzern mit Algorithmen wird jedenfalls weiter schlecht funktionieren, bis bessere Verfahren zu semantischen mathematischen Abbildung von Sprache verfügbar sind. Gelingt die Ermittlung auf Einzelnutzerebene schlecht oder nicht, unterscheidet sich die Verbreitung von Propaganda durch Social Media nicht von klassischer Schrotschusspropaganda.

Im Zweifel suchen Menschen echte, physische Gespräche

Noch schwieriger als Interesse zu wecken ist es, die Propagandainhalte so zu formulieren, dass sie zur Lebenswirklichkeit der Rezipienten passen. Luther und seinen Mitstreitern ist dies mit Hilfe der Flugblätter und -schriften sehr gut gelungen, aber dies ist keine Selbstverständlichkeit. Die Sorge um das Seelenheil und der Missbrauch dieser Sorgen waren zentrale Themen der Menschen, und die Reformatoren schafften es, diese Sorgen in Bild- und Textgestaltung überzeugend anzusprechen. Dafür muss die Geisteshaltung der Empfänger gut verstanden werden.

Dies ist einer Firma wie Cambridge Analytica zweifelsfrei auch möglich, da hierfür keine maschinelle Auswertung der Nutzerinteressen notwendig ist, sondern – strukturell ähnlich wie bei den Flugblättern – Leser-Stratum-spezifisches Material erstellt werden muss. Ob es allerdings gelingt, den Leser wirklich zu treffen, ist damit noch nicht gesagt und für den Wahlkampf Trumps oder die Brexit-Abstimmung nicht nachweisbar. Denn, anders als bei Luthers Flugblättern, zahlen die Leser nicht für das Material, wodurch sie aktives Interesse bekunden, sondern erhalten es im Push-Modus.

Immerhin kann gemessen werden, wie schnell solches Material von Nutzern weiterverbreitet und ob es positiv rezipiert wird. Durch Auswertung dieser Daten kann es auch rasch angepasst werden. Hinsichtlich dieses Aspekts haben Social Media gegenüber von Nutzern freiwillig bezahlter Propaganda (wie beispielsweise der taz oder der SZ) insgesamt jedoch keinen Vorteil, da bei bezahlter Propaganda der Umsatz den (bei den sogenannte Leitmedien seit Jahren sinkenden) Erfolg abbildet, im Netz auch auf Artikelebene.

Anders als klassische unidirektionale Medien ermöglichen multi-laterale Social Media einen Dialog mit dem sozialen Umfeld. Sobald ein Inhalt auf das Interesse des Empfängers stößt, beginnt der Nutzer dieses zu kommentieren und in seinem Umfeld zu verteilen. Er erhält dann dialoghafte Antworten. Dies kann einen Inhalt verfestigen und zu seiner Akzeptanz durch den Nutzer führen, ohne dass er einen Realdialog führt. Ist der Propagandainhalt jedoch von den eigenen Überzeugungen weit entfernt und erzeugt er emotionalen Widerhall, suchen Menschen in der Regel echte, physische Gespräche: „Der Mensch ist von Natur aus ein Gesellschaftswesen.“, Aristoteles, Politika I 2, 1253. Immerhin verleiht der multi-laterale Kommunikationscharakter der Social Media der Internet-Propaganda gegenüber klassischer Propaganda einen leichten Vorteil bei der Verankerung von Inhalten durch Dialog.

Insgesamt betrachtet hat Internet-Propaganda durch den Dialog-Effekt in Social Media gegenüber klassischer Propaganda derzeit nur einen leichten Vorteil beim Grenznutzen (da der Dialogvorteil nur die Nutzer betrifft, die das Material interessiert und an den Inhalte noch zweifeln, aber keinen Realdialog brauchen), der allerdings nicht überbewertet werden sollte und die Hysterie der gegenwärtigen Debatte nicht rechtfertigt. Diese hat einen ganz anderen Grund.

Das Aufbegehren der mündigen Bürger

Denn was die pseudoliberalen Mainstreammedien eigentlich stört, ist nicht die Internet-Propaganda. Die haben sie 2012 beim Wahlkampf Obamas, bei dem viel mehr Nutzer angesprochen wurden als durch Cambridge Analytica (da Facebook direkt Obama zuarbeitete), noch frenetisch begrüßt. Was unsere Pseudoelite – eine echte Elite interessiert sich für die Belange der einfachen Menschen – stört, sind die verbreiteten Inhalte, die die Lebenswirklichkeit der Menschen unmittelbar ansprechen und die links-liberale Ideologie als Herrschaftsinstrument entlarven. Gleichzeitig merken sie an sinkenden Auflagen, Demonstrationen und differenziertem Protest der ganz normalen Bürger, dass die eigene Propaganda nicht mehr wirkt. Wie die Ablasslehre zur Zeit Luthers sind deren Inhalte vollständig von der Lebenswirklichkeit der Menschen losgelöst. Die Angehörigen der Pseudoelite ahnen angstvoll, dass die Bürger aus Mündigkeit aufbegehren und nicht etwa, weil Populisten sie verführen – was für die Zukunft der Pseudoelite äußerst bedrohlich ist.

Da beispielsweise der massive Anstieg von Körperverletzung, Vergewaltigungen und Mord allein auf die Immigranten zurückzuführen ist – durch den demographischen Niedergang nahm die Frequenz dieser Verbrechen, die vor allem junge Männer begehen, langsam ab – ist es selbstverständlich, dass Menschen Propaganda annehmen, die diese Fehlentwicklung durch Wiederherstellung des Rechts an den Grenzen und durch Abschiebungen zu korrigieren verspricht: Hier geht es um existenzielle Fragen des Erhalts des eigenen Lebens und des Lebens der Nachkommen. Die Natur in uns scherzt nicht.

Die illegale Massenimmigration ist aber nur die für selbst den einfachsten Menschen sichtbarste und spürbarste Wirkung des Verfalls von Ordnungs- und Rechtsstaat, andere Folgen werden ebenfalls immer wahrnehmbarer. Dadurch entsteht Nachfrage nach einer fundamental anderen Politik, die wieder den normalen Menschen dient. Diese berechtigte Nachfrage bedient die von den Pseudoeliten als „rechtspopulistisch“ bezeichnete Propaganda.

Das ist es, was der Pseudoelite zu Recht Angst macht, denn der Politisierungsprozess wird so lange weitergehen, bis deren Mitglieder abgewählt werden und ihre Ämter, Stellen und Privilegien verlieren, so dass der Staat endlich damit aufhört, als Gegner der eigenen Bürger zu agieren: Wahrscheinlich durch den Austausch eines Teils der Eliten und ein Umdenken des anderen Teils, was den vielen Opportunisten unter den Journalisten, Politikern und Konzernlenkern nicht schwer fallen wird – wie das geht, können wir in Deutschland seit 1990 bei der Integration von Stasi-Mitarbeitern gut beobachten. Wirksame Propaganda zu lesen, ist in Krisenzeiten interessant, denn sie bringt auf den Punkt, was Menschen bewegt.

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Leserpost (12)
Joe Haeusler / 19.04.2018

Das www.2.0 ist die wahre Volksbefreiungsfront gegenüber den Vor-WWW-Meinungsoligopolen der wenigen Tausend, die als Journo, Lobbyist oder Politiker die Kanäle der öffentlichen bzw. veröffentlichten Meinung beherrschten. Facebook und Gefahr? Der Staat, ob NSA, BND oder Finanzamt, das sind die wahren Datenkraken. Grundrechte wurden deshalb nicht gegen Social Media Monopolisten, sondern als individuelle Abwehrrechte gegenüber einem interventionistischen Staat definiert.

Dr. Jürgen Laufer / 19.04.2018

Ein sehr guter Artikel für die Erklärung des Zusammenhangs zwischen Beeinflussung (Propaganda) und Medien als deren Mittel. Allerdings ergebenen sich in der Deutung (Semantik) durch den Autor Fragen hinsichtlich dessen, wem Propaganda nutzt, d.h. warum und durch wen wird Propaganda ausgeübt. Die Frage - wem nutzt es -ist doch marginal für die Bewertung einer Beeinflussung. Der Autor verkürzt in seiner Darstellung das Propaganda in der Vergangenheit nur durch die Links-Grüne-Elite benutzt wurde, die es unter den heutigen Bedingungen eines nahezu anarchistischen (durch die persönliche Anonymität) erscheinenden dialogfähigen Internets natürlich schwerer hat den „Verkauf“ von nicht gegenständlicher Ideologie zu organisieren. Der Verfasser hat durchaus Recht, wenn er den Konsumenten in der Regel als materiell eingestellten Menschen sieht, der seine Tagesprobleme mit den angebotenen Erklärungen abzugleichen versucht und aus der Fülle der angebotenen Nachrichten (allgemein gesprochen) das zu suchen was er als Wahrheit zu interpretieren meint. Das ist aber auch nicht neu, denn bereits Herrn Göbbels (er kam aus der Werbebranche) wurde nachgesagt, dass die Fülle einer Meldung eben zur Wahrheit wird, wenn diese eben einmal im Gehirn fest gespeichert ist. Nachprüfen ist ja schon schwieriger, denn dann braucht man Messungen und Prüfungen am realem Objekt und nicht an der Nachricht. Deshalb ist die Frage - wem nutzt es - immer zu stellen. Und wer (oder was) ist die WAHRE Elite, die sich für die Belange der einfachen Menschen interessiert? Und wer organisiert die vielen Trolle mit ihren ausufernden Hasstiraden, die ja auch Propaganda sind?

Leo Lepin / 19.04.2018

Ist die Nachfrage nach anderer Politik tatsächlich so hoch? Die Erklärung 2018 haben nicht mal 150 000 Leute unterschrieben. Offenbar stört sich die Mehrheit der Bevölkerung Deutschlands nicht am Wahnsinn, der hier um sich greift. Vielleicht ist es ihnen wurst oder sie denken, so schlimm werde es schon nicht. Jedenfalls bin ich nicht sehr optimistisch. Meinen Kindern rate ich, Europa zu verlassen.

Michael Vent / 19.04.2018

Luther zwischen links und rechts… diese Fragen sind zum Jahreswechsel recht gut in dem Buch “Im Moralapostolat” von Horst G. Herrmann diskutiert worden.

Margit Broetz / 19.04.2018

Luther, mit seinem Judenhass vor allem aus den späten Jahren, seinem Frauenbild (“und wenn sie sich auch zuletzt müde und todt tragen, das schadet nichts, sie sind darum da” neben “will das Weib nicht so komm die Magd”) und Unterstützung der Hexenverfolgung (“ich wollte sie selbst verbrennen”) neben all seinen Unflätereien, kann, selbst für seine Zeit, kaum als Vorbild gewertet werden. Unverständlich, warum man ihn heute noch feiert.

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