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@L.Luhmann – Sagen Sie doch einfach „ Rollo Tomasi “ . Ist
auch ein 97er , bleibt aber frisch bis in alle Ewigkeit .
In Halle sind se alle. Die Buchmesse hätte ich gerne besucht. War die umstrittene Tagesschau auch da? Ich würde die nicht so dicht an mich anlassen, bei dem blindwütigen Sendungsbewußtsein spuckt die bestimmt beim Reden.
Zur postprotestantische Belastungsstörung gesellt sich das Volk und seine mörderischen Rotten, die nach Luther nur durch einen starken Staat im Zaum zu halten sind. Nach der Zerstörung des salomonischen Tempels lehrten die Tannaiten als Vertreter der mündlichen Thora, daß man sich der Obrigkeit zwar unterwerfen, sich aber von Ihr möglichst fernhalten solle; daß der Staat nur ein Werkzeug sei und das seine Regierungsgewalt der Natur des Menschen, seiner Existenz und den ihm gegebenen objektiven Vorraussetzungen entspräche, nirgends aber einen Wert verkörpert. Indem der Staat fundamentale Bedürfnisse sicherstellt, muß geprüft werden, ob er nicht mehr Schaden als Nutzen anstellt. „Macht korrumpiert, absolute Macht korrumpiert total.“ Das Drama Luthers ist es, daß er den Mut besaß, gegen Papst und Thron aufzubegehren, weltlich aber aus Angst vor der eigenen Courage den Staat zum sakrosankten, unhinterfragbaren Geschöpf formte, für deren Wohlergehen der Untertan auch noch zu beten habe. Alles wird zu Pflicht und Gehorsam, wer diese Opfer bringt, der ist mit sich im Reinen, so wie Eichmann, den nur plagte, daß er einmal zu spät zus Schule kam. Den Staat und seine Herrschaft zu delegitimieren, könnte die richtige Lehre aus der deutschen Geschichte sein. Geist weht wo er will und braucht Seitenwechsel. Da es lesbare Linke und lesenswerte Rechte gibt, sind Haltung und Standpunkt zweitrangig.