indubio / 23.07.2020 / 12:00 / 23 / Seite ausdrucken

indubio – Spießiges Schwulsein

Ist Homosexualität mit der "Ehe für alle" zu der Normalität geworden, die sich die Schwulenbewegung gewünscht hatte? Die Achgut.com-Autoren Georg Etscheid und Julian M. Plutz diskutieren mit INDUBIO-Moderator Burkhard Müller-Ullrich über die Lust an der Besonderheit und die Sehnsucht nach Spießigkeit.

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Dr.Freund / 24.07.2020

Wie so oft, schlägt das Pendel auch hier weit aus. Erst tabuisiert , kriminalisiert, dann wird ein Hype draus gemacht. Unterhalten sich zwei links-tolerante Muttis:” Dein Sohn ist also wirklich hetero?”- “Ja,wir haben gelernt ,das zu akzeptieren, wenigstens ist er bei der Antifa.

Magdalena Hofmeister / 23.07.2020

II.  Also: Welche Auswirkungen in der Folgerechtsprechung kann die EfA bedeuten. Es fängt harmlos an. 1) Warum sollten homosex. Eheleute unterschiedl. Steuerklassen beantragen können, wenn Sie biologisch nie eine Familie gründen können? War diese Möglichkeit doch dafür gedacht, dass ein Ehepartner für den Kinderwunsch berufl. zurücktreten kann. I.d. R. biol. bedingt zumindest zeitweise die Frau. 2) Bis jetzt wird bei Kinderlosigkeit eine gewisse Anzahl an Kinderwunschbehandlungen (z.B. Inseminationen) bei biol. Unfruchtbarkeit von den Krankenkassen gezahlt. Es steht zu erwarten, dass manch lesbische Frau - die nie von der Natur vorgesehen mit ihrer Ehefrau Kinder bekommen könnte - diese a. für sich einklagen wird. 3) Was folgt als Konsequenz daraus für schwule Männer? Denn diese werden nur über eine Leihmutter ein Kind austragen lassen können. Wollen wir das auch? Wie man sieht, mit der Einführung der Ehe für alle (davon, dass die Befürworter d. Polygamie schon in den Startlöchern stehen, erst gar nicht zu sprechen), ohne vorherige Klarstellung ihrer Grenzen, können uns in Zukunft eine Reihe von Rechtsfolgeentscheidungen winken, die all diejenigen, die in Sicherheit gewogen wurden durch den Satz: „es wird euch doch nichts genommen“, möglicher Weise nie befürwortet hätten. Und noch etwas hinsichtl. der Ehe in Zeiten, in denen alle biol. Unterschiede (Geschlecht) als marginal betrachtet werden: Die Ehe als Institution war u. ist v.a. ein wichtiger Rechtsschutz für die Frauen. In Zeiten von Verhütung u. staatl. Sozialsystem mögen viele Frauen ihre fragile Lage als diejenige, die empfängt, austrägt u. nährt möglicher Weise vergessen haben, was sich aber immer ändern kann. Wird dann eine permutierte Efa der Beliebigkeit noch der besonderen conditio humana der Frauen gerecht werden?

Magdalena Hofmeister / 23.07.2020

I. Warum gibt es die Ehe? Nicht weil der Staat über sie als Institution (als Vertragseinheit) wacht, sie registriert, schützt u. mit Vergünstigungen ausstattet, weil er ein Interesse daran hat, die persönl. Liebesbeziehungen von Menschen zu besiegeln. Die Ehe wird aus staatspolit. Interesse als Institution geschützt, weil sie in der Regel (sofern überhaupt auf natürl.Wege möglich - u. das ist eben nur bei der zweigeschlechtl. Ehe der Fall) der Beginn einer Familiengründung ist, an deren Schutz jeder Staat zum reinen Selbsterhalt gelegen sein sollte. Es geht eben bei der Institution Ehe nicht um die Möglichkeit seine persönl. Gefühle dem Partner zu erklären, die sind u. sollten dem Staat egal sein, u. a. viele Heterosexuelle heiraten nicht, weil sie ihre Liebe als Privatsache sehen, die dem Staat nichts angeht. Meines Erachtens war dahingend die eingetrag. Lebensgemeinschaft ein guter Kompromiss, um Homosexuellen in best. Situationen Rechtssicherhheit zu geben. Meinetwegen kann sich das a. Homoehe nennen, aber dann mit dem klaren Rechtsvorbehalt, dass diese eben nicht automatisch in allen Rechtslagen der heterosexuellen Ehe gleichgestellt werden kann. Warum der Einwand? Wie behauptet wird: Es wird doch niemanden was weggenommen. Stimmt das wirklich? Welche Auswirkungen in der Folgerechtsprechung kann die EfA noch bedeuten?

Rolf Lindner / 23.07.2020

Nichts charakterisiert den rotgrünen Dummenfang mehr als ihr angeblicher Einsatz für die Homosexuellen bei gleichzeitiger Islamophili. Ein Aspekt kam in der Diskussion nicht zur Sprache. Man versetzte sich in die Eltern eines oder einer Homosexuellen. Nicht nur dass sie sich fragen, woher das bei ihrem Kind kommt, ob sie etwas bei der Erziehung falsch gemacht haben. Selbst, wenn sie soweit gebildet sind, dass sie wissen, dass Homosexualität angeboren ist, werden sie bei noch höherer Bildung auch wissen, dass vor der Geburt die wichtigsten neun Monate im Leben eines Menschen verlaufen, in denen Sexualhormone einen bedeutenderen Einfluss auf die Psyche haben als im gesamten späteren Leben. Sie haben dann bei aller Akzeptanz der Homosexualität das Problem, dass sie sich damit abfinden müssen, mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit niemals Enkelkinder zu haben, vor allem, wenn das betroffene Kind ein - wie heute nicht selten - Einzelkind ist (kenne zwei Fälle im Bekanntenkreis), Mit dem entsprechenden Wissen werden sie sich fragen, ob die eine oder andere vermeidliche Belastung während der Schwangerschaft nicht davor oder danach hätte stattfinden können. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Eltern Homosexualität als etwas Normales empfinden.

Volker Kleinophorst / 23.07.2020

Wenn man groß wollen, wollen doch alle Spießer werden. Du kannst halt nicht immer 17 sein. Doch: Dieser Weg wird kein leichter sein. ;)

Andreas Günther / 23.07.2020

Ich sehe es so wie Herr Etscheit. Seit die Homo-Lobby auf der (Anti-)Diskriminierungswelle reitend die Homo-Ehe durchgedrückt hat, begegne ich den Homos mit einem gewissen Ressentiment und würde jedes Gespräch am liebsten mit der Frage eröffnen: “wie hälst du es mit der Homo-Ehe?” Dass die Parteien, von denen ich sowieso nichts halte, danach noch gejubelt haben und Konfetti im Bundestag warfen, hat meine Abneigung gegen sie weiter verstärkt. Dass aber auch viele CDU-Abgeordnete (war es ein Drittel ?) dafür stimmten, hat den Faden zur CDU endgültig zerschnitten, es gibt für mich nur noch den dekadenten Einheitsbrei und als einzig wählbare Alternative die AfD. Vielleicht noch das: ich bin nicht homosexuell, aber homophil, keinesfalls homophob.

Michael Koch / 23.07.2020

T. Weremut / 23.07.2020 Zitat: “Als homo stehe ich irgendwo zwischen den Positionen der beiden Gäste ...”  - Sei einfach so wie Du bist! Steh nicht dazwischen, nicht drüber, nicht drunter - sondern zu Dir!  Wenn Du morgens in den Spiegel schauen kannst, ohne vor Dir selbst zu erschrecken, dann ist alles gut! Steh aufrecht und habe Mut! Du bist ja zuerst - ein Mensch!

K.Bucher / 23.07.2020

Und im Nachtrag noch einen Angenehmen Donnerstag Abend und beste Grüße aus der Welt vom Barock . Jean-Noël Hamal (1709-1778) - Judith Triumphans (c.1748)

K.Bucher / 23.07.2020

Guter Beitrag und Nun ? Zeit für eine Ehrliche Selbst Bilanz?  oder doch weiter das übliche Schweigen ? . ich denke das sollte Jedem -Jeder selbst überlassen sein . Fakt ist das es mich bis Heute höchst erregt wenn Zwei Frauen Zärtlichkeiten austauschen   , bei Zwei Männern ist dieses Gefühl der fast unerklärlichen Romantik und Zärtlichkeit bei weitem für mich nicht so Intensiv . Eher abschreckend . Aber jetzt zum Punkt : ich wäre einfach ein mieser elendiger Dreckiger Lügner um nicht zuzugeben auch das Eine und andere im Punkto Bi ausprobiert zu haben ich denke auch das dies sehr Viele die wie über 50 sind sehr Gut verstehen .Und ja hier geht es nicht um ein Outing sondern um einfach mal alle Neune gerade sein zu lassen . Wenn ich da zum Beispiel an meinen bis HEUTE sehr Verehrten König Ludwig II von Baiern denke oder aber auch an Persönlichkeiten der Musikalischen Unsterblichkeit wie Freddy Mercury . mal Ehrlich ich weiß bis Heute nicht ob ich genug Widerstand gegenüber solchen Unglaublichen Zeitgeistern-Zeitgenossen aufgebracht hätte oder auch Heute noch aufbringen würde . Aber inzwischen ist diese Gefahr sehr gering geworden dank der Aktuellen Pisa Studie und dem Internationalen Uni Ranking von D und A . Klartext da kommt einfach fast Nichts mehr wo man auf Gut Deutsch den Hut ziehen und im gleichem Atemzug gerne ausnahmsweise die Hosen runterlassen will . Wozu auch ?

Hjalmar Kreutzer / 23.07.2020

Zunächst einmal Dank für die Idee und das Format, Streitgespräch zweier konträrer Meinungen, meinetwegen pro und contra „Spießer“.  Kann man einerseits Akzeptanz als „ganz normal“ erwarten und andererseits etwas ganz Besonderes sein wollen? Hängen die Lebensentwürfe als Promiskui-Täter in der Jugend und Geheimnis und Verruchtheit vs. Verlässlichkeit in einer festen Partnerschaft und Spießigkeit mit Häuschen, Garten und Hund-Katze-Maus wirklich so sehr von Homo- oder Heterosexualität ab? Gerade das Alleinsein im höheren Alter stelle ich mir bei Homos etwas schwieriger vor, als als Hetero, kann es aber als Hetero natürlich nicht beurteilen. Wie gut es für das Kindeswohl adoptierter Kinder ist, nicht mit den leiblichen Eltern, sondern mit zwei Adoptiv-Vätern oder -müttern aufzuwachsen, vermag ich ebenfalls nicht zu beurteilen. Vielleicht gibt es ja mal Themen für solche Streitgespräche, die ein breiteres Publikum interessieren.

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