indubio / 16.04.2020 / 12:00 / 10 / Seite ausdrucken

indubio – Podcast hoch zwei

Bernhard Lassahn und Burkhard Müller-Ullrich sprechen über das Wesen des Podcasts und warum Jordan Peterson so toll ist. Es geht um die Erfahrung von Nähe und sogar Intimität in der Massenkommunikation und um die Kunst des mündlichen Ausdrucks. 

Und: Gesprächspartner und Achgut.com Autor Bernhard Lassahn bietet heute noch einen schriftlichen Extra-Service zum Podcast. Sie finden ihn hier.

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Gabriele klein / 16.04.2020

@H. König “ein kategorisches Lügenverbot beispielsweise (Regel 8) schreit geradezu nach einer Begründung, aber er liefert sie nicht. Er begründet gar nichts. ”  Mich erstaunt Ihr Vorwurf ungemein. Denn, ich kenne es so, dass die “Lüge” zu begründen ist jedoch nicht   die wahrheitsgemäße Aussage .von der wir im menschlichen Zusammenleben ausgehen müssen, wie es Peterson in einem Ratgeberbuch (ich kenne es übrigens nicht) vermutlich tut. Ohne Ehrlichkeit ist kein Vertrauen möglich somit auch keine Kommunikation und Spezialisierung.  Jeder müsste dann alles selbst machen, er müsste vom Arzt, Klempner, Zahnarzt, Bäcker, Anwalt und Elektriker etc. alles sein. d.h. ein Jack of all trades und master of none..Auf der Ebene eines Ratgeberbuches wo es ums alltägliche Zusammenleben geht, sollte die Ehrlichkeit, die übrigens bei der Ehrlichkeit mit sich selbst beginnt, eine Selbstverständlichkeit sein und bedarf eigentlich keiner Begründung.  Sicherlich gibt es Ausnahmen vom Lügenverbot   Allerdings würde ich in dem Genre von Buch um das es hier geht nicht gerade nach den Begründungen der Notwendigkeiten von Lügen im Umgang mit Gaunern und SS Schergen weil es schlichtweg nicht zum Thema gehört. Abgesehen davon lehnt die jüdische (u.auch christliche)  Ethik den Schmeichler genauso ab wie jenen der sich der “Wahrheit” nur deshalb bedient um den andern zu verletzen….........Diese Dinge werden in der Tiefe aber eher in Ethikbüchern thematisiert als in psychologischen Ratgebern die die “Goldene Regel” als bekannt unterstellen.

Hermine Mut / 16.04.2020

Kleines Händeschütteln auch meinerseits ;  ich erlebe den derzeitigen Ausnahmezustand ein wenig wie sonst die Vorweihnachtszeit : in der anonymen Massengesellschaft ist es plötzlich “erlaubt”, kleine Gesten der Zuwendung und des Wohlwollens dem Mitmenschen gegenüber zum Ausdruck zu bringen, ohne gleich dafür für gaga gehalten zu werden . Den Müllmännern und dem Postzusteller mit einer Kleinigkeit zu danken, von meinem Nachbarn witzige russische whatsapp-videos geschickt zu bekommen etc…. Auch den Austausch auf der Achse erlebe ich so ähnlich.  Das finde ich schön.

Alexander Schilling / 16.04.2020

Heute als dialektisches tag-team (podcast + endnotes) on line—was für ein Durchlauferhitzer! Herzlichen Dank dafür!

Gabriele Klein / 16.04.2020

@G. Dietzel,  Ihr Vorwurf ist nicht berechtigt, da das Thema klar umrissen wurde und nicht verfehlt. Wenn Sie das Thema nicht interessiert, ist ihnen unbenommen es nicht anzuhören. Man sollte jedoch einen Autor nicht verurteilen auf Grund des gewählten Themas, sofern es in ethischer Hinsicht ok ist, wie hier der Fall. Ihr Vorwurf ist irgendwie so wie wenn man sich ein Buch über die “Bienenzucht” kauft um sich hernach zu beschweren, warum man im Buch nichts über die Honig Sorten im Handel erfährt. Dann, woher wissen Sie was Herr Jordan genau studiert hat?  Wenn er sich nicht ausdrücklich als Philosoph verkauft heißt das noch lange nicht, dass er nicht als solcher bezeichnet werden kann.  Es gibt Bereiche da überschneiden sich die Philosophie, Theologie und Psychologie und in diesem Bereich bewegte sich zumindest das, was ich von Peterson hörte und las.  Ich kenne die Werke einiger klinischer Psychologen /Psychiater die bestens in Philosophie bzw. auch Literatur bewandert sind . Ihr schriftliches Werk lebt davon. Diesen Eindruck gewann ich auch von J. Peterson

Gabriele Klein / 16.04.2020

Danke an Sie beide f. Podcast.  Eine gelungene Sache. Erinnert mich an alte Zeiten wo das Radio noch was taugte. Vorteil d. Podcast gegenüber dem tollen, da freiwilligen Radio der 70er und 80er, ist dass man, berufstätig, nicht bis Mitternacht warten muss mit seiner “Perlenfischerei”  . Aufzeichnen muss man alles auch nicht mehr, Das sind schon Vorteile. Kenne nicht viel von J. Peterson. Was mir aber vor allem gefiel waren seine Beobachtungen und Erklärungen zum Publikumsverhalten.  Thema heute hätte haarscharf auch zu einem Gespräch mit J. Peterson gepasst.  Danke nochmals, bin hin und weg von indubio,  Podcasts von 15 Minuten Länge halte ich nicht für so gut, da man eher dazu neigt das ganze runterzuladen um es nebenher zu hören und 15 Minuten sind dann für diesen Kundenkreis zu wenig. 30 - so 70 Minuten sind üblich und technisch auch   gut zum runterladen auch bei langsamem Rechner u. Verbindung.  Die politischen podcasts waren auch sehr gut.  Wenn nun die Thematik sehr komplex wird u. lange Schachtelsätze erfolgen, bevorzuge ich eher die Schriftform. (Selbst wenn das Radio heute so gut wäre wie damals, würde ich es allerdings unter der Zwangsknute niemals hören. Wer Zwangsverkäufe betreibt ist grundsätzlich in seinem “Kulturangebot” nicht authentisch d.h. glaubwürdig. Ich lehne sowas kategorisch ab weil Kultur auch etwas mit Menschlichkeit zu tun hat . Wer per Zwang in die Lohntüte des andern greift um dessen Lohn mit seinem Geschwätze zu ersetzen verhöhnt und mißbraucht den Andern ganz egal ob er über das Wetter, Schiller oder Goethe redet.  Die Frage der Qualität von zwangsfinanzierten ÖR stellt sich mir daher von vornherein erst gar nicht.

Hans J. König / 16.04.2020

Es geht in dem Podcast um den Podcast, aber nicht zum Geringsten auch um Jordan Peterson. Hier ist mir Herr Lassahn zu unkritisch und auch Herr Müller-Ulrich hat eine merkwürdige Hemmung, das Problematische insistierend zu befragen. Das sage ich als ein Fan von Jordan Peterson, der es geschafft hat, einige der gängigsten Narrative des gegenwärtigen Zeitgeistes argumentativ zu durchbrechen. Doch davon hier nichts, sondern zwei Gedanken zu dem, was einen an J.P. auch stören kann (und, wie ich finde, muss): 1. J. P. ist, anders als Herr Lassahn es nahelegt, kein Philosoph.  Sein kategorisches Lügenverbot beispielsweise (Regel 8) schreit geradezu nach einer Begründung, aber er liefert sie nicht. Er begründet gar nichts. Er hat ein Credo, das man mit Schiller zusammenfassen könnte: “Das eben ist der Fluch der bösen Tat, Daß sie, fortzeugend, immer Böses muß gebären.” Dieses “Fortzeugen” muss seiner Ansicht nach durchbrochen werden. Eine sympathische Überzeugung, aber was macht die verantwortliche Politikerin angesichts eines drohenden Bank-Run? Sie behauptet wider besseres Wissen, die Einlagen aller Bürger garantieren zu können: Self fulfilling prophecy vom Feinsten. Und zum Glück erfolgreich. Und eine dicke Lüge. Und nun? 2. Zunehmend hat bei J.P. das Prophetische Überhand genommen, verbunden mit einer völligen Entäußerung des Intimsten gegenüber der Öffentlichkeit. Er machte immer mehr den Eindruck von jemand, der absolut an der Kante lebt mit zunehmendem Absturzrisiko. Dass dieser Absturz jetzt erfolgte, stellt sich, wenn nicht als Folgerichtigkeit, so doch als massives und jetzt auch eingetretenes Risiko heraus und kontaminiert möglicherweise nicht die Lehre, mindestens aber die Lebenspraxis.

Frank Holdergrün / 16.04.2020

Podkäs habe ich immer verstanden. Man muss nichts hinein-geheimnissen. Es ist ein Hörbuch oder -essay, einfach auf- gesprochen, höre ich es von hinten aus der Hosentasche oder durch die Sonnenbrille. Mehr als 15 Minuten würde ich nicht machen. Herr Müller-Ulrich hat eine sehr angenehme Stimme, die halbe Miete. Freue mich sehr, alle Achgut-Autoren zu hören. Themen gibt es wie Sand am Meer. Ja, und immer auch an die Hörer denken, also: Lesen Sie ab und an das Best-of der Kommentare, nirgendwo sonst ist so viel Lesenswertes als auf der Achse!

Gudrun Dietzel / 16.04.2020

Mit Verlaub, meine Herren, wenn man über Jordan B. Peterson redet, sollte man schon wissen, daß der Mann klinischer Psychologe und kein Philosoph ist. Genau das ist auch der Stoff, mit dem er sich befaßt. Es wäre Wissenszuwachs für den Hörer gewesen, hätte man sich mit Petersons Inhalten befaßt (z. B. mit seinen „12 Rules for Life“ und WARUM Peterson gerade damit so einen Erfolg hat) und nicht mit dem Technischen und dem Faszinosum des Podcasts. Wenn ich Radio höre, kann mich eine interessante Stimme schon fesseln, aber nicht, wenn sie dummes, oberflächliches Zeug von sich gibt. Da kann Einer noch so sexy mit dem Headset durch den Saal rennen, hätte er nichts mitzuteilen, würde ich gehen. Peterson hat etwas mitzuteilen. Und Burkhard Müller-Ullrich auch, mehr, als über Podcäääst zu plaudern. P.S.: Zum Glück konnte sich Herr Lassahn gegen Ende der 30 Minuten daran erinnern, daß Peterson Psychologe ist, das war’s dann aber auch.

Volker Matthes / 16.04.2020

Eine Freude Ihnen beiden zuzuhören. Danke auch an Herrn Burkard Müller-Ulrich für dieses gelungene Format. Auch das Intro hört sich sehr gut an. Viel Spaß weiterhin für die Macher und für die Hörer.

Richard Loewe / 16.04.2020

Danke fuer das schoene Gespraech! Ich bin Philosophie-Professor und hoere gerne Podcasts und mag Jordan Peterson, aber ich habe mir noch nie einen seiner Podcasts angehoert habe. Warum? Weil ich mir nur Gespraeche zwischen klugen Leuten anhoere, die unterschiedliche Perspektiven haben. So bin ich nicht ausgeschlossen, sondern es gibt regelmaessig einen Diskutanten, der mich verteidigt oder meine Fragen stellt. Ich hoere beim Spuelen (indubio) oder beim Pendeln (Partially Examined Life) und finde das gar nicht despektierlich.

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