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Im Achgut-Buchshop erhältlich:
„Selbstbestimmt jetzt! – Der Weg zur Gestaltung der Zukunft“ von Michael Esfeld, Achgut Edition 2026, hier bestellbar.

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2.Fortsetzung: Der Glaube, ich nenne es Glaube weil es meines Erachtens eratzreligiöse Züge hat, der Staat müsse sich grundsätzlich von jeder Intervention in die Wirtschaft fernhalten, er dürfe niemanden „zwingen“, soziales Engagement sei nur freiwillig sinnvoll: Habe ich das so richtig verstanden? , dieser Glaube geht an der zwischenmenschlichen Wirklichkeit weit vorbei. Das ein Staat militärischen Schutzes bedarf, ist trivial. Daß dieser Schutz bezahlt werden muß, ebenso. Wenn sich Barbaren zusammenschließen, muß man sich eben schützen. Daß Macht verführerisch ist und zur Machtvergrößerung einlädt, dürfte ebf. bekannt sein. Das trifft ebso. auf wirtschaftliche Macht zu. Man schaue nur auf Bill Gates und seine WHO. Wenn also wirtschaftliche Akteure riesig werden, tendieren sie selbstverständlich dazu, Gelegenheiten auszunutzen, ihre Macht zu vergrößern. Was soll ein machtloser Staat dagegen tun? So wie sich Barbaren zusammnenschließen, um Beute zu machen, tun das ebso. gigantische wirtschaftliche Organisationen, ob es Unternehmen, Gewerkschaften oder NGOs sind. Dann ist nichts mehr mitnfairer Konkurrenz. Macht ist ein Abstraktum. Sie sucht ständig Angebote, sich zu materialisieren und sie belohnt die Überbringer dieser Angebote fürstlich. Sozialismus beruft sich auf Menschlichkeit und will, daß der Staat die Menschlichkeit garantiert. Abwägung ist seine Sache nicht. Doch darum geht es: Soviel Kapitalismus, wie möglich, soviel Sozialismus, wie nötig, sonst zerreißt’s uns. Oder: Soviel Sozialismus wie möglich, soviel Kapitalismus wie nötig, sonst ruiniert’s uns. Z.Zt. ruiniert uns der Sozialismus.
Fortsetzung: Die Verdurstenden. Ihnen kostenlos Wasser zu geben, welches von ihren hart
arbeitenden Mitbürgern bezahlt werden muß, führt dazu, daß sie keinen Bock mehr haben, überhaupt für Wasser zu arbeiten. Das Beipiel ist natürlich überspitzt. Prof. Esfeld wird sicherlich zugestehen, daß man Verdurstenden natürlich helfen muß, andernfalls wäre es sogar strafbar (unterlassende Hilfeleistung) und auf jeden fall äußerst inhuman. Mit diesem Besipiel will er nur , ich hoffe, ich verstehe Sie richtig, Herr Esfeld, drastisch zeigen, wohin der Sozialismus führt: In die Sklaverei der Arbeitenden zugunsten der Nichtstuer. Da´haben Sie vollumfänglich recht! Doch das Rezept dagegen, keine staatliche Einmischung nirgends, ist, ich wiederhole mich, weltfremd. Denn dieses Beispiel macht deutlich, daß man um das Abwägen nicht drumherum kommt. Und da liegt der Hase im Pfeffer. Wenn man den Verdurstenden auf private Hilfe verwiese, gäbe man ihm dem Zufall preis. Staatliche bezahlte Retter gibt es im Modell nicht. Oder doch? Es gäbe sicherlich in einem urdemokratischen, sich selbst organisierenden, libertären Gemeinwesen, private Krankenwagen und Hospitäler. Aber wenn der Verdurstendende kein Geld hat und auch nicht (natürlich privat) versichert ist? Würde er dann abgewiesen? Nun, in einer libertären Privatstadt gibt es solche Fälle wohl nicht. Doch diese Privatstadt ist nicht verteidigungsfähig und kann nur existieren, wenn sie irgendwie von dem sie umgebenden Staat militärisch geschützt wird und diesen entsprechend bezahlt. Und sie wird, ich verbessere mich, wenn sie lebensfähig sein will, ein rudimentäres Sozialwesen für die Verlorenen einrichten müssen, denn sonst wird sie ihres Reichtums nicht froh. Die Gescheiterten einfach rauszuwerfen, das hält kein demokratisches Gemeinwesen aus. Da genau wird ist es entscheidend, wo zieht man die Grenze? Zu sagen, wir helfen nur denen, die es wirklich nötig haben, ist gar nicht so einfach.
Bevor ich loslege, kurz etwas zu meiner Person: Im ersten Jahrzehnt dieses Jhs legte ich nahezu mein komplettes Vermögen aus den hier aufgeführten Gründen in Gold und Silber an. Das ist meine und meiner Frau Altersvorsorge und für die Kinder bleibt hoffentlich auch noch etwas. Ich weiß also, wovon ich spreche. Zum Thema: Es ist wirklich rührend, wenn ein „Katheder-Ökonom“, verzeihen Sie mir die Polemik, ich schätze Sie sehr, Herr Esfeld, doch es muß sein … wenn ein Katheder-Ökonom über eine perfekte, gerechte, weil leistungsgerechte Wirtschaftsordnung doziert. Puh! Welch eine Weltfremdheit und welch eine Begeisterung für ein theoretisch entwickeltes, ein theoretisch perfekt funktionierendes System. Über die Voraussetzungen dafür verlieren Sie kein Wort. Die gehören auch zur Theorie!! Fangen wir mit dem ersten, offensichtlichen Schwachsinn, ich bitte nochmals um Verzeihung, an: Die Kriegswirtschaft. Sie haben Recht, Ressourcen für Kriege kann man nur mit Fiat-Geld mobilisieren. Wenn es das nicht gäbe, das Fiat-Geld, gäbe es auch keinen oder viel weniger Krieg, schließe ich korrekt? Dann stellen Sie sich vor, Ihr Minimal-Staat mit einer privaten Operetten-Armee wird von einem mißgünstigen, neidischen Nachbarn angegriffen, der seine nationalen Ressourcen mit der Kriegswirtschaft und dem Fiat-Geld mobilisiert. Das ist eine Freigabe zur Plünderung! (Bitte um Entschuldigung, daß ich jetzt aufhöre, es wäre noch viel zu sagen, z.B. über verweigerte Hilfe für Versurstende etc.. Jetzt wird erstmal gespeist.)
Selbst dann, wenn im Feld ein Mitarbeiter bereits in vergleichsweise jungen Jahren beinahe zu Tode gekommen ist, hat an so manchem ansonsten überaus renommierten Forschungsinstitut die Antwort auf die Frage, was im Detail die Umstände waren, die dazu führten, hinter der künftigen Finanzierung des akademischen Betriebs aus öffentlichen Haushalten zurückzustehen. Von einer freien Wissenschaft kann angesichts dessen längst keine Rede mehr sein. Im Gegenteil. Vielmehr könnte sogar kritisiert werden, dass dort für Geld letzten Endes buchstäblich über Leichen gegangen wird.
Aber was bedeutet kämpfen? Kann man in einer Situation, wo einen alles bedrückt, wo man ununterbrochen bedrängt, belogen, bestohlen, bedroht wird, wo einem der SINN der eigenen Existenz systematisch und gezielt zerstört wird, noch FÜR etwas kämpfen, das gar nicht existiert. Oder muss man gegen das kämpfen, was einen selbst auslöschen will? Man kann diese Frage akademisch behandeln, und am Ende bleiben alle Thesen vom Anfang weiter im Raum stehen. Oder man weiß, was richtig ist und was falsch.
>>Er verteidigt die offene Gesellschaft, freie Wissenschaft und gesicherte Eigentumsrechte als Voraussetzungen von Wohlstand und Freiheit.<<
## Begriffe verlieren ihren Sinn, wenn das, was sie bezeichnen, nicht mehr existiert. Es hat keinen Sinn, einen Begriff zu verteidigen, der leer ist. Wir verdrängen dieses „Weißt du noch?“, weil es so ungeheuer weh tut.
Aber bei Offene Gesellschaft, zucke ich zusammen. Es war ein Begriff „Open Society“ der in einer Gesellschaft, die offen wahr, ohne dass wir das jeden Tag hundert Mal aufgeschrieben hätten, geschaffen wurde, um genau diese Offenheit zu beenden. Der Begriff Wissenschaft wurde ins Gegenteil gedreht, als uns die Priester des Unwissens zwingen wollten, dem Unwissen blind zu vertrauen. Deshalb ist die Verwendung dieser Begriffe zur Ideologiefrage geworden, deren Ziel es ist, unser Vertrauen in die eigene Wahrnehmung zu zerstören. Es ist zum individuellen Gefühl geworden, ob man die beschmutzen Begriffe noch glaubt, oder ob man in denen, die sie noch verwenden, die Zerstörer der Welt sieht. Das Problem ist, dass sie alle das Gleiche sagen, und bei KEINEM ist es noch wahr. Es hat keinen Sinn, auch nur EINEM von denen noch zu glauben. Weil die einen nur noch Vergangenes erzählen, machtlos, authistisch, während die anderen diese Begriffe bewusst nutzen, um das zu zerstören, was sie eigentlich bezeichnen. Wie können wir wieder psychich gesund werden? Indem wir ANERKENNEN, dass wir in ohnmächtiger Unfreiheit, einer für uns verschlossenen UNgesellschaft, ungesichertem Besitz-Unrecht und Armut und Knechtschaft angekommen sind. Und dass wir nicht abwarten und Tee trinken können, oder uns passiv endloses Palaver anhören sollten, sondern KÄMPFEN!
In der Tat: dieses hochinteressante und geradezu spannende Gespräch kann „ einiges in Gang bringen“ wie M. Esfeld am Ende bemerkte. Vielen Dank dafür, dass das trotz der hohen, für den Sommer allerdings durchaus dann und wann nicht so ganz unüblichen Temperaturen komplett gelungen ist.