Nachdem die Inflationsrate bereits im Juli sprunghaft auf 3,8 Prozent angestiegen war, stieg die Teuerungsrate im August weiter auf ein Rekordhoch von 3,9 Prozent im Vorjahresvergleich, meldet 24matins.de. Das habe das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag auf Grundlage vorläufiger Ergebnisse mitgeteilt. Eine höhere Inflationsrate habe es zuletzt im Dezember 1993 mit 4,3 Prozent gegeben.
Preistreibend habe nach Angaben des Bundesamtes vor allem der Preisanstieg im Energiesektor gewirkt, der im Jahresvergleich 12,6 Prozent ausgemacht habe. Auch die Preise für Lebensmittel seien mit plus 4,6 Prozent überdurchschnittlich stark gestiegen. Bei Dienstleistungen sei der Preisanstieg dagegen mit plus 2,5 Prozent geringer gewesen. Dazu zählten auch die Mieten, die um durchschnittlich 1,3 Prozent angestiegen seien.
Der Leiter des Forschungsbereichs Öffentliche Finanzwirtschaft am Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Friedrich Heinemann, sehe angesichts der hohen Inflationsrate „schwere Monate“ auf die Europäische Zentralbank (EZB) zukommen und habe vor einem Vertrauensverlust in die Stabilität des Geldwerts gewarnt, was bei Lohnabschlüssen zu Inflationsaufschlägen führen könne. So werde die Preissteigerung weiter angeheizt. “Ein einfaches ‘Weiter so’ mit der extrem expansiven Geldpolitik darf nicht länger die zentrale Botschaft in der Kommunikation durch das EZB-Direktorium sein“, habe Heinemann erklärt. Weitere Quellen: handelsblatt.com und und sr.de