Unser Mittagsprogramm für Kopf-Hörer enthält heute: Wie in der DDR. Vera Lengsfeld, Michael Klonovsky, Bernhard Lassahn und Burkhard Müller-Ullrich diskutieren über Ereignisse der vergangenen Woche und wie man sich gegen den ganzen Wahnsinn wehren kann.

Lengsfeld ist sehr naiv. Gut durchdacht hat Lassahn die Situation mit Zebra-Vergleich und Demütigung
Seien wir doch mal ehrlich, für wen schreiben sich denn die Schreiber die Fingerkuppen wund, für wen hat Herr v. Schnitzler agitiert und tun es mit zunehmendem (G)-Eifer seine öffentlich-rechtlichen Nachfolger ihm gleich!? Für die Antifa und Mietprotestierer, für die Gläubigen des Klimanotstands, für die grünen Volkserzieher oder verschwörerische Linke mit feuchten Träumen zwischen Erschießungskommandos und Arbeitslager für Reiche, für die durch Staatshilfe ruhiggestellten, desillusionierten Dauerfernsehkonsumenten oder die shit-egal Bitte-nicht-stören-Abteilung? Nein, Schmäh und Hetz hat eine Richtung und einen Adressaten. Da heißt es eben Stecker ziehen, auch wenn so mancher von Berufswegen sich dies antun will und muss. Zum „Fakten-Check“ sollte man sein eigenes Köpfchen anstrengen. Es muss doch frustrierend sein, wenn der Richtigmeiner jeden Tag feine Reden ausarbeitet, abends durch den Äther schickt und die Piep, Piep, Piep und hier noch eins aufs Piep, unbelehrbar am nächsten Wochenende die gleichen falsch positiven Parolen herumschreien. Behaupten auch noch, in der Schweiz gibt es Westfernsehen, die Bazis kennen wohl keine Himmelsrichtungen! Und man kann es ihnen nicht richtig beweisen, wenn sie „Hier riecht es aber sehr nach Unrat!“ behaupten und dabei mit einem Heftchen wedeln, auf das sie frech Grundgesetz der BRD geschrieben haben. Da könnte ja jeder kommen und behaupten, er/sie sei ein Souverän! Um zu schließen mal so: Stelle Dir vor, es liegen Zeitschriften aus und keiner will sie lesen, stell‘ Dir vor, da agitiert jemand und niemanden interessiert es! Ein bisschen wie mit der AfD im ÖR? Na, na, so schlimm war das doch jetzt nicht, da muss man nicht gleich losheulen! Hier ein Taschentuch!
Erheiternd, indubio - schön! Bernhard Lassahn ist nicht zu beneiden. Aber Michael Klonovsky hat ja auch als auftretender Künstler noch ein Publikum. Gehen tuts offenbar. Mich ätzenden Wicht hat gerade wieder der Perlentaucher aus seinem Kommentarstrang geworfen - wg. Joaanne K. Rowlings von mir behaupteter Nähe zur AfD. Das stimmt, aber sie haben gar nicht gesagt, dass das unrichtig wäre, dass Rowlings und die AfD beide gegen die anti-biologistische Linke zu Felde ziehen, sie haben gesagt, dass man das nicht sagen darf bei Ihnen. Also nicht, weil es unrichtig wäre, sondern aus sozusagen übergeordneten Gründen. War übrigens schonmal, da ging es um Jordan B. Peterson. Mit meinem Peterson-Text bin ich dann zur Achse - "einwandfrei" (Rolf Miller). Tcha. Die Klickzahlen beim Perlentaucher gehen auch runter. Da heißt es dann: Die Reihen fest geschlossen, Genossinnen und Genossen... Äh, noch zu indubio , nein, der Meinungsbeitrag in der NYT von Senator Tom Cotton forderte gar nicht definitiv, dass das Militär eingesetzt werden solle. Er forderte freilich dazu auf, über den Einsatz von Bundeskräften zu reden - ob das eine Möglichkeit wäre, zu verhindern, dass die Situation weiter eskaliert. Also: Die Frage zu klären, welche Bundeskräfte eingesetzt werden sollten! Und nein, sehr geschätzter Michael Klonovsky, das werden nicht die letzten freien US-Wahlen für lange Zeit sein. - Ich wette eine Kiste Roten vom erstklassigen Bio-Weingut Wick "in da Palz" - (nicht weit vom Herkunftsort der Trumps - und der Krafts (ja, genau, Kraft Ketchup, usw. - richtiger alter US-Milliardärs-Adel, ne - alle aus der gleichen kleinen Pfälzer Ecke wie auch der - Kunsthändler Henry Kahnweiler, der grad au no). - - - Äh Grundsätzlich halte ich aber den von Michael Klonovsky formulierten US-Pessimismus für nicht so schlimm. Das wurde wohl aus psychohygienischen Gründen schon immer so gemacht: Man schimpft auf die anderen! Auch deshalb wäre ein Welteinheitsstaat übrigens schlecht, wie ich finde.
Hallo Frau Lengsfeld, es waren auch Trotzkisten und Stalinisten an den sog. linken Unis schwer unterwegs, s. Ursprung der Grünen. Bei der damaligen SPD wollte sie KEINER haben. Oh, ich kann mich sehr gut daran erinnern, war ich doch selbst politisch aktiv als Willy Brandt - Kind. Wohlgemerkt, war... ! Meine Komilitonen haben für 90 DM ihren Nachwuchs in den 14tgn Urlaub in die Ostzone geschickt. Einige von diesen Kindern kamen nach 8 Tagen ziemlich echauffiert zurück. 6.00 Uhr aufstehen und Wehrübungen als sog. Freizeitsport, das war zuviel. Geworben, und zwar massiv, wurde von der DKP, heute Linke. Ich habe denen nie mit ihren aufgesetzt idiologischen und radikalen Überzeugungsmechanismen über den Weg getraut. Die waren mir einfach zu autoritär. Nun, ich bin halt die Tochter meines Vaters ...... Jetzt! sind sie da, was sie vorher bekämpft haben, mit dem Gang durch die Institutionen, in Berlin beim Grossreinemachen. Eine Katastrophe! Zwei Generationen. Schauen Sie mal in deren Vergangenheit, nicht nur Joschka hat geschlagen ..... Ach, und Herr Müller- Ullrich mal wieder > fabelhaft ***
Danke, Frau Lengsfeld für die klaren Worte. Es gilt Farbe zu bekennen - auch wenn man dann nicht mehr dazu gehört. Wir sind keine Zebras.
Sie, liebe Frau Lengsfeld, wollen unbedingt Leuten aufs Pferd helfen, die den "Steigbügel" schmähen, denen es reicht, nebenher zu trotten. Ein offensichtlich weit verbreitetes und ausgeprägtes Bedürfnis, sich von oben, quasi herabgeblickend, betrachten zu lassen. Eine Knappenmentalität halt. Apropos Subjekt, lat. subiectum: das Untergelegte, das Daruntergeworfene, Untergeworfene...unterworfen.
Die Demütigung der Menschen und deren Unterwerfung unter die Macht ist Stalinismus. Jetzt können wir darüber nachdenken, ob wir schon wieder soweit sind. Und wenn wir, wie ich das bei Herrn Lassahn heraushöre, pessimistisch in die Zukunft blicken und Angst haben, uns zu wehren (wie Vera Lengsfeld sagt, jeder Einzelne sollte aufbegehren), haben wir uns schon ergeben. Und zwar einfältigen Dummköpfen, nichts anderes waren die Oberen in der DDR. Und hier? Seit Mitte meiner 20iger Lebensjahre erkenne ich, daß JEDE Macht in JEDEM System ihre Macht mit den gleichen Mitteln verteidigt. Vera Lengsfeld weiß das, deshalb ist ihr Rat so einfach, aber richtig: ERMANNEN! Es gibt nichts anderes.